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Re: Stillen eine Intuitive angelegenheit? Oder eher "erlernb

Verfasst: 02.01.2012, 21:22
von lilly7686
Hallo!

Ich denke auch, dass es an der Umwelt liegt. Das Stillen in der Öffentlichkeit ist so gut wie nicht vorhanden. Im TV sieht man nur Babies, die die Flasche bekommen. Stillen ist in unserer Gesellschaft einfach nicht mehr normal!
Uns werden von so vielen Leuten so viele Dinge erzählt, sodass wir einfach selbst nicht mehr wissen, was ist gut, was ist nicht gut, was soll ich hier tun, was soll ich da tun....
Nicht nur das Stillen ist "unnormal" geworden. Auch das natürliche gebären.
Das hier hat mich am Neujahrstag ein klein wenig schockiert: http://news.orf.at/stories/2097371/ Man beachte den letzten Satz des Artikels :(

Re: Stillen eine Intuitive angelegenheit? Oder eher "erlernb

Verfasst: 02.01.2012, 21:30
von luna24
Bei mir definitiv intuitiv - ich war mehr oder weniger überhaupt nicht informiert und es hat von Anfang an ohne irgendein Problem geklappt. Vorbilder hatte ich auch keine, aber - und das ist vielleicht der entscheidende Punkt - ich hatte eine absolut komplikationsfreie Hausgeburt (bzw. Alleingeburt - Doula + Hebamme kam zu spät...) - und eine tolle Geburts-/Wochenbettbetreuung durch das Hebammenteam vom GH und meine Doula. Es war einfach insgesamt eine sehr entspannte Atmosphäre und wahrscheinlich war es auch eher intuitiv vom Kind aus als von mir...

Ich hatte auch einen tollen Geburtsvorbereitungskurs im GH und interessanterweise haben alle Frauen aus dem Kurs problemlos gestillt und auch lange gestillt.

Dass Stillen "unnormal" geworden ist, denke ich nicht. In meinem Umfeld kenne ich kaum eine Mutter, die nicht mindestens 6 Monate gestillt hat. Ich sehe auch sehr oft in der Öffentlichkeit stillende Mütter (und sehr viel öfter als Mütter die Fläschchen geben).

Re: Stillen eine Intuitive angelegenheit? Oder eher "erlernb

Verfasst: 02.01.2012, 21:33
von lilly7686
luna24 hat geschrieben:Bei mir definitiv intuitiv - ich war mehr oder weniger überhaupt nicht informiert und es hat von Anfang an ohne irgendein Problem geklappt. Vorbilder hatte ich auch keine, aber - und das ist vielleicht der entscheidende Punkt - ich hatte eine absolut komplikationsfreie Hausgeburt (bzw. Alleingeburt - Doula + Hebamme kam zu spät...) - und eine tolle Geburts-/Wochenbettbetreuung durch das Hebammenteam vom GH und meine Doula. Es war einfach insgesamt eine sehr entspannte Atmosphäre und wahrscheinlich war es auch eher intuitiv vom Kind aus als von mir...

Ich hatte auch einen tollen Geburtsvorbereitungskurs im GH und interessanterweise haben alle Frauen aus dem Kurs problemlos gestillt und auch lange gestillt.

Dass Stillen "unnormal" geworden ist, denke ich nicht. In meinem Umfeld kenne ich kaum eine Mutter, die nicht mindestens 6 Monate gestillt hat. Ich sehe auch sehr oft in der Öffentlichkeit stillende Mütter (und sehr viel öfter als Mütter die Fläschchen geben).
Das ist sehr sehr schön! Aber leider auch sehr selten. Ich kenne niemanden, der länger als 6 Monate gestillt hat. Die meisten haben nach spätestens 3 Monate "aufgegeben" (aus den vielfältigsten Gründen: wollte wieder ausgehen, hatte zu wenig Milch, will den Körper wieder für sich haben, musste AB nehmen). Sehr schade!
Und stillen in der Öffentlichkeit kann man hier meist nur erahnen. Die Mütter "verstecken" das stillende Kind nämlich fast immer unter Stoffwindeln oder Tüchern :(

Doch es ist sehr schön zu lesen, dass es auch anders geht :)

Re: Stillen eine Intuitive angelegenheit? Oder eher "erlernb

Verfasst: 02.01.2012, 21:34
von mialein
ich glaube die Gesellschaft ist diesbezüglich schon ziemlich degeneriert ... keine Vorbilder und irgendwie auch kein Verständnis dafür an vielen Ecken und Enden

ich hatte großes Glück, ohne meine Hebamme hätte ich es niemals geschafft !!! mir wurden von allen Seiten Steine in den Weg gelegt, im KH, von der Ordinationshilfe und dann sogar die KiÄ, die doch tatsächlich meinte "so wie ich stille das geht gar nicht", daraufhin ich "doch, ich mache es ja" meine sie "aber es dürfte so nicht gehen" :?

beim 2. Kind wusste ich schon, dass ich meine Ohren auf Durchzug setzen muss und einfach mein Ding machen und so hat es dann gleich auf Anhieb wunderbar geklappt

Re: Stillen eine Intuitive angelegenheit? Oder eher "erlernb

Verfasst: 02.01.2012, 21:41
von claudia820
ich bin der festen Überzeugung, dass nicht nur das Baby den Instinkt hat an die Brust zu wollen, sondern auch die Mutter intuitiv wäre beim stillen
wäre, weil:
in der schwangerschaft schon viel zu viel darüber gelesen wird (inkl. aller möglichen tipps wie man es machen kann)
einem alle reinreden (arzt, hebamme, familie usw)
sich viele einfach zu viel druck machen
oder auch
gleich wieder aufgeben, weil die eigene mutter auch nicht stillen konnte

ist nur meine meinung und auch die gilt in diesem fall nur für Babys und Mütter zum Termin (nicht für Frühgeborene oder Kinder mit Problemen (Zungenbändchen usw)

Re: Stillen eine Intuitive angelegenheit? Oder eher "erlernb

Verfasst: 03.01.2012, 01:21
von klimaforscherin
NOchmal zu den Affen: ich habe gehört, dass man stillende Menschenmamas vors Attentäters setzt, damit sie sich das Abschauen können.

Re: Stillen eine Intuitive angelegenheit? Oder eher "erlernb

Verfasst: 03.01.2012, 07:03
von claudia820
?? meinst du affenkäfige?

Re: Stillen eine Intuitive angelegenheit? Oder eher "erlernb

Verfasst: 03.01.2012, 07:07
von klimaforscherin
Blöde Autokorrektur, natürlich Käfige!

Re: Stillen eine Intuitive angelegenheit? Oder eher "erlernb

Verfasst: 03.01.2012, 07:52
von arwen
Ich denke, es ist eine Mischung aus beidem. Die richtige Anlegetechnik ist sicherlich wichtig, damit das Baby gut trinken kann, und die kann frau sich abschauen und erlernen. Aber zu merken, ob das Baby gut trinkt und wann es Hunger hat, alle diese Dinge haben viel mit Intuition zu tun.

Re: Stillen eine Intuitive angelegenheit? Oder eher "erlernb

Verfasst: 03.01.2012, 11:28
von nahlahh
claudia820 hat geschrieben:ich bin der festen Überzeugung, dass nicht nur das Baby den Instinkt hat an die Brust zu wollen, sondern auch die Mutter intuitiv wäre beim stillen
wäre, weil:
in der schwangerschaft schon viel zu viel darüber gelesen wird (inkl. aller möglichen tipps wie man es machen kann)
einem alle reinreden (arzt, hebamme, familie usw)
sich viele einfach zu viel druck machen
oder auch
gleich wieder aufgeben, weil die eigene mutter auch nicht stillen konnte

ist nur meine meinung und auch die gilt in diesem fall nur für Babys und Mütter zum Termin (nicht für Frühgeborene oder Kinder mit Problemen (Zungenbändchen usw)

Das glaub ich auch. Richtige Technik usw. - klar, das gehört auch dazu. Aber ich denke mit besseren Vorbildern und mehr Vertrauen in die eigene Intuition wäre Stillen für viele einfacher.
Aber da es das so heute nicht mehr gibt liest man uU zwanzig Bücher in der Schwangerschaft und macht sich völlig verrückt :? und wundert sich dann, dass es nicht klappt, wenn die Stillbeziehung anders ist als in der Literatur beschrieben...
Gott sei Dank gibt es noch tolle Hebammen (die Frage ist aber auch hier: wie lange noch?? :evil: )