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Re: Wird sie nicht satt? Gibts das wirklich "nicht genug Mil

Verfasst: 26.06.2012, 11:27
von jusl
Hallo Maren und herzlich willkommen hier,

ich geh mal der Reihe nach:

12% Gewichtsverlust nach der Geburt ist sehr viel - umso schöner, dass Ihr doch noch eine problemlose Stillzeit hattet. Wichtig ist, dass Du Dir keine Vorwürfe deswegen machst - es ist Aufgabe des Fachpersonals(!), also Schwestern im KH und/oder Hebamme in der Wochenbettbetreuung, frühzeitig sanft einzugreifen, damit es nicht zu hohen Gewichtsverlusten über 10% kommt.

Zur weiteren Gewichtsentwicklung:
In den folgenden fünf Wochen lag die durchschnittliche Gewichtszunahme bei gut 130 g pro Woche. Dies ist ein niedriger Wert, normalerweise nehmen Babys in dem Alter zwischen 170 und 330 g wöchentlich zu (Quelle). Dies wäre durchaus ein Anlass gewesen, genauer hinzuschauen - z.B. zu gucken, ob noch Nachwirkungen einer länger anhaltenden Gelbsucht bestanden haben, oder ob am Stillmanagement etwas zu verbessern gewesen wäre.
Von März bis Mai lag die durchschnittliche Gewichtszunahme bei gut 110 g pro Woche. Ein Wert im unteren Durchschnitt, der für sich genommen nicht bedenklich ist.

Das heißt: "zu meckern" hätte es in den ersten Lebenswochen etwas gegeben. ;-) Diese liegen nun aber hinter Euch, also kannst Du JETZT einfach schauen, ob Dein Baby JETZT gut gedeiht. Das geht folgendermaßen:

* Vollgestillte Babys trinken durchschnittlich 8-12 Mal in 24 Stunden. Bei zarten Kindern ist es sinnvoll, darauf auch zu achten, dass sie WIRKLICH mindestens 10x in 24 Stunden das Stillen angeboten bekommen.
* Für das Zufüttern gibt es derzeit keine Indikation. Wenn Dein Baby das nächste Mal unruhig ist, versuch einfach etwas anderes - ins Tragetuch packen, Spazieren gehen, kleiner Tapetenwechsel. Feste Zubettgehzeiten braucht ein Baby nicht - wenn das Schlafengehen SELBST die Ursache für Stress sein könnte, verschiebe es einfach auf später und mach irgendetwas anderes in der Zeit. ;-)
* Falls Dein Baby einen Schnuller bekommt, ist es sinnvoll, diesen nur bewusst und sparsam einzusetzen.
* Die nächtlichen Stillmahlzeiten müssen keineswegs "ordentlich", also mit definiertem Anfang und Ende ablaufen. Nächtliches Stillen wirkt sich ausgesprochen positiv aufs Gedeihen aus; von daher könnt Ihr einfach so weitermachen, alles bestens.
* Die Ausscheidungen, die Du beschrieben hast, sind völlig unauffällig. (Durchfall ist äußerst übelriechend und aggressiv - normaler häufiger Stuhlgang dagegen ist einfach die üblichen "Klekse", diese können unterschiedlich gefärbt sein, und durchaus bei jedem Stillen auftreten, das ist ganz normal. Weitere Info dazu hier.)

Normalerweise reichen diese Maßnahmen völlig aus, um ein gutes Gedeihen sicherzustellen. Falls eine genauere Gewichtskontrolle notwendig sein sollte, z.B. weil der KiA diese für erforderlich hält, kannst Du hier nachlesen, wie diese funktionieren.

