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Re: Argument für's Ferbern ... und ich wusste nicht weiter?
Verfasst: 30.01.2012, 11:11
von 4tiere
Gnom hat geschrieben:Diskussionen bringen nicht viel, weil wir beide unsere Standpunkte haben.
Aber natürlich ist das Thema trotzdem ganz häufig Thema bei uns vor allem jetzt, wo ihr zweites Baby frisch auf der Welt ist
Oh, Gnom, ich bewundere dich dafür, dass du so gelassen bist bzw. dass du noch diskutierst. Ich hätte den Kontakt schon abgebrochen, da ich das nicht ertragen hätte. Aber natürlich weiss ich auch, dass ich dann gar nichts ändern könnte. Die armen Kinder. Tragen wird sie dann ja wohl auch nicht oder? Stillt sie denn? Damit wenigstens dann Nähe möglich ist.
LG
Re: Argument für's Ferbern ... und ich wusste nicht weiter?
Verfasst: 31.01.2012, 15:10
von MaMaria
Das Argument habe ich in jkksl so gelesen, dass das begleitete einschlafen damit verglichen wurde, dass das Kind im warmen, kuscheligen einschläft und nackt auf dem kalten Küchenboden wach würde. Deshalb war es laut jkksl falsch, das Kind in den Schlaf zu begleiten. Dass die Alternative aber heißt, dass das Kind von Anfang an nackt auf dem kalten Küchenboden liegt, haben sie sich nicht getraut zu schreiben

Re: Argument für's Ferbern ... und ich wusste nicht weiter?
Verfasst: 31.01.2012, 20:56
von Gnom
MaMaria hat geschrieben:Das Argument habe ich in jkksl so gelesen, dass das begleitete einschlafen damit verglichen wurde, dass das Kind im warmen, kuscheligen einschläft und nackt auf dem kalten Küchenboden wach würde. Deshalb war es laut jkksl falsch, das Kind in den Schlaf zu begleiten. Dass die Alternative aber heißt, dass das Kind von Anfang an nackt auf dem kalten Küchenboden liegt, haben sie sich nicht getraut zu schreiben

Das ist gut und sehr anschaulich - super! Ich kannte das so nicht, hab das Buch noch nie in den Händen gehalten (hatte es mehrfach von ihr angeboten bekommen, aber dankend abgelehnt

)
@4tiere
Ach, was soll ich denn machen. Wir kennen uns seit Ewigkeiten und sie ist mehr als nur Nachbarin, sie ist auch eine echt liebe Freundin, wir ticken halt nur unterschiedlich (sie trägt und stillt und das auch gerne, aber auch da haben wir manches Mal unsere Differenzen, aber egal).
Sie bat mich nun, ihr mal "Ich will bei euch schlafen" auszuleihen, da freu ich mich ja schon riesig drüber.
@Besucherritze
Interessanter Link, schau ich mir gerne mal an. Ich bin von Hause aus auch Sozialpädagogin, allerdings hab ich einen anderen Schwerpunkt
LG, Marina
Re: Argument für's Ferbern ... und ich wusste nicht weiter?
Verfasst: 01.02.2012, 11:34
von Mayotte
das ist ja echt ein toller thread und die argumente!!!
das ist ein punkt über den ich auch schon ne weile nachgedacht hatte, da in unserem umfeld ein paar schreienlasser herumschwirren. die diskutieren allerdings in der regel mit meinem mann und nicht mit mir. ich komme ihnen zu überzeugt daher.
mein mann sagt am ende meist, aber meine frau...
bei unseren bekannten ist das hauptargument, dass ihre kinder halt so normal seien und es ihnen sicher nichts schade. da tue ich mir auch schwer. ich bin überzeugt, dass es meinen kindern schaden würde und sie verändern würde,
aber ich kann schlecht bei einem kind sagen
weißt Du es hat ihm hinsichtlich Punkt 1 und 2 geschadet und wäre sonst anders. das weiß ich ehrlich gesagt nicht und würde ich mir nicht anmaßen wollen.
jetzt weiß ich natürlich nicht, ob du auch mit diesem argument beömmelt wirst...?
lieben gruß!
Re: Argument für's Ferbern ... und ich wusste nicht weiter?
Verfasst: 01.02.2012, 11:35
von Mayotte
ich wollte schreiben "bei einem ANDEREN, FREMDEN Kind sagen"
Re: Argument für's Ferbern ... und ich wusste nicht weiter?
Verfasst: 01.02.2012, 15:13
von Amber
besucherritze hat geschrieben:das ist ja genau die Argumentation der Autoren von JKKSL. Das Kind wache mehrmals in der Nacht auf, um zu überprüfen, ob noch alles in Ordnung sei. Das sei ein Erbe unserer Menschheitsgeschichte (Raubtiere usw.). Wenn das Kind dann eine andere Situation vorfindet, als die, in der es eingeschlafen ist, sei es verunsichert und könne nicht mehr beruhigt weiterschlafen. So die These. Deshalb sollen die Kinder alleine, ohne Einschlafhilfe einschlafen. Und das ist doch Quatsch!
Absoluter Quatsch. Mir fällt dazu ein, dass Babys oft beim Autofahren oder im geschobenen KiWa einschlafen. In beiden Fällen wachen sie an anderen Orten auf, sehen eine andere Umgebung. Die Bewegungen symbolisieren ihnen aber Geborgenheit (wie bei der Mama im Tragetuch

).
Ob Ferbern Kindern schadet? Hhhhhmmmm, ich denke, die Ausschüttung der Stresshormone beim Schreienlassen bewirkt irgendetwas im kindlichen Organismus, das Urvertrauen geht verloren. Für Erwachsene ist Stress auch schädlich, warum soll man dann Babys unnötigen Stress aussetzen?
Argument für's Ferbern ... und ich wusste nicht weiter?
Verfasst: 01.02.2012, 15:30
von inmediasres
Mal andersrum gefragt: wenn ein Kind im Bett einschläft und in Mamas Arm aufwacht, schreit es dann auch wegen der anderen Situation? Wohl kaum.
LG
Karin
Re: Argument für's Ferbern ... und ich wusste nicht weiter?
Verfasst: 01.02.2012, 15:37
von zierfisch
MaMaria hat geschrieben:Das Argument habe ich in jkksl so gelesen, dass das begleitete einschlafen damit verglichen wurde, dass das Kind im warmen, kuscheligen einschläft und nackt auf dem kalten Küchenboden wach würde. Deshalb war es laut jkksl falsch, das Kind in den Schlaf zu begleiten. Dass die Alternative aber heißt, dass das Kind von Anfang an nackt auf dem kalten Küchenboden liegt, haben sie sich nicht getraut zu schreiben

Extrem anschaulich! Vielen dank!!
Re: Argument für's Ferbern ... und ich wusste nicht weiter?
Verfasst: 02.02.2012, 16:26
von Calla
Mayotte hat geschrieben:
bei unseren bekannten ist das hauptargument, dass ihre kinder halt so normal seien und es ihnen sicher nichts schade. da tue ich mir auch schwer.
Das "Argument" kenne ich auch bestens

Ich antworte jeweils mit "woher weisst du das?" oder "und was, wenn doch?". In der Hoffnung, das Denken werde minimalst angeregt...
Argument für's Ferbern ... und ich wusste nicht weiter?
Verfasst: 03.02.2012, 10:52
von Nanthia
Eine Störung der Bindungsfähigkeit und des Urvertrauens läßt sich nicht so problemlos erkennen.
Oft wirken diese Kinder sogar ruhiger und "artiger.
Sie haben sich eben angepasst wenig zu fördern.