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Re: nun doch Abendbrei geben?

Verfasst: 27.11.2012, 23:08
von Sakura
Libeca, die meisten nehmen an, dass Neugeborene am schlechtesten schlafen, und dass das Durchschlafen mit steigendem Alter besser wird. Tatsächlich ist es aber so, dass Neugeborene im Schnitt 3 mal pro Nacht wach werden, dass sich diese Zahl um die Mitte des 1. Lebensjahres verdoppelt, und die Lütten dann mit 12 Monaten wieder da sind, wo sie als Neugeborene waren: bei 3 mal aufwachen pro Nacht. Vom 6. bis 9. Monat hatten wir hier auch stündliches aufwachen nachts, teilweise sogar öfter. Das einzige, was hier geholfen hat: NICHT drüber aufregen, sondern SOFORT die Brust in Babys Mund. Denn dann konnte ich auch relativ gut weiterschlafen. Sobald ich aber drüber nachgedacht habe, dass sie SCHON WIEDER trinken will etc. habe ich mich geärgert, dann kann frau ja gleich gar nicht mehr weiterschlafen....

Abendessen als solches, und auch die Menge des Abendessens haben hier an der nächtlichen Stillfrequenz GAR NICHTS geändert. Egal wie viel oder wie wenig sie abends gegessen hat, sie ist nachts aufgewacht, bis sich um den 1. Geburtstag rum eine deutliche Verlängerung der Schlafphasen einstellte, mit 16 Monaten hatte sie dann Schlafphasen von 6-8 Stunden. Luxus :-). Mit BLW haben wir so um den 6. Monat rum angefangen. Ab ca. 5 Monate hat sie regelmäßig an Apfelschnitzen gelutscht und war ganz begeistert. Brei ging hier leider auch nie.

Zum Schlaf:
http://kinderverstehen.de/images/Schlaf ... 290909.pdf

Liebe Grüße
S. :-)

Re: nun doch Abendbrei geben?

Verfasst: 27.11.2012, 23:10
von 4tiere
Kurz etwas OT: Ohne nervig zu wirken, aber BLW ist nicht breifreie Beikost, das wäre dann Fingerfood. BLW bedeutet kurz gefasst, das Baby bestimmt selbst, was und wieviel es isst, nimmt es dann alleine zu sich und wann es gestillt werden will. Das kann sehr wohl Brei sein. Unsere Tochter liebt Stampfkartoffeln und isst diese seit ihrem 8. Lebensmonat alleine.

Und warum machst du dir den Stress mit dem erst Nuckel geben? Wäre es nicht einfacher, gleich zu stillen, wenn er sowieso wieder aufwacht?

Und kein Brei wird je so hochkalorisch sein wie MuMi.


Und zum Schlafen, Aufwachen und Stillen habe ich hier etwas interessantes von Blueberry gefunden:
blueberry hat geschrieben: ... Tja, man kann einem Kind leider nicht beibringen, seltener aufzuwachen bzw. länger durchzuschlafen (es sei denn, irgendwas weckt das Kind wie "zu kalt", "zu warm", "volle Windel", ...) . Das Schlafverhalten ist ein Reifungsprozess, kein Lernprozess, leider.

