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Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Verfasst: 17.06.2012, 09:41
von Athene79
Sehr interessant und Du hast ein wirklich süßes Baby!
LG

Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Verfasst: 17.06.2012, 10:01
von Leyket
Australier müsste man sein...

Ich finde diese Stillkartenidee wirklich toll. Vielleicht bastel ich auch welche? Ja, ich glaub, ich bastel auch welche :)
Es ist zwar selten, dass man stillende Mütter in der Öffentlichkeit sieht, aber wenn ich mal eine sehe, dann bekommt sie eine :D

Ist zwar nur ein kleiner Teil, aber irgendwo muss ich ja anfangen, wenn ich auch mal stillen möchte wie in Australien. Oder wenigstens dann die Mutter meiner Enkelchen :wink:

Ich find das total interessant und hab's gleich meinem Freund erzählt. Er hat angeboten, mit uns nach Australien zu ziehen... ach wär's doch bloss so einfach :lol:
Ich finde aber auch die Entwicklung total ermutigend. Aufgrund der ganz anderen Mentalität würde es hier sicher viel länger dauern, aber grundsätzlich ist eine solche Entwicklung ja bewiesenermaßen möglich. Vielleicht auch eines fernen Tages hier? Das wär ja schön!

Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Verfasst: 17.06.2012, 10:34
von Campanula
Oh, wie schön - lieben Dank, MamaNicky, ich muss mir das nachher alles mal in Ruhe durchlesen.

Ich finde es so ermutigend, und ehrlich gesagt auch überraschen, zu wissen, dass es andere "Industrie-Nationen" gibt in denen Stillen schon wieder gelebte Normalität geworden ist (oder immer war? Auch eine interessante Frage...) und entsprechend gefördert und unterstützt wird.

Bislang ging ich irgendwie aufgrund der meist schlechten Lage hier in Europa davon aus, dass dies ein Problem im gesamten "westlichen" Teil der Welt sei - dem ist also nicht so,wie schön.

Ich kopiere hier jetzt noch den Bericht von josie aus Kanada dazu, wo sich die Situation offenbar ebenfalls viel besser darstellt:
So wollt mich auch mal einmischen!!! Ich lese hier schon lange still und heimlich mit!! Ich lebe in Canada und habe den Beitrag zufaellig im Internet entdeckt!!! Ich habe eigentlich nichts anderes erwartet denn Muetter die Lange Stillen werden ja immer als negativ dargestellt insofern hat es mich nicht gewundert!!! Was ich nur traurig finde ist das die Muetter auch nicht bereit sind ihre Meinungen zu aendern und lieber auf die ''feine" Gesellschaft hoeren als einfach ihrem Instikt zu folgen!!! Hier in Canada ist es aaehnlich wie in Australien! Hier wird auch das Stillen sehr unterstuetzt!!! Die Regierungs zahlt sogar monatlich einen extra Beitrag wenn du stillst!! Und von der Arbeit bist du aufjedenfall bis zum 6 Monat freigestellt!! Es gibt auch in jedem Ort Stillgruppen die sich um dich kuemmern, wenn du Probleme hast!!! Ich denke wir duerfen uns einfach nicht einschuechtern lassen und bald wird es dann heissen "Wie du hast schon abgestillt?!" ;-)
Danke für den tollen Bericht!
Das mit dem monatlichen Beitrag zur Stillunterstützung ist ja umwerfend (gar nicht mal so sehr wegen des Geldes, aber wegen der Aussage die dahinter steckt: Stillen nutzt der Gesellschaft, Stillen spart Geld, Stillen ist förderungswürdig).
DAS ist es, was uns hier fehlt: diese Erkenntnis bzw. diese offizielle Botschaft.

Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Verfasst: 17.06.2012, 10:43
von Fliegenpilz
Wenn Stillen doch selbstverständlich ist, warum muss das extra vergütet werden? Warum werden nicht-stillende Mütter bestraft?

Mir ist klar, dass SuT nicht die richtige Plattform für solche Gedankengänge ist aber mir wird da Angst und Bange.

Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Verfasst: 17.06.2012, 11:27
von Leyket
Ich glaub schon, dass du hier auch solche Gedankengänge äussern kannst. Vielleicht gerade hier.
Das Problem eben ist, dass Stillen eben NICHT mehr selbstverständlich ist. Das Ziel der "Belohnung" ist, genau das (wieder) zu erreichen. Ob das der einzige oder richtige Weg ist, das steht ja erstmal aussen vor.
Und um ehrlich zu sein lese ich nirgendwo, dass nicht-stillende Mütter bestraft werden oder bestraft werden sollten.

Die eine Partei zu unterstützen heisst ja nicht zwangsläufig die zweite zu strafen.

Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Verfasst: 17.06.2012, 11:35
von hexedoro
Fliegenpilz hat geschrieben:Wenn Stillen doch selbstverständlich ist, warum muss das extra vergütet werden? Warum werden nicht-stillende Mütter bestraft?

Mir ist klar, dass SuT nicht die richtige Plattform für solche Gedankengänge ist aber mir wird da Angst und Bange.
Ich sehe das eher als eine Art Anerkennung. Immerhin spart das Stillen dem Gesundheitssystem eine Menge Kosten ;) . Und ich finde nicht, dass es eine Bestrafung der Nicht-Stillenden darstellt. Kindergeld ist doch eine keine Bestrafung der Kinderlosen. Oder Bafög eine Bestrafung derer, die nicht studieren. Wenn man das weiterführt: Bestraft der Kita-Ausbau mit Steuergeldern diejenigen, die ihre Kinder nicht in die Kita geben? Und so weiter, ich glaube, da gibts jetzt tausend Beispiele :lol:

Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Verfasst: 17.06.2012, 11:38
von blauviolett
Abgesehen von den Anfeindungen gegenüber flaschengebenden Mamas finde ich es fast Paradiesisch im Gegensatz zu De. Ich wünsche mir für meine Tochter, dass sie einmal in solch ähnlichen Verhältnissen ihr Baby ganz selbstverständlich stillen kann. Ich denke, das ist ein realisierbarer Wunsch und eine gut absehbare Zeit. In den nächsten Jahren kann und wird sich viel verändern. :)

Ich überlege auch, ob ich so kleine Kärtchen mache. Direkt ansprechen traue ich mich sicher nicht, aber ich hätte mich besonders anfangs sehr gefreut eine kleine positive Bestätigung zu bekommen. :/ Ich hatte große Schwierigkeiten und bekam überall entweder zu hören: "Also ICH habe ja keine Probleme gehabt damals, das ist Dein Problem. Deine Schuld..." oder "Dann stell Dich doch nicht so an und gib halt einfach die Flasche. Ist doch auch viel praktischer, dann können das auch mal andere übernehmen usw usf." Grrr

Stillen ist hier in der Öffentlichkeit (Kleinstadt) immer noch "komisch". Meine noch kinderlosen Freundinnen schämten sich für mich, weil ich mein 9 Wochen altes wirklich sehr hungriges Baby im Eiscafé gestillt habe. Ich bin dabei eigentlich sehr diskret, man kann noch nicht mal etwas sehen von daher verstehe ich es nicht. Der bloße Anblick der nackten Brust erzeugt komischerweise keine Scham (da werden sich gegenseitig bereitwillig BW- und Intimpiercings präsentiert usw., überall in der Werbung sind ja auch leicht bekleidete Damen), aber sobald ein Baby daran saugt... Ist es ein sexuelles Problem? Oder liegt es daran, dass der Anblick des Stillens uns daran erinnert, dass wir auch "nur" Säugetiere sind? Ich weiß auch, dass ich als Glucke abgestempelt werde, weil ich IMMER NOCH stille, mein Bett nicht exklusiv nur meinem Mann und mit gehört, ich das TT dem Kinderwagen vorziehe, die Nähe zu meinem Kind genieße und ich das auch noch gut finde.
Ich frage mich woher diese Scham kommt. Kennen es viele einfach nicht mehr? Was fremd ist wird ja oft komisch beäugt...

Herzlichen Dank für Deine Erzählungen!
Ich hoffe Du erzählst uns noch viel mehr, vielleicht auch wie das Leben mit Kind so ist in Australien. Gibt es auch örtliche Unterschiede zwischen Stadt und Land? Ist denn allgemein eine so positive Einstellung gegenüber Kindern verbreitet? Ich stelle jetzt schon fest, je älter das Kind wird, desto weniger Sympathie wird einem entgegen gebracht. Anfangs finden alle das Baby so süß und man wird ständig von Fremden bequatscht, aber je größer desto schneller lässt dies nach und wenn das Kind dann auch noch etwas lauter wird kommen jetzt schon teilweise verdrehte Augen. Ich habe einfach den Eindruck Kinder nerven schnell sobald sie nicht leise genug sind. :( Und dann immer die Blicke weil ich ja SCHON WIEDER!!! schwanger bin!!! Die meisten denken wir wären zu blöde zum Verhüten... :D

Ich hoffe ich habe jetzt nicht den Rahmen gesprengt, Sorry. ;)
So, ich bin gespannt auf Deine Erzählungen! :)

Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Verfasst: 17.06.2012, 11:43
von Fliegenpilz
Aber jemanden für etwas selbstverständliches zu bezahlen finde ich paradox. Ich finde jetzt auch kein passendes Beispiel um das zu verdeutlichen. Das betrifft auch nicht primär das Stillen, das ist bei mittlerweile immer mehr Dingen so, es sollte z.B. selbstverständlich sein sich um seine Gesundheit zu kümmern, dennoch bezahlen Krankenkassen Boni für aktive, durchgecheckte Mitglieder. Würde es sich von selbst verstehen wäre das nicht nötig, ist das irgendwie verständlich?

Das ist ähnlich wie bei Kindern, die Geld bekommen wenn sie ihr Zimmer aufräumen oder den Tisch decken - so erreicht man keine Selbstverständlichkeit sondern bezahlt für "Leistungen".

In meinen Augen sollte Tragen auch selbstverständlich sein, genau so wie selbstgekochtes Essen und Hausgeburten - warum werden Frauen, die das tun nicht 'bezahlt' sondern ausgerechnet beim Stillen wo einen der eigene Körper im Stich lassen kann?

Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Verfasst: 17.06.2012, 11:48
von Fliegenpilz
hexedoro hat geschrieben:
Fliegenpilz hat geschrieben:Wenn Stillen doch selbstverständlich ist, warum muss das extra vergütet werden? Warum werden nicht-stillende Mütter bestraft?

Mir ist klar, dass SuT nicht die richtige Plattform für solche Gedankengänge ist aber mir wird da Angst und Bange.
Ich sehe das eher als eine Art Anerkennung. Immerhin spart das Stillen dem Gesundheitssystem eine Menge Kosten ;) . Und ich finde nicht, dass es eine Bestrafung der Nicht-Stillenden darstellt. Kindergeld ist doch eine keine Bestrafung der Kinderlosen. Oder Bafög eine Bestrafung derer, die nicht studieren. Wenn man das weiterführt: Bestraft der Kita-Ausbau mit Steuergeldern diejenigen, die ihre Kinder nicht in die Kita geben? Und so weiter, ich glaube, da gibts jetzt tausend Beispiele :lol:
Frag mal, wie viele Mehrwertsteuer ich bisher für Kunstmilch, Flaschen etc. bezahlt habe, wie ich die Umsätze der Geschäfte angekurbelt habe...

Das mit der Kita ist doch gerade DIE Frage bezüglich dem Betreuungsgeld. Die Kitas sollen ausgebaut werden aber die, die ihre Kinder daheim behalten wollen AUCH Geld haben. Wir wollen zunehmend für Selbstverständlichkeiten bezahlt werden, Bafög (ein Kredit...) zählt da ja nicht dazu. Kindergeld dagegen schon, so schön es ist so traurig ist es auch, dass wir das brauchen.

Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Verfasst: 17.06.2012, 11:59
von Emma2010
Also wenn die giftigen Tiere nicht wären würde ich wohl sofort nach Australien auswandern :lol: aber mit den Tieren hätte ich keine ruhige Minute,wie machst du das nur?........
cool was lässt du dir denn tättoowieren?