flaschenmilchindustrie unterstützen????

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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RWM
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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von RWM »

Hallo Sakura,
wollte nochmal an einem ganz anderen Punkt deines Posts einhaken. Hast du dich mal gefragt, warum die Milch evt gekippt ist? Vielleicht war die Kühlkette oder so unterbrochen, oder die Milch war nicht schnell genug im Kühlschrank? oder kam sie aus der TK Truhe?
Die TK Milch schmeckt/ riecht echt übel (find). Mein Sohn hat sie ab ca 4 Monate auch komplett verweigert. Bei der Mama am Busen schmeckts halt doch am besten. Habe dann im Endeffekt ca 10L (kein Scherz) in den Abguß gekippt :cry:
Falls es TK Milch war, dann pump doch mal frisch ab, morgens oder so, bevor ihr losziehen wollt.
LG
Potsdame
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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von Potsdame »

Deine Motivation kann ich nachvollziehen, aber andere Mütter gleich als schlechte Mütter darzustellen, weil sie Flaschenmilch geben und Firmen das anbieten, halte ich für unethisch. Das hat für mich was mit Toleranz zu tun. Ich finde es viel schlimmer, dass es Pulveressen für Erwachsene gibt (ich warte nocha uf Maggi Fix für Rüherei), aber das nur nebenbei.

Zum eigentlichen Thema:
ich habe auch mal eine Packung Pulvermilch gekauft. In der Anleitung steht allerdings auch, dass man offene Beutel nach 6 Wochen aufbrauchen sollte (vielleicht hält sich das im Kühlschrank länger?). Im Krankenhaus hatten sie schon fertig angerührte Milch in Gläschen. Ich habe mich immer gefragt, ob man die auch woanders herbekommt.

Wenn du so ein ungutes Gefühl mit der künstlichen Milch hast, warum nimmst du nicht für die Fälle Kuhmilch? Sofern dein Kind nicht potentiell Allergie gefärdet ist, ist das kein Problem (wir alle haben als Babies auch mal Kuhmilch bekommen, und sei es als Abendbrei)
Mops kam im Juli 2010 und wurde lange getragen und gestillt. Jetzt fährt er lieber Laufrad und will sich seine Milch unbedingt selbst eingießen :-)

Wieviel Erdbeereis muss der Mensch noch essen, dass er endlich einmal sagt, ich bin dafür?
(Am Ende denk ich immer nur an dich, Element of Crime)
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Nanthia
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flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von Nanthia »

Hab hier gerade ca. 4 l Milch im Kühlschrank stehen, die ich abgepumpt habe während mein Sohn auf Intensiv war. Magst Du was haben .
Nein , war ein Scherz. Allerdings gibt es zum Beispiel in Berlin Lichtenberg wieder eine Muttermilchsammelstelle.
Früher im Osten war das Gang und gebe. Mein Mann hat die ersten 3 Lebenswochem Milch von Spenderinnen gekriegt, weil er im KH war und seine Mutter angeblich nicht stillen konnte.
Sollte es sowas wieder mehr geben?
Wie steht ihr dazu?
Man wird übrigens wie beim Blutspenden auf diverse Krankheiten geprüft und die Milch wird pasteurisiert.
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Sakura
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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von Sakura »

hm... da habe ich emotional reagiert, und gleich wieder was angerichtet... nein. ich finde die anderen mütter keine schlechten mütter. ich finde es nur problematisch, dass sich frau heutzutage mit dem stillen gar nicht auseinander setzen muss, weil ihr von allen seiten pulvermilch zugesteckt wird. dass es als normal gilt, ein wenige wochen altes kind abzustillen und auf flasche umzustellen, weil machen ja alle oder was weiß ich. kuhmilch pur werde ich meinem kind keine geben. flaschenmilch ist auch kuhmilch, aber wenigstens für menschenbabies aufbereitet. ich habe genügend allergien, dass ich keine pure kuhmilch verfüttern werde.

und meine milch war frisch abgepumpt. war hier mal thema, dass es wohl frauen gibt, wo die milch super schnell ranzig wird. ich scheine dazu zu gehören. ganz frisch abgepumpt finde ich sie lecker, schmeckt fast wie kuhmilch. aber schon wenige stunden später - direkt in den sehr kalten kühlschrank gestellt - schmeckt die milch furchtbar. wirklich eklig.

frauenmilchsammelstelle gibt es in dresden auch. habe schon ein paar mal überlegt, ob ich auch spenden will, weil milch habe ich genug.
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flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von inmediasres »

Hallo zusammen,

nur mal so nebenbei: Pulvermilch ist von dem Boykott ausgenommen, weil es eben auch Mütter gibt, die darauf angewiesen sind.

Und: ja, die Industrie tut ihren (unmoralischen) Teil dazu, dass Mütter nicht stillen. Aber gerade in Deutschland gibt es Gegenden, in denen schon lange vor Erfindung der Pulvermilch nicht gestillt wurde. Wir können heute echt froh sein, dass es einen hochwertigen Ersatz für MuMi gibt. Die Sterberate aufgrund Nichstillens war damals katastrophal (bis zu 50%)

@Potsdame: Fix für Omelette gibt es doch schon längst. ;-)

LG
Karin
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Sakura
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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von Sakura »

inmediasres hat geschrieben:Aber gerade in Deutschland gibt es Gegenden, in denen schon lange vor Erfindung der Pulvermilch nicht gestillt wurde. Wir können heute echt froh sein, dass es einen hochwertigen Ersatz für MuMi gibt. Die Sterberate aufgrund Nichstillens war damals katastrophal (bis zu 50%)
echt????? das höre ich das erste mal. hast du da nähere infos dazu? wann war denn das? und womit wurden die babies gefüttert? und warum wurde nicht gestillt? *interessiertbin*
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

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feuerdrache
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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von feuerdrache »

Es war in der bäuerlichen Kultur gang und gäbe, dass die Kinder nicht oder nur sehr kurz gestillt wurden. Stillen hielt die Mutter vom Arbeiten ab. Und sie musste arbeiten bis zum Umfallen. An all das Leid damals mag ich gar nicht mehr denken.

Ein Beispiel aus den 1950er Jahren, aus dem Leben meiner Oma, einer Bäuerin.

Das erste Kind war eine Hausgeburt, 2 Tage nach der Geburt musste sie schon wieder in den Stall und mit aufs Feld. Das Kind sah sie immer erst wenn sie von draussen wieder reinkam. Das war beim Schwiegervater. Die Milch blieb weg, eh klar, und sie musste mit Kuhmilch und Haferflocken zufüttern. Fläschchenmilch war für sie nicht verfügbar, vielleciht war es meinem Großvater auch zu teuer.
Jedenfalls musste sie draussen mitarbetien, wenn sie ins Haus kam musste sie die Hausarbeit machen, sich kurz ums Kind kümmern und dann wieder raus arbeiten. Mein Großvater hat ihr dabei nie geholfen.
Das nächste und alle weiteren ihrer 8 Kinder bekam sie gegen den Willen meines Großvaters im Krankenhaus. Damals musste man dort noch 10 Tage lang bleiben. Das war in ihren Erzählungen die einzige Zeit ihres Lebens in der sie nicht schwer arbeiten musste. Sie ist noch Hochschwanger, ganz kurz vor der Entbindung, beim Fassen der Heubürdel (dasist echt anstrengend) vom Heuwagen in die Tiefe gefallen. Zum Glück für alle hat sie es überlebt.

Jedenfalls konnte sie nicht stillen. Und sie erzählte immer, dass in vielen Familien in der Früh ein "Mehlpapp" gemacht wurde, und das den ganzen Tag am Ofenrand stand. Das wurde natürlich untertags sauer und die Babys bekamen furchtbare Bauchscmerzen davon. Nasse Windeln wurden oft nur getrocknet, sie hat sie zumindest schnell mal mit Wasser ausgespült bevor sie zum Trocknen an den Zaun gehängt wurden.

Das was ich hier beschrieben habe war hier kein Einzelfall. Und in den Geburtsmatiken hier, die ich oft genug sehe, finden sich sehr sehr viele Kinder die wenige Wochen nach der Geburt gestorben sind. Das kann mir keiner nur mit mangelnder Hygiene erklären.

Irgendwo bei der Gesunden Ernährung gabs einen sehr interessanten link auf wikipedia zum Thema Sauglingsnahrung. Mit geschichtlicher Aufarbeitung.
Sonnenblume278
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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von Sonnenblume278 »

Ich war dankbar, dass es Hipp und Co gibt. Leider gehöre ich zu den wenigen Frauen die trotz aller Bemühungen nicht stillen können. Wenn ich dann hier immer lese, dass die Stillmütter die viel besseren Mütter sind, fühl ich mich gleich wieder noch ein bißchen schlechter. :(
Niemals würde ich mir freiwillig diese Tortur mit Fläschchen atun.
Wir können die Kinder nach unserem Sinne nicht formen, so wie Gott sie uns gab, so muß man sie haben und lieben (Goethe)
Liebe Grüße Anke
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Sakura
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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von Sakura »

nochmal, es tut mir leid, ich wollte keine mutter, die nicht stillen kann, verunglimpfen. sorry. mir geht es um die andere seite der medaille. ich habe beim googeln einfach zu viele bemerkungen gefunden, wo willentlich nicht gestillt wurde, oder schnell abgestillt, weil flaschennahrung ja praktischer ist. klar ist es ein segen, dass es flaschenmilch gibt, für alle die, die nicht stillen können. aber das ist nicht die mehrzahl der frauen.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von jusl »

Wenn ich dann hier immer lese, dass die Stillmütter die viel besseren Mütter sind, fühl ich mich gleich wieder noch ein bißchen schlechter. :(
Gerade Mütter, die sehr ums Stillen gekämpft haben aber am Ende doch auf künstliche Milch angewiesen waren, fühlen sich - absolut verständlicherweise - traurig darüber, und leicht angegriffen.
Stillende Mütter dürfen hier miteinander teilen, wie glücklich sie darüber sind, zu stillen. Mütter dürfen stolz darauf sein, ihr Baby zu stillen, genauso wie auf ihre Ehe, ihren Schulabschluss oder den Gewinn eines Tennisturniers, aber zu "besseren Menschen" macht sie all dies nicht.
Wir sind ein Forum, dass das Stillen fördern und unterstützen will, aber wir sein kein Forum, dass Nichtstillende beleidigt. Darauf achten wir Mods konsequent. Als Stillberaterin begleite ich am laufenden Band Mütter, die vorübergehend oder dauerhaft auf Formelnahrung angewiesen sind, und ich bin ohne Einschränkung froh, dass es Formelnahrung gibt.
Falls hier jemand tatsächlich auf Beiträge stößt, in denen so oder so ähnlich steht, dass "Stillmütter die viel besseren Mütter sind", bitte ich also um Benachrichtigung.

Vielen Dank und LG
Julia
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