Vielleicht hilft es Dir, Dich immer wieder zu vergewissern, dass Dein Baby nicht so häufig aufwacht, um Dich zu ärgern! Es wacht so häufig auf, weil das ein eingebautes Schutzprogramm von Babys ist. Häufiges Aufwachen schützt vor zu langen und zu tiefen Schlafphasen, die es dem Baby sonst erschweren könnten, aufzuwachen (z.B. einen Atemaussetzer zu verschlafen - zu tiefes und zu langes Schlafen am Stück wird als SIDS-Risikofaktor diskutiert, weshalb auch Schlafen im eigenen Zimmer statistisch auch die unsicherste Schlafumgebung für Babys ist, wenn es um SIDS geht). Nächtliches Aufwachen ist außerdem in unserer Natur evolutionär angelegt: bei unseren Nomadenvorfahren war nachts die Zeit, in der alle im Schlaflager lagen und unser Urmütter Zeit hatten zu ausführlichem, langem, gehaltvollen Stillen. Darum ist bei uns nach wie vor die Prolaktinausschüttung nachts am höchsten und gerade tagaktiver werdende Babys haben tags alles mögliche im Kopf außer zu stillen - aber nachts decken sie dann ihren gesamten Milchbedarf. Auch für die Hirnentwicklung sind viele kleine Milchzuckerportionen über Nacht wohl ideal und das BAby versichert sich, so, dass es nicht liegengelassen, vergessen worden und somit schutzlos Raubtieren oder dem Verhungern ausgesetzt ist... Dumm ist eigentlich nur, dass sich das nicht mit unserer Erwartung an unsere Babies deckt, bald durchzuschlafen - und schlecht zu Weckern, festen Terminen und Aufwachzeiten passt. :roll: An einem häufig aufwachenden Baby jedenfalls ist nichts "verkehrt" - im Gegenteil, es entspricht in seinem Verhalten dem von Abermillionen Babys vor ihm, die so ihr Überleben sicherten.
Schöner könnte ich es nicht schreiben!

Was mir noch einfällt: Das Schlaf- und Trinkverhalten kann sich immer wieder ändern. Wir hatten hier schon alles von Durchschlafen bis Halbstündliches Stillen in der Nacht. Auch wird das Leben immer interessanter und aufregender und das muss verarbeitet werden und wo geht das am Besten? Am schönsten Ort der Welt ...
Also daher, es ist anstrengend (keine Frage!), aber völlig normal.

Mach es dir so bequem wie möglich. Wenn sie im gemeinsamen Bett wach wird, still sie liegend, versuch dabei zu dösen und dann wieder einzuschlafen. Das ganze findet im besten fall Halbschlaf statt und durch das Zusammenschlafen haben Mutter und Baby den gleichen Schlafrythmus.

In diesem Sinne, viel Erfolg und bequeme Nächte ...

Re: nun doch Abendbrei geben?

Verfasst: 27.11.2012, 23:17
von 4tiere
Beikostreif ist dein Baby wenn ...
jusl hat geschrieben: * das Baby kann mit Unterstützung sitzen, auf dem Schoß oder im Hochstühlchen,
* das Baby kann selbst Nahrung gezielt greifen (zunächst mit der ganzen Hand, später im Pinzettengriff) und zum Mund führen
* das Baby kann Kaubewegungen machen. Dazu muss der sog. Zungenstoßreflex verschwunden sein, der bei jüngeren Babys kleine Gegenstände reflexhaft direkt wieder aus dem Mund heraus befördert.
Babys unter 4 Monaten sollten keinesfalls schon feste Nahrung bekommen. Sie könnten sie nur schlecht verwerten und das Risiko für eine Reihe von Gesundheitsstörungen wie Allergien, Nährstoffmangelerscheinungen und Verdauungsbeschwerden wäre deutlich erhöht. Die meisten Babys sind mit etwa 6 Monaten beikostreif.

...

Im ersten Lebensjahr ist Muttermilch als Hauptnahrungsmittel vorgesehen. Solange noch mindestens 2 mal in 24 Stunden gestillt wird, sind keine weiteren Milchprodukte notwendig.

...

"Baby Led Weaning (BLW)"

Hinter diesen Begriff (eigentlich: "Baby-gesteuertes Abstillen") verbirgt sich die Tatsache, dass gesunde Babys (wie alle anderen Tiere auch ;-)) über angeborene, instinktive Fähigkeiten verfügen, ihre Nahrungsaufnahme selbst zu steuern. Babys "wissen" selbst, mit welchen Nahrungsmitteln sie am besten zurecht kommen, welche sie am besten vertragen, wie viel sie davon essen sollten - sprich: wie ihr individueller Nährstoffbedarf aussieht und wie sie den decken können.
Dies klappt allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Babys (und Kinder) lediglich Zugang zu Lebensmitteln haben, die im mutmaßlich natürlichen Nahrungsangebot des Menschen vorgesehen sind! Nur dann dürfen und sollen wir Babys frei wählen lassen.

