4tiere hat geschrieben: Naja, lange Rede kurzer Sinn, hast du Infos wieso sowas propagiert wird?
Weil es einfacher ist, als allgemeine Empfehlung rauszugeben: eigenes Bettchen im Elternzimmer, keine Decke, Rückenlage, keine Polster, Kuscheltiere, Nestchen. So hat man mit wenigen Kriterien tatsächlich die allermeisten Risikofaktoren wie Rückatmung etc. minimiert - so können sich das viele Eltern merken und umsetzen.
Kriterien für sicheres Co-Sleeping sind nicht so schnell erklärt - und bei manchen Eltern auch gar nicht herstellbar (weil z.B. jemand Medikamente nimmt, raucht, Alkohol getrunken hat, ...). Darum ist es sinnvoller erstmal die "im eigenen Bettchen im Elternzimmer"-Regeln für alle Eltern zu kommunizieren, die prinzipiell in allen Haushalten machbar sind.
Und zum Nestchen: das kommt halt sehr aufs Nestchen an, wie sehr das das Abfließen von Ausatemluft hemmt. Wichtig ist auch: geht es ums ganze Bettchen drumrum oder nicht? All sowas ist viel komlizierter zu erklären als zu sagen: kein Nestchen.
Wir hatten z.B. kein Nestchen am Beistellbett, dafür aber auf einer Seite des Babys das Stillkissen liegen. Dieses wiederum immer so, dass keine "Wanne" ums Baby entstand, in der die Ausatemluft sich fangen könnte. Wir hatten auch viele große Löcher in die Bodenplatte des Bettchens gebohrt, eine Luftdurchlässige Matratze ohne Nässeschutz gewählt. Elternbett genauso. Wir Großen hatten natürlich keine bauschigen Kissen etc, kein Wasserbett, nie Alkohol getrunken (auch der Papa nicht)...
Aber wie gesagt, all das ist komplizierter. Erklär mal: Das Baby muss mit Mama oder Papa in einem nicht zu weichen Bett schlafen - kein Geschwisterkind oder Babysitter, da bei diesen die Schutzreflexe im Schlaf nicht funktionieren, folgende weitere Kriterien müssen erfüllt sein: ... usw. usf.
Warum (sicheres) Co-Sleeping sich vorteilig auswirkt liegt vermutlich nicht nur daran, dass das Stillen maßgeblich erleichtert wird, das ansich schon das Risiko senkt, sondern wohl auch daran, dass die Atemgeräusche und Bewegungen des Erwachsenen, die Gegenwart der stillenden Mutter für zuverlässiges Aufwachen und Weiteratmen auch bei kleineren Atemaussetzern sorgt und zu tiefes einschlafen verhindern. Beim Beistellbettchen bleiben wenigstens noch die elterlichen Geräusche - am unsichersten schläft ein Säugling allein im eigenen Zimmer.
Kriterien zu sicherem Co-Sleeping findet man auch im Netz, hier im Forum, ... - ich hatte es damals selbst auf den Seiten der BZGA gefunden. Nur: man ist sich eben von Seiten informierender Behörden scheinbar nicht so sicher, ob die "Durchschnittseltern" diese genauso einfach und sicher umsetzen können wie die Einzelbett-Kriterien. Ich vermute da den Hauptgrund...