Hallo
Nun sind einige Monate vergangen, seit ich diesen Thread eröffnet habe - und meine kleine Elfe geht nun schon seit 7 Wochen in die Krippe (davon 4 Wochen Eingewöhnungszeit).
Da Ihr mir damals so toll geholfen und mir Mut zugesprochen habt, dachte ich, ich berichte mal, was nun aus uns wurde.
Und vielleicht liest das ja auch die Ein oder Andere, die sich in einer ähnlichen Situation befindet, und der ich Mut machen kann
Aaaaalso, gleich vorab: es läuft PERFEKT!!!
Das hätte ich in dieser Form nie - nie - niemals gedacht und erwartet!
Dabei waren die Grundvoraussetzungen alles andere als optimistisch stimmend: ich habe wirklich ein tolles Kind - aber wahrlich kein "pflegeleichtes". Von Anfang an war die Maus anspruchsvoll und bedürftig. Vorgestern habe ich den Begriff "24-Stunden-Kind" gelesen. Kannte ich gar nicht - aber genau das ist sie wohl. Ab Geburt durfte ich sie nie ablegen. Den Säugling mal kurz neben sich legen, um etwas zu erledigen, zu kochen oder sich mit zwei Händen auch nur ein Brot zu schmieren? Unmöglich. (noch Fragen, wieso ich ATTA bin?! Tücher waren für mich überlebensnotwendig

Zumindest haben sie mich davor bewahrt, irre zu werden. Die Maus lebte darin, ich quasi auch).
Ablegen ging also nicht. Weder wach noch schlafend - Sie schlief ausschließlich an meinem Körper. Sobald ich mich von ihr entfernt habe und sie keinen Körperkontakt mehr hatte, wurde sie sofort wach. Das ist bis heute so geblieben! Beim Einschlafstillen ist also bei uns nicht Schluss. Sie schläft nur mit mir. Sebst im tiefsten Tiefschlaf behält sie auch heute, mit einem Jahr, immer eine Hand an mir. Sie dreht sich im Schlaf herum und zack tasted eine hand suchend nach mir. Trifft sie auch meinen Körper, ist alles gut. Findet sie mich nicht, ist sie innerhalb von 30 Sekunden wach. RICHTIG wach. Wenn ich zur Toilette will, während sie schläft, komme ich nicht mal bis zur Schlafzimmertür und sie ist schon in Alarmmodus. Andererseits haben wir neulich gemeinsam Mittagsschlaf gemacht, während von außen Gerüstbauer an der Schlafzimmerwand Bolzen in die Wand getrieben haben, mit einem Höllenlärm. Mein Kind hat nicht mal mit der Wimper gezuckt, sie lag ja an meinem Körper, das reichte ihr für den Tiefschlaf, auch bei Presslufthammergedröhn.
Mit dem Stillen verhält es sich ähnlich. Auch heute, mit über einem Jahr und fünf Malzeiten am Tag haben wir rund um die Uhr eigentlich keine längeren Stillpausen als mal ein-zwei Stunden. Nicht als Phase - sondern als Dauerzustand. Einzige Ausnahme ist ein langer Aufenthalt im Tuch auf meinem Rücken, dann kann die Stillpause auch schon mal länger ausfallen
Ich könnte noch lange so weitermachen, will Euch aber nicht langweilen. Ein High-Needs-Kind also. Und so eines soll mit 12 Monaten in die Krippe? Dort 6 Stunden ohne stillen auskommen und dort Mittagsschlaf machen?
Im Leben konnte ich mir nicht vorstellen, dass das wirklich geht
Aber: es geht! Und die Maus liebt es! Sie lacht und hüpft, wenn ich sie in die Krippe bringe und mir in der Garderobe die Stiefel ausziehe und sie bemerkt, wo wir sind. An manchen Tagen weint sie kurz, wenn ich sie übergebe, das ist dann aber schon wieder vorbei, bevor ich auch nur die Ausgangstür erreicht habe. An vielen anderen Tagen, so auch heute, schaut sie nur ein wenig "sparsam", wenn die Betreuerin sie übernimmt, winkt mir aber tapfer zu und ist mit den Blicken dann schon bei den anderen Kindern.
Wenn ich sie nachmittags abhole, sitzt sie meist am Tisch und isst gerade gemeinsam mit den anderen Kindern Obst.
Sobald sie mich sieht, lacht sie laut auf, pfeffert ihren Apfel in hohem Bogen von sich (jedes Mal