Wir Erwachsenen wissen, welche Lebensmittel uns eigentlich schaden, weil uns Bücher oder unser Arzt (oder Spiegelbild ;-)) dies sagen. Wir begrenzen uns dann mehr oder weniger erfolgreich, halten Maß und hören auf unseren Kopf, der uns sagt, dass wir jetzt besser nicht so viel Schokolade, Chips oder Dosensuppen essen sollten, wie wir laut unserer Hirnchemie eigentlich gerade gern würden... (und wir alle wissen, dass die Hirnchemie oft stärker ist als der Intellekt: trotz unseres Wissens gelingt uns ein gesunder Umgang mit überzuckerten, übersalzenen, überaromatisierten Industrieprodukten oft nicht.)
Babys und Kinder können nicht Maß halten. Industrienahrung mit künstlich zusammengesetzten Inhaltsstoffen ist im natürlichen Speiseplan des Menschen nicht vorgesehen, deshalb funktioniert ein instinktiv richtiger Umgang damit nicht. BLW funktioniert tatsächlich! Aber nur, wenn Babys und Kinder vor eine entsprechend faire (Aus-)Wahl an gesunden Nahrungsmitteln und Speisen gestellt werden.

BLW ist keineswegs gleichbedeutend mit "ausschließlich Fingerfood". Es ist nicht das Gegenteil von "Brei". BLW bedeutet schlichtweg, dass
1. die Mutter so lange stillt, bis das Kind seiner biologischen Stillzeit von allein entwächst ("natürliches Abstillen"),
2. Hunger- und Sattsignale, Essverhalten und Nahrungsmittelvorlieben des Babys konsequent respektiert werden und
3. das Baby meistens selbst isst, ob mit Fingern oder mit Werkzeug.
(Quelle: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 6&t=124805)

Re: nun doch Abendbrei geben?

Verfasst: 27.11.2012, 23:44
von Libeca
Vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten und die aufbauenden Worte !

@4tiere: das mit dem "breifrei" war vll. wirklich etwas ungünstig ausgesdrückt - sorry. Das System von BLW ist mir durchaus klar. Ich bin wohl noch zu sehr netmoms-verseucht, da muss man immer alles etwas einfacher ausdrücken, weil da in der Regel nie jemand davon gehört hat. Sorry ! Vielen Dank für Deine Mühe.

Der von Dir zitierte Beitrag von blueberry erinnert mich an das wundervolle Buch "geborgene Babys" von Julia Dibbern, das hat mein Leben verändert. Sehr schön gesagt.

So, jetzt musste ich gerade mal wieder unterbrechen, diesmal aber gleich mit :slürp* . Das war jetzt wieder halb-stündliches Aufwachen und ich habe jetzt mein abendliches Fitnessprogramm erledigt (muss ja jedes Mal die Treppe hoch rennen :roll: ). Werde mich jetzt mal daneben legen...

Ihr habt mich wirklich "runtergeholt" und ich werde es jetzt einfach hinnehmen und das Beste aus der Situation machen. Eine Frage kam mir gerade beim Stillen aber noch auf: wie macht Ihr es "technisch" mit dem Dauerstillen nachts? entspannt und im Halbschlaf ist es für mich nur im Liegen machbar. Das kann ich nachts aber nur an der rechten Brust, dann liegt der Lumpi in der Mitte vom Bett, und auf der anderen Seite der Papa. Ich liege am Rand, neben mir ist noch das Anstellbettchen. Aber das nutzen wir kaum, da kann man auch nicht direkt draus andocken... Wechselt Ihr die Brust-Seite nachts? Wie macht Ihr das dann? Ich habe ihn bisher immer in den Arm genommen um links zu geben, aber das ist anstrengend, denn dann muss ich mich ja erst hinsetzen usw...

Re: nun doch Abendbrei geben?

Verfasst: 27.11.2012, 23:47
von Leyket
Wenn ich dazu aufstehen müsste bzw mich aufsetzen, dann würde ich nicht wechseln.
Hier änderte sich das immer mal. Eine Weile fand ich die recht Brust bequemer, dann wieder eine Weile die linke. Zeitweise war es mir egal. Jetzt grad momentan ist es mir wieder egal, da geb ich je nachdem wie ich grad Bock hab zu liegen.
Aber wenn es unbequem wird, wenn ich wechselweise stille, dann stille ich eben nur eine Brust. Probleme machte das bisher nie.

Re: nun doch Abendbrei geben?

Verfasst: 27.11.2012, 23:50
von Libeca
Ok, dann probier ichs einfach mal. Ich merke ja, wenn die andere Seite irgendwann zu voll wird, dann muss ich eben wechseln und rutsche am besten selbst in die Mitte. Ist besser als mich aufzusetzen ;o)

Re: nun doch Abendbrei geben?

Verfasst: 28.11.2012, 07:37
von manie
warum kannst du liegend nur auf einer seite stillen?
Also bei uns steht das bett mit meiner seite zur wand. Dort liegt ein stillkissen um meinen rücken zu unterstützen. In der mitte haben wir jetzt eine liebesbrücke (heißt tatsächlich so - ist ein keil um die bettritze zu füllen), die ist etwas höher als die matratze und gibt mir einen guten halt beim seitlich stillen. Vorher bin ich immer leicht in die ritze gerutscht, was eher unbequem war.
An sich stille ich auch wie es mir grad passt. Manchmal nur eine seite und manchmal beide.
Grüße

Re: nun doch Abendbrei geben?

Verfasst: 28.11.2012, 08:55
von Sakura
Hi Libeca,

Du musst einfach mal testen und probieren, was für dich funktioniert. Ich konnte lange lange lange im Liegen nur die untere Brust stillen. Irgendwann habe ich aber eine Lieblings-Schlafposition mit Mäusel entwickelt, und das war auf der rechten Seite liegend. Ich habe es dann einfach mal probiert, auch die obere Brust zu stillen. War ein bissl gefummel am Anfang, aber frau wird besser mit der Übung. Ich habe mich einfach deutlich weiter Richtung Mäusel drehen müssen, und hatte meinen oberen Arm über ihrem Kopf, um mich abzustützen.

Asnosten am besten wirklich Bett gegen rausfallen sichern, dann kannst das Baby liegen wo es will.

lg,
S. :-)

PS: Komm hierher, hier ist es netter als bei den Netmoms :undwech:

Re: nun doch Abendbrei geben?

Verfasst: 28.11.2012, 11:34
von Katha
Hallo Liceca,
und willkommen hier im Forum.
Also das mit der 2. Brust auf eine Seite geben, dafür muss ich mich nur ein wenig eindrehen und liege dabei immer noch bequem. Ich kann es ganz schlecht beschreiben. Liege ein Bißchen über dem Kleinen.
Früher war es aber trotzdem bequemer die untere Brust zu geben. Mittlerweile geb ich fast lieber die obere.
Hab mich letztens schon mal gefragt, woran das liegt. sooooo viel größer kann der Kopf vom kl. Hasen doch nicht geworden sein?
Liebe Grüße

Re: nun doch Abendbrei geben?

Verfasst: 28.11.2012, 11:37
von Sakura
Katha hat geschrieben:sooooo viel größer kann der Kopf vom kl. Hasen doch nicht geworden sein?
Öh... stell Dir mal vor, der müsste jetzt nochmal bei Dir unten raus :mrgreen: