Frühe Fehlgeburt, muss ich abstillen?

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scarlett79
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Re: Frühe Fehlgeburt, muss ich abstillen?

Beitrag von scarlett79 »

Liebe Arwen,

es tut mir sehr leid, was dir passiert ist. Viele Frauen teilen dein Schicksal :cry:

Ich kann marinag´s Beitrag nur bestätigen. Ich hatte zwischen Kind 2 und 3 zwei Fehlgeburten. Wir waren dann beim Genetiker haben alle möglichen Test über uns ergehen lassen, wobei nicht bei raus kaum und bei dem 3. Versuch habe ich sofort Utrogest bekommen und konnte somit die Schwangerschaft halten.

Fühl dich gedrückt.

Alles Liebe und Gute für dich

Claudia
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arwen82
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Re: Frühe Fehlgeburt, muss ich abstillen?

Beitrag von arwen82 »

Vielen lieben Dank für Eure Anteilnahme, die Links und die Informationen! Ich bin noch am lesen...
Vielen Dank besonders für deine Antwort aus fachlicher Sicht, Mondenkind!
Ich werde nicht abstillen.
Dass man stillend länger braucht, um schwanger zu werden weiß ich. Da es jetzt ja aber trotzdem recht schnell bei uns geklappt hat (3. Übungszyklus) hoffe ich einfach, dass es auch schnell wieder klappt.
Auf keinen Fall gebe ich meiner Tochter "die Schuld", auch nicht mir. Mir ist schon klar, dass Fehlgeburten vorkommen, vielen Frauen passieren, nur wenn es einem selbst passiert, ist es dann doch immer nochmal etwas anderes. Das habe ich schon in meiner ersten Schwangerschaft schmerzlich erfahren müssen, als plötzlich im Ultraschall eine stark verdickte Nackenfalte da war (und mehrere andere Auffälligkeiten) und wir viele Wochen große Sorgen um unsere Tochter hatten (die aber völlig gesund ist und unser größtes Geschenk!!!).
Man weiß, dass solche Dinge vorkommen, aber wenn es einen trifft, so fragt man sich ganz laut: Warum ich!
Schade, dass es grade gekommen ist, als ich mir vorgenommen hatte, diesmal doch entspannt schwanger und guter Hoffnung zu sein.
Nur will ich auch nicht jammern, ich habe eine gesunde Tochter (ohnehin ein Wunder) und wir haben ja auch alle Chancen auf eine neue Schwangerschaft. Vielen Frauen geht es da ja viel, viel schlechter und sie müssen viel mehr erleiden. Es war ja auch noch früh und ich kann auch damit umgehen. Nur erlaube ich mir jetzt auch, zu trauern. Trotzdem dass es noch früh war es schon mein Baby und ich war ein paar Wochen schwanger und man stellt sich ja auch schon voll darauf ein und plant damit.
Der Arzt bei dem ich war, ist nicht mein Frauenarzt, er war im Urlaub. Ich hoffe sehr, dass er mich gut beraten wird, wollte mich aber trotzdem vorab informieren. Entscheiden muss man trotzdem selber und das habe ich auch, ich werde nicht abstillen, auch bei einer neuen Schwangerschaft nicht. Dennoch werde ich versuchen, ein Utrogest-Rezept zu bekommen, bzw. wirklich den Progsteronspiegel zu überprüfen (beruhigt mich trotzdem schon mal, dass du keine Indikation bei mir sieht, mondenkind) und sei es nur für meine Psyche.
In meinem Kopf sitzt halt hintendrin so ein kleines Stimmchen, das schreit: Vielleicht wäre es gut gegangen, hättest du das gleich von Anfang an genommen.
Das Faltblatt der AFS kannte ich schon, ich hatte ja hier auch schon viel mitgelesen und mich vorher informiert. So habe ich ja auch informiert in der Schwangerschaft gestillt. Trotzdem hat es mich verunsichert, dass der Arzt über das Stillen in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch so ablehnend gesprochen hat. Danke deshalb für euren Zuspruch!
Da draußen ist ja man mit einem "so großen Kind" der totale Exot, wirklich verstehen oder normal finden tun das inzwischen die allerwenigesten. Was mich am meisten nervt, ist, dass es einem oft als mütterliche Schwäche und Weichheit ausgelegt wird, so man selbst könne sich nicht davon trennen und sei nicht hart oder streng genug (zu einem 1,5 Jahre alten Kind!). Das kann ich meist gut ab, und rede dann mit den entsprechenden Leuten nicht mehr über das Thema, aber manchmal trifft es einen eben doch. Besonders wenn einem indirekt gesagt wird, man gefährde durch das Stillen die Gesundheit seines ungeborenen Kindes.
Da tut es schon gut, zu lesen, dass man nicht alleine ist!
Eine Frage habe ich noch an Mondenkind: Ich habe als ich schwanger gestillt habe, meist ein schon recht starkes Ziehen in der Gebärmutter gemerkt. War aber immer dann sofort weg, wenn ich sie abgedockt habe. Das hat dann aber keine Auswirkungen, bzw. das waren auch noch keine "Wehen", oder?
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Re: Frühe Fehlgeburt, muss ich abstillen?

