Seite 2 von 3

Re: Stillen nach der Geburt

Verfasst: 23.10.2012, 23:38
von Goldschnuppe
*lach* jetzt hab ich es auch begriffen^^

Re: Stillen nach der Geburt

Verfasst: 24.10.2012, 11:02
von Kinsale
Aus eigener Erfahrung kann ich nur raten, Dich zu wappnen!!
Mir hat bei der großen Tochter die gute Vorbereitung der Hebamme geholfen. Die hatte uns eingeimpft, falls irgendwer dem Kind irgendwas geben will (vorausgesetzt es ist gesund, normalgewichtig usw.) uns zu entlassen - um das Stillen dann mit ihr anzugehen.

Das stillfreundliche (!) KH hat mich dann wie folgt "unterstützt": Eine besonders aufdringliche Schwester musste bei jeder Regung meiner Tochter zwanghaft sagen: "Oh, das Kind hat Hunger!! Sie haben bestimmt nicht genug Milch!" Die habe ich einfach mal gefragt, wie sie drauf käme, das ausgerechnet mein Kind einen Magen haben sollte, der größer ist als eine Murmel. Daraufhin fand sie mich zumindest so blöd, dass sie sich dann darauf beschränkt hat mich vorwurfsvoll anzuschauen. Außerdem wurde ich dauernd drauf hingewiesen, dass ich sie nicht so lange an der Brust lassen solle, weil das weh täte. Mir tat es aber nicht weh. :roll: Da es sehr heiß war, wurde ich außerdem mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass das Kind ohne Wassergabe vermutlich bald vertrocknen würde und nur sehr unverantwortungsvolle Mütter könnten dies verweigern. Bei der Gelegenheit könne man dann gleich etwas Glucose geben, dann schliefe das Kind nämlich ein paar Stunden und ich müsse nicht dauernd Stillen.
Ich frage mich bis heute, wofür man diese Plakette eigentlich bekommt...

Im Nachhinein finde ich es auch erstaunlich, dass ich da so "Löwenmutter"-mäßig durchgehalten habe, ich bin eigentlich auch sehr schnell zu verunsichern. Für mich hätte ich dem vielleicht auch nicht standgehalten, für mein Kind ging das aber irgendwie.

Wenn Du Dich jetzt schon gut informierst und innerlich wappnest, kriegst Du das bestimmt auch hin!! Ich wünsch Dir alles Gute und einen entspannten Stillstart! :D

Re: Stillen nach der Geburt

Verfasst: 24.10.2012, 13:06
von blueberry
Ja, man ist durch medizinisches Personal schnell verunsichert, gerade in so aufgewühlten Zeiten wie dem Frühwochenbett... :? Und wenn dann noch mit "unverantwortlich" und "das machen wir hier bei allen Babys so, das hat noch keinem geschadet" und ähnlichem "argumentiert" wird... :roll:

So meinte meine Nachsorgehebamme z.B., dass ich meinem Neugeborenen (am dritten? vierten? Lebenstag) unbedingt teelöffelweise Lebertee geben solle, damit er nicht zu gelb wird. Auf meine Einwände, das in ein Kind doch aber nur Muttermilch gehöre, meinte sie, es sei doch aber nur Tee - und davon doch auch "nur" zwei Teelöffel am Tag. Und schon war ich am Grübeln, ob ich nicht doch überempfindlich reagiere und den Tee geben sollte...
Ich konnte mich zumindest anhand meiner "Literatur" vergewissern, dass zwei TL (immerhin 10 ml!) in so einem kleinen Magen durchaus eine riesige Menge sind,
Und ich wusste dass Wasser/Tee/Glukoselösung bei der Bilirubinausscheidung nichts nützen - im Gegenteil. Naja, das "wusste" ich nur so halb - so sehr ich mir halt im Wochenbett auf einmal (un-)sicher war... :| Auf ein "naja, aber morgen dann spätestens" konnte ich die HEbamme vertrösten, dazu war ich mir sicher genug.

Glücklicherweise erinnerte mich mein Mann daran (ich kam nicht selbst drauf! :lol: :oops: ), dass ich doch genau für solche Fragen das Forum hier hätte (ich war nämlich verzweifelt dabei, meine Stillbücher durchzuschauen und hab genau zu diesem Punkt in der Hektik nichts gefunden :roll: ), und so hab ich nen Thread zu Lebertee aufgemacht, am selben Abend die Antworten bekommen, die ich brauchte, und dann mit großer Bestimmtheit meiner Hebamme gesagt, dass garantiert kein Tee in mein Baby kommt - ich ihn aber gern in größeren Mengen trinken werde, damit die Wirkstoffe beim Baby ankommen 8) .

