Hallo ihr Lieben,
leider waren wir heute wahnsinnig aufgedreht und unser 19-Wochen-Schub steht uns momentan etwas im Wege, so hat es sehr lange gedauert, bis er wirklich im Bett lag. Ich hoffe, dass ich nun aber endlich wenigstens mal eine halbe Stunde für mich habe und meinen Bericht schreiben kann.
Vorweg möchte ich wieder betonen, dass ich hier nur meine Sicht der Dinge schreibe, einiges vielleicht nicht mehr ganz genau beschreiben kann (jaja, die Stilldemenz) und vielleicht auch Sachen anders sehe, als die Menschen, die dabei waren. Meine Sicht, meine Gefühle und mein Erlebnis - „Unsere erste Trageberatung“.
Es begann mit einer netten Begrüßung und einer kleinen Vorstellung unserer Trageberaterin. Sie zeigte uns dazu auch einige Bilder (hier nicht nur Tragetücher sondern auch z.B. ein Sling). Hier waren auch welche zu sehen, wie sie vor der Schulung getragen hat und wie es später aussah. Es ging weiter mit einer Einleitung über das Thema Tragen und wir bekamen Zeit Fragen zu stellen.
Als die Einleitung zu Ende war konnte es endlich los gehen und wir fingen mit dem Minimonster und mir an. Wir durften als erstes unser Tuch und den bestellten Mei Tai präsentieren (den Mei Tai brachte ich mit, um sicher zu gehen, dass er auch wirklich für uns geeignet ist). Zu Beginn sollte ich vorstellen, wie ich selbst normalerweise binde (Wickel-X-Trage). Mir war natürlich bewusst, dass es sicher nicht perfekt war, aber es war dennoch gut zu hören, dass es auch nicht tausend Fehler beinhaltet. Dennoch gab es einiges, was man verändern kann und so nahmen wir Leon noch einmal hinaus und banden zusammen neu. Es waren „Schönheitsfehler“ z.B. wie ich das Tuch hinter meinen Rücken kreuze, beim ziehen der Kopfstütze, wie ich richtig anhocke und vieles mehr. Und heute Abend habe ich wirklich mal bemerkt, was diese kleinen Schönheitsfehler ausmachen können.
Als nächstes kam mein Angstthema die Rückentrage. Ich wollte schon immer zu Hause üben, jedoch wusste ich nie, wie ich den anfangen sollte. Sie zeigte uns den Start auf dem Sofa, damit auch wirklich nichts passieren kann und ich ein sicheres Gefühl habe. Nagelt mich jetzt bitte nicht ganz fest, da ich die erste Technik so nicht in meinem Heft habe, aber es war ähnlich der Gekreuzten Rückentrage. Wir banden zu zweit und sie erklärte mir alles sehr genau, was sie gerade tut. Jedoch merkte ich nach gewisser Zeit, wie stark mein Rücken an einer bestimmten Stelle schmerzt. Unsere Trageberaterin spürte dies zum Glück und sagte, es gäbe eine eine andere Technik, die wir versuchen können. Bevor ich jedoch weiterschreibe, muss ich hier schnell erwähnen, dass uns ab hier aufgefallen ist, wie „schlimm“ eigentlich mein Rücken ist. Meine Schulterhaltung geht nach vorne, auch so ist mein Rücken etwas krumm. Sie konnte sogar genau auf die Muskeln (? Ob es das war, was sie berührte kann ich leider nicht mehr sagen) greifen und sie schmerzten wirklich. Somit banden wir als nächstes mit Leon die einfache Rückentrage. Auch hier gibt es natürlich einige Kniffe, die ich ohne Beratung niemals hinbekommen hätte. Der Unterschied war der Wahnsinn! Die Technik fühlte sich gut an, aber da mein Minimonster sehr müde wurde bzw. es zu viel wurde, brachen wir erst mal ab. Ich band wieder unsere Wickel-X-Trage, die Trageberaterin sah nochmals drüber und korrigierte und ging aus dem Raum raus und nach draußen. In dieser Zeit beschäftigte sie sich mit Maxi (meiner „Stiefschwiegermutter“), was sie besprachen bleibt ihr Geheimnis (Ich erfahre es Sonntag). Als ich zurückkam, war Leon schon viel ruhiger und wir konnten uns weiter unterhalten. Wir sprachen über meine Geburt, meinen Rücken, über unsere Tragejacken (ich weiß jetzt, dass die Firma MaM wirklich tolle Jacken hat) und zusätzliche Dinge, auf die ich erst später eingehen werde.
Als Leon wach wurde, durfte ich noch einmal die Rückentrage üben. Nun aber mit Tragepuppe, schließlich wollte Leon nicht nochmal ins Tuch. Vorerst noch zusammen, danach ganz alleine. Lustigerweise hat sie mir eigentlich gezeigt, die Stränge am Anfang einfach nach hinten zu ziehen. Ich habe jedoch, als ich alleine band, die Stränge vorn gekreuzt. Dies wollte sie mir noch zeigen, hatte sich damit aber wohl erledigt.
