Gemüseabneigung - Anerzogen?

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Annamama
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?

Beitrag von Annamama »

Hmm anerzogen?
Ich weiß nicht, zumindest bei Anna denke ich nicht. Wir essen alle gerne Gemüse und Obst. Auch Judith.
Aber Anna ist an Obst nur Apfel und Banane und vom Gemüse nur Gurken.
Manchmal probiert sie es, findet es schmeckt nicht. Sie bekommt nichts extra, aber sie beherrscht es (und das konnte sie schon mit 2) alle Gemüsefitzelchen aus dem Essen zu fischen und am Tellerrand zu parken. Komischerweise isst sie püriertes Gemüse (Soße oder Suppe) für ihr Leben gern. Aber ich kann ja nicht immer alles pürieren.... :roll:
Ich hoffe es legt sich irgendwann mal
Und zum Thema: Nudeln mit Soße. Bei uns gibt es das immer extra. Weil sonst sippschen die Nudeln so durch und so kann man die Reste viel besser aufheben.
LG
Irene
mit großer Maus 11/97 und kleiner Maus 7/06
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**Stefanie**
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?

Beitrag von **Stefanie** »

Also hier eine Stimme für "nicht anerzogen"! Ich habe zwei Kinder, die eigentlich fast alles an Gemüse und Obst essen, und ein Kind, das sich schon als Baby geschüttelt hat, wenn ich ihm Obstbrei gefüttert habe. Ich glaube nicht, dass ich da was anders gemacht habe, als bei den anderen beiden. Probiert werden muss hier nach wie vor alles, danach darf verweigert werden, allerdings gibt es dann keine Alternative dazu.
LG Stefanie mit * und

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Cocorella
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?

Beitrag von Cocorella »

Ich glaube, es ist eine Mischung aus beidem. Sicherlich übernehmen die Kinder zum großen Teil die Essgewohnheiten aus ihrer Umgebung, aber entwickeln natürlich trotzdem eigene Vorlieben.

Dass kleine Kinder phasenweise essen hab ich jetzt schon so oft gelesen und werde da, wenn es soweit ist, sehr entspannt sein, denke ich. Dieses phasenweise Essen habe ich in abgeschwächter Form aber auch. Ich kann wochenlang mit Vorliebe z.B. Käsebrot vertilgen und plötzlich habe ich keine Lust mehr drauf. Das ist mir schon oft aufgefallen.
Noch ist die Hamsterbacke alles mit Begeisterung, Gemüse aber auch erst seit ein paar Wochen. Das hat er vorher gar nicht gegessen.

Probieren muss hier keiner was und das möchte ich auch beibehalten. Ich glaube nämlich nicht, dass Zwang Lust auf die Lebensmittel macht und ich möchte da das Nein meines Kindes akzeptieren.
Ich war als Kind ein furchtbar schlechter Esser, habe exakt zwei Sorte Gemüse gegessen. Heute bin ich Vegetarier und könnte baden in Gemüse, egal welche Sorte. :wink:
Ich glaube, ich hätte meinen Eltern auf den Tisch gespuckt, wenn sie von mir verlangt hätten, Fisch oder Spinat zu probieren. Ich hab mich einfach geekelt, obwohl ich gar nicht wusste, wie es schmeckt. Vielleicht hat der Geruch gereicht, um zu wissen, dass es nichts für mich ist. :?:
Liebe Grüße von Cocorella mit ihrer Hamsterbacke 09/11

*Was glauben sie, was hier los wäre, wenn die Leute wüssten, was hier los ist!*
Volker Pispers
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Pupu
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?

Beitrag von Pupu »

Am Vorbild der Eltern allein liegt es nicht. Mir leuchtet ja auch zum Beispiel die Theorie ein, dass je mehr mit Zwang und Druck gearbeitet wird, desto mehr Widerstand aufgebaut wird. Also je mehr man ein bestimmtes Gericht essen MUSS, und sei es nur zum Kosten, desto mehr Abwehr. Und das geht ja schon als Baby los, mit der Breifütterung, wenn mit verschiedensten Tricks noch etwas in den Mund geschummelt wird. "Hier kommt das Flugzeug" oder "ein Löffelchen für Mami" usw. Oder auch "du musst noch soundsoviele Löffel essen ehe du XY darfst" und ähnliches, wenn das Kind etwas älter ist.

Aber meine Tochter z.B. hasst ja Pilze. Und manchmal liebt sie Pilze und wählt ein Gericht wegen den Pilzen und verdrückt es voll Appetit. Das ändert sich je nach Laune oder Mondphase oder sowas. Meine "Erziehung" bleibt allerdings gleich ;)
Vielleicht sind auch alles nur Phasen. Und bei manchen dauern sie länger. Und bei einigen für immer.
Lg aus Finnland von Pupu mit Wildgurke 🥒 (02/09), Quatschbanane 🍌 (08/11) und zwei Minimöhrchen 🥕🥕 (07/17)

"I'm not procrastinating. I'm doing side quests!"
EUfqtw

Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?