), streckt die Hände nach mir aus, und sobald ich sie hochnehme, winkt sie bereits von sich aus strahlend in die Runde "tschüsstschüss, ich bin dann mal weg".
Es ist soooooo süß!
Zuhause angekommen (wir wohnen ur zwei Gehminuten von der Krippe entfernt) stillt sie dann erst einmal ausgiebig und oft. Ungefähr zeitgleich mit dem Krippengang hat sie herausgefunden, dass man sich an der Milchbar auch selbst bedienen kann - sie zupft nun also an meinem Shirt, wenn sie stillen möchte, versucht, es hochzuschieben und schiebt es hinterher wieder herunter. Das macht ihr momentan einen diebeischen Spaß und dementsprechend oft macht sie es.
(übrigens auch, wenn sie nicht mehr stillen möchte - dann schiebt sie auch noch mal mein Shirt hoch, schaut meine Brüste an, schüttelt dann den Kopf und schiebt das Shirt wieder runter

).
Übrigens hätte ich auch nicht gedacht, dass meine Brüste die 6 Stunden Stillpause mitmachen würden. Immerhin waren die wie gesagt gut 12 Monate lang im 2-Stunden-Dauereinsatz. Aber oh Wunder: wenn mein Kind weg ist, ist Ruhe. Keine Überproduktion, kein Spannungsgefühl, ich muss nicht ausstreichen ... alles Bingo. Erst, wenn die Maus wieder bei mir ist, ich sie sehehörerieche, merke ich, dass meine Brüste voller werden, wenn die Maus mal nicht so schnell trinkt wie sonst. Biofeedback vom Feinsten
Insgesamt ist sie total ausgeglichen und zufrieden. Die Zeit mit den anderen Kindern, die Gemeinschaft als "Großfamilie" tut ihr total gut, und ich habe nicht das Gefühl, meinem Kind etwas "angetan" zu haben mit diesem ersten Abnabelungsprozess in ihrem jungen Leben.
Was hat uns dabei geholfen, dass es so gut funktioniert und wie läuft ddas nun in der Krippe?
Hm, Ginevere meinte vor einigen Wochen mal zu mir, ich solle mir nicht ZUUUUUuuu viele Sorgen machen (habe ich aber!), denn ein Kind, dass ein Jahr lang so viel gestillt und getragen worden sei, habe bestimmt so viel Grund- und Urvertrauen mitbekommen, dass es mit der Veränderung schon klar kommen würde. Recht hatte sie! Und um die Zeit in der Krippe zu kompensieren, tragen mein Freund und ich halt weiterhin sehr, sehr viel.
Konkret heißt das z.B., dass ich die Maus morgens nach dem Aufwachen, noch in Schlafanzug und Nachtwindel, als erstes auf meinen Rücken binde und so mit ihr ins Bad wanke, um mich zu waschen und fertig zu machen. Sie bleibt so lange auf meinem Rücken und kann noch kuscheln, bis ich sie selbst wickeln und anziehen muss. Dann stillt sie nochmal (an manchen Tagen verzichtet sie sogar darauf) und los geht´s im Sling unter meiner Jacke direkt zur Krippe. Nachmittags kommt sie in der Krippe dann auch wieder direkt in den Sling und kuschelt auf dem Heimweg, nachmittags trage dann entweder ich sie auf dem Rücken oder mein Freund geht mit ihr im Sling unter der Jacke eine Stunde spazieren.
Ansonsten haben wir eigentlich wenig gemacht - wir haben halt im Vorfeld bereits zuhause den Rhythmus der Krippe aufgenommen mit Essens- und Schlafzeiten, damit die Maus sich da nicht mehr umstellen musste. Und ich bin mit ihr ab dem 8. Lebensmonat zwei- bis dreimal wöchentlich in Kurse mit anderen Kindern gegangen, damit sie Kindergruppen schon mal gewohnt ist.
Natürlich ist die Sache auch enorm von der Krippe, der Betreuerin und den anderen Krippenkindern abhängig. Da hatten wir wohl auch Glück, das ist eine ganz tolle Gruppe, in der sie da ist, sehr harmonisch, mit tollen Betreuerinnen. (meine Stoffwindeln wurden übrigens auch problemlos akzeptiert, obwohl wir die ersten in der ganzen Kita waren, die sowas wollten!)
Übrigens eine ganz normale städtische Kita mit dem üblichen ungünstigen Betreuungsschlüssel von 14 Kindern und 2 Betreuerinnen

Aber die beiden managen das einfach optimal. Während der Eingewöhnungszeit war ich ja viel dabei und habe auch die anderen Kindern beobachten können, die fühlen sie da alle wirklich sauwohl.
... So, und zum Abschluss noch der größte Schenkelklopfer.
Wie macht mein High-Needs-Kind in der Krippe Mittagsschlaf?!
Im Gruppenraum mit den anderen Kindern auf den kleinen süßen Matratzen zu schlafen, hat sie wie erwartet (und von mir befürchtet) verweigert.
Dafür schläft sie nun mittags selig zwei Stunden lang ganz allein auf der Terrasse bei Wind und Wetter im .... tadaaaaaa .... Kita-eigenen Kinderwagen.

Mein Kind, das seit Geburt an ausschließlich getragen wurde und vorher noch nie einen Kinderwagen von innen gesehen hatte, hat sich das für die Krippe so ausgesucht. Tja, so kanns gehen.