Ich hoffe, diese Hinweise sind hilfreich für Dich, Rückfragen immer gerne und
LG
Julia

Re: Wird sie nicht satt? Gibts das wirklich "nicht genug Mil

Verfasst: 26.06.2012, 15:32
von Maren
Danke für Deine nette und informative Antwort, Julia.
Nachdem Hannah heute Mittag nach dem Stillen erbrochen hat, war ich mit ihr beim KIA.
Aktuelles Gewicht 5190 :( die Ärztin hat jedoch keine Panik gemacht. Ich soll weiter stillen, häufiger anlegen und am Donnerstag wieder kommen.
Sie fand den beschriebenen Stuhl (heute bereits wieder 5x kleine Mengen, nicht übel riechend) unbedenklich.
Allerdings hat sie gefragt, wann ich vorhabe zuzufüttern... ich habe ihr gesagt, dass ich mir damit noch Zeit lassen wollte (Hannah bekommt zwischendurch mal ne Brotkruste zum lutschen oder ein Stück Banane, ist das aus eurer Sicht eigentlich ok!?). Dazu meinte sie dann, das wir da mal gucken müssten, jenachdem wo die Reise mit dem Gewicht hingeht. Ich wollte doch eigentlich so gerne länger stillen :(
Is das ok wenn ich ihr alle 2 Std. (und natürlich wenn sie vorher will) die Brust anbiete? Wie mach ich das dann heute Nacht? Lieber wieder wach machen zum trinken?
Ach menno, ich dachte wir hätten den Stress hinter uns...
Liebe Grüße
Maren

Re: Wird sie nicht satt? Gibts das wirklich "nicht genug Mil

Verfasst: 26.06.2012, 17:21
von jusl
Liebe Maren,

tagsüber spätestens alle 2 Stunden anbieten, und nachts so wie's passt - das ist völlig in Ordnung so.
Allerdings hat sie gefragt, wann ich vorhabe zuzufüttern... ich habe ihr gesagt, dass ich mir damit noch Zeit lassen wollte (Hannah bekommt zwischendurch mal ne Brotkruste zum lutschen oder ein Stück Banane, ist das aus eurer Sicht eigentlich ok!?). Dazu meinte sie dann, das wir da mal gucken müssten, jenachdem wo die Reise mit dem Gewicht hingeht. Ich wollte doch eigentlich so gerne länger stillen :(
Das verstehe ich nicht ganz :lol: - Dein Kind bekommt doch bereits Beikost: Brot und Banane. Damit stillst Du bereits nicht mehr voll. "Länger stillen" kannst Du auf jeden Fall - selbstverständlich auch, wenn Dein Baby noch mehr Beikost essen mag. Kennst Du schon unsere Grundinfo Beikosteinführung? Dort findest Du alles Wissenswerte zum Thema, auch ob es schon "OK" ist, dass Dein Baby bereits Brot und Banane bekommt (das hängt nämlich von der sogenannten Beikostreife ab.).
Ich soll weiter stillen, häufiger anlegen und am Donnerstag wieder kommen.
Warum Donnerstag??
Ach menno, ich dachte wir hätten den Stress hinter uns...
Keine Sorge, schon bald werdet Ihr diese Unsicherheitsphase sicher hinter Euch haben. Jetzt schauen wir erstmal in Ruhe, die Ärztin war ja auch entspannt soweit, und dann geht's bestimmt bald wieder besser. :)

Liebe Grüße
Julia

Re: Wird sie nicht satt? Gibts das wirklich "nicht genug Mil

Verfasst: 26.06.2012, 18:08
von Maren
Hallo Julia,
Allerdings hat sie gefragt, wann ich vorhabe zuzufüttern... ich habe ihr gesagt, dass ich mir damit noch Zeit lassen wollte (Hannah bekommt zwischendurch mal ne Brotkruste zum lutschen oder ein Stück Banane, ist das aus eurer Sicht eigentlich ok!?). Dazu meinte sie dann, das wir da mal gucken müssten, jenachdem wo die Reise mit dem Gewicht hingeht. Ich wollte doch eigentlich so gerne länger stillen :(
Das verstehe ich nicht ganz :lol: - Dein Kind bekommt doch bereits Beikost: Brot und Banane. Damit stillst Du bereits nicht mehr voll. "Länger stillen" kannst Du auf jeden Fall - selbstverständlich auch, wenn Dein Baby noch mehr Beikost essen mag. Kennst Du schon unsere Grundinfo Beikosteinführung? Dort findest Du alles Wissenswerte zum Thema, auch ob es schon "OK" ist, dass Dein Baby bereits Brot und Banane bekommt (das hängt nämlich von der sogenannten Beikostreife ab.).