Beitrag von EUfqtw »

Meine Eltern essen alles. Ich musste als Kind grundsätzlich von allem probieren, ob ich wollte oder nicht. Das war so, so grauenvoll! Weil einfach keiner Verständnis dafür hatte, dass es bei mir kein "Trotz" oder was-auch-immer war, sondern dass es mich so unglaublich ekelt.

Ich bin jetzt über 30, esse noch immer gar kein Obst (Konsistenz ist unfassbar widerlich für mein Empfinden) und nur sehr wenig Gemüse. Roh esse ich überhaupt nichts, außer hin und wieder mal Gaprika oder Gurke.

Meine Kinder essen eigentlich alles, phasenweise mal nichts Grünes oder nichts Rotes oder nichts Rohes oder ...... :lol: , aber so generell essen sie alles. Probieren müssen sie nie, dürfen sie aber natürlich immer.

Mir selbst wurde durch diesen probierzwang nur ein noch größerer Ekel anerzogen und ich muss mich noch heute oft zum Probieren zwingen, weil ich mir selbst sagen muss, wenn es dir nicht schmeckt, musst du es ja nicht schlucken und auch nie, nie wieder anrühren.
Bianca86
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?

Beitrag von Bianca86 »

Meine Eltern und Geschwister essen eigentlich alles. Ich habe irgendwann im Kleinkindalter angefangen sämtliches Gemüse zu verweigern. Zum Essen gezwungen wurde ich nie. Auch heute esse ich kein Gemüse (nur Tomaten). Ich probiere immer wieder, aber es schmeckt einfach nicht und teilweise ekelt mich Geschmack oder Komsistenz richtig an. Ich glaube das mit dem Bitterschmecken triftt auf mich zu, bin auch allgemein sehr empfindlich was Gerüche und Geschmäcker angeht.
Meine Tochter isst bis jetzt alles :)
Grüße, Bianca mit Tochter (Februar 2011) und Sohn (August 2014)
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kaehde
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?

Beitrag von kaehde »

Bis zu einem gewissen alter (ca. 18 Monate) essen/probieren Kinder meist erstmal alles. Danach ist es die natürliche Entwicklung, dass sie evtl. Das ein oder andere ablehnen. Das kommt daher, dass sich in den urspruenglichen Strukturen in denen der Mensch gelebt hat, und diese Strategien sind im Stammhirn immer noch festgelegt, die Kinder in diesem alter von den Erwachsenen geloest haben und zunehmend selbstständig wurden. Da war es eben sicherer, nicht mehr alles zu probieren. Das heißt es haben vor allem die Kinder ueberlebt, die in diesem alter vorsichtig waren mit dem essen. So ab 2,5 bis 3 wird dann die Altersgruppe immer wichtiger und entscheidend auch in Essensfragen ;)

Wer sich fuer das Thema interessiert, kann gerne Herbert Renz Polster lesen dazu :)

Viele gruesse,
Katja


Kurz und knapp vom Handy aus
Katja mit Benjamin (32.0 SSW, 02/05)
und Rebecca (02/08 )

Das Wichtigste im Leben sind ja sowieso die gelebten Beziehungen und die Liebe, die man schenkt und bekommt. (duduja)
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hej-da
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?

Beitrag von hej-da »

Ich denke auch nicht, dass es Erziehungssache ist. Mein Großer hat immer mit Genuss Obstsorten probiert. Gemüse fand er auch größtenteils klasse. Jetzt ist er knapp 3,5 und sagt bei vielen Sachen das er sie nicht mag. Besonders bei grünen Gemusesorten. Wir kennen es auch, dass wochenlang z..B. Bananen schmecken und dann werden sie von einem auf den anderen Tag nicht mehr angeguckt........ Spinat fand er immer lecker, isst er bestimmt schon seit einem Jahr nicht mehr.
Zwang gibt es hier nicht. Er soll probieren, muss aber nicht. Gekocht wird aber auch nicht extra. Wenn's nicht schmeckt gibt's im Zweifelsfall ein Brot (ohne Nutella) :P .
Bei der Kleinen werden wir es genauso machen- BLW und die Neugierde auf unterschiedlichste Gemüse- und Obstsorten entfach ......
Zu den Zeiten, wo mein Zwerg noch anstandslos alles probiert und gegessen hat, war ich übrigens auch der Meinung, dass müsste "Erziehungssache" sein :lol:
Großzwerg 6/2009, Kleinzwerg 5/2012
Wir haben Langhaarkatzen.
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Schnullerpuppe
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?

