Gegensätzliche Ansichten zum Schreien lassen...

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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MaareMum
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AW: Gegensätzliche Ansichten zum Schreien lassen...

Beitrag von MaareMum »

Kannst du nicht einen Mittelweg mit ihm finden?
Zum Beispiel kein Einschlafstillen sondern ein anderes Ritual, zum Beispiel singen. Und dann ins Bett legen und dabeibleiben und kuscheln, bis sie ruhig ist, dann rausgehen, und beim Meckern aber direkt wieder ein.
Wir machen das inzwischen so und das geht echt gut (natürlich Schritt für Schritt aufgebaut). Es ist auch je nach Tagesform unterschiedlich. Manchmal muss man dabeibleib und kuscheln, bis er schläft, und manchmal kann man nach dem Lied rausgehen und er plappert noch ein bissl vor sich hin und schläft alleine ein.
Einschlafstillen kann der Papa halt leider nicht, deswegen haben wir das auch "abgeschafft". Wir stillen vor dem eigentlichen Bettgeh-Ritual.

Ein befreundetes Kind (damals 4 Jahre alt) hat gesagt: "warum dürfen die Großen zusammen schlafen, und die kleinen müssen alleine schlafen?"
So klein und so ein wahrer Spruch. Kannst du ja deinem Freund mal sagen. Er schläft vermutlich auch lieber mit dir im gleichen Bett.

Kurz und knapp vom Handy aus
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
leolaus
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Re: Gegensätzliche Ansichten zum Schreien lassen...

Beitrag von leolaus »

Zum umstimmen würde ich auch das Buch Besucherritze empfehlen. Der Text mit dem Selbstversuch ist schon recht eindrücklich:
http://besucherritze.npage.de/zum-buch/ ... rsuch.html

Allerdings schreibst du ja, dass er nicht so gut deutsch kann... Für dich würde es aber sicher erfrischend sein ;-)

Es hört sich aber für mich fast so an, als ob er eher Probleme damit hat, dass du so viel "Aufwand" um das Kind betreibst und ihm nicht die Beachtung zukommen lässt, die er sich wünscht. Das ist total blöd weil du ja die bist, die am stärksten belastet ist und eigendlich Unterstützung bräuchtest, aber Männer sind ja auch nur Menschen. Die Belastung, die mit einem Baby auf einen zukommt und die Umstellung sind schon riesig und erfordern auch einiges an Selbstaufopferung. Für mansche ist das schwerer als für andere. Vielleicht hilft euch ein Gespräch, dass in diese Richtung geht und vielleicht könnt ihr so rausfinden, wie ihr es am besten anstellt damit JEDER zu seinem Recht kommt.
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mayra
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Re: Gegensätzliche Ansichten zum Schreien lassen...

Beitrag von mayra »

Du Arme! Ich versteh dich sehr gut, wir wohnen hier sehr nah an Fr und was man da so mitbekommt... :( Ich glaub, die Links von MissUndercover sind bestimmt super.

Bei LLL Frankreich findest du auch noch einige Bücher zum Thema Schlafen/Erziehung
http://www.lllfrance.org/Boutique/Livre ... nfant.html
http://www.lllfrance.org/Boutique/Livre ... lence.html
http://www.lllfrance.org/Boutique/Livre ... aussi.html

Wenn du mehr brauchst, kann ich meine lux. Stillberaterin um Hilfe bitten, die haben sicher auch noch Texte auf Französisch. Schick mir dann eine PN, ok? :D
mayra mit Schlawiner 07/08 und Lockenkopf 07/10
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Lösche Benutzer 6191

Re: AW: Gegensätzliche Ansichten zum Schreien lassen...

Beitrag von Lösche Benutzer 6191 »

MaareMum hat geschrieben:
Ein befreundetes Kind (damals 4 Jahre alt) hat gesagt: "warum dürfen die Großen zusammen schlafen, und die kleinen müssen alleine schlafen?"
Das hab ich schon soo oft zu meinem Mann gesagt ;-)
Freda
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Re: Gegensätzliche Ansichten zum Schreien lassen...

Beitrag von Freda »

Vielen Dank ihr Lieben!

Es tut gut wenn man bestärkt wird, auch wenn man von dem überzeugt ist was man macht, ist es trotzdem schwer wenn man immer nur Gegenwind bekommt. Ihr seid wunderbar!!!

Danke Sakura für die Buchtipps. Ich habe gestern mal ein bisschen von dem Buch Besucherritze angelesen und es mir dann schnell online bestellt, denn mir gefällt der Stil super in dem sie schreibt. Leider finde ich den Gonzalez nicht auf frz, was mich aber auch nicht wundert, denn es gibt ja noch nicht mal Geburt und Stillen von Michel Odent auf frz und der gute Mann ist ja nun selbst einer, aber publiziert ausschliesslich auf Englisch und ins Deutsche ist alles von ihm übersetzt, aber hier in Frankreich scheint es keinen Bedarf zu geben.

Oh ja Nora, dass mit dem Abhärten hier, ist wirklich von Staatswegen ausgewünscht... Ich hätte nicht gedacht, dass die hier so drauf sind, denn ich dachte immer toll wie Mütter hier Kinder und Familie vereinbaren können, dass ist super mit den Krippenangeboten aber ehrlich gesagt hört es dann da ja auch schon auf. Und natürlich vielen Dank für die Links, ich werde da heute abend mal ausführlich schauen!

Gestern mal wieder ein weiteres Kapitel in unserer Schlafdiskussion: "Ich will kein zweites Kind, das reicht mir mit einem. Da ist ja überhaupt keine Zeit und kein Platz für nichts anderes. Das kannste dir abschminken. Nie haben wir Zeit für uns." Oh Mann, ich hätte nie gedacht, dass das mal solche Dimensionen annimmt. Bin aber ruhig geblieben, denn die Diskussion fange ich nicht an... wer weiss was in 3 oder 4 Jahren ist, dann kann er sich vielleicht nicht mehr so gut erinnern :D
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Re: Gegensätzliche Ansichten zum Schreien lassen...

Beitrag von Freda »

leolaus hat geschrieben: Die Belastung, die mit einem Baby auf einen zukommt und die Umstellung sind schon riesig und erfordern auch einiges an Selbstaufopferung. Für mansche ist das schwerer als für andere. Vielleicht hilft euch ein Gespräch, dass in diese Richtung geht und vielleicht könnt ihr so rausfinden, wie ihr es am besten anstellt damit JEDER zu seinem Recht kommt.
Da könntest du Recht haben. Ich werde mal versuchen, ein Gespräch in die Richtung zu Wege zu bringen.
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Sakura
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Re: Gegensätzliche Ansichten zum Schreien lassen...

Beitrag von Sakura »

schade, dass gonzalez noch nicht ins französische übersetzt ist. aber besucherritze ist auch gut, denn da kriegst du alle argumente an die hand. das wird wahrscheinlich deine umgebung nicht ändern, aber du weißt dann sicher, warum du das oder jenes willst oder nicht willst, und kannst es sehr gut begründen.

wusste ich gar nicht, dass die in F so krass drauf sind??? schade.
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Re: Gegensätzliche Ansichten zum Schreien lassen...

Beitrag von kleineRaupeN »

Das erinnert mich ein wenig an meinen Mann und mich, nur dass es bei uns nicht ganz so schlimm ist. Er ist zwar auch dagegen, die Miniraupe weinen zu lassen, aber sie kann ja ruhig eine Weile jammern und nörgeln... Das ertrage ich allerdings nicht allzu lange und außerdem steigert sie sich ja dann bis hin zum Weinen, was ich nicht möchte. Für meinen Mann ist das kein richtiges Weinen, denn sie würde sich ja dazu "zwingen", nur damit ich sie wieder zu uns ins Bett hole (ihr Bett steht aus Platzgründen am Fußende von unserem). Bei uns geht es also nicht ums weinen lassen, sondern um die Definition von weinen. Tja, die lieben Franzosen :wink:

@MaareMum: Wie bist du denn von Einschlafstillen schrittweise weggekommen?
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MaareMum
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Re: Gegensätzliche Ansichten zum Schreien lassen...

Beitrag von MaareMum »

kleineRaupeN hat geschrieben: @MaareMum: Wie bist du denn von Einschlafstillen schrittweise weggekommen?
Hm, das war ne Entwicklung über ne ganze Zeit. Ich hab schon ziemlich früh damit angefangen (naja, früh heisst, als wir es geschafft haben, ihn schlafend überhaupt abzulegen, das war so etwa um 2 Monate rum).
Wir haben es meistens so gemacht, dass wir ihn nach dem Stillen erst gewickelt haben. Dann war er (wieder) wach. Dann hab ich mich mit ihm auf einen Sitzball gesetzt und ihn darauf in den Schlaf gehüpft und dabei seine Schlaflieder gesungen. Wenn er tief geschlafen hat, haben wir ihn ins Bett gelegt.
Als das gut geklappt hat, hab ich ihn immer ein bisschen früher in sein Bett. Also erst so im Halbschlaf, dann irgendwann, wenn er kurz vor dem Einschlafen war, dann irgendwann, als er ganz ruhig wurde aber noch die Augen ganz weit auf hatte.
Und inzwischen hüpfe ich gar nicht mehr auf dem Ball sondern leg ihn ins Bett und singe dort und bleib dann noch neben ihm zum kuscheln oder gehe raus, je nachdem, wie er es braucht. Mein Mann muss noch hüpfen, da klappt das noch nicht so gut, er will halt doch immernoch sehr die Mama am Abend.
Oft genug hat es nicht geklappt und er wollte nicht ohne Brust einschlafen. Dann hab ich halt gestillt. Aber es wurde immer seltener und inzwischen ist es nur noch, wenn er erst im Bett merkt, dass er doch noch Hunger hat (meistens merkt er es vorher, denn jetzt wickeln wir vor dem Stillen und ziehen da auch den Schlafsack an, und dann merkt er, jetzt beginnt das Bettgeh-Ritual, und da gibts nochmal die Brust, bevors ins Bett geht).

Ohne den Hüpfball hätte das nicht geklappt. Denn er wollte sich wach gar nicht ablegen lassen (die ersten Wochen auch nicht schlafend) und ist auch nicht einfach so eingeschlafen. Nur im Tragetuch und in Bewegung, oder eben beim Stillen. Ich war echt mit den Nerven fertig, bis mir meine Rückbildungs-Hebamme den Tipp mit dem Hüpfball gegeben hat.

Ich vermute mal, dass es mit nem 6-Monate alten Kind schwieriger ist, dass Einschlafstillen abzugewöhnen. Aber das geht sicherlich auch.
Man muss es halt echt ganz kleinschrittig machen, in nem Tempo, dass für das Kind ok ist. Man muss halt Geduld haben. Ich lehne Schreien-Lassen auch völlig ab. Aber es gibt ja schon auch andere Wege, ein Ritual zu ändern. Dauert halt nur vielleicht ungleich länger als Schreien-Lassen, aber ist auch deutlich angenehmer :-)

Der Spruch mit dem zweiten Kind ist ja mal nur blöd. Ich kann dich gut verstehen, mein Mann hat auch so nen Spruch gebracht, als der Zwerg 4 Wochen alt war. Ich wär ihm fast ins Gesicht gesprungen. Aber ich denk auch: mal 2-3 Jahre warten und Kind seine Wirkung tun lassen :-)

Ich war übrigens mal in Frankreich zu nem Schüleraustausch und was du hier schreibst, bestätigt nur meine jugendlich-erinnerlichen Erfahrungen von damals. Gruselig!
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Sakura
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Re: Gegensätzliche Ansichten zum Schreien lassen...

Beitrag von Sakura »

MaareMum hat geschrieben:Ich vermute mal, dass es mit nem 6-Monate alten Kind schwieriger ist, dass Einschlafstillen abzugewöhnen. Aber das geht sicherlich auch
wir haben es mit 4,5 monaten geschafft es abzugewöhnen. ich war erstaunt zu sehen, dass es geht, daraufhin habe ich es wieder "einreißen" lassen. wobei es bei uns kein echtes einschlafstillen ist. das mäusel trinkt, bis sie satt ist. wenn sie dabei einschläft, gut. meistens ist sie aber vorher satt. dann dreht sie sich in schlafstellung und schläft ziemlich schnell ein. aber ich MUSS dabei sein. soll mir aber recht sein.

@ kleineraupeN: kennst du das buch "schlafen statt schreien" von pantley? empfehlung :-)
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

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