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Re: Zu geringe Zunahme

Verfasst: 12.12.2012, 13:09
von 4tiere
Naja, wenn du mal liest was Clusterfeeding bedeutet, nämlich dass es viele Stillmahlzeiten in den Nachmittag- und Abendstunden innerhalb relativ kurzer Zeit meint und dann denken manche Mütter eben, die Milchmenge hätte abends nicht mehr gereicht, dabei hat das damit gar nichts zu tun. Sie machen das um runterzukommen.
Und zum Tragen kann ich dir nur wärmstens empfehlen, dir eine Tragebratung zu gönnen. Selbst ich als zweifache Tragemama habe bei unserem dritten Mäuschen eine Trageberatung gehabt und musste festestellen, dass es noch soviel zu lernen gibt. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die aber fürs Baby total unbequem sind. Du könntest diesbezüglich auch eine Threat übers Tragen aufmachen, da wird dir bestimmt mehr dazu erzählt ...
Denn das Tragen ist irre praktisch!!! Genau wie das Stillen! ;-)

Re: Zu geringe Zunahme

Verfasst: 12.12.2012, 13:36
von Prisemuth
Wir hatten zur U4 eine ähnliche Situation. Der Kleine hatte seit der letzten Impfung glaube ich, nichts zugenommen. Ich hatte zu der Zeit eine emotional sehr stressige Zeit, mein Mann war sehr krank und ich kam auch nicht immer zum regelmäßigen essen (habe einen ähnlichen Körperbau wie du, nehme auch nichts zu) und auch nicht immer zum ausreichenden trinken. Zudem eben noch sehr aufgewühlt.
Mein KiA meinte dann auch gleich, ich solle nach jeder Mahlzeit die Flasche geben, weil meine Milch offenbar nicht mehr reiche.
Ich war natürlich erstmal geschockt und als Erstmami hat man dann auch gleich Zweifel, ob da nicht doch was dran sein könne...
Meine Hebi hat mich dann zum Glück wieder runtergebracht. Sie sagte mir, so ein Quatsch mit dem zufüttern, wenn ich das machte, hätte ich in wenigen Wochen abgestillt. Ich habe dann echt versucht, mich einfach runterzufahren, ich habe viel Stilltee getrunken, melissentee zur Beruhigung, ich habe mich wirklich bemüht, viel und regelmäßig zu essen (morgens, mittags, abends und gerne auch noch zwischendurch :wink: ) und habe den Kleinen echt beim kleinsten Piep angelegt.
Meine Milch wurde innerhalb weniger Tage spürbar mehr (merkte das immer daran, dass er irritiert aufhörte zu trinken, wenn der MSR einsetzte und die Milch dann "sprudelte").
Vom Kia hatten wir die Auflage bekommen, in 4 Wochen nochmal zur Gewichtskontrolle zu kommen. Da hatte mein Sohnemann dann stolze 800 g mehr auf der Waage :lol: Das hat mich dann nochmal zusätzlich beruhigt und in dem bestärkt, was ich tue.
Mein KiA wollte mir auch nicht glauben, dass das ohne Flasche funktioniert hat. Ich bekam dann noch den Rat, jetzt aber langsam mal mit der Beikost anzufangen ( da hatte mein Kind zu dem Zeitpunkt wirklich noch GAR keine Meinung zu). Ich hab den Rat einfach ignoriert und wir hatten seitdem nie mehr Gewichtsprobleme. Im Moment ist er sogar eher etwas zu gut dabei :D
Vielleicht beruhigt dich das jetzt ein bißchen; ich denke halt, es ist ganz, ganz wichtig, dass es DIR gut geht und du dich gut um dich kümmerst, dann klappt das auch mit der Milch :)

Re: Zu geringe Zunahme

Verfasst: 12.12.2012, 17:42
von Katha
Nur kurz (Kl. Hase nölt): wie trägst Du denn im TT? Aufgefächert (wie Hebi gezeigt hat) mochte mein Sohn nicht, weil ihm zu warm war (und Ideal ist das eh nicht das Binden). Wart ihr schon beim Ostheopathen, wenn das TT komplett abgelehnt wird, liegt oft wohl eine Blockierung vor. Und während des Clusterns möchte sich Kl. Hase auch nicht einbinden lassen. Plus, viele Kinder mögen es nicht, wenn sie eingebunden werden am Anfang. Etc. Etc.
Vielleicht magst ja, wenn Luft, Deinen Tragefall hier im Trageforum schildern.
Bin auch keine TB :)

