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Re: Woher kommt der Wiegewahn?

Verfasst: 04.09.2011, 22:16
von vivi
femianca hat geschrieben:Gott bin ich manchmal dankbar für "meine" KiÄ!
Meine Große hat anfangs rasant zugenommen, mit 3 Monaten hat sie aber ihren Daumen entdeckt, und dann nur noch trinken wollen, wenn sie wirklich Hunger hatte.
In der Folge wurde aus der kleinen Speckmade plötzlich ein sehr zartes Kind, bei dem Gewicht und Größe relativ lange nur minimal zunahmen. Und weil ich halt die kleine Speckmade gewohnt war und immer wieder gehört habe, dass das Kind ja in seiner Perzentile bleiben sollte, hab ICH mir irgendwann Sorgen gemacht.
Und die KiÄ meinte bloß "Schauen Sie sich das Kind doch an, das hat nie im Leben eine Gedeihstörung". Und damit war das Thema abgehakt, Zufüttern war nie Thema für sie. :)
tolle ärztin :D dieser "klinische blick" geht vielen ärzten heute leider abhanden- sie schauen nur noch auf ihre werte und statistiken :?

Re: Woher kommt der Wiegewahn?

Verfasst: 04.09.2011, 22:47
von animaus
@Sakura :
Mag meinen KiA sonst .. is halt nen Mann und sicherlich auch wenn er immer sagt Stillen sei toll iwie nen bissl stillfeindlich/bzw von der Kunstfutterindustrie beeinflusst .. er hat auch überall so Probepäkchen rumliegen .. mir jedoch noch nie eins aufgeschwatzt. Bei der U2 bekam ich dann das Hipp Geschenk zur U3 (ne Flasche von Nuk und eine Dose wohl zum Aufbewahren von Pulvermilch) mit den Worten: das soll nun keine Aufforderung sein.
Da ich selbst angehende Kollegin bin, und wd Vollzeit im OP stand als die kleine 9 Wochen war (ging nicht anders, weil mir sonst das letztes Jahr meines Studiums aberkannt worden wäre), kam auch bei jedem Kia Besuch die Frage;. Stillst Du immer noch voll?!? ganz ungläubig ... denke er konnte sich nicht vorstellen, dass eine junge Mutter es unter diesem Stress noch schafft, ganz alleine mit ihrer Brust (bzd der amgepumpten Milch) ein Kind zu ernähren.
Aber er hat so langsam gemerkt, dass bei mir nix zu holen is, da ich etweder ganz cool jaja sage und er genau weiß, dass ich es doch so mache, wie ich will oder ihm Studien um die Ohren knalle punkto Beikost *hihi*
Er hat seinen Standpunkt und ich meinen ... finde halt nur, dass er als KiA etwas neutraler sein sollte, da nicht alle jungen Frauen beim ersten Kind so schlagfertig sind, wie ich (und das musste ich auch erst lernen im schönen stillfeindlichen D).

Re: Woher kommt der Wiegewahn?

Verfasst: 05.09.2011, 10:28
von jusl
Sibi hat geschrieben:Nicht direkt ein Stillthema, aber ich hoffe es passt hier trotzdem.

Vorweg: Ich weiß, dass alles gut ist und mein Kind gedeiht, trotzdem interessiert micht das Thema grundsätzlich.
Wir waren heute bei der U5 und Kind wiegt mit 6 Monaten ca. 6,5 kg. Gewichtszunahme seit der U4 vor 10 Wochen: 800 g, in den letzten 5 Wochen wohl 300 g. (So genau merke ich mir die Zahlen nicht - wenn sie nicht im U-Heft stehen, vergesse ich sie.)

KiA moserte nun herum, dass sie langsam zunimmt und bot eine Gewichtskontrolle an, ohne einen konkreten Termin zu verlangen. Letztlich ist also alles ok - er hat keinen übermäßigen Wirbel gemacht und uns auch letztlich bis zur U6 verabschiedet. Ich persönlich habe keinen Kontrollbedarf, solange mein Kind gesund, zufrieden und satt wirkt.

