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Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 12:20
von Nanna
Ganz ehrlich? Ich glaube einen Flyer oder ähnliches in den Postkasten zu werfen bringt nicht viel. Sie wird sich den vllt. anschauen und denken welcher Besserwisser hat mit den denn in den Postkasten geworfen?! Die meisten Eltern reagieren nunmal sensibel, wenn sie lesen (einen Flyer, anonym in den Briefkasten geworfen), hören, oder gesagt bekommen, das sie in der Erziehung etwas falsch machen. Dann machen sie dicht! Da muss ein persönliches Gespräch her ohne Vorwürfe, sondern auf unterstützender Basis.
Und man muss dazu bedenken, das viele Eltern in der heutigen Zeit erziehungstechnisch oft überfordert sind. Da bringt die Holzhammermethode nicht soviel bzw. manchmal auch das Gegenteil von dem, was man sich dadurch eigentlich erhofft hat.

Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 12:23
von christina
Ich dachte gerade mit Flyer wär es nicht so holzhammermäßig, aber vllt hast du Recht. Oder man gibt ihn bei einem einfühlsamen persönlichen Gespräch dann mit raus? Hm...

Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 12:24
von Sibi
Warum darf man eigentlich mit Kindern Dinge machen, die bei Erwachsenen ein Straftatbestand wären? Ich bin entsetzt, aber das erstaunt wohl nicht wirklich. Mein erster Impuls wäre, mich an das Jugendamt zu wenden, aber ich fürchte, die haben da andere Probleme...

Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 12:35
von Nanna
Sibi, ich glaube, letztendlich kann man dem Kind nur helfen, wenn man Zugang zu der Mutter bekommt. Und diesen bekommt man eben nicht, wenn man als erstes mit der Polizei oder dem JA (mal angesehen davon, dass die JA-Mitarbeiter leider vor lauter Missbauchs-, Verwahrlosungs- und anderer Fälle, diese Situation als nicht ganz so "schlimm" einordnen wird (leider :( ) droht.

Re: AW: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 12:36
von EhMiwm
Auf der ganzen Welt wird sogar Schlafentzug als Foltermethode anerkannt.
Aber ein Kind so grausam zu quälen, wie in diesem Fall, ist gesellschaftlich legitim.

Der Flyer ist übrigens sehr gut aufgebaut!


Gesendet vom Handy mit Tapatalk. *Rechtschreibprüfung ist mein Untergang*

Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 12:42
von Nanna
Sibi hat geschrieben:Warum darf man eigentlich mit Kindern Dinge machen, die bei Erwachsenen ein Straftatbestand wären? Ich bin entsetzt, aber das erstaunt wohl nicht wirklich.
Ja, es ist entsetzlich! Aber Kinder haben nunmal keine Lobby. Deshalb "lohnt" es für die Oberen auch nicht, sich für Kinder (und ihre Eltern) in politischer, finanzieller oder welcher Richtung auch immer, einzusetzen. Es ist traurig!
Sorry, fürs OT.

Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 12:44
von Emjoni
In einer ruhigen Minute zum Jugendamt oder im akkuten Fall die Polizei anrufen. Besser heute als morgen. Für mich geht das in Richtung Freiheitsberaubung und Folter, und zwar systematisch. Wenn ich denken würde da ist im Affekt mal was schief gelaufen dann würde ich wohl zunächst das Gespräch mit der Familie suchen, aber das trifft hier ja einfach nicht zu.

Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 12:49
von Kinsale
Das arme Mädchen! :(

Dass da irgendwer war tut glaube ich aber leider nicht. Eine Freundin von mir hat mal beim Jugendamt gemeldet, dass ihre Nachbarn ihr Baby alleine (!) lassen, während sie in's Fitnessstudio gingen. Da hieß es, das sei für die "kurze Zeit" in Ordnung, so lange das Kind "sicher" im Gitterbett untergebracht sei, sei das keine Kindeswohlgefährdung :shock: :shock:

Vermutlich kann man dann sein Kind auch mal im Dunkeln einsperren. So lange es tagsüber ab und an was zu Essen kriegt, ist es dann wohl prima versorgt. Arme Welt!

Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 12:56
von elamshin
Ich kann mir sehr gut vorstellen das die Mutter überfordert war und sich das Verhalten nun rechtfertigt mit "Kinder müssen halt schreien". Wenn man es als Normalfall abstempelt und die Schuld dem Kind zuschanzt, lebt es sich einfacher mit dem herzzerreißenden Geschrei.
Wie man an die Mutter rankommt, weiß ich nicht. Wenn du als Nachbarin keinen Zugang findest, ist es vielleicht aber wirklich sinnvoll, Fachpersonal um Rat zu fragen. Gibt es außer dem Jugendamt in D noch Einrichtungen die beraten? Familienhelfer, Mütterberater von der Stadt, etc.?

Re: Nachbarskind wird eingeschloßen im dunklen Zimmer

Verfasst: 09.11.2012, 13:04
von MaareMum
elamshin hat geschrieben:Ich kann mir sehr gut vorstellen das die Mutter überfordert war und sich das Verhalten nun rechtfertigt mit "Kinder müssen halt schreien". Wenn man es als Normalfall abstempelt und die Schuld dem Kind zuschanzt, lebt es sich einfacher mit dem herzzerreißenden Geschrei.
Wie man an die Mutter rankommt, weiß ich nicht. Wenn du als Nachbarin keinen Zugang findest, ist es vielleicht aber wirklich sinnvoll, Fachpersonal um Rat zu fragen. Gibt es außer dem Jugendamt in D noch Einrichtungen die beraten? Familienhelfer, Mütterberater von der Stadt, etc.?
Ich denk auch, dass keine Mutter ihr Kind gerne schreien hört und sie sich das eher irgendwie schönzureden versucht.
Ich würd auch versuchen, nochmal mit ihr gütlich ins Gespräch zu kommen, zu fragen, wie sie sich dabei fühlt. Liest sie Bücher / Erziehungsratgeber? Wahrscheinlich hat sie "jedes Kind kann Schlafen lernen" gelesen *GRRR*
Drück ihr mal das Buch "Besucherritze" in die Hand, wenn sie für solche Bücher zugänglich ist (lies mal bei Amaz*n die Leseprobe, die ist echt nett und so ist das ganze Buch). Mit dem Buch hab ich auch eine Freundin vom Ferbern weggebracht (das Buch würd ich übrigens vor allem deiner anderen Nachbarin, dieser unsicheren Frau empfehlen - bevor sie auf so Ferber-Leute hört :D )

Ich bezweifle auch, dass das Jugendamt sowas überhaupt wichtig findet, leider.