Beitrag von Schnullerpuppe »

Danke an kaehde für deinen Beitrag. :) Ich finde da absolut meinen Sohn wieder: er hat so viel probiert als wir mit BWL starteten, Brokkoli, Spinat, Gurken, Paprika gegessen- und dann plötzlich nicht mehr. Obwohl es dies weiterhin gibt und ich auch alles davon esse. (Ich bin nicht besorgt, er isst immerhin Möhren, Erbsen, Kidneybohnen und viele Obstsorten. Wenn er nicht probieren mag, dann muss er auch nicht.)
Demnach bin ich der Meinung, dass es nicht anerzogen ist. :wink:
Mit kleinem Padawan (*11/2009) an der Hand und Überraschungkrümelchen (*12/2013)

»Ich glaube sowieso, wenn die jungen Menschen auf alles hören würden, was die älteren ihnen sagen, würde jede Entwicklung aufhören und die Welt still stehen.«
Astrid Lindgren
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?

Beitrag von antje143 »

hallo,

ich habe meiner großen damals alles mögliche angeboten...sie probierte es und verweigerte dann das meiste gemüse und obst...ich vertraue da ihrem instinkt und so habe ich eben das gemüse gegessen und sie meist nur kartoffeln und evtl soße...
im kiga gab es dann bio-vegetarische-vollwertküche...das findet sie bis heute furchtbar...nur wenn es nudeln oder kartoffelbrei oder milchreis gab,das fand sie lecker...aber alles mit gemüse oder so,das hat sie nicht gegessen...mir wurde dann mal gesagt,das dies so sei,weil ich kein gemüse esse--da habe ich echt so geschaut :shock: :roll: denn meine große isst auch kein fleisch,keine eier und fisch...sie hatte das alles mal so bis ca. 1,5 jahren gekostet,doch dann es verweigert...als sie redne konnte,da sagte sie mir,das bei fleisch und fisch tiere sterben müssen und sie das nicht will...bei uns in den familien gibt es keine vegetarierer oder so---das war komplett neu...
meine kleine dagegen sagt von sich selbst,sie sei ein fleischfresser...wenn ich sage,das es esser heißt,dann sagte sie,das stimmt nicht sie sei ein fresser...sie liebt das essen im kiga-ißt dort auch gemüse...zuhause bleibt das bis heute liegen...
wenn ich z.b. kartoffeln ,fleisch,gemüse und soße koche,dann hat meine große kartoffeln mit soße,meine kleine kartoffeln mit fleisch und soße und ich alles auf dem teller...ich koche nicht extra ,ich koche so,das eben möglich ist,das jede dabei so essen kann,wie es zu ihr passt...
suppen und aufläufe mögen sie beide nicht,weil sie dort alles zusammen gerührt haben...sie wollen ganz eindeutig sehen,was was ist und dann essen,was ihnen zusagt...

eine mutter im kiga,die sehr auf ganz gesundes essen achtet,sgte zu mir,das ich sicher schon in der schwangerschaft bei der großen "falsch" gegessen hätte und damit die prägung gelegt hätte...wenn ich mich schon da ganz gesund ernährt hätte,wäre das anders... :roll: nun ja,ich habe gegessen,was mir gut tat,was mir schmeckte und wonach mir war...so esse ich bis heute...denn ich sehe für mich keinen sinn darin was zu essen,was zwar gesund ist,aber weder schmeckt noch wonach mir ist...wenn andere menschen dies machen,dann ist es ihre sache...ich lebe dieses leben nur 1x und will das auch mit genuss tun und nicht nur mit begrenzung hinsichtlich der "wertigkeit" gesundes essen ist das einzige,was ich essen darf...ich esse auch gerne mal "ungesund" im sinne von genuss...das kann mal nutella sein oder schokolade und ich trinke auch mal cola...und wenn mir dann ganz gesund lebende menschen sagen wollen,das dies alles schädlich sei und so viele zusatzstoffe drin sind und und und---dann geht es mir auf den keks...ich sage ihnen nicht,das sie mal ne cola trinken sollen und genauso will ich meine cola trinken könne,wenn mir mal danach ist...leben und leben lassen im respekt dem anderen gegenüber ist mir da lieber... :)

@katja: das buch von renz-polster habe ich da...und war bei einem vortrag von ihm...da erklärte er das am bsp. des spinat sehr schön...und auch wie kinder schon die mimik der erwachsenen für sich "deuten"...das kann ich voll nachvollziehen...
ein lieber Gruß von Bild mit
großer Prinzessin Jan.06 - kleiner Prinzessin Mai.08 und
Sternensohn Juni.03 - Sternentochter Sep.04
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