Trotzdem - warum wird überhaupt das Gewicht thematisiert? Das Kind ist in die Länge geschossen (5 cm seit U4), es hat Gewicht zugenommen, es liegt immer noch auf der 25. Perzentile und ist fit. Es ist nach den Mahlzeiten zufrieden.

Warum also ist Gewicht so ein Thema, solange alles gut ist? Gibt es irgendetwas, was sich aus verstärkter oder verminderter Zunahme ergibt, solange das Kind nach Bedarf gestillt wird und Beikost erhält? Wenn es nämlich keine Konsequenzen gibt, könnte man doch das Wiegen auch gleich lassen, oder?

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu wirr, aber es geht mir halt den ganzen Tag durch den Kopf.

Hallo Sibi,

das Gewicht ist, ähnlich wie Körpergröße, Haarfarbe oder Fußlänge erstmal einfach ein physiologisches Merkmal, nicht mehr und nicht weniger. Diesem Merkmal wohnt kein "Wert" inne, es gibt große und kleine, dicke und dünne, hellhäutige und dunkelhaarige... Von daher muss man in der Tat dem Gewicht keine Bedeutung beimessen, allerdings gilt dies nur unter zwei Annahmen:
1. das Kind ist gesund und
2. es wird gut ernährt.

Das Problem dabei ist: wie stellt man sicher, dass die beiden Annahmen erfüllt sind? Schließlich steht dem Kind nicht auf der Stirn: "Ich habe keine Erkrankungen und keinen Nährstoffmangel und werde auch nie welche kriegen." ;-) Und es kann sprachlich keine Auskunft geben wie "Ich bin ungewöhnlich müde oder unkonzentriert in letzter Zeit" oder "Ich bekomme oft Kopfschmerzen oder Bauchweh."

Probleme mit der Gewichtsentwicklung ist Symptom zahlreicher Erkrankungen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, das Gewicht regelmäßig zu überprüfen, da Auffälligkeiten in diesem Bereich erste Symptome für was Ernstes sein können. Die Gesundheit unserer Kinder ist ein hohes Gut, daher gilt: lieber einmal zu oft genauer hinschauen als einmal zu wenig.
Der "Preis" ist, dass manchmal Eltern unnötig verunsichert werden.
Und selbstverständlich ist die Gewichtsentwicklung nur EIN Merkmal von vielen, die ein guter KiA im Auge behalten muss.

LG
Julia

Re: Woher kommt der Wiegewahn?

Verfasst: 05.09.2011, 12:22
von Sibi
Julia,
danke für diese neutrale Sicht - auch aus Arztperspektive.

Was würdest Du denn in meinem Fall konkret tun? Ich habe keine Waage und die Waage, die ich manchmal nutze, ist sehr ungenau (funktioniert auch nur, indem ich erst mich und dann Kind und mich wiege und daraus das Gewicht des Kindes ermittele - also eher ungenau).

Würdest Du an meiner Stelle in zwei Monaten nochmal mit Babywaage wiegen? (Vielleicht kann ich das mal in einer Apotheke oder Hebammenpraxis machen? Zum Arzt gehen finde ich ja irgendwie übertrieben.)

Oder sollte ich, solange mir das Kind gesund vorkommt, gar nichts machen und einfach den nächsten regulären Arzttermin abwarten? (Also hoffentlich erst Anfang Januar)

Viele Grüße
Sibi

Re: Woher kommt der Wiegewahn?

Verfasst: 05.09.2011, 12:35
von jusl
Hallo Sibi,

für eine aussagekräftige Analyse und um entsprechende Empfehlungen ableiten zu können bräuchte ich zunächst alle Gewichtsdaten, die Du hast, und einige weitere Angaben. Genauere Infos dazu findest Du hier.
Methodisch zu ungenaues Wiegen jedenfalls hat keinen Sinn, da hast Du völlig Recht. Ausführliche Informationen zum Thema Gewichtsentwicklung, Gedeihen und Wiegen findest Du in diesem Grundinfo-Thread, vielleicht magst Du darin ja schon mal stöbern?

LG,
Julia

Re: Woher kommt der Wiegewahn?

Verfasst: 05.09.2011, 13:44
von Sibi
Hallo Julia,

die beiden verlinkten Threads kenne ich - deswegen, und wegen des fitten und zufriedenen Zustands meiner Tochter mache ich mir ja keine Sorgen.

Also die Kriterien, ob meine Tochter genug Milch bekommt, kann ich alle mit "Ja" beantworten.
Selbst die Kriterien, die eine Gewichtskontrolle nur zu den U's erlauben, kann ich alle bejahen - außer, dass der KiA eben eher mäßig zufrieden mit der Gewichtsentwicklung ist.

Ich gebe trotzdem mal die Daten an:
02.03.2011: U1 - 3100 g (nackt im Krankenhaus/direkt danach gingen gefühlte Liter Mekonium ab); 50 cm
(Die Daten der Hebamme bis zur U2 habe ich nicht. Aus dem Kopf war das niedrigste Gewicht:
04. oder 05.03.11 - 2880 g )
10.03.2011: 3200 g (KiA, mit Windel und Body); 50 cm
24.03.2011: 3800 g (KiA, Windel und Body); 51 cm
17.06.2011: 5700 g (U4, neuer KiA, Windel und Body); 62 cm
01.09.2011: 6500 g (KiA von U4, Windel und Body); 67 cm
(Anmerkung: 6500 ist das Gewicht, dass der KiA in das U-Heft eingetragen hat, die Waage zeigte 6650 g an und das Kind hatte Hunger, wurde danach gleich gestillt. Zuhause habe ich mal Body und Windel gemessen - das sind nur 80-100 g. Ich halte also ein Gewicht von 6600 g für die U5 für realistisch.)

Zwischen der U4 und U5 gab es noch zwei Messungen bei den Impfungen. Die habe ich mir allerdings nicht genau gemerkt und die stehen naturgemäß nicht im U-Heft. Die Messungen waren am 8.7.11 mit ca. 5900 g und am 22.7. mit ca. 6200 g. Wieder mit Body und Windel, beim zweiten Mal gerade gestillt, also eher brutto, während die U5 dann eher netto war. :wink:) Ich weiß, die Messungen sind ungenau (mal gestillt, mit Body und Windel, die zwar immer so eine Stunde vorher dran war, aber sicher unterschiedlich voll), aber ich habe dem eben nie soviel Bedeutung zugemessen, da immer alles für mich gut war/ist.

Tochter wird nach Bedarf gestillt - meist tagsüber alle 2 h, mal häufiger, selten mal nach 3 h, nachts 1-2 mal. Inzwischen gibt es etwas Beikost nach Bedarf - mal tagelang nichts, dann mal morgens ein bisschen Brotkanten und mittags etwas Kartoffel oder Gemüse oder Obst. Aber nie mehr als 3-4 halbe Löffel/Tag plus Herumlutschen an Fingerfood.

Das ist jetzt etwas lang und chaotisch geworden - Du hast Wichtigeres zu tun. Aber wenn Du eine Meinung dazu hast, ob das nächste Wiegen bis zur U6 (Januar 2012) warten kann oder lieber mal zwischendurch, würde ich die natürlich gern wissen. :)

Viele Grüße
Sibi

Re: Woher kommt der Wiegewahn?

Verfasst: 05.09.2011, 14:05
von jusl
Hallo Sibi,

also bis Mitte Juni lag die durchschnittliche, wöchentliche Gewichtszunahme bei über 180 g. Das ist ein unauffälliger, eher hoher Wert.
Von Mitte Juni bis Anfang September lag die durchschnittliche, wöchentliche Gewichtszunahme bei ca. 90 g. Das ist ein unauffälliger, eher niedriger Wert.

Da bislang keine medizinischen Besonderheiten bekannt sind, die Ernährung gut klappt und Dein Baby alle Zeichen guten Gedeihens erfüllt, sehe ich keinen Grund für häufigere Gewichtskontrolltermine.

Dass Dein KiA dennoch einen zusätzlichen Termin angeboten hat, finde ich persönlich aber völlig richtig. Mütter haben erfahrungsgemäß recht unterschiedliche Bedürfnisse hinsichtlich Sicherheit, Kontrolle und ärztlicher Betreuung. ;-) Manche Mütter finden Zahlen und Tabellen grundsätzlich eher doof und möchten "damit" möglichst wenig zu tun haben. Für andere ist es hilfreich und beruhigend, möglichst häufig "schwarz auf weiß" zu haben, dass alles in Ordnung ist. Die einen finden es nett, häufiger mal beim KiA vorbei zu schauen, weil sie es als angenehmen "Service" auffassen und gerne hin und wieder "extra" mit den Ärzten/Arzthelferinnen plaudern. Und andere Mütter empfinden die U's als lästige Pflichttermine.

Eine andere Mutter mit exakt Eurer Vorgeschichte könnte also hier im SuT ein Posting verfassen, in dem sie sich über ihren "laschen KiA" entrüstet, der "einfach so" gesagt hat, es sei alles in Ordnung, dabei macht sie sich doch Sorgen... Nicht mal einen extra Wiegetermin hat er angeboten... ;-) Wie gesagt: Bedürfnisse, Erwartungen und Vorgehensweisen können auch bei gleicher "Faktenlage" recht unterschiedlich ausfallen. ;-)

LG
Julia

Re: Woher kommt der Wiegewahn?

Verfasst: 05.09.2011, 14:16
von Sibi
Oh, danke schön, Julia. Jetzt bin ich auch wieder 100%ig mit meinem KiA, bzw. seinem für mich merkwürdigem Verhalten versöhnt.

Re: Woher kommt der Wiegewahn?

Verfasst: 05.09.2011, 14:17
von jusl
Das freut mich. :wink: :D

Re: Woher kommt der Wiegewahn?

Verfasst: 04.11.2011, 15:34
von Sibi
Ich wollte noch mal updaten. :D
Wir mussten wegen Krankheit zum KiA - eigentlich war ich ja ganz froh, da erstmal nicht mehr hinzumüssen bis zur U6, um das Gewichtsthema zu umgehen.

Das Kind liegt jetzt mit 8 Monaten bei knapp 7 kg. Also ca. 500 g Zunahme in zwei Monaten. Das fand weder ich noch der KiA nun viel, aber wir fanden es beide auch nicht besorgniserregend:

Mein KiA war heute etwas gesprächiger (ich glaub, der ist kein Morgenmensch :wink: ) und fragte, was das Kind zu essen bekommt, ob es Unverträglichkeiten bei den Eltern gibt, wie die Eltern als Babys gewichtsmäßig waren, ob mir sonst was auffällt.

Dass das Kind noch weitgehend stillt, kaum Brei mag und vom Familientisch gerne immer mal, aber nicht wirklich viel isst, fand er nicht problematisch, weil es keinen Hinweis auf Probleme gibt, die Mutter selbst dürr war als Baby und das Kind auch in krankem Zustand fast die Praxis auseinandernahm, robbte, sich hochzog, Krabbelversuche unternahm. :lol:

UND, er meinte, wenn eben etwas auffällig wäre, müsse man über Diagnostik nachdenken. Fand ich insofern gut, weil mich der pauschale Rat, zuzufüttern, wie es wohl viele Ärzte machen, nervt. Abgesehen, wie mach ich das mit einem Baby/Kleinkind, das nun mal nur 2-3 Löffel essen will und danach einfach desinteressiert ist und den Mund zulässt?
(Das wäre mal ein eigener Thread wert - mir ist völlig schleierhaft, wie ich meinem Kind mehr zuführen könnte, wenn ich meinen würde, ich müsste? Mein Kind ist satt - ich bekomme da nicht mehr rein als sie es möchte.)

Kurz und gut - nachdem mich das Gewichtsthema beim letzten Termin anfangs ja etwas geärgert hatte, war das heute sehr angenehm. :) Und Kind gehts auch schon wieder besser. :wink: