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Re: Langzeitstillen mit Freiheiten?

Verfasst: 04.10.2012, 07:50
von rueckenwind
Wenn ich mir die Berichte hier so durchlese, dann wird mal wieder sehr deutlich wie unterschiedlich die Bedürfnisse kleiner Kinder sein können.
Vielleicht sollte einem das mal bei den ganzen "Anleitungen" für die Kleinen mitgegeben werden - im Nachhinein ist es wahrscheinlich wenig sinnvoll, sich schon im Vorfeld allzu viele Sorgen und vor allem einen Plan zu machen, wenn man eigentlich sowieso plant, sich im Großen und Ganzen nach seinem Kind zu richten!

Wenn ich da so an meine Vorstellungen vor der Geburt der Lütten denke, dann ist doch vieles ganz anders gekommen - und schlussendlich für uns wohl deutlich angenehmer, wenn ich mir im weiteren Umfeld die Kämpfe mit Fläschchen, Brei etc. ansehe.
Tschuldigung, dass ich hier jetzt noch mal so allgemein geschrieben habe. Ich glaube aber, dass es vielleicht noch ganz gut ist, mitzubedenken, dass es einem selbst auch nur in seltenen Fällen gut zu tun scheint, sich mit Krampf gegen die Bedürfnisse seines Kleinkindes/Babys durchzusetzen. Wenn man natürlich einen sehr großen Leidensdruck verspürt u.U. schon, wenn man aber nur das Gefühl hat auf dann schlussendlich nicht ganz so dringende kleine Freiheiten verzichten zu können und bedenkt, wie kurz die Zeit des so umfangreichen Kümmerns eigentlich ist, dann relativiert sich das doch oft deutlich.

Re: Langzeitstillen mit Freiheiten?

Verfasst: 04.10.2012, 08:47
von Seerose
Kurzum und wie so oft, Dir muß es gut gehen, dann geht es auch Deinem Kind gut. :wink:

Wenn Du jetzt schon etwas ganz arg vermisst, dann mach es einfach. Ich finde nicht, daß etwas dagegen spricht mal ins Kino zu gehen, dauert ja nicht ewig. Ich hab Kino ganz und gar nicht vermisst, aber ich war tatsächlich in einem Konzert als meine Tochter ca. 4-5 Monate war. Bei Spielabenden mit Freunden seh ich dagegen überhaupt kein Problem, denn da würd ich das Kind einfach mitnehmen. Hab ich immer gemacht und war teilweise am Wochenende auch mal erst um 3 Uhr nachts zu Hause. (Von den Blicken im Nachtbus berichte ich heute noch gerne :lol: )
Mir fehlen wirklich zb. Spieleabende mit freunden und 2,3 glässer wein oder gin tonics dazu. Oder wenn ich will auch vier! Es geht nicht so um die anzahl, sondern dass ich 'könnte'. Oder nen spontanen prossecci-abend mit ner Freundin, oder wein vorm kamin mit meinem liebsten. Ja, so nach 1 jahr abstinenz fehlt mir geselliger Alkohol ab und an! Mir ist klar das ein drink ab und an geht, aber das ist nicht das selbe.
Wie geht ihr mit sowas um?
Mir hat der Alkohol nicht gefehlt und ich hab im Sommer im Biergarten ohne Probleme alkoholfreies Bier getrunken. Aber das mit dem Alkohol und vorallem auch das mit dem "viel trinken" ist ne Frage, die Du mir Dir selbst klären mußt, da kann niemand von außen einen Rat geben. Und Du wirst garantiert auf ganz viele Mütter treffen, für die jeder Tropfen in der Stillzeit absolut tabu ist. Dann kenne ich französische Frauen, die haben nicht einen Tag auf Wein zum Essen verzichtet in der Stillzeit, aber die haben ihren Wein auch während der Schwangerschaft getrunken. (Aber die haben eh ein anderes Verhältnis zum Alkohol, ich werd nie vergessen wie ich zum Schüleraustausch mit 13 in Frankreich war und die kleinen Kinder in der Familie mich ausgelacht haben, da ich Wein nicht mochte und diese alle zum trinken ein Glas mit 50% Wein und 50% Wasser bekamen. :roll: )
Und bitte keine moralapostel...90% der frauen stillen völlig grundlos ab, ich wuerd sehr gern weiterstillen so lange wie mein sohn das braucht, aber hätte schon gern ein paar freiheiten wieder.
Naja, aber mit Moral hat Stillen nun überhaupt nichts zu tun. :wink: Nicht zu stillen ist m. E. alles mögliche, aber gewiss nicht unmoralisch. :wink:
Ausserdem, wie oft habt ihr zb mit 9 monaten gestillt und wie oft mit 1.5 jahren?
Puhh, das ist so lange her, das weiß ich kaum noch. Was ich weiß, ist, daß es gerade im Alter zwischen 1 und 21/2 Zeiten gab, wo ich meinte, Mensch, jetzt stillt sie mehr und öfter als mit ein paar Monaten. :wink:
catvonpaxton hat geschrieben: Ich hab hier so nen Flaschen, schnulli, kiwa und babybettverweigerer und hab mich irgendwie (wer hätte das mal gedacht) unter die Fraktion stillen, tragen, fb gereiht...:) mir ists recht, da ich sowieso alles von 'attachment parenting' halte...
Nu ist bei uns nächsten monat beikoststart
Da Du so betonst, wie sehr Du die Themen Flasche, Schnuller, Kiwa etc. Deinem Kind überlassen hast, dann überlass doch auch das Thema Beikost Deinem Kind! Also vor allem wann es damit anfangen möchte. :wink:

Re: Langzeitstillen mit Freiheiten?

Verfasst: 04.10.2012, 09:08
von klimaforscherin
Ich musste grad über den Titel schmunzeln: "Langzeitstillen..." .Wie alt war noch gleich dein Kind? :lol: Der ist doch noch klein!

Ob man es als "Freiheit" bezeichnen mag: viele Stillmütter gehen irgendwann arbeiten. Auch wenn durch Beikost keine Mahlzeit "ersetzt" ist und das Kind weder Schnuller noch Flasche nimmt.
Hier eine kleine Sammlung von Erfahrungsberichten: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 1&t=156386

Re: Langzeitstillen mit Freiheiten?

Verfasst: 04.10.2012, 09:24
von Mondenkind
aber mich wuerde mal von euch interessieren wie oft eure kinder im zweiten lebensjahr stillen.
Meine Tochter stillt oft, wenn ich da bin. Wenn ich nicht da bin oder sie in der Kita ist, dann stillt sie halt nicht :wink: . Sie war eins, da war ich tagsüber auf Fortbildungen und sie ist den ganzen Tag mit Papa und Schwester im Zoo gewesen. Ist sie mittags zuhause, wird sie in den Schlaf gestillt, in der Kita schläft sie beim Vorlesen ein. Abends schläft sie meist eh beim Papa im Mei Tai ein. Das war bei der Großen auch schon überwiegend so, nur mit dem Unterschied, dass die Große bei mir eingeschlafen ist, wenn ich da war. Der Kleinen ist das egal, die will zu Papa. :lol: ABends weg gehen hab ich beim ersten Kind noch häufiger und auch schon eher gemacht, jetzt mach ich das eher selten, aber nicht wegen der Kinder, sondern wegen meines Mannes. Der tut mir dann ein bisschen leid, 2 Kinder allein ins Bett bringen ist hier ein bisschen anstrengend :roll: :oops: . Bei der Großen hab ich mit 20 Monaten angefangen, wieder 24 Stunden am Stück zu arbeiten. Geht alles.

Re: Langzeitstillen mit Freiheiten?

Verfasst: 04.10.2012, 09:28
von Seerose
klimaforscherin hat geschrieben:Ich musste grad über den Titel schmunzeln: "Langzeitstillen..." .Wie alt war noch gleich dein Kind? :lol: Der ist doch noch klein!
Ich hab das so verstanden, daß sie sich Gedanken um die (Still-)Zukunft macht, da sie ja geschrieben hat, daß sie nicht ausschließt ihr Kind von selbst abstillen zu lassen. So sind also gut noch einige Jahr drin und das wär ja dann LZS. :wink:

Re: Langzeitstillen mit Freiheiten?

Verfasst: 04.10.2012, 09:36
von Kinsale
In dem Alter Deines Kindes hatte ich nochmal so viel Vollstillzeit vor mir. :wink:

Und ich hatte auch diese Phasen, in denen mir das schwer viel und in denen mir vieles fehlte. Bei mir wurde das erst besser, als ich mich schlicht damit abgefunden hatte.

Zur Alkoholfrage würde ich sagen, dass daran nicht das Stillen allein "schuld" ist. Wenn Du nicht stillst und meinetwegen 3,4 Gin Tonics trinkst, heißt dass ja nicht, dass das Baby durch- und am besten auch noch ausschläft :wink: Und womöglich alle 2,3 Stunden aufwachen und dann früh aufstehen- das stelle ich mir grauenhaft vor nach den Gins. :shock: Und ins Familienbett solltest Du das Kind dann besser auch nicht mitnehmen.

Den Rest musst Du auf Dich zukommen lassen. Vielleicht ist Dein Kind ja total Beikost-begeistert und stillt binnen kürzester Zeit viel weniger? Vielleicht macht es Dir in ein paar Wochen weniger aus viel zu stillen? Wer weiß das schon?

Für welche Lösung auch immer- alles Gute!

Re: Langzeitstillen mit Freiheiten?

Verfasst: 04.10.2012, 09:38
von Kinsale
Ach, und zu den Freiheiten:

Ich bin als sie ein Jahr alt war auch regelmäßig abends länger arbeiten gewesen, das schlief sie dann halt beim Tragen oder Lesen beim Papa ein. Und bei der Oma hat sie auch schon alleine geschlafen (auf eigenen Wunsch) als sie noch gestillt wurde. Sie hat die Oma dann zwar gefragt, ob in ihrem Busen auch Milch sei :wink: hat Omas Nein dann aber einfach hingenommen.

Re: Langzeitstillen mit Freiheiten?

Verfasst: 04.10.2012, 10:15
von Fischi
Huhu!
Felix ist fast 20 Monate und stillt mal mehr mal weniger viel... ;)
Ich fühl mich aber trotzdem kaum eingeschränkt muss ich sagen, da er natürlich auch isst und trinkt und wenn ich nicht da bin, bin ich nicht da! Also 7 Stunden Tagesmutter ist überhaupt kein Problem!
Abends ist hier allerdings schon noch ein bisschen Glückssache muss ich zugeben! ;)
Hatten es jetzt erst ein paar Mal, dass mein Bruder abends auf ihn aufgepasst hat, wenn wir geprobt haben oder was bisher leider selten vorkam im Kino waren oder so.
Ich seh das ganze dann aber auch eher entspannt. Wenn er einschläft - schön (hauptsache die Bezugspersonen bleiben bei ihm im großen Bett und lassen ihn nicht alleine) und wenn er nicht einschläft und bis 23 Uhr oder so wach ist, dann ist das eben so und ich bring ihn dann eben ins Bett wenn ich wieder komme...
Glaube grad die älteren Kinder können das aber durchaus auseinander halten: Bei Mama gibts Brust und bei Papa, Oma, Opa, Onkel, Tante etc. eben nicht...
Kommt dann sicher auch noch ein bisschen auf die "Haltung" und Einstellung der babysittenden Person (und auch von einem selbst) an... wenn man schon "erwartet", dass alles schief geht, spüren die Kids ja auch unsere Unsicherheit...

Ja was Alkohol angeht, da bin ich natürlich schon noch etwas eingeschränkt, da ich natürlich nie genau weiß, wann er sich (auch nachts) das nächste Mal meldet...
Aber mit guten Timing war bisher durchaus auch mal ein bissken selbstgemachter Eierlikör oder eine Weinschorle drin! ;)

Re: Langzeitstillen mit Freiheiten?

Verfasst: 04.10.2012, 22:10
von Nuala
Hallo und willkommen!
Meine Kleine ist jetzt genau anderthalb Jahre und wir stillen zu 99% nur zu Hause.
Das heißt: sind wir daheim (grad am Vormittag wenn nur wir zwei da sind und rum faulenzen) kommt sie mitunter seeeehr oft an und mir ist es recht, dann kuscheln wir uns zusammen, ich les was, sie nuckelt und trinkt - total entspannt und tut uns beiden gut, die Ruhe.
Sowohl zum Mittagsschlaf als auch zum Schlafengehen abends stille ich sie - manchmal schläft sie dabei ein, aber nicht immer. Dann wird sie getragen, mal von mir, mal vom Papa.
Ich geh jede Woche ca. 2 Mal zwischen 3 und 7 Stunden arbeiten, regelmäßig ins Kino, wir machen monatlich Spieleabende usw. Das schließt sich alles nicht mit Stillen aus.
Wenn ich nicht da bin gibts einfach kein Stillen. Dann wird sie eben getragen und das ist auch gut.
Eigentlich ist das bereits seit fast einem Jahr ähnlich: Der Papa oder meine Schwester oder der Opa trägt sie in den Schlaf, vorher gibts Porridge oder Obst oder Kartoffeln oder Butterbrot mit Paprikastreifen...
Wenn ich mal WIRKLICH lange weg bin (so 10 Stunden), dann ruft sie schon recht oft nach mir. Sie hat keinen Schnuller und vor allem wenn ihre Zähnchen sie plagen nuckelt sie gerne am Busen. Außerdem vermisst sie mich (ich sie ja auch, 10 Stunden sind echt lange). Aber so lang bin ich ja auch nur äußerst selten weg. Alles bis 4 Stunden ist überhaupt gar kein Problem - und das schon sehr lange.

Re: Langzeitstillen mit Freiheiten?

Verfasst: 04.10.2012, 22:13
von Katha
Zum Thema Alkohol findest Du hier u.a. Infos
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 0#p2528687

Neben geringem Konsum ist auch als Ausnahme sogar ein Schwips drin, FB ist dann aber wie schon erwähnt dann aber Tabu (glaube stand in dem Thread aber auch, glaub ich)