Re: brusthütchen und brusternährungsset bei frühchen
Verfasst: 20.04.2012, 09:29
Hallo Marmita, und vielen Dank für Deine Informationen.
Die Sorge für ein Frühchen ist ja doch noch mal was anderes als um ein Reifgeborenes. Klar, es wäre eine große Erleichterung für Euch alle, wenn das Stillen endlich reibungslos klappen würde. Die wesentlichen Punkte dabei sind die mütterliche Milchproduktion und das kindliche Saugverhalten. Beides bedingt einander – ein gut saugendes Baby regt die Milchproduktion effektiv an, dadurch bildet die Mutter viel Milch. Bei zu geringer Milchproduktion trinken viele Babys nicht effektiv an der Brust, dementsprechend fährt die Milchproduktion weiter runter, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Deshalb gibt es bei Euch ZWEI Baustellen: Dein Baby muss korrektes Stillen lernen und braucht dabei Hilfe, und Deine Milchproduktion muss zusätzlich zum Stillen angekurbelt werden, so lange Dein Baby das selbst noch nicht vollständig kann. Ich geh mal der Reihe nach:
Reifgeborene Babys trinken im ersten Lebensmonat durchschnittlich ungefähr 700 +/- 200 ml in 24 Stunden (Quelle), das passt so auch in etwa für Frühchen mit dem entsprechend korrigierten Alter. Die Streubreite ist tatsächlich so groß und hängt vom Zufall, von der Größe und Gewicht, vom Gesundheitszustand usw. ab. Also angenommen, Dein Baby ist ein 500 ml – Baby. Dann bekommt sie derzeit genau die richtige Milchmenge, und daraus folgt, dass Deine Milchproduktion derzeit bei rund 40-50 % des Gesamttagesbedarfs liegt. Angenommen, Dein Baby braucht eigentlich 900 ml täglich. Dann liegt Deine Milchproduktion derzeit bei rund 30 %, und die Zufüttermenge sollte erhöht werden. Wahrscheinlich liegt Ihr irgendwo dazwischen, das heißt als wesentliche Info: Deine Milchproduktion kann derzeit bei ungefähr 40 % geschätzt werden. Das reicht fürs ausschließliche Stillen derzeit eindeutig nicht, und das bedeutet, dass Du die Milchmenge schrittweise steigern musst, um entsprechend die Zufüttermenge schrittweise reduzieren zu können. Auführliche Info zur Reduktion von Zufüttermengen findest Du in unserer Linksammlung Stillwissen.
Deine Hebamme hat sicher Recht: bei so schweren Stillproblemen hätten viele Mütter bereits aufgegeben. Und ich glaube, dass Du mit Deiner Einschätzung richtig liegst: wahrscheinlich sind Deine bisherigen Beraterinnen nicht qualifiziert genug – Diagnose gut und schön, aber dann sollte logischerweise auch die passende fachkundige Behandlung folgen. Da lohnt ganz bestimmt noch mal eine Suche! Frag doch Deine beiden bisherigen Kontakte mal danach, oder schau mal hier:
http://www.bdl-stillen.de/stillberatungsuche.html
http://www.afs-stillen.de
http://www.lalecheliga.de
Ich hoffe diese ersten Infos sind hilfreich für Dich,
Rückfragen immer gerne und LG
Julia
Die Sorge für ein Frühchen ist ja doch noch mal was anderes als um ein Reifgeborenes. Klar, es wäre eine große Erleichterung für Euch alle, wenn das Stillen endlich reibungslos klappen würde. Die wesentlichen Punkte dabei sind die mütterliche Milchproduktion und das kindliche Saugverhalten. Beides bedingt einander – ein gut saugendes Baby regt die Milchproduktion effektiv an, dadurch bildet die Mutter viel Milch. Bei zu geringer Milchproduktion trinken viele Babys nicht effektiv an der Brust, dementsprechend fährt die Milchproduktion weiter runter, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Deshalb gibt es bei Euch ZWEI Baustellen: Dein Baby muss korrektes Stillen lernen und braucht dabei Hilfe, und Deine Milchproduktion muss zusätzlich zum Stillen angekurbelt werden, so lange Dein Baby das selbst noch nicht vollständig kann. Ich geh mal der Reihe nach:
Die Milchmenge hat für den Stillerfolg eine wichtige Bedeutung. Ich zähle mal zusammen: Die Muttermilchmenge beträgt ?+100+10+20+20 = 150 ml in 24 Stunden plus das Morgenstillen, also Größenordnung 200 ml. Die Zufüttermilchmenge beträgt 150+90+30+30 = 300 ml in 24 Stunden.. am frühen Morgen nehme ich sie von ihrem Beistellbett in unser Bett und stille mit Stillhütchen. Menge ist unbekannt. Sie trinkt dann innerhalb von etwa 5 Stunden 100ml von der Brust und 100 bis 150ml vom BSE. Am frühen Abend lege ich sie dann schlafen (Tragetuch oder wenns klappt auf die Couch). Das Problem ist, dass sie keine Minute alleine sein kann. Selbst die WC Gänge enden mit gebrüll und sie wird richtig blaurot vor Schreien wenn ich mal doch etwas länger mal auf WC muss!!!
Am Abend kommt der Papa nach Hause und macht dann Abendbrot und nimmt sie in den Arm, sodass ich mal duschen oder was anderse machen kann. Am späten Abend bekommt sie dann wieder Brust/BSE (trinkt meist um die 100ml, 90ml BSE und etwa 10ml Brust) und lege sie in ihrem Bettchen schlafen. In der Nacht steht sie 1 bis 2 Mal auf und braucht sowohl Brust als auch BSE )etwa 50ml, 30ml BSE und 20ml Brust). Wir kommen insgesamt etwa auf 500ml Nahrung am Tag mit Brust und BSE. Zwischendurch,w enn mal Zeit ist pumpe ich ab (etwa 60ml pro 15min beidseits). Mit der Flasche hat sie um die 800ml am Tag getrunken.
Reifgeborene Babys trinken im ersten Lebensmonat durchschnittlich ungefähr 700 +/- 200 ml in 24 Stunden (Quelle), das passt so auch in etwa für Frühchen mit dem entsprechend korrigierten Alter. Die Streubreite ist tatsächlich so groß und hängt vom Zufall, von der Größe und Gewicht, vom Gesundheitszustand usw. ab. Also angenommen, Dein Baby ist ein 500 ml – Baby. Dann bekommt sie derzeit genau die richtige Milchmenge, und daraus folgt, dass Deine Milchproduktion derzeit bei rund 40-50 % des Gesamttagesbedarfs liegt. Angenommen, Dein Baby braucht eigentlich 900 ml täglich. Dann liegt Deine Milchproduktion derzeit bei rund 30 %, und die Zufüttermenge sollte erhöht werden. Wahrscheinlich liegt Ihr irgendwo dazwischen, das heißt als wesentliche Info: Deine Milchproduktion kann derzeit bei ungefähr 40 % geschätzt werden. Das reicht fürs ausschließliche Stillen derzeit eindeutig nicht, und das bedeutet, dass Du die Milchmenge schrittweise steigern musst, um entsprechend die Zufüttermenge schrittweise reduzieren zu können. Auführliche Info zur Reduktion von Zufüttermengen findest Du in unserer Linksammlung Stillwissen.
Das sollte sich unbedingt eine mit Saugstörungen erfahrene Stillberaterin vor Ort ansehen und ein Saugtraining mit Deinem Baby machen. Du beschreibst da recht große technische Schwierigkeiten – zum einen den auffälligen Muskeltonus, eventuell Saugschwäche, wahrscheinlich klassische Saugverwirrung (d.h. Dein Baby versucht mit Flaschentechnik aus der Brust zu trinken, was nicht funktioniert). Das ist eine Aufgabe, die ganz allein im heimischen Wohnzimmer möglicherweise zu groß wird; das sind einfach zu viele Einzelbaustellen. Mit fachkundiger Hilfe allerdings kann da wirklich eine erhebliche Verbesserung erreicht werden – immerhin geht Dein Baby überhaupt an die Brust, das ist schon mal gut, keine Frage.. Das große Problem ist, dass sie an der Brust sehr schnell frustriert ist wenn nicht sofort in großen Mengen Milch kommt. Ich glaube nicht, dass es an der Milchmenge hakt oder am Milchspendereflex (es fließt meist immer Milch, wenn ichsie nur weinen höre und die Hütchen füllen sich schnell mit Milch). Auch schläft sie sehr schnell an der Brust ein. Ohne Hütchen klappt es etwa 5 Minuten aber da kaut sie eher auf den Brustwarzen herum. Die Unterlippe ist meist auch eingezogen und der Kinnbereich ist verspannt beim saugen. Sie kriegt die richtige Saugtechnik einfach nicht hin.
Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass DU Deine Milchproduktion derzeit aufrecht erhalten bzw. steigern musst; Dein Baby kann das momentan nicht. Hast Du ein Doppelpumpset daheim, mit dem Du beide Seiten gleichzeitig abpumpen kannst? Das wäre sehr günstig – zum einen spart es viel Zeit, und zum anderen regt der doppelte beidseitige Saugreiz die Milchbildung stärker an als das nacheinander Abpumpen beider Seiten.. Die Brust fühlt sich auch nach dem lange Stillen auch immer prall an und erleichterung bringt eigentlich nur die Pumpe. Letztendlich ist die Pumpe in unsrerem Fall effektiver als das Stillen
.. Meine Hebamme und die Stillberaterin haben zwar die Diagnose stellen können, aber ich war eigentlch diejenige, die das BSE erwähnt hat und die alles ausprobiert, dass es endlich klappt. Sie scheinen mir sehr überfordert zu sein. Meine Hebamme meinte sogar, dass die Frauen in meiner Situation schon längst die Flasche gegeben hätten.
Deine Hebamme hat sicher Recht: bei so schweren Stillproblemen hätten viele Mütter bereits aufgegeben. Und ich glaube, dass Du mit Deiner Einschätzung richtig liegst: wahrscheinlich sind Deine bisherigen Beraterinnen nicht qualifiziert genug – Diagnose gut und schön, aber dann sollte logischerweise auch die passende fachkundige Behandlung folgen. Da lohnt ganz bestimmt noch mal eine Suche! Frag doch Deine beiden bisherigen Kontakte mal danach, oder schau mal hier:
http://www.bdl-stillen.de/stillberatungsuche.html
http://www.afs-stillen.de
http://www.lalecheliga.de
Ich hoffe diese ersten Infos sind hilfreich für Dich,
Rückfragen immer gerne und LG
Julia