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Re: zu wenig Milch!

Verfasst: 29.12.2012, 19:47
von evina
Hallo Julia und vielen Dank für die ausführliche Antwort und die vielen Infos!
Die beginnende Brustentzündung konnte ich zum Glück mit Quark und Retterspitz abwenden...
Frustrierend ist, dass ich in der rechten Brust immer wieder Milchstaus habe... dann wiederum ist
gar keine Milch da (kommt mir auf jeden Fall so vor: die Kleine saugt und saugt, aber schluckt nicht
und für mich fühlt es sich nicht so an, als würde was fließen...irgendwann lässt sie die Brust los und weint)
Die linke Seite ist besser, aber auch hier gibt es "Durststrecken".
Das schlimmste für mich ist wirklich, wenn Emma schreit und ich das Gefühl habe, es ist vor Hunger!!!
Die Angaben zum niedrigesten Gewicht nach der Geburt habe ich leider nicht vorliegen...
Alle 2 STunden stille ich sowieso - Tag und Nacht, manchmal öfter oder aber ich habe sie über eine geraume Zeit dauerstillend an der Brust: immer von einer Seite auf die andere wechselnd. Irgendwann hat sie dann genug oder ist vom Saugen / Nuckeln erschöpft und schläft ein...
Ich setze auch immer darauf, dass dieses häufige Anlegen die Produktion ankurbelt, aber irgenwie geht es schon seit Wochen so und es gibt immer wieder Tage bzw. noch mehr Nächte, wo die Milch einfach nicht reicht, weil sie da viel mehr trinken will. Tagsüber ist sie sehr schläfrig und begnügt sich auch mit weniger, nachts ist sie hellwach und es gibt viel GEschrei. Sie nuckelt auch stets an allem was sie zu greifen bekommt: ihren Pulli, unsere Pullis, wenn wir sie auf dem Arm tragen usw. usf.
Den SChnuller lehnt sie schon seit einiger Zeit ab... als Fläschchen habe ich die Medela Calma von der Hebamme empfohlen bekommen. Ich hatte aber auch schon ein Becherchen besorgt: allerdings ist das glaube ich kein soft-cup, sondern auch von Medela, aber aus festem Material...hatte noch keine Zeit mich näher über den GEbrauch zu informieren...
Mit dem SChlafen ist es schwierig: Emma braucht eigentlich immer Körperkontakt, meist schläft sie einen Teil der Nacht bei meinem Freund auf dem Bauch / auf der Brust, dann neben mir, Bauch an Bauch, oft schlafe ich beim Liegend-Stillen auch ein, weil ich dermaßen müde bin... sie scheint dann auch irgendwann mal zu schlafen...
Aber auf mehr als 3-4 Stunden insgesamt pro Nacht komme ich glaube ich nie, meist ist es weniger. Tagsüber stille ich sie auf dem Sofa, manchmal nicke ich dann auch kurz ein, wenn sie nach dem Trinken einschläft...
aber dann liege ich oft so unbequem, dass ich nicht richtig schlafe...
Ich werde mich noch mal mit Deinen Ratschlägen und Link-Hinweisen auseinandersetzen, v.a. zum Thema Gewicht und Gedeihen. Wahrscheinlich müssen wir uns eine Waage zulegen?
Danke nochmals und viele Grüße
Evina

Re: zu wenig Milch!

Verfasst: 29.12.2012, 19:55
von mirabelle
Hallo Evina!
Deine Hebamme hat wohl noch keine Kinder? Welche junge Mutter leidet denn nicht an Stimmungsschwankungen und Schlafmangel? :wink: Wenn frau erst vollstillen darf, wenn das behoben ist, wer darf dann stillen?
Lg

Re: zu wenig Milch!

Verfasst: 29.12.2012, 20:08
von Gast
Hallo,

da hast du ja so wie es aussieht eine der weniger kompetenten Hebammen erwischt. Aber zum Glück hast du den Weg hier her gefunden.
Meine Kleine ist jetzt 11 Monate und wir stillen verdammt viel. Laut der Aussage deiner Hebamme sollte ich das garnicht können. Schlafmangel ist doch ganz normal, da hält man mehr aus als man gedacht hat ;) . Wenn du dich nicht fit fühlst kann ich dir nur raten dir dein Kind zu schnappen und dich ins Bett zu kuscheln. Das hilft am meisten, außerdem können sie sich in dem Alter noch nicht gegen Kuschelwütige Mütter wehren (das fängt früher an als man glaubt).
Es gab übrigens Zeiten da habe ich halbstündlich Tagsüber und alle 2 Stunden Nachts gestillt und über zu wenig Milch konnte ich mich nie beklagen :P :5:

Ich drück dir zumindest ganz fest die Daumen das ihr das wieder hin bekommt. Lass dich nicht unterkriegen. Alles eine Frage der Übung und der Gewöhnung.

Re: zu wenig Milch!

Verfasst: 30.12.2012, 07:37
von Wortgewitter
Ich finde, wenn es etwas gibt, das den Schlafmangel erträglicher macht, ist es das stillen. Nachts aufstehen und Fläschchen machen, das hat mich damals immer fertig gemacht. Nun stille ich und schlaf dabei halb weiter - irgendwann kann das Baby dann auch selber die Brust auspacken und es wird noch viel leichter :wink:

Für mich ist das die rettung gewesen schlaftechnisch. Wir sind quasi zu faul um was anderes als Stillen im Familienbett zu machen 8)

Re: zu wenig Milch!

Verfasst: 02.01.2013, 13:52
von Sakura
Hi evina,

wie geht es Euch jetzt?

Wenn Du das Stillen tagsüber auf dem Sofa unbequem findest, wäre es eine Möglichkeit für Dich, Dich auch tagsüber zum Stillen ins Bett zu legen? Ausreichend dickes, festes Kissen unter Deinen Kopf, damit der gut abgestützt ist, wenn Du auf der Seite liegst, evtl. eine Rolle in Deinem Rücken, wenn Du damit bequemer liegst, und dann Brust raus, Kind ran, Augen zu, und aaaahhhh.... ausruhen und schlafen.

Mein Kind hat auch monatelang nur in direktem Körperkontakt mit uns existieren wollen. Das war furchtbar anstrengend, aber rückblickend kann ich Dir versichern: es geht vorbei, es geht ganz sicher vorbei! Der Rat Deiner Hebamme mit den Stimmungsschwankungen ist irgendwie sinnfrei. Quasi jede Frau hat nach der Geburt Heultage, das ist doch völlig normal. Gerade da ist Stillen schön: mit dem Kind hinlegen, kuscheln, stillen, und dabei schlafen.

lg,
Sakura

Re: zu wenig Milch!

Verfasst: 03.01.2013, 14:03
von evina
Vielen Dank ihr Lieben für die vielen Tipps und Ermutigungen!! Zum Glück gibt es das Internet - nur
mit der Hebamme wäre ich schon verzweifelt...
Kuscheln mit der Kleinen im Bett geht leider nicht - sie schreit fast immer und will wenn dann
herumgetragen weren :(
Im Tragetuch ist sie wenigstens auch gerne...
Gestern habe ich mir eine Waage aus der Apotheke mitbringen lassen - morgen mache ich mal einen
Wiegetag, dann sehe ich ja, wie viel nach dem Stillen im Kind ist...
Danke nochmals und viele Grüße!
Evina

Re: zu wenig Milch!

Verfasst: 03.01.2013, 22:18
von blueberry
Hast Du Dir die Infos zum Wiegen gut durchgelesen? Mit dem häufigeren Wiegen ist da nicht gemeint, Stillproben zu machen, sondern täglich (oder aller zwei Tage) unter gleichen Bedingungen zu wiegen, so dass man am Ende einer Woche/zwei Wochen mehrere sich gut gegenseitig absichernde Messdaten hat, was Interpretationsspielräume kleiner macht als nur einmal pro Woche zu wiegen (oder noch seltener), wo ein Messfehler schnell mal alle aufschrecken kann.

Stillproben (im Sinne von "vor dem Stillen und nach dem Stillen wiegen" um zu sehen, "was im Kind landet" können so viel Stress machen, dass sie sich negativ auf die Stillbeziehung auswirken. Solange keine Indikation für Stillproben besteht, würde ich darum lieber die Finger davon lassen :wink:

Re: zu wenig Milch!

Verfasst: 04.01.2013, 10:58
von jusl
Ich kann nur bei blueberry unterschreiben. Stillproben sind "verboten", wenn es keine Indikation dafür gibt, denn die Durchführung von Stillproben kann erheblichen Schaden anrichten, bestehende Probleme verstärken und neue auslösen. Bitte sein lassen!
Bei Euch sinnvoll ist das Wiegen 1-2 mal pro Woche.

Hast Du Dich entschieden, ob Du eine kontrollierte Verringerung der Zufüttermenge machen möchtest?

LG
Julia

Re: zu wenig Milch!

