Heut Nacht wollte sie halbstündlich stillen...

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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SevenOf9
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Re: Heut Nacht wollte sie halbstündlich stillen...

Beitrag von SevenOf9 »

Weißt du was mein erster Gedanke war, als ich deinen Beitrag gelesen habe? Auch wenn es sich ein bisschen fies anhört, es ist nicht so böse gemeint. Es war: Willkommen in der Wirklichkeit!
Ich kann verstehen, dass du erschöpft bist und zwischendurch auch Mal die Lust verlierst. Mein Sohn ist mittlerweile 10 Monate alt und ich bin alleinerziehend. Mein Sohn hat seit seiner Geburt nur zwei Mal "ausversehen" bis 04.00 Uhr durchgeschlafen. Wir stillen immer noch zwischen 4 und 9 Mal in der Nacht. Ich stille nachts nur noch liegend, so komme ich auch zu Schlaf.
Ich habe es selber nicht für möglich gehalten, aber man gewohnt sich recht schnell dran.
Natürlich bin ich auch gelegentlich von dem häufigen Stillbedurfniss meiner Prinzenrolle genervt, dann hilft das Muttermantra: Es ist nur eine Phase... Es ist nur eine Phase... Nach ganz schlimmen Nächten versuche ich mit ihm zusammen Mittagsschlaf zu machen.

Fühl dich nicht schlecht, weil es für dich momentan so anstrengend ist. Es ist nur eine Phase.
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EhMiMBZ

Re: Heut Nacht wollte sie halbstündlich stillen...

Beitrag von EhMiMBZ »

Das Problem waren weniger die Nächte. Klar hat es genervt und später dann auch echt weh getan, aber mein eigentlicher Frust bezog sich eher auf die Tage. Nach 5 solcher Nächte war ich körperlich ziemlich fertig. Tagschlaf gibt es hier nicht. Ich ging am Stock und war mutterseelenalleine (heißt das deshalb so?).
Ich hab meine ganze Restenergie für die kleine gebraucht und konnte hier nichtmal ne Grundordnung herstellen.
Drei Monate lief alles super und von einem Tag auf den anderen brach Chaos aus. Mittlerweile gehts wieder etwas besser mit dem Schlafen, ich zähl jedenfalls nicht mehr mit und schau nicht auf die Uhr.
Haushaltschaos gibts immernoch, aber zumindest macht mein Mann mir keine Vorwürfe.
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Minchen
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Re: Heut Nacht wollte sie halbstündlich stillen...

Beitrag von Minchen »

Ich drück Dich mal aus der Ferne - alles andere haben die anderen ja schon gesagt. Und es wird immer wieder kommen.

Sag Dir ab und an, es könnte schlimmer kommen. Beim ersten Kind war ich auch ein Wrack. Er schlief die ersten Wochen ganz gut, dann war Schluss und heute mit vier Jahren schläft er laaaaaaaaangsam durch, braucht aber auch noch oft Körperkontakt. Jetzt hab ich inzwischen drei Kinder, schlafe nach wie vor viel zu wenig, schaffe es aber dennoch, die Tage durchzustehen - inkl. der Versorgung dreier kleiner Kinder und dem Haushalt. Ich bin damit auch unter der Woche komplett allein bis sie im Bett sind. Man schafft das - irgendwann gewöhnt man sich einfach daran und kommt damit klar. Vor vier Jahren hätte ich das auch nicht glauben können, heute denk ich manchmal wehmütig, wie "einfach" das ganze doch war, mit nur einem Kind (auch wenn ich weiß, dass ich das damals nicht so empfunden habe...).

Es ist hart, aber Du schaffst das, ganz sicher! :wink:
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
EhMiMBZ

Re: Heut Nacht wollte sie halbstündlich stillen...

Beitrag von EhMiMBZ »

Minchen hat geschrieben:Ich drück Dich mal aus der Ferne - alles andere haben die anderen ja schon gesagt. Und es wird immer wieder kommen.

Sag Dir ab und an, es könnte schlimmer kommen. Beim ersten Kind war ich auch ein Wrack. Er schlief die ersten Wochen ganz gut, dann war Schluss und heute mit vier Jahren schläft er laaaaaaaaangsam durch, braucht aber auch noch oft Körperkontakt. Jetzt hab ich inzwischen drei Kinder, schlafe nach wie vor viel zu wenig, schaffe es aber dennoch, die Tage durchzustehen - inkl. der Versorgung dreier kleiner Kinder und dem Haushalt. Ich bin damit auch unter der Woche komplett allein bis sie im Bett sind. Man schafft das - irgendwann gewöhnt man sich einfach daran und kommt damit klar. Vor vier Jahren hätte ich das auch nicht glauben können, heute denk ich manchmal wehmütig, wie "einfach" das ganze doch war, mit nur einem Kind (auch wenn ich weiß, dass ich das damals nicht so empfunden habe...).

Es ist hart, aber Du schaffst das, ganz sicher! :wink:
Du machst mir Mut. Hab mich öfters gefragt, wie das dann mit mehreren Kindern wird. Respekt, dass du das alles alleine schaffst. Wird bei uns nicht anders werden. Mein Mann wird immer lange arbeiten müssen, tendenziell in Zukunft sogar noch länger als jetzt. Er tut sein bestes und gerade, weil er so viel arbeitet, will ich ihm zuhause den Rücken frei halten, ein sauberes Haus bieten und ein gesundes Essen, am besten noch Paarzeit. Ist zur Zeit schwierig, ich hoffe, ich wachse da genau so gut rein, wie du.
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Minchen
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Re: Heut Nacht wollte sie halbstündlich stillen...

Beitrag von Minchen »

Glaub mir, ich bin da nicht immer gut reingewachsen. Hier gab es echt bescheidene Zeiten - und gibt es auch immer wieder. Wenn mir jemand sagt, dass er mich dafür bewundert, sage ich immer, dass ich ja Stück für Stück da reingewachsen bin, ich hatte ja nicht mit einem Mal drei Kinder. Und im Endeffekt bin ich auch deswegen nicht zu bewundern, weil ich ja klarkommen MUSS. Es hilft ja nichts. Man organisiert sich - manchmal täglich neu - bis man einen guten Weg gefunden hat. Dann kommt eine andere Phase und man orientiert sich wieder um. So dass es eben wieder irgendwie geht.

Es ist halt wirklich doof, wenn man vom Partner wenig Unterstützung hat. Meiner ist eben auch sehr eingespannt, bemüht sich, die Kinder wenigstens noch kurz zu sehen, bevor sie schlafen. Jetzt ist er aber zB auch noch nicht da... Dafür haben wir nun ein Haus im Grünen und den Luxus, dass ich noch ein Weilchen bei den Kindern bleiben kann.

Ich finde es auch wichtig und sehe es als meine Aufgabe, ihm den Rücken frei zu halten, denn er MUSS funktionieren, ER muss das Geld verdienen. Es ist halt andauernd eine Gradwanderung, weil man sich selbst auch nicht vergessen darf, denn wenn ICH ausfalle ist das hier auch eine Katastrophe. Mir ging es jetzt sehr lange sehr schlecht, weil ich meine Grenzen weit überschritten habe. Hart zu lernen, aber sehr heilsam.

Achte auf Dich. Achte darauf, dass auch Du aureichend Freiraum bekommst, Dir Auszeiten nehmen kannst und Zeit für irgendetwas bleibt, das Dir richtig Freude macht - ohne Kind. Ich habe das viel zu oft verdrängt und ignoriert...
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
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Lösche Benutzer 1828

Re: Heut Nacht wollte sie halbstündlich stillen...

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Hach, ich kenne das auch noch..........
Der Große wachte drei Jahre lang alle 1-2 Stunden auf - das Normalzustand.
War etwas - Zähne, Schnupfen, Krankheit, dann war es viel, viel öfter.

Als ich anfang, es einfach so hinzunehmen, NICHT auf die Uhr zu schauen - da wurde es nicht besser im Sinne, dass er besser schlief, aber ich kam damit besser zurecht.
Als er halbwegs schlief, kam Tochter zur Welt - da hatte ich nachts dann zwei Kinder im Bett - Sandwichschlafen.

Durchschlafen kann ich seit einem Jahr wieder :-)

Ja, man schafft das. Ich fand die innere EInstellung muss eher positiv sein. Denn es nutzt nichts, so verzweifelt zu sein.
Meine hatten allerdings teilweis auch Schnuller - gerade der Große ließ sich sonst nie abdocken.
Minchen:Ich finde es auch wichtig und sehe es als meine Aufgabe, ihm den Rücken frei zu halten, denn er MUSS funktionieren, ER muss das Geld verdienen. Es ist halt andauernd eine Gradwanderung, weil man sich selbst auch nicht vergessen darf, denn wenn ICH ausfalle ist das hier auch eine Katastrophe. Mir ging es jetzt sehr lange sehr schlecht, weil ich meine Grenzen weit überschritten habe. Hart zu lernen, aber sehr heilsam.
Einerseits ja - andererseits sind es ja die gemeinsamen Kinder und die hätte er auch nicht, wenn jemand nicht zu Hause wäre und sich um alles kümmert. Die Mutter MUSS also genauso funktionieren. Zu einem Familienleben gehört ja nicht nur das Geld.
Ich finde, Familienarbeit wird immer noch nicht hoch genug gewertet - leider.
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