Re: Zu geringe Zunahme

Verfasst: 12.12.2012, 18:50
von jusl
Hallo Selda,
Ansonsten fällt mir zu gesundheitlichen Aspekten nicht viel ein. Ich bin sehr dünn (vor Schwangerschaft 48 kg und inzwischen dürfte ich die auch wieder haben, bei einer Größe von 1,60m), bin kein guter Esser bzw. schlechter Verwerter (kann essen, was ich will, nehme einfach nicht zu). Vielleicht kommt die Kleine ja nach mir ;) Allerdings ist das mit den regemäßigen ausreichenden Mahlzeiten gerade auch nicht so einfach, da die Kleine so wenig schläft, komme ich kaum zum lecker Kochen, muss immer alles so schnell gehen... Manchmal merke ich auch erst abends, dass ich den Tag über zu wenig getrunken habe, wobei ich schon so auf meine knapp 2l in der Regel komme. Aber vor der Geburt habe ich eher 3l pro Tag getrunken, da ich oft Malheur mit der Blase habe und zuwenig Trinken schnell merke. Aber vielleicht hängt das auch irgendwie mit der Milchmenge zusammen?
Meist ist es weniger das Untergewicht (oder jedenfalls das sehr geringe Gewicht), das sich aufs Stillen auswirkt, sondern die Ursache des Untergewichts. Manche Frauen sind kerngesund und essen bestens, sind aber von Natur aus sehr dünn. Kein Problem, das ist halt so. Probleme hinsichtlich des Stillens sind hier nicht zu erwarten. Bei anderen Frauen hingegen ist das Untergewicht Folge oder Symptom eines medizinischen Problems, z.B. Anämie, Schilddrüsen- oder Stoffwechselerkrankungen, oder auch Folge von Unter- oder Mangelernährung. Hier wären dann auch Auswirkungen aufs Stillen möglich, deshalb sollte ein sehr geringes Körpergewicht zur Sicherheit ärztlich abgeklärt werden. Auch ein Ernährungstagebuch ist eine gute Idee - erfahrungsgemäß steckt oft unbemerkt zu wenig Nahrung dahinter (Klassische Zitate: "Morgens kann ich NIE etwas essen", oder "ich mag halt nur Gemüse" oder "Stress schlägt mir auf den Magen"). Wenn Du das Gefühl hast, dass dieses Thema Dich betreffen könnte, kannst Du ja in der Richtung mal weiterforschen.
Das Stillen ist ein ziemliches Durcheinander: Sie kommt im Schnitt alle 2 Stunden, ab morgens um 4 oft auch stündlich, dann aber ab ca. 7 Uhr nicht mehr, schläft bis ca. 9-10 Uhr, wacht dann ohne Hunger auf und will erst gegen 11-12 Uhr wieder was. Gibt aber auch Tage, da trinkt sie auch Vormittags, ist einfach total unterschiedlich. Nachts trinkt sie nur eine Brust und schläft dann dabei wieder ein (ich versuche sie aber auch nicht wieder zu wecken, bin dann auch froh, wenn ich weiterschlafen kann...). Tagsüber trinkt sie seit etwa zwei Wochen zunehmend beide, vorher hat sie auch da immer nur eine getrunken. In letzter Zeit hatte ich auch manchmal das Gefühl, dass sie noch mehr gewollt hätte, aber nichts mehr kommt, oder es ihr zu anstrengend ist. Sie trinkt grundsätzlich nur ca. 5 Minuten pro Brust.
Dein Bericht hört sich ganz normal an. Durchschnittlich alle 2 Stunden, manchmal öfter und manchmal seltener - völlig unauffällig. Wenn Dein Baby nach 2 Seite noch Appetit zu haben scheint, kannst Du auf jeden Fall noch mal die erste Seite anbieten. Da kommt noch was! ;-) Und die Brust wird zu weiterer Milchproduktion angeregt.
Der Rat des Kinderarztes war nun, die Stillabstände auf 3 h zu vergrößern, damit sie dann richtig saugt und nicht nur herumnuckelt, davon solle die Milchbildung angeregt werden - stimmt das?? Ich dachte, man solle eher häufig anlegen für die Milchbildung?
Die Hebamme meinte gleich: dann gib ihr doch abends ein Fläschchen...