Der Abschluss der Trageberatung war schnell gemacht, da wir leider arbeitsbedingt los mussten. Ich konnte leider nicht einmal meine Tasse Tee zu Ende trinken (Wenn du das hier liest, bitte verzeih mir! Der Tee war lecker, aber Maxi drängte ja so.) .
Kommen wir zu meinem Schlusswort:
Schön fand ich, dass sie am Anfang nicht nur Bilder zeigte, wo alles perfekt war. Hier und da waren auch mal Fehler und vor ihrer Schulung hatte sie ebenfalls nicht perfekt getragen. Das machte sie von Anfang an menschlich und sympathisch.
Sie stellte sich komplett auf uns ein. Ich hopse gern beim straff ziehen (ja, es sieht komisch aus und nicht graziös). Zwar gab ich mir Mühe dies bei der Beratung zu unterlassen und jetzt auch zu Hause zu ändern. Aber selbst wenn wir weiter gehopst wären, hätte sie es akzeptiert (außer wir hätten sonst kein gewünschtes Ergebnis erhalten).
Sie nahm mein Kind ernst. Und das muss man mal erwähnen, denn das erlebe ich eigentlich nie. Ich konnte mit ihm die Situation verlassen, als er anfing zu schreien und Ruhe brauchte. Als wir den Raum von draußen wieder betraten, sprach sie mit ihm und sagte, dass er für heute fertig ist und nun nicht mehr eingebunden wird. Auch durfte er in Ruhe schlafen und hätte er Stunden bei mir verbracht, hätten wir eben uns nochmal treffen müssen. Das Kind ging vor und so soll es ja auch sein. Auch merkten wir, dass die 2. Technik der Rückentrage für Leon viel besser war. Er fühlte sich wohler.
Auf meine Bedürfnisse wurde eingegangen. Ich wusste gar nicht, wie schlimm es meinem Rücken geht. Sie zeigte mir die 2. Technik aus dem Grunde, weil hier mein Rücken anders belastet wird. Und empfahl mir einen Osteopathen (Wird das so geschrieben?), den ich auf jeden Fall besuchen werde (mit Kind). Außerdem ist ihr beim Gespräch über die Geburt einiges aufgefallen und gab mir einen Flyer über eine therapeutische Seelsorge. (Hier möchte ich nicht weiter eingehen)
Ich wurde ernst genommen. Ja, ich bin ein Angsthase. Ich traue mich einfach nicht die Rückentrage im Stehen zu binden. Somit zeigte sie mir das Binden im Sitzen, bis ich das Gefühl bekomme, dass gar nichts mehr passieren und aufstehen kann. So fühlte ich mich wahnsinnig sicher und habe auch keine Angst zu Hause zu üben.
Was ich gern geändert hätte, wäre gleich zu sagen, dass mein Rücken nicht der Schönste ist. Das aber habe ich einfach vergessen zu sagen.
Zum Schreiben kam ich gar nicht, weil es einfach so viel war (uns rauchte beiden der Kopf danach), das muss erst mal verarbeitet werden.
Ohne Maxi wäre ich nicht zu Fotos gekommen.
Was mich wirklich erstaunt hat war, dass ich beim Tragen einen wirklich viel besseren Rücken habe als ohne Tuch. Für mich ist es wirklich „wichtig“ zu tragen und hier auch immer auf meine Haltung zu achten.
Und dass eine Trageberaterin auch mehr sein kann, schließlich empfahl sie uns ja eine Seelsorge und einen Osteopathen.
Es klingt so, als hätte Maxi gar nichts davon gehabt, aber ich möchte euch wirklich nur aus meiner Sicht schreiben und habe „ihren Teil“ daher weggelassen. Da sie schwanger ist, war für sie auch eher interessant, die Einführung, welche Tragen es gibt, ob ihr Tuch (welches sie geschenkt bekommen hat) auch für sie passt und andere Kleinigkeiten. Wenn es so weit ist, wird sie selbst die Trageberaterin nochmals aufsuchen.
Wir haben sehr viel mitgenommen und danken dafür, es war wirklich lehrreich. Aber es war auch wirklich viel. Mehr hätte es gar nicht sein dürfen.
Ich hoffe sehr ich habe nichts vergessen und ihr habt ein paar Fragen

Natürlich habe ich der Trageberaterin gesagt, dass ich hier reinschreibe und werde sie telefonisch nochmals darüber informieren. Vielleicht mag sie selbst noch etwas dazu schreiben?
Entschuldigt den langen Text, gute Nacht.
Eure Ellis
PS: Ich habe den Text ganz oft durchgelesen, jedoch passieren jedem Fehler – also nagelt mich nicht fest, wenn mir einer passiert ist.