Beitrag von Mondenkind »

Das ist natürlich so im Nachhinein und aus der Ferne schwer zu beurteilen, aber das waren eher keine Wehen. Wie gesagt, in den frühen Wochen sind die Oxytocinrezeptoren gar nicht funktionsfähig ausgebildet. Man wird jedoch in der Schwangerschaft empfindlicher beim Stillen, manche Frauen stillen ganz ab, weil das Stillen so unangenehm wird. Ich denke dass es eher daran lag.

Noch was zum Utrogest. Auch mit Utrogest hättest Du die Fehlgeburt gehabt. Ich weiß, dass hier viele darauf total schwören, aber die Wirkung des Utrogests in der Frühschwangerschaft ist wirklich nur in ganz wenigen Fällen ausschlaggebend für den ERhalt einer Schwangerschaft. Echte Gelbkörperinsuffizienzen sind selten, die Gabe bis zur 12. SSW ist mit keiner Studie zu vertreten, nach den ersten ganz frühen Wochen beruht die Wirkung wirklich nur noch auf dem Placeboeffekt. Nun ist zumindest der Effekt von Placebos bewiesen, ja, aber in Vergleichsstudien, in denen man Utrogestgabe und Tender Loving Care verglichen hat, war TLC überlegen. Sprich die intensive, zugewandte und bedürfnisorientierte Betreuung der Schwangeren ergab ein besseres Outcome an Schwangerschaften als die Behandlung mit Utrogest. Utrogest ist ein lokales Gestagen, kein Wundermittel. Ohne Indikation sollte man es schon gar nicht einnehmen, wie alle anderen Medikamente auch nicht. Und eine intakte Schwangerschaft bildet in den allerallermeisten Fällen ihr Gestagen selber. Wenn sie es nicht tut, hat dies Gründe und wird dazu führen, dass sie meist nicht erhalten bleiben kann.

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg mit dem Gynäkologen :wink: und wünsche Dir, dass Du bald entspannt und angst- und medikamentenfrei in eine neue Schwangerschaft gehen kannst.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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Re: Frühe Fehlgeburt, muss ich abstillen?

Beitrag von arwen82 »

Danke dir!
Das kann schon sein, dass ich auch einfach sehr aufmerksam war. Ich hatte auch plötzlich Schmerzen an der Brustwarze und musste nach ewiger Zeit wieder Lanolin schmieren. Auch die Milch wurde schon, zumindest vom Gefühl her, weniger. So hätt ich eigentlich im Nachhinein auch merken können, dass die Schwangerschaft nicht stabil ist, diese Anzeichen waren nämlich seit ein paar Tagen beim Stillen nicht mehr da. Auch sonst hatte ich keine Anzeichen mehr, die die Wochen vorher da waren.
Zum Utrogest: Dann wird das aber wohl ganz gerne mal als Placebo verschrieben :wink: .
Ich glaub dir das schon, werd's aber trotzdem ansprechen und einfach mal schauen, was mein Arzt sagt :wink: .
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