Ich bin mit beiden Versionen nicht richtig glücklich, was meint ihr dazu?
Wie mondenkind schon schrieb: Da gibt's sinnvollere Wege - und ganz bestimmt auch einen, mit dem Du glücklich bist. ;-)
Gestern war sie total heiß auf eine Banane, die ich gegessen habe - wäre es auch eine Möglichkeit, einfach mit Beikost anzufangen?
Ja, die Möglichkeit besteht, aber mit 4 Monaten ist sie noch recht jung dafür und wahrscheinlich noch nicht im engeren Sinne beikostreif. Sinnvoll wäre es dementsprechend, nur bei einer Zufütterindikation jetzt schon zuzufüttern. Wenn keine Zufütterindikation besteht, dann ist grundsätzlich besser, bis zur Beikostreife des Babys mit der Beikost zu warten.
Also an Gewichtswerten habe ich natürlich die Messungen des Kinderarztes und zusätzlich noch Messungen von einer digitalen Babywaage hier bei mir zu Hause, allerdings traue ich dieser Waage nicht, weil sie mal richtigen Blödsinn anzeigte, und habe deshalb irgendwann aufgehört, damit zu messen. Ich habe nun aber mal mein Nähkästchen an verschiedenen Tagen gewogen und da war der Unterschied bis zu 50g, also vielleicht können die Werte doch zumindest als Anhaltspunkt genommen werden?!
Leider nein. Oder anders gesagt: Die unvermeidbare Messunsicherheit ist bei SUPER HIGHTEC-Waagen schon so hoch, dass eine Analyse alles andere als trivial ist. Bei Waagen, die im begründeten Verdacht stehen nicht richtig zu funktionieren, ist die Messunsicherheit größer als die Gewichtsunterschiede, die man feststellen möchte. Entsprechend dürfen diese Werte nicht berücksichtigt werden. Allenfalls unter Vorsicht nutzbar sind die drei Werte Ende Sep/Anfang Okt, da diese einander recht plausibel absichern.

Berücksichtigt werden nur die KiA-Werte (und es wird ein normaler, physiologischer Gewichtsverlust in den Tagen nach der Geburt angenommen - dieser ist auch bei viel Milch bei Nicht-Hausgeburten deutlich wahrscheinlicher als gar kein Gewichtsverlust). Dann bleibt übrig:
KH 28.7. (Geburtsgewicht): 3070g
KA 22.8. (U3): 3800g
HW 27.9.: 4400g
KA 13.11. (U4): 5050g
KA 11.12.: 5400g
Mit diesen Daten ergibt sich folgendes:
Angenommen jeder dieser Werte STIMMT (was sie sehr wahrscheinlich nicht tun), dann lag die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme in den ersten beiden Lebensmonaten wahrscheinlich bei ungefähr 180 g. Dies ist ein normaler, unauffälliger Wert.
Danach lag die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme bis Mitte Nov wahrscheinlich bei knapp 100 g. Dies ein leicht unterdurchschnittlicher Wert, genauso wie zwischen Mitte Nov und Mitte Dez.

Mehr lässt sich aus diesen Daten nicht ableiten. Bei leicht unterdurchschnittlichen Werten sollte immer herausgefunden werden, ob dies einfach nur bedeutungsloser Zufall ist (selbstverständlich gibt es auch gesunde, gut ernährte Kinder, die etwas mehr oder etwas weniger als der Durchschnitt zunehmen!), oder ob tatsächlich irgendwelche medizinischen oder ernährungstechnischen Besonderheiten vorliegen.
Ausführliche Info dazu findest Du in unserer Grundinfo Gedeihen und Gewichtsentwicklung. (Bitte lesen!)
Also regelmäßig nasse Windeln hat sie und sie sieht auch überhaupt nicht unterernährt aus (Geburtslänge war 51cm,bei der U4 hatte sie 59cm).
Prima :D
Ich hätte übrigens eine zu Hause (von meiner Schwester geerbt), der KA meinte, ich könne auch zwischendrin pumpen, um die Milchbildung anzuregen - bringt es das? ABer dann denke ich, bekommt die Kleine ja noch weniger ab, falls tatsächlich zu wenig da ist...
Pumpen schafft zusätzliche Nachfrage und kurbelt entsprechend die Milchbildung an, das ist richtig. Allerdings: auch andere Maßnahmen kurbeln die Milchbildung an ;-) - und bei denen muss man nicht mit der Pumpe hantieren, was für gewöhnlich immer etwas Zeit und Nerven frisst.

Meine Empfehlung ist also:

* Erstmal schauen, ob überhaupt wirklich ein Problem vorliegt. Dafür sollte in den nächsten Wochen mal wöchentlich das Gewicht auf einer guten(!) Waage mit guter(!) Methodik gemessen werden. Hast Du die Möglichkeit, eine moderne elektronische Babywaage aus einer Apotheke zu leihen?
* Keine grundsätzliche Sorge mit Deiner Milchbildung! Dass Deine Mutter nach 4 Monaten zufüttern "musste", hat keinerlei Bedeutung für DICH. Ich kenne zaaaahlreiche seeeehr schlanke Mütter, die völlig problemlos jahrelang gestillt haben.
* Bleib beim Stillen nach Bedarf, also so häufig wie Dein Baby mag. Achte dabei darauf, dass Du keine Pausen länger als 3-4 Stunden hast.
* Biete bei jedem Stillen BEIDE Seiten an. Wenn Dein Baby nicht mag, kein Problem, dann nicht. Aber vielleicht mag es ja. ;-)
* Biete nach zwei Seiten ruhig noch mal die ERSTE Seite an. Das ist die einfachere, effektivere Maßnahme im Vergleich zum Pumpen.
* Lass Dir dabei helfen, eine geeignete Tragehilfe bzw. Bindeweise zu finden! Dafür gibt's die Trageberaterinnen hier im Trageforum, und vielleicht auch jemanden dabei vor Ort. Lohnt sich sicher!

Ich hoffe diese ersten Hinweise sind hilfreich für Dich.
Rückfragen immer gerne und LG
Julia

Re: Zu geringe Zunahme

Verfasst: 13.12.2012, 05:48
von Selda222
4tiere hat geschrieben:Naja, wenn du mal liest was Clusterfeeding bedeutet, nämlich dass es viele Stillmahlzeiten in den Nachmittag- und Abendstunden innerhalb relativ kurzer Zeit meint und dann denken manche Mütter eben, die Milchmenge hätte abends nicht mehr gereicht, dabei hat das damit gar nichts zu tun. Sie machen das um runterzukommen.
Ja stimmt, das kann natürlich gut sein, dass es so war! Aber in dieser Zeit war es ja auch modern, mit der Flasche zu füttern, insofern war man da wahrscheinlich auch einfach schnell damit...
4tiere hat geschrieben:Und zum Tragen kann ich dir nur wärmstens empfehlen, dir eine Tragebratung zu gönnen. Selbst ich als zweifache Tragemama habe bei unserem dritten Mäuschen eine Trageberatung gehabt und musste festestellen, dass es noch soviel zu lernen gibt. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die aber fürs Baby total unbequem sind. Du könntest diesbezüglich auch eine Threat übers Tragen aufmachen, da wird dir bestimmt mehr dazu erzählt ...
Denn das Tragen ist irre praktisch!!! Genau wie das Stillen! ;-)
Trageberatung steht noch aus! Wir hatten schon einen Termin und dann ist die Beraterin krank geworden... Muss mich jetzt unbedingt nochmal drum kümmern, die letzte Zeit war soviel anderes los. Aber ich habe das Tragen noch nicht endgültig abgeschrieben!

Re: Zu geringe Zunahme

Verfasst: 13.12.2012, 05:54
von Selda222
Prisemuth hat geschrieben:Wir hatten zur U4 eine ähnliche Situation. Der Kleine hatte seit der letzten Impfung glaube ich, nichts zugenommen. Ich hatte zu der Zeit eine emotional sehr stressige Zeit, mein Mann war sehr krank und ich kam auch nicht immer zum regelmäßigen essen (habe einen ähnlichen Körperbau wie du, nehme auch nichts zu) und auch nicht immer zum ausreichenden trinken. Zudem eben noch sehr aufgewühlt.
Mein KiA meinte dann auch gleich, ich solle nach jeder Mahlzeit die Flasche geben, weil meine Milch offenbar nicht mehr reiche.
Ich war natürlich erstmal geschockt und als Erstmami hat man dann auch gleich Zweifel, ob da nicht doch was dran sein könne...
Meine Hebi hat mich dann zum Glück wieder runtergebracht. Sie sagte mir, so ein Quatsch mit dem zufüttern, wenn ich das machte, hätte ich in wenigen Wochen abgestillt. Ich habe dann echt versucht, mich einfach runterzufahren, ich habe viel Stilltee getrunken, melissentee zur Beruhigung, ich habe mich wirklich bemüht, viel und regelmäßig zu essen (morgens, mittags, abends und gerne auch noch zwischendurch :wink: ) und habe den Kleinen echt beim kleinsten Piep angelegt.
Meine Milch wurde innerhalb weniger Tage spürbar mehr (merkte das immer daran, dass er irritiert aufhörte zu trinken, wenn der MSR einsetzte und die Milch dann "sprudelte").
Vom Kia hatten wir die Auflage bekommen, in 4 Wochen nochmal zur Gewichtskontrolle zu kommen. Da hatte mein Sohnemann dann stolze 800 g mehr auf der Waage :lol: Das hat mich dann nochmal zusätzlich beruhigt und in dem bestärkt, was ich tue.
Mein KiA wollte mir auch nicht glauben, dass das ohne Flasche funktioniert hat. Ich bekam dann noch den Rat, jetzt aber langsam mal mit der Beikost anzufangen ( da hatte mein Kind zu dem Zeitpunkt wirklich noch GAR keine Meinung zu). Ich hab den Rat einfach ignoriert und wir hatten seitdem nie mehr Gewichtsprobleme. Im Moment ist er sogar eher etwas zu gut dabei :D
Vielleicht beruhigt dich das jetzt ein bißchen; ich denke halt, es ist ganz, ganz wichtig, dass es DIR gut geht und du dich gut um dich kümmerst, dann klappt das auch mit der Milch :)
Das klingt ja wirklich sehr beruhigend und Mut machend!!!

Ja, bei mir war es die letzten Wochen auch extrem stressig. Ich hatte während der SS eine Weiterbildung in Fernstudiums-Form gemacht, bin dann aber nicht mehr fertig geworden, weil ich am Ende der SS einfach nicht mehr so viel sitzen konnte. Nun hatte ich eine Verlängerung für die endgültige Abgabe bis Anfang Dezember. Da die Kleine so extrem wenig geschlafen hat, war ich ziemlich im Druck, das noch rechtzeitig hinzubekommen, bin oft morgens ganz früh aufgestanden und habe sonst jede Minute genutzt, die die Kleine mich mal nicht gebraucht hat. Das war ziemlich belastend und mit Stilldemenz und Schlafmangel lernt es sich halt auch nicht so toll ;) Noch dazu muss mein Mann derzeit eher 60 als 40 h arbeiten, so dass er mir die Kleine auch quasi nicht abnehmen konnte und ich sie auch am Wochenende rund um die Uhr hatte... Aber jetzt bin ich fertig mit dem Fernstudium und so langsam macht sich wieder etwas mehr Entspannung breit. Kann also gut sein, dass das alles auch damit im Zusammenhang steht!

Re: Zu geringe Zunahme

Verfasst: 13.12.2012, 05:57
von Selda222
Katha hat geschrieben:Nur kurz (Kl. Hase nölt): wie trägst Du denn im TT? Aufgefächert (wie Hebi gezeigt hat) mochte mein Sohn nicht, weil ihm zu warm war (und Ideal ist das eh nicht das Binden). Wart ihr schon beim Ostheopathen, wenn das TT komplett abgelehnt wird, liegt oft wohl eine Blockierung vor. Und während des Clusterns möchte sich Kl. Hase auch nicht einbinden lassen. Plus, viele Kinder mögen es nicht, wenn sie eingebunden werden am Anfang. Etc. Etc.
Vielleicht magst ja, wenn Luft, Deinen Tragefall hier im Trageforum schildern.
Bin auch keine TB :)
Ja, wie gesagt: Trageberatung steht noch auf der To-Do-Liste! Ich hatte bisher nur Wickelkreuztrage und Hüftkänguruh versucht. Gestern habe ich mal das Känguruh vorm Bauch probiert und sie ist zum ersten Mal richtig eingeschlafen und war fast 1 h im Tuch! Lag vielleicht auch daran, dass sie leicht erhöhte Temperatur vom Imipfen hatte und eh etwas dösig war, aber dennoch bin ich gerade wieder etwas optimistischer.
Beim Osteopathen waren wir, der hat nichts feststellen können.

Re: Zu geringe Zunahme

Verfasst: 13.12.2012, 06:19
von Selda222
Hallo Julia,

erstmal danke für deine ausführliche Antwort!!!
jusl hat geschrieben: Meist ist es weniger das Untergewicht (oder jedenfalls das sehr geringe Gewicht), das sich aufs Stillen auswirkt, sondern die Ursache des Untergewichst. Manche Frauen sind kerngesund und essen bestens, sind aber von Natur aus sehr dünn. Kein Problem, das ist halt so. Probleme hinsichtlich des Stillens sind hier nicht zu erwarten. Bei anderen Frauen hingegen ist das Untergewicht Folge oder Symptom eines medizinischen Problems, z.B. Anämie, Schilddrüsen- oder Stoffwechselerkrankungen, oder auch Folge von Unter- oder Mangelernährung. Hier wären dann auch Auswirkungen aufs Stillen möglich, deshalb sollte ein sehr geringes Körpergewicht zur Sicherheit ärztlich abgeklärt werden. Auch ein Ernährungstagebuch ist eine gute Idee - erfahrungsgemäß steckt oft unbemerkt zu wenig Nahrung dahinter (Klassische Zitate: "Morgens kann ich NIE etwas essen", oder "ich mag halt nur Gemüse" oder "Stress schlägt mir auf den Magen"). Wenn Du das Gefühl hast, dass dieses Thema Dich betreffen könnte, kannst Du ja in der Richtung mal weiterforschen.
Ja, ich gehöre definitiv zu der Sorte: Stress schlägt mir auf den Magen! Und ich war noch nie ein guter Esser... Ich muss wirklich darauf achten, ausreichend zu essen. So wie heute: Gestern im Laufe des Tages hab ich wieder mal zu wenig gegessen, dafür stehe ich heute um 5 auf um zu frühstücken, weil ich vor Hunger nicht mehr schlafen kann... total bescheuert!
Dein Bericht hört sich ganz normal an. Durchschnittlich alle 2 Stunden, manchmal öfter und manchmal seltener - völlig unauffällig. Wenn Dein Baby nach 2 Seite noch Appetit zu haben scheint, kannst Du auf jeden Fall noch mal die erste Seite anbieten. Da kommt noch was! ;-) Und die Brust wird zu weiterer Milchproduktion angeregt.
Ah prima, das hatte ich jetzt die letzten Tage auch so gemacht, mal sehen ob es Wirkung zeigt! Heute nacht kam sie von Anfang an alle Stunde... ich bin total gerädert, ich hoffe, das wird bald wieder besser, wenn wieder mehr Milch kommt!
Ja, die Möglichkeit besteht, aber mit 4 Monaten ist sie noch recht jung dafür und wahrscheinlich noch nicht im engeren Sinne beikostreif. Sinnvoll wäre es dementsprechend, nur bei einer Zufütterindikation jetzt schon zuzufüttern. Wenn keine Zufütterindikation besteht, dann ist grundsätzlich besser, bis zur Beikostreife des Babys mit der Beikost zu warten.
Meine Schwägerin meinte gestern zu mir, die Empfehlung heute sei doch sowieso nur noch 4 Monate zu stillen und dann mit Fläschchen zuzufüttern, weil das irgendwie besser wäre von wegen Abwehrstoffe bilden... stimmt das? Wie ist denn der normale Weg: Voll stillen und dann Beikost dazu - oder gibt man grundsätzlich irgendwann auch Fläschchen? Vielleicht eine blöde Frage, aber ist mein erstes Kind und ich hab mich ehrlich gesagt noch nicht so wahnsinnig damit auseinander gesetzt, war froh, dass ich mit der Muttermilch erstmal nichts falsch machen konnte ;)
Mit diesen Daten ergibt sich folgendes:
Angenommen jeder dieser Werte STIMMT (was sie sehr wahrscheinlich nicht tun), dann lag die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme in den ersten beiden Lebensmonaten wahrscheinlich bei ungefähr 180 g. Dies ist ein normaler, unauffälliger Wert.
Danach lag die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme bis Mitte Nov wahrscheinlich bei knapp 100 g. Dies ein leicht unterdurchschnittlicher Wert, genauso wie zwischen Mitte Nov und Mitte Dez.

Mehr lässt sich aus diesen Daten nicht ableiten. Bei leicht unterdurchschnittlichen Werten sollte immer herausgefunden werden, ob dies einfach nur bedeutungsloser Zufall ist (selbstverständlich gibt es auch gesunde, gut ernährte Kinder, die etwas mehr oder etwas weniger als der Durchschnitt zunehmen!), oder ob tatsächlich irgendwelche medizinischen oder ernährungstechnischen Besonderheiten vorliegen.
Ausführliche Info dazu findest Du in unserer Grundinfo Gedeihen und Gewichtsentwicklung. (Bitte lesen!)
ok, das klingt alles sehr plausibel!
Pumpen schafft zusätzliche Nachfrage und kurbelt entsprechend die Milchbildung an, das ist richtig. Allerdings: auch andere Maßnahmen kurbeln die Milchbildung an ;-) - und bei denen muss man nicht mit der Pumpe hantieren, was für gewöhnlich immer etwas Zeit und Nerven frisst.
Da wär ich nicht böse ;)
* Erstmal schauen, ob überhaupt wirklich ein Problem vorliegt. Dafür sollte in den nächsten Wochen mal wöchentlich das Gewicht auf einer guten(!) Waage mit guter(!) Methodik gemessen werden. Hast Du die Möglichkeit, eine moderne elektronische Babywaage aus einer Apotheke zu leihen?
Ja, die hole ich heute ab!
* Keine grundsätzliche Sorge mit Deiner Milchbildung! Dass Deine Mutter nach 4 Monaten zufüttern "musste", hat keinerlei Bedeutung für DICH. Ich kenne zaaaahlreiche seeeehr schlanke Mütter, die völlig problemlos jahrelang gestillt haben.
* Bleib beim Stillen nach Bedarf, also so häufig wie Dein Baby mag. Achte dabei darauf, dass Du keine Pausen länger als 3-4 Stunden hast.
* Biete bei jedem Stillen BEIDE Seiten an. Wenn Dein Baby nicht mag, kein Problem, dann nicht. Aber vielleicht mag es ja. ;-)
* Biete nach zwei Seiten ruhig noch mal die ERSTE Seite an. Das ist die einfachere, effektivere Maßnahme im Vergleich zum Pumpen.
* Lass Dir dabei helfen, eine geeignete Tragehilfe bzw. Bindeweise zu finden! Dafür gibt's die Trageberaterinnen hier im Trageforum, und vielleicht auch jemanden dabei vor Ort. Lohnt sich sicher!

Ich hoffe diese ersten Hinweise sind hilfreich für Dich.
Ja auf jeden Fall, vielen Dank!!!

Wie lange und wie oft sollte ich das Gewicht jetzt kontrollieren bis man eine Aussage machen kann?
Und bis dahin ist erstmal kein dringender Handlungsbedarf was zufüttern o.ä. angeht, sehe ich das richtig?

Liebe Grüße
Selda

Re: Zu geringe Zunahme

Verfasst: 13.12.2012, 08:23
von 4tiere
Meine Schwägerin meinte gestern zu mir, die Empfehlung heute sei doch sowieso nur noch 4 Monate zu stillen und dann mit Fläschchen zuzufüttern, weil das irgendwie besser wäre von wegen Abwehrstoffe bilden... stimmt das? Wie ist denn der normale Weg: Voll stillen und dann Beikost dazu - oder gibt man grundsätzlich irgendwann auch Fläschchen? Vielleicht eine blöde Frage, aber ist mein erstes Kind und ich hab mich ehrlich gesagt noch nicht so wahnsinnig damit auseinander gesetzt, war froh, dass ich mit der Muttermilch erstmal nichts falsch machen konnte ;)
Die Empfehlung - mit vier Monaten mit Beikost anzufangen - gibt es schon, aber sie hat einen anderen Hintergrund, der für euch nicht zutrifft.
Es ist nämlich so, dass Beikost besser vertragen wird und Toleranzen gegen "kritische" Lebensmittel besser gebildet werden, wenn neben der Beikosteinführung auch gestillt wird. Und da viele Frauen "nur" sechs Monate überhaupt stillen, wird empfohlen, schon mit vier Monaten mit der Beikost anzufangen, damit dieser Effekt genutzt werden kann. Viel besser ist es natürlich, mit der Beikost anzufangen, wenn das Baby beikostreif und sonst solange stillen, wie es für Mutter und Kind ok ist. daher machst du alles richtig und musst nicht auf deine Schwägerin hören.
So, mein Beikostbaby ist wach und wir schauen mal, was es für sie gibt, Frühstück in fester Form oder als MuMi.

