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Re: Wie stehen eure Partner zum Stillen?

Verfasst: 19.07.2011, 21:19
von Ronia
Mein Mann ist ganz locker, aber vielleicht möchte der andere Mann nicht nachts zum Flasche machen raus müssen...

Re: Wie stehen eure Partner zum Stillen?

Verfasst: 19.07.2011, 21:23
von Lösche Benutzer 6191
Im Prinzip ist es meinem Mann glaub egal, ob Stillen oder Schoppi.
Donni hab ich mit 6 Monaten abgestiillt und dann Schoppi gegeben, er hat es mit getragen.
Arnau stille ich immernoch, er trägt es mit.

Wobei es zu 99% ja auch meine Aufgabe ist, den Kindern die Nahrung zuzuführen, also den Schoppi zu richten, oder halt zu stillen.

Allerdings steht er Langzeitstillen etwas skeptisch gegenüber. Eigentlich hatte er mal gesagt, dass Arnau mit anderthalb abgestillt wird. Nachdem ich ihm dann aber verklickert hatte, dass er dann die Nächte übernehmen darf und ein schreiendes, panisches Kind beruhigen muss..."darf" ich jetzt weiterstillen, bzw. mache halt mein DIng...

Die beschriebene Situation ist natürlich schon etwas heftig. Ich persönlich könnte mir nicht vorstellen am Tag der Geburt zu sachen - so, ich will nicht stillen, ich bin fertig mit dieser Angelegenheit
Aber es kommt sicher auf viele Faktoren an. Warum hat sie das Kind bekommen, wie war die Schwagnerschaft, wie war die Geburt und so weiter.
Dass man nie darüber gesprochen hat, finde ich jetzt nicht sooooo schlimm...haben wir glaub auch nicht.

Re: Wie stehen eure Partner zum Stillen?

Verfasst: 19.07.2011, 21:25
von Teazer
Drüber geredet haben wir nie, ihm war klar, dass ich stillen wollen würde. Da er selbst ein "Flaschenkind" war, hätte er aber auch eine Entscheidung gegen das Stillen sicher mitgetragen. Allerdings weiß er jetzt wie wichtig das Stillen ist und positioniert sich - selbstverständlich mit aller Tolleranz - klar für das Stillen.

Wenn die Frau es wirklich so gesagt hat, dann wäre ich als Partner schon schockiert, denn es zeugt schon von einer gewissen negativen Egozentrik, dass man sich selbst wichtiger nimmt als das Kind. Für mich würde da nicht das Thema Stillen im Vordergrund stehen, sondern die Frage wie diese Frau ihr Kind liebevoll aufziehen will, wenn sie bereits die Schwangerschaft als derart negativ ansieht. Da ist das Nicht-Stillen-Wollen für mich nur ein Symptom, aber nicht das eigentliche Thema. :-(
Ronia hat geschrieben:Mein Mann ist ganz locker, aber vielleicht möchte der andere Mann nicht nachts zum Flasche machen raus müssen...
Dann hätte er sich aber bestimmt nicht über dieses "Argument" aufgeregt. Da wäre der Streitpunkt doch ein ganz anderer.

Re: Wie stehen eure Partner zum Stillen?

Verfasst: 19.07.2011, 21:38
von Wortgewitter
Hmmm, mein Freund hat das gesehen, wie die meisten Männer hier - er hat mich entscheiden lassen. Wir haben nie diskutiert über das Thema, es war klar, ich schau, dass ich das mit dem Stillen hinkrieg und dann entscheide ich alles weitere.

Das Einzige war, dass er es sehr genossen hat, wenn er mal 'stillen' (also abgepumpte/später Pulvermilch füttern) durfte. Das hat es mir sehr leicht gemacht, dann eher ihn füttern zu lassen. Er hat es geliebt :wink: Auch nachts 8) Zu dem Zeitpunkt war er dann auch vollständig zuhause und ist in seiner Hausmann-Rolle aufgegangen.

Also, als ich dann abgestillt habe, hat er sich das angehört, gemeint, das er das schade findet und gut war. Er hätte mich nie unter Druck gesetzt.

Ich finde es ganz nachvollziehbar, wenn der Partner nun traurig ist (wäre meiner mit Sicherheit auch) und das auch sagt und gute, sachliche Argumente (und seine gefühle) kommuniziert. Nur - die Entscheidung liegt nicht bei ihm.

Re: Wie stehen eure Partner zum Stillen?

Verfasst: 19.07.2011, 21:43
von Luzia
LaraKessel hat geschrieben:Ich finde am ehsten bedenklich, dass die beiden da nie drüber geredet haben, immerhin muss fürs Flaschegeben ja auch einiges gekauft werden, ist ihm das nie aufgefallen? HAt er sich vorher nicht dafür interessiert?
Dass nicht über die Babyernährung geredet wurde, finde ich auch bedenklich. Mag sein, dass ein Mann tatsächlich nicht alles mitbekommt oder mitbekommen will, was eine Frau im Schwangerschaftskaufrausch fürs Baby anschafft, aber man sollte sich doch zumindest schon vor der Geburt abstimmen, wie das zukünftige Familienmitglied ernährt werden soll.
Nun gut, wir haben das auch nicht großartig gemacht, aber nur deshalb, weil für uns beide sonnenklar war (und wir auch gegenseitig wussten, dass uns das sonnenklar ist), dass ein Baby erstmal Muttermilch bekommt.
Die Aussage der Frau finde ich daneben. Das klingt für mich so, als hätte sie ihm ihren Körper für neun Monate zur Verfügung gestellt, dass dieses Kind heranwachsen kann, und nun sieht sie schon vor dem ersten Anlegen dieses kleine Baby als etwas, das sie aussaugt. Ich assoziiere mit einem aussaugenden Wesen einen kleinen Schmarotzer. :(
Ich wäre als Partner nicht in erster Linie enttäuscht, dass das Baby keine Muttermilch bekommt, sondern wie diese Frau ihren Körper über die Bedürfnisse des kleinen Babys stellt. Dass man irgendwann als stillende Mutter seinen Körper wieder für sich alleine haben will, verstehe ich, aber doch nicht schon sofort nach der Geburt.

Mein Mann hatte gesehen, dass mich beim Stillen nachmittägliches oder abendliches Clusterfeeding sehr geschlaucht hat, und er hat auch nach einigen Monaten vorgeschlagen, dass ich abstillen soll, einfach weil er sah, wie anstrengend es für mich war. Ich wollte aber gerne weiterstillen, und das hat er akzeptiert.

Re: Wie stehen eure Partner zum Stillen?

Verfasst: 19.07.2011, 22:01
von Sibi
Wir haben vorher drüber gesprochen - stillen war uns beiden wichtig. Wir haben auch zusammen entschieden, keine "Sicherheitspackung" Formula dazuhaben.

Als ich nach 2 Wochen eine Mastitis hatte, ist er den ganzen Tag herumgedüst - hat Kirschkernkissen, Coolpacks, Quark, Rezept und Milchpumpe besorgt. Flasche war nie eine Alternative, auch wenn die Tage hart waren.

Ich finde auch komisch, dass vorher nicht drüber geredet wurde. Und die Äußerung der Frau kann ich nicht nachvollziehen, aber ich nehme an, damit bin ich nicht allein...

Re: Wie stehen eure Partner zum Stillen?

Verfasst: 19.07.2011, 22:10
von prinzesschenmama
erstmal zu dem von dir beschriebenen Fall: zwingen kann und sollte man keine Mutter, ihr Baby zu stillen. das würde der Bzeiehung zischen mutter und Kind sicher nicht wirklich förderlich sein. Wohl aber kann man(N) hinterfragen, welche Motivation wirklich hinter dem Wunsch steht, NICHT zu stillen.
Den Mann kann ich allerdings schon verstehen. Wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich mich auch fragen, warum meine Frau, die ich liebe und die mich liebt(so sollte es ja zumindest sein) und mit der ich aus dieser Liebe heraus ein Kind gezeugt habe, nun UNSER Kind nicht stillen will! Ich würde es als eine gewisse Ablehnung gegen das Baby und dadurch auch ein Stück weit gegen mich empfinden.

Allerdings klingt in der Begründung "ich will nicht noch von außen ausgesaugt werden" irgendwie auch eine große Erschöpfung mit durch?Kann das sein? Ich würde da auch an stelle des Mannes mal ganz genau hinsehen was da los ist. War die Schwangerschaft sehr anstrengend? befürchtet die Mutter eine zu große belastung und zu wenig unterstützung? dann wird wohl auch das nicht.stillen die Sache nicht besser machen, evtl. eher im gegenteil. Und als Mann würde ich natürlich mein bestes tun, um Frau und Kind die nötige Unterstützung zu bieten, damit die Babyzeit - ob mit oder ohne stillen- möglichst stressfrei verlaufen kann.

Zu meiner eigenen Situation: Mein Mann steht voll hinter dem Stillen, nachdem ich ihn mal in einem kleinen "Crash-Kurs" über die Vorteile des Stillens informiert habe. Besonders der finanzielle aspekt hat ihn wohl überzeugt :lol: (nein, im ernst, er findet es auch gesundheitlich und bindungsmäßig gut). Vorher hat er sich mit dem Thema noch nie auseinandergesetzt und hätte es wohl ohne mich auch nicht getan. Er und sein Bruder wurden selbst nicht gestillt und er kannte auch keine Stