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Re: Kinderärzte warnen vor gespendeter Mumi
Verfasst: 17.10.2012, 10:58
von Kitabuna
blueberry hat geschrieben:Achso, und zum Eisenmangel, der angeblich durchs Stillen entstehen könnte, gibt es hier reichlich Threads im Forum und eine Stellungnahme der AFS auf deren Website und einen guten Artikel in - ich meine welt-online, der hier garantiert irgendwo verlinkt ist. Kurz gefasst: Stillkinder können maximal TROTZ des Stillens einen Eisenmangel bekommen (wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen wie Frühgeburt, Nabelschnur nicht auspulsiert, small for date, ... ) und nicht WEGEN des Stillens. Aber dazu findet man wie gesagt schon einiges hier im Forum - einfach mal suchen.
Danke. Hatte gestern noch die Suchfunktion mit "Eisenmangel" gefüttert, da hab ich speziell zu der Studie nichts gefunden. (Hab jetzt aber auch nur die ersten Seiten durcheforstet-wie alt ist die Studie denn.?) Den welt-Artikel allerdings schon.
So hab ich es auch von einer Ernäherungsberaterin gehört, die in unsere Müttergruppe kam. Ist allerdings schon ca. 2 Jahre her. Ihr waren die fleischreichen Breie auch schon sehr wichtig. Hat Beikosteinführung sehr nach Schema F vorgetragen. Auf meine Nachfrage nach BLW, kam nur der Hinweis IHRE Empfehlung richte sich eben nach dem FKE und das seien ja schließlich die Experten. Gut, ich bin auch oft unkritisch. Aber in einem Bereich, wo ich beratend tätig bin?? Hätte mir da mehr kritischen Abstand gewünscht.
Re: Kinderärzte warnen vor gespendeter Mumi
Verfasst: 17.10.2012, 11:32
von Sibi
blueberry hat geschrieben:
Naja, das wird ja auch recht erfolgreich zwischen den Zeilen so mancher "Stillen ist das Beste - so geht es"-Anleitung kommuniziert, die von Seiten der Formula-Hersteller z.B. in Gyn-Praxen ausliegen...

Du meinst, das ist eine perfide Ausnutzung der Richtlinie, dass Formula-Hersteller Stillen immer als das Optimum anpreisen müssen? Dass sie also das tun, aber zwischen den Zeilen das fürchterlich kompliziert erscheinen lassen?
Ich kenne mich da nicht aus - ich hatte nie solche Still-Anleitungen oder Blättchen von Formulaherstellern in der Hand. Ich finde immer nur witzig, wenn es heißt: "Nach dem Stillen" und dann kommt Formula - statt Brot, Kartoffeln und Gemüse.

Re: Kinderärzte warnen vor gespendeter Mumi
Verfasst: 17.10.2012, 12:26
von blueberry
Sibi hat geschrieben:blueberry hat geschrieben:
Naja, das wird ja auch recht erfolgreich zwischen den Zeilen so mancher "Stillen ist das Beste - so geht es"-Anleitung kommuniziert, die von Seiten der Formula-Hersteller z.B. in Gyn-Praxen ausliegen...

Du meinst, das ist eine perfide Ausnutzung der Richtlinie, dass Formula-Hersteller Stillen immer als das Optimum anpreisen müssen? Dass sie also das tun, aber zwischen den Zeilen das fürchterlich kompliziert erscheinen lassen?
Ich kenne mich da nicht aus - ich hatte nie solche Still-Anleitungen oder Blättchen von Formulaherstellern in der Hand. Ich finde immer nur witzig, wenn es heißt: "Nach dem Stillen" und dann kommt Formula - statt Brot, Kartoffeln und Gemüse.

Ja, genau so. Warum sonst sollten Apt*mil und Co. Hochglanz-Werbeflyer fürs Stillen herstellen? Das machen die nicht aus Gutmenschlichkeit

Nein, darin wird dann betont, dass man sich dann schon vom Lebensstil her einschränken muss, dass man es ja aber gern tut (oder etwa nicht??), weil es "das Beste" fürs Baby sei
So manche Mutter fragt sich dann natürlich nach der Lektüre 1. ob "das Normale" - also ab und zu oder gleich ganz Fläschchen zu geben - nicht auch reicht, 2.) ob die tolle, vitaminangereicherte, pro- und prebiotische Formula nicht doch besser fürs Baby ist als ihre Milch (wo sie sich doch gar nicht sooo ausgewogen ernährt jeden Tag, sondern auch mal ne TK-Pizza in den Ofen schiebt), 3.) ob sie nicht auch zu den dynamisch-flexiblen Müttern gehören möchte, die das Kind samt Flasche bald mal wieder dem Papa oder BAbysitter in die Hand drücken möchte, ... (oder wenigstens abpumpt und die Flasche geben lässt - so hat man zumindest schonmal Flaschen und Pumpen verkauft - je nach Hersteller ja durchaus auch ein Marktsegment. Oder Vitaminergänzung für die stillende Mutter - natürlich vom Formula-Hersteller. Dieser kann mit Flaschen und anderem dann gleich schonmal Markenprägung und Kundenbindung betreiben).
Und last but not least: man kann einen Abstillplan beifügen. Hübsche Grafiken, die zeigen, wie ab dem 5. Lebensmonat Stillen ("das Beste" - wir erinnern uns) gezielt in wenigen Wochen/Monaten durch Flaschenmilch und Breichen ersetzt wird... Sowas prägt nachhaltig.
Würde all sowas den Absatz nicht steigern, würde es nicht produziert...

Re: Kinderärzte warnen vor gespendeter Mumi
Verfasst: 17.10.2012, 12:30
von jusl
Vielen Dank, blueberry, dem ist nichts hinzuzufügen.
LG
Julia
Re: Kinderärzte warnen vor gespendeter Mumi
Verfasst: 17.10.2012, 12:31
von blueberry
Achso, nur damit das nicht falsch rüberkommt: ich gehe natürlich davon aus, dass Stillen die normale Säuglingsernährung ist und PRE zwar ein manchmal notwendiger, aber eben an das Original in vielem nicht heranreichender Ersatz für Muttermilch ist.
Ob es wirklich ein unumwundener Segen ist, dass wir heute einigermaßen verträgliche Muttermilchersatznahrung an jeder Ecke frei zu kaufen haben, sei dahingestellt, oder ob wir - wenn es diese industriellen Möglichkeiten nicht gäbe - nicht ein ebenso wie das Blutspendesystem gut ausgebautes, kontrolliertes Netz an Muttermilchspende-Banken hätten, wo man gespendete, pasteurisierte Frauenmilch für sein Baby kaufen könnte, tja, das werden wir wohl nie wissen...
Re: Kinderärzte warnen vor gespendeter Mumi
Verfasst: 17.10.2012, 12:39
von Sibi
Danke Blueberry - wie gesagt, ich hatte nie so ein Faltblatt oder Beikostplan in der Hand und habe mich Gott sei Dank auch nie mit Formula beschäftigen müssen.
Re: Kinderärzte warnen vor gespendeter Mumi
Verfasst: 17.10.2012, 12:50
von MarinaG
Re: Kinderärzte warnen vor gespendeter Mumi
Verfasst: 17.10.2012, 12:56
von 08u11
Ob es wirklich ein unumwundener Segen ist, dass wir heute einigermaßen verträgliche Muttermilchersatznahrung an jeder Ecke frei zu kaufen haben, sei dahingestellt, oder ob wir - wenn es diese industriellen Möglichkeiten nicht gäbe - nicht ein ebenso wie das Blutspendesystem gut ausgebautes, kontrolliertes Netz an Muttermilchspende-Banken hätten, wo man gespendete, pasteurisierte Frauenmilch für sein Baby kaufen könnte, tja, das werden wir wohl nie wissen...
Schön, wenn's so wäre. Leider wissen wir das - denn so was wie wirklich verträgliche künstliche Säuglingsnahrung gibt's noch gar nicht so lang. Für meine Diss habe ich viele Kirchenbücher aus dem 17. und 18. Jh. in der Hand gehabt - nur etwa 50% der Kinder haben das Erwachsenenalter erreicht. Natürlich gibt's dafür auch jede Menge andere Gründe (keine Möglichkeit für Kaiserschnitt, kein Brutkasten, kein Antibiotikum, ...). Aber verdammt oft findet sich als Todesursache auch der Satz: 'Schrie gichter' oder 'Schrie gächter' oder auch einfach nur 'gächter'. Auf meine Frage, was das bedeutet, meinte die Archivarin: vermutlich zu frühes Füttern mit Kuhmilch, das die Babys (nicht alle aber viele) nicht vertragen haben. Leider weiß ich hier keine genaueren Quellen, da es nicht das Thema meiner Arbeit war, sondern nur mein persönliches Entsetzen über den Tod so vieler Säuglinge.
Re: Kinderärzte warnen vor gespendeter Mumi
Verfasst: 17.10.2012, 13:33
von smibo
Mir ging es um die aussage dass industriemilch besser in der zusammensetzung sei als die mumi einer spenderin. An dieser aussage habe ich grosse zweifel zumal die gleiche industriemilch von geburt bis zum 1.lj verabreicht wird
Re: Kinderärzte warnen vor gespendeter Mumi
Verfasst: 17.10.2012, 13:51
von 08u11
Mir ging es um die aussage dass industriemilch besser in der zusammensetzung sei als die mumi einer spenderin. An dieser aussage habe ich grosse zweifel zumal die gleiche industriemilch von geburt bis zum 1.lj verabreicht wird
Da bin ich ganz Deiner Meinung.