Ok, dass ich dadurch nicht mehr voll stille war mir klar, allerdings ist das bißchen Brot usw ja eher zum ausprobieren, es war nicht geplant, daraus richtige Mahlzeiten zu machen.
Hannah scheint beikostreif zu sein. Sie sitzt mit Unterstützung und macht immer mal zwischendurch Kaubewegungen. Allerdings führt sie alles was sie in die Hand bekommt zum Mund und lutscht oder kaut drauf rum, nicht nur Nahrung ;-)
Ich soll weiter stillen, häufiger anlegen und am Donnerstag wieder kommen.
Warum Donnerstag??

Sie möchte da das Gewicht überprüfen und gucken wies weiter geht.
Keine Sorge, schon bald werdet Ihr diese Unsicherheitsphase sicher hinter Euch haben. Jetzt schauen wir erstmal in Ruhe, die Ärztin war ja auch entspannt soweit, und dann geht's bestimmt bald wieder besser. :)
Danke!!!

Re: Wird sie nicht satt? Gibts das wirklich "nicht genug Mil

Verfasst: 26.06.2012, 18:21
von MaareMum
Maren hat geschrieben: Hannah scheint beikostreif zu sein. Sie sitzt mit Unterstützung und macht immer mal zwischendurch Kaubewegungen. Allerdings führt sie alles was sie in die Hand bekommt zum Mund und lutscht oder kaut drauf rum, nicht nur Nahrung ;-)
Das sind aber keine Zeichen für Beikostreife. Lies dir mal die Links durch, die Julia gepostet hat.
Selbst wenn du jetzt noch mehr Beikost gibst, wenn dein Kind sie überhaupt will (zum Beispiel in Form von Brei), dann stillst du doch trotzdem weiter. Selbst wenn dein Kind mit Begeisterung sofort ein ganzes Glas Brei weghauen würde, stillst du doch immernoch den ganzen restlichen Tag und Nacht. Wie heisst es hier immer so schön: es heisst BEIkost und nicht ANSTATTkost.

Und Durchfall erkennst du, wenn das Kind das hat. Das ist ziemlich eindeutig. 5x am Tag beim Stillen ein Klecks ist kein Durchfall.

Wird sie nicht satt? Gibts das wirklich "nicht genug Milch"?

Verfasst: 26.06.2012, 18:45
von Mohnblume
ich werfe auch noch mal ein, dass der Beikoststart NICHT abstillen bedeutet! ihr könnt noch sehr lange stillen, so lange wie du und Dein Kind es
möchten :-) mein Kind ist zweieinhalb, isst Riesenmengen von allem und stillt auch noch ;-)
Ich Wünsche euch viel Glück und eine schöne weitere Stillbeziehung!


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Re: Wird sie nicht satt? Gibts das wirklich

Verfasst: 26.06.2012, 19:16
von klimaforscherin
[quote="Mohnblume"]ich werfe auch noch mal ein, dass der Beikoststart NICHT abstillen bedeutet! ihr könnt noch sehr lange stillen, so lange wie du und Dein Kind es
möchten :-) mein Kind ist zweieinhalb, isst Riesenmengen von allem und stillt auch noch ;-)
Ich Wünsche euch viel Glück und eine schöne weitere Stillbeziehung!


Ich korrigiere mal: Ihr SOLLT so lange stillen, wie du und dein Kind es möchten! :wink:

Re: Wird sie nicht satt? Gibts das wirklich "nicht genug Mil

Verfasst: 26.06.2012, 19:24
von jusl
Sie möchte da das Gewicht überprüfen und gucken wies weiter geht.
Wenn sie das Gewicht von heute ABSICHERN möchte, ist das OK. Also einfach "zweimal" messen sozusagen. Aber was KEINESFALLS funktionieren kann ist, durch zweimal Messen eine ZU-oder ABNAHME innerhalb von 2 Tagen bei einem 4 Monate alten Baby zu bestimmen. Der Grund dafür liegt schlichtweg in der Tatsache, dass die zu statistisch zu erwartende Zunahme für diesen Zeitraum VIEL KLEINER ist als die Gewichtsschwankungen, die JEDEN TAG passieren, wegen Nahrungsaufnahme, Ausscheidungen, Atmen, Schwitzen...

Die statistisch zu erwartende durchschnittliche Zunahme pro Woche liegt mit 4 Monaten im Bereich 70-140 g, statistisch pro Tag sind also 10-20 g zu erwarten. D.h., die Ärztin will schauen, ob Dein Baby in 2 Tagen 20-40 g zungenommen hat? :lol: Das kann nicht funktionieren - eine Darmfüllung allein kann ja schon gut und gerne 100 g ausmachen, dazu Füllstand von Magen und Blase (die ja nun niemand KENNT!..).
Also: völlig egal, was Donnerstag herauskommt, ob mehr, weniger oder gleich viel - DAS hat null Aussagekraft.

Dazu muss man häufiger messen, über einen längeren Zeitraum.

LG
Julia

Re: Wird sie nicht satt? Gibts das wirklich "nicht genug Mil

Verfasst: 26.06.2012, 21:07
von Maren
MaareMum hat geschrieben:
Maren hat geschrieben: Hannah scheint beikostreif zu sein. Sie sitzt mit Unterstützung und macht immer mal zwischendurch Kaubewegungen. Allerdings führt sie alles was sie in die Hand bekommt zum Mund und lutscht oder kaut drauf rum, nicht nur Nahrung ;-)
Das sind aber keine Zeichen für Beikostreife. Lies dir mal die Links durch, die Julia gepostet hat.
Hmm, hab ich das falsch verstanden? Da stehen doch diese Punkte...was sind denn dann Zeichen?
Und Durchfall erkennst du, wenn das Kind das hat. Das ist ziemlich eindeutig. 5x am Tag beim Stillen ein Klecks ist kein Durchfall.
Ok, dann hat sie vielleicht doch keinen? Vorher hatte sie halt immer 1x am Tag und nun so oft, vielleich hat sich einfach ihre Verdauung umgestellt...

Naja, nun hat es wieder 2 1/2 Stunden gedauert bis sie richtig eingeschlafen ist. Sie trinkt, schläft ein, wacht auf, schreit und ist nur an der Brust ruhig. Kuscheln mit mir hilft nicht, ihr Papa nutzt gar nix, da brüllt sie wie am Spieß (er ist schon ganz frustriert)...
Haben sie dann wieder mit ins Wohnzimmer genommen, sie hat getrunken während wir gegessen haben, dann ist sie eingeschlafen und ich konnte sie hinlegen.
Bitte sagt mir, dass das nur eine Phase ist und sie bald nicht mehr 2 1/2 Stunden nuckeln muss. Müde war sie definitiv.

Re: Wird sie nicht satt? Gibts das wirklich "nicht genug Mil

Verfasst: 26.06.2012, 21:13
von Maren
jusl hat geschrieben:
Sie möchte da das Gewicht überprüfen und gucken wies weiter geht.
Wenn sie das Gewicht von heute ABSICHERN möchte, ist das OK. Also einfach "zweimal" messen sozusagen. Aber was KEINESFALLS funktionieren kann ist, durch zweimal Messen eine ZU-oder ABNAHME innerhalb von 2 Tagen bei einem 4 Monate alten Baby zu bestimmen. Der Grund dafür liegt schlichtweg in der Tatsache, dass die zu statistisch zu erwartende Zunahme für diesen Zeitraum VIEL KLEINER ist als die Gewichtsschwankungen, die JEDEN TAG passieren, wegen Nahrungsaufnahme, Ausscheidungen, Atmen, Schwitzen...
Danke für Deine Antwort... ich zitiere: "Dann kommen Sie Donnerstag wieder und dann gucken wir wo die Reise hingeht mit dem Gewicht."
Hmm na gut, dann lass ich mich mal überraschen und "prahle" dann im Zweifelsfalle mal mit Deinen Infos.

Danke auch an die Anderen: Ihr habt Recht, ich werde noch weiter stillen (können) bis wir nicht mehr möchten. Nur irgendwie ist die Vorstellung, meine Kurze isst Brei total schräg, das macht sie so "groß" :wink: aber daran werde ich mich auch schnell gewöhnen.