Deshalb ist es so wichtig, sich VOR der Geburt darüber Gedanken zu machen, welche Informationskanäle man im Zweifelsfall nutzen kann, wo man Infos und Hilfe herbekommt und auf wessen Wort man was geben will. Und dass der Mann das notfalls auch weiß - falls man es im Hormondusel vergisst :lol: 8)


---------------
zu stillfreundlichen Krankenhäusern: naja, man kann halt nur bestimmte Kriterien anlegen, in regelmäßigen Abständen kontrollieren - und dann das Beste hoffen. Stillfreundliche Krankenhäuser sind in punkto Stillförderung das beste, was wir in Deutschland haben (wenn es um Krankenhäuser geht). Das Personal muss bestimmte Fortbildungen zum Stillen gemacht haben, es müssen gewisse Kriterien erfüllt sein (m.W. z.B. stillfreundliches Zufüttern, wenn Zufüttern wirklich nötig; kein Schnullereinsatz seitens des KKHs, 24-h-Rooming in möglich - und gefördert, etc.) usw. usf.

Wie dies dann aber von der einzelnen Krankenschwester umgesetzt wird, die vielleicht vorher jahrzehntelang unter einem stillunfreundlichen Chef der Gynäkologie gearbeitet hat (als Beispiel jetzt mal) - tja, das ist dann eben leider immernoch Glückssache :| Es dauert einfach sehr lange, bis sich neue Ansichten und Wissen in den Köpfen durchgesetzt haben. Was man z.B. als Auszubildende in einem Lehrbuch lernt, ist das eine, was einem dann die als Mentorin fungierende altgediente Schwester auf Station sagt, leider oft was anderes...

Re: Stillen nach der Geburt

Verfasst: 24.10.2012, 19:39
von Annemie
Ich werde mich wappnen, meine größte Angst ist halt einfach, dann die böse Mama zu sein, die ihr Kind hungern lässt :-(
Mein Mann war mir nach der ersten Geburt leider keine große Hilfe, er hat ständig versucht mir klar zu machen, dass es mit der Flasche viel einfacher wäre, weil wir dann genau wissen ob er genug abbekommt usw... War echt schwierig, aber ich hab zum Glück nen Dickkopf und am Schluss fand er das stillen auch total praktisch;-)
Ich hoffe dass er diesmal gleich mitzieht und mich nicht hängen lässt...
Das mit dem Pflegepersonal kenne ich, ich von selbst Krankenschwester.
Ich hab aber grad dadurch dann das Gefühl, dass noch mehr Druck auf mir lastet, alles so zu machen wie die Ärzte und Schwestern es für richtig halten.
Es klappt aber natürlich nicht, das hab ich schon beim ersten Kind gemerkt. Aber da wird man noch böser angeschaut...
Vielen vielen dank für eure lieben und aufmunternden Worte, ihr habt mir sehr geholfen.
Wo gibt's denn eine liste mit stillberaterinnen in der Nähe? Ich wohne in Österreich, ich hoffe ich hab Glück und es gibt jemanden in der Nähe;-)
Liebe Grüße

Re: Stillen nach der Geburt

Verfasst: 24.10.2012, 20:54
von Katha
Hier gibt es den Wie finde ich eine Stillberaterin http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 2&t=152374

LLL und IBCLC gibt es sicher auch in der Österreich, bei AFS bin ich mir nicht sicher.

Ich weiß ja nicht, wann Dein ET ist, aber vielleicht schaffst Du es noch in der SwS zu einer Stillgruppe :)

Du wirst nicht die Mutter sein, die ihr Kind hungern lässt.
Bei unter 10% des Geburtsgewichts kann ja aus Stillberaterischer Sicht geguckt werden - aber das habt Ihr vermutlich gar nicht. Weil Ihr die Zeit kuschelnd und stillend verbringt.
Und Du lässt Dein Kind nicht hungern, wenn Du stillfreundlich denkst - Du willst ihm die normale, auf das kleine Menschlein optimale Ernährung zukommen lassen.

Ich drück schon mal die Daumen f. einen entspannten Stillstart!

Re: Stillen nach der Geburt

Verfasst: 24.10.2012, 20:54
von MarinaG
Hier kannst Du Stilberaterinnen der La Lache Liga in Österreich finden: http://www.lalecheliga.at/index.php?opt ... &Itemid=16

Sehr empfehlenswert ist auch dieses Buch http://www.amazon.de/Das-Handbuch-still ... 812&sr=8-1

Re: Stillen nach der Geburt

Verfasst: 24.10.2012, 20:57
von jusl
Katha hat geschrieben:
LLL und IBCLC gibt es sicher auch in der Österreich, bei AFS bin ich mir nicht sicher.
AFS-Ö gibt es es auch ;-) http://www.afs-stillen.at/front_content.php

Landesvertretung Österreich
Petra Horni-Dereani Tel.: +43 650 - 8066800
petra.horni-dereani ((at)) afs-stillen.de

LG
Julia

Re: Stillen nach der Geburt

Verfasst: 24.10.2012, 21:05
von Sibi
Annemie hat geschrieben:Ich werde mich wappnen, meine größte Angst ist halt einfach, dann die böse Mama zu sein, die ihr Kind hungern lässt :-(
Wir sind 4 h nach der Geburt nach Hause gefahren und ich habe die ersten Tage mit Kind auf der Couch verbracht. Wir hatten eine sehr stillkompetente Hebamme, die jede Unsicherheit im Keim erstickt hat, auch die von der KiA bei der U2 und U3 verursachten.

Ich würde mir also eine stillerfahrene Hebamme oder Stillberaterin an Land ziehen, die ich bei jeder Unsicherheit kontaktieren kann.

Was ich auffällig fand in den ersten Tagen war der noch sehr weite Stillrhytmus - in den ersten 24 h waren da 5-6 h Pause zwischen den Mahlzeiten und dann wurden die Abstände zunehmend kürzer, um dann nach 1-2 Wochen bei dem Muster: eine Stunde Stillen, 30 min Pause anzukommen (es gab auch mal längere Pausen :wink:) und ab 6 Wochen hat sich bei uns ein klarer 2h-Takt eingependelt.

Brustwarzen waren in den 7-10 Tagen recht empfindlich und das jeweils erste Ansaugen hat am Anfang einfach weh getan.

Das sind meine Erinnerungen aus der ersten Zeit.

Re: Stillen nach der Geburt

Verfasst: 24.10.2012, 21:14
von blueberry
Annemie hat geschrieben: Mein Mann war mir nach der ersten Geburt leider keine große Hilfe, er hat ständig versucht mir klar zu machen, dass es mit der Flasche viel einfacher wäre, weil wir dann genau wissen ob er genug abbekommt usw... War echt schwierig, aber ich hab zum Glück nen Dickkopf und am Schluss fand er das stillen auch total praktisch;-)

Dass er das Stillen dann letztlich sehr praktisch fand, ist doch ein hervorragender Anknüpfungspunkt :mrgreen: . Und vielleicht reichst Du ihm dann wirklich für den Einstieg mal das Faltblatt der AFS für Papas von Stillbabys - da gibt es das ein oder andere Pro-Argument, das auch Väter überzeugen kann.



Und zum "Hungernlassen": selbst wenn es wirklich so sein sollte, dass es bei Deinem Baby eine echte Zufütterindikation gibt, und Du in der ersten Woche z.B. etwas PRE-Milch zufüttern müsstest - solange das mit stillfreundlichen Methoden geschieht, sehe ich da noch lange kein Hindernis für eine lange, wunderbare Stillbeziehung. Zufüttern lässt sich wieder ausschleichen. Und selbst wenn (ganz seltener Fall) das NICHT klappen sollte, gibt es Möglichkeiten, stillfreundlich z.B. mit BES die Menge zuzufüttern, die eben zusätzlich gebraucht wird, ohne dass deshalb die Stillbeziehung beeinträchtigt sein müsste - dann wird die PRE-Milch eben ausgeschlichen mit Beginn der Beikoststeigerung - und spätestens dann gibt es nur noch Brust pur plus Beikost.

Es gibt viele mögliche Probleme, klar. Aber für die allerallermeisten, die nicht "hausgemacht" sind (durch künstliche Sauger und Schnuller, in die Länge gezogene Pausen zwischen den Mahlzeiten, dämliche Zeitlimits pro Brust/Mahlzeit/... , oder was es sonst noch so an problematischen, veralteten Tipps gab :roll: ), gibt es eine gute Lösung, die Du dann mit Hilfe einer Stillberaterin vor Ort oder hier im Forum wirst hinbekommen können (und selbst die "hausgemachten" lassen sich notfalls oft noch geradebiegen - nur meist mit mehr nötiger Geduld oder Aufwand als die anderen).

Du verschaffst Dir jetzt gutes Basiswissen, legst Dir die "Löwenmama-Einstellung" zu :wink: :mrgreen: und lässt den Rest auf Dich zukommen. Am wahrscheinlichsten ist, dass alles gut klappen wird mit dem Zunehmen etc. 8)

Re: Stillen nach der Geburt

Verfasst: 24.10.2012, 21:28
von Annemie
Ich nochmal.
Hab schon eine stillberaterin von der LLL gefunden, 10 Minuten weg von mir.
Macht es Sinn sie vorher schon zu kontaktieren?
Ich hab 2 Bücher, die ich geschenkt haben kann:
Stillen- vivian weigert
Stillen- Dora Schweitzer
Sind die beiden Bücher auch ok?
Soll ich mir das von gu trotzdem kaufen?
Liebe Grüße!