Verfasst: 05.01.2013, 12:46
von evina
Hallo!
Habe die Kleine heute Morgen gewogen und sie brachte 4250g auf die Waage.
Danke noch mal für den Hinweis, dass ich nicht "Still-Wiegen" soll..... ist ja wirklich ne stressige Angelegenheit und verunsichert mich nur noch mehr.
Ich mache mir wegen der Gewichtszunahme Sorgen, aber vor allem deshalb, dass sie immerzu schreit und unzufrieden und hungrig zu sein scheint, da liegen bei mir die Nerven echt blank. Manchmal denke ich, wir schaffen es und ich habe ja auch hier im Forum so viel Ermutigendes gehört und Zuspruch bekommen, aber dann sehe ich wieder kein Licht am Horizont und habe das GEfühl es wird schlimmer!
Beispiel: Gestern Nachmittag habe ich sie gestillt und es war mal wieder plötzlich keine Milch da, bzw. kaum Milch... dann zog sich das über den ganzen Abend, dass sie immer wieder trinken wollte, aber nie richtig in den Schlaf fand, weil sie nach kurzer Zeit - vor Hunger (meine Interpretation) - wieder wach wurde. Wieder ein wenig getrunken, eingeschlafen, aufgewacht.... Abends habe ich ihr dann ein Fläschchen mit 50ml gegeben. (Hatte leider noch keine Zeit mich um Alternativen zum Fläschchen zu kümmern :-(
Mein Freund hat sie genommen, aber geschlafen hat sie nicht... nach einer Stunde wieder an der Brust und dann wollte sie den Rest der Nacht gar nicht mehr weg von der Brust...heute morgen war ich total am Ende und habe nur geheult. Es heißt doch immer aufgrund der Nachfrage lasse sich die Milchproduktion erhöhen... demnach müsste ich eigentlich Drillinge satt bekommen...
Überlege schon fast, ob ich - statt die Zufüttermenge weiter zu reduzieren - tagsüber auch noch zufüttern soll, damit ich ein wenig zur Ruhe komme - eventuell... denn mit insgesamt 2-3 Stunden Schlaf pro Tag/Nacht (und das seit der Geburt) merke ich langsam, dass meine Reserven aufgebraucht sind... Tagsüber komme ich nur zum Schlafen, wenn mein Freund nicht arbeitet (also am W-E) oder meine Mutter mal vorbeikommt, aber mehr als eine halbe bis eine Stunde ist das dann auch nicht. Aber vor allem frage ich mich: Muss mein Kind Hunger leiden, sodass es ständig schreit?? Uff... hoffe nur, dass alles irgendwie irgendwann besser wird!
Viele liebe Grüße und Danke!
Evina

Re: zu wenig Milch!

Verfasst: 05.01.2013, 21:16
von blueberry
Sorry, falls ich Sachen übersehe, die Du weiter oben schon geschrieben hast. Ich bin grade gesundheitlich ziemlich angeschlagen, nutze aber ein "hustenfreies" Intervall und schreib Dir schnell meine GEdanken zu Deinem letzten Posting auf...

Warst Du mal beim Kinderarzt und hast andere Ursachen (Schmerzen oder sowas) ausschließen lassen? Und KISS?

Das Stillverhalten am Abend (nach kurzer Zeit wieder aufwachen, bisschen trinken, weiterschlafen, wieder aufwachen...) ist nicht ungewöhnlich. Clusterfeeding hat nicht unbedingt mit Hunger zu tun sondern spricht einfach für ein hohes Nähe- und Stillbedürfnis. Wie gestaltest Du denn solche Zeiten für Dich als Mama? Ich würde in dieser gesamten Zeit (und erst recht, wenn der Papa das Kind ne ganze Stunde hat! :wink: ) mit (oder ohne) Kind im Bett liegen und vor mich hindösen, gelegentlich einnicken und mich nur zum Seitenwechseln mal auf die andere Seite drehen.

Meist sagt man ja "tags wie nachts mit dem Kind hinlegen und schlafen, wenn es ebenfalls schläft" um zu genug Schlaf zu kommen. Will Dein Baby beim Schlafen ständig rumgetragen werden? Solange es IRGENDWANN schläft und das im Liegen tut, solltest Du IMMER mitschlafen oder Dich wenigstens mit hinlegen. Vielleicht wäre für ein "Ständig-rumtrag-Baby" ein Baby-Jojo was? http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... o&start=20 Nen Versuch wäre es vielleicht wert, dann kann man sich das übers Ehebett hängen, sich selbst hinlegen und das Baby "rumtragen" indem man nur mit der Hand die Matte in Auf- und Ab-Bewegung hält. Es klappt nicht bei jedem Kind, aber ich hab hier im Forum ermutigendes zu dieser Art der "im Halbschlaf Baby Schaukeln"-Variante von Mehrfachmüttern gelesen.