Re: Zu geringe Zunahme

Verfasst: 13.12.2012, 09:38
von jusl
Meine Schwägerin meinte gestern zu mir, die Empfehlung heute sei doch sowieso nur noch 4 Monate zu stillen und dann mit Fläschchen zuzufüttern, weil das irgendwie besser wäre von wegen Abwehrstoffe bilden... stimmt das?
Klares nein. Die WHO-Empfehlung lautet:
"6 Monate ausschließlich stillen, und dann unter der Gabe geeigneter Beikost weiterstillen bis zum Ende des 2. Lebensjahres oder darüber hinaus, solange Mutter und Kind wünschen."
Alle anderen Empfehlungen, die so herumgeistern (das sind viele! ;-)), berücksichtigen ANDERE Faktoren als nur die Gesundheit von Mutter und Kind: z.B. die wirtschaftlichen Interessen der Babynahrungsindustrie oder die Tatsache, dass Mütter in Deutschland durchschnittlich sehr früh abstillen.
Wie ist denn der normale Weg: Voll stillen und dann Beikost dazu - oder gibt man grundsätzlich irgendwann auch Fläschchen?
Das ist keineswegs eine blöde Frage - denn für viele Menschen gilt ja tatsächlich die Gleichung "Baby = Flasche = Schnuller = Kinderwagen = Babybettchen = ..."
Die Antwort ist auch hier eindeutig: Der NORMALE Weg (im Sinne von "biologisch normal", nicht im Sinne von "was die meisten Leute zur Zeit für modern halten") sieht vor, dass ein Baby so lange ausschließlich gestillt wird, bis es beikostreif ist, und ab dann darf es einfach am Familientisch mitessen. Während dieser Zeit wird es weitergestillt bis das Stillbedürfnis des Kindes von selbst verschwindet. Dafür braucht man keinerlei Fläschchen, Breichen, Gläschen, Pulverchen, oder sonstige "Babyartikel".
Wie lange und wie oft sollte ich das Gewicht jetzt kontrollieren bis man eine Aussage machen kann?
1x wöchentlich wiegen reicht. 2x wöchentlich ginge auch noch, aber noch häufigeres Wiegen ergibt in dem Alter definitiv keinen Sinn und sollte deshalb definitiv vermieden werden (also auch nicht "aus Spaß" jeden Tag gucken oder so!.. - denn zu häufige Kontrollen haben nachweislich negative Auswirkungen auf das Erleben der Mutter-Kind-Beziehung und des Stillverhaltens.) Voraussichtlich kann man dann in 3-6 Wochen sehr gut abschätzen, ob Handlungsbedarf besteht oder nicht. Beachte zum Thema Wiegen unsere Grundinfo Gedeihen und Gewichtskontrolle, das ist dann der schnellstmögliche Weg zu aussagekräftigen Schlussfolgerungen.
Und bis dahin ist erstmal kein dringender Handlungsbedarf was zufüttern o.ä. angeht, sehe ich das richtig?
Richtig.

Bezüglich des Stillens würde ich wie gesagt lediglich folgende Maßnahmen vorschlagen:
jusl hat geschrieben: * Bleib beim Stillen nach Bedarf, also so häufig wie Dein Baby mag. Achte dabei darauf, dass Du keine Pausen länger als 3-4 Stunden hast.
* Biete bei jedem Stillen BEIDE Seiten an. Wenn Dein Baby nicht mag, kein Problem, dann nicht. Aber vielleicht mag es ja. ;-)
* Biete nach zwei Seiten ruhig noch mal die ERSTE Seite an. Das ist die einfachere, effektivere Maßnahme im Vergleich zum Pumpen.
LG
Julia