Wenn Deine Kleine nachts Dauerstillt (was leider auch nicht wenige BAbys machen), dann lohnt es sich aber wohl am allerallermeisten, an Deiner Liegendstilltechnik so zu feilen, dass Du dabei wenn schon nicht tief schlafen (vielleicht mit etwas Übung sogar das), so aber wenigstens bequem dösen kannst. Du solltest wirklich entspannt liegen können - ein wirklich festes Kissen unter den Kopf, das auf voller Schulterhöhe abstützt, evtl. ne Decke oder Stillkissen oder wasweißich in den Rücken, ne Handtuchrolle in den Rücken des Kindes (dann kann es nicht wegrollen, wenn Du es nicht hältst, sondern bleibt stabil in Seitenlage)... Ausprobieren, was geht.
evina hat geschrieben:Beispiel: Gestern Nachmittag habe ich sie gestillt und es war mal wieder plötzlich keine Milch da, bzw. kaum Milch... dann zog sich das über den ganzen Abend, dass sie immer wieder trinken wollte, aber nie richtig in den Schlaf fand, weil sie nach kurzer Zeit - vor Hunger (meine Interpretation) - wieder wach wurde. Wieder ein wenig getrunken, eingeschlafen, aufgewacht.... Abends habe ich ihr dann ein Fläschchen mit 50ml gegeben. (Hatte leider noch keine Zeit mich um Alternativen zum Fläschchen zu kümmern :-(
Mein Freund hat sie genommen, aber geschlafen hat sie nicht... nach einer Stunde wieder an der Brust und dann wollte sie den Rest der Nacht gar nicht mehr weg von der Brust...heute morgen war ich total am Ende und habe nur geheult. Es heißt doch immer aufgrund der Nachfrage lasse sich die Milchproduktion erhöhen... demnach müsste ich eigentlich Drillinge satt bekommen...
Vom Verhalten Deines Kindes her, muss es aber WIRKLICH kein Hunger sein, der Dein Mäuschen da plagt. Nach dem Fläschchen war sie ja nun auch nicht "pappsatt und im Milchkoma", gell? Ich hatte immer ewig viel Milch, und dennoch immer wieder unruhige "ganzhäufigStillen"-Phasen als mein Sohn klein war...

Achso, und für 50 ml Zufüttermenge brauchst Du kein großes Equipment - hast Du einfach mal einen Eierbecher oder Schnapsglas oder sowas versucht? Weißt Du, wie Bechern geht, ohne dass das BAby sich verschluckt? (Baby aufrecht halten, evtl. Mullwindel oder Handtuch um den Oberkörper mit furchtelnden Ärmchen drin, Becher in die Mundwinkel legen, so weit ankippen, dass das Baby SELBST die Milch raussschlecken kann und NICHT dem Baby die Milch in den Mund kippen. So kann es die Menge selbst regulieren).

Übrigens: auch beim Flaschegeben sollten Babys so aufrecht gehalten werden - sonst saugen sie näcmlich einfach aufgrund des Saugreizes, den der in den Mund geschobene Sauger macht - und müssen in Rückenlage dann runterschlucken, einfach weil sie sonst nicht atmen können. Deshalb trinken junge Babys normalerweise in Rückenlage jede Milchmenge bis auf den Bodensatz aus. Das hat mit dem Hunger auch nichts zu tun, sondern mit dem nicht-regulierbaren Milchfluss im Fläschchen.

An der Brust kann Dein Kind bewusst entscheiden, ob es jetzt noch einen MSR auslösen will, oder "nur noch" zur Beruhigung, ganz bewusst OHNE Milch / mit ganz wenig Milch weiternuckeln will. (Nur so eine Idee: Könnte es sein, dass Dein Baby sein hohes Saugbedürfnis eben einfach gezielt irgendwann ohne Milch an der Brust weiterstillt, und Du dann ganz unruhig wirst, weil Du meinst, da fehle doch die Milch? Lässt Du sie an einer Seite, bis sie von selbst loslässt und bietest dann die andere an - oder dockst Du sie gezielt ab? Schreit sie dann? Oder schreit sie, wenn sie von selbst losgelassen hat, auch?)

Achso: Und die Kombination aus "Kind fest im Tragetuch" und dazu "Pezziballhüpfen" von Mama oder Papa haben hier auch Wunder bewirkt... Dabei kann man sogar essen, am Rechner sitzen, Schreibkram erledigen, nen Film über Kopfhörer schauen, ... Alles massenweise praktiziert in "körperkontaktbedars-Zeiten" ... Ja, es kann echt sehr anstrengend sein :( Aber irgendwann wird es wieder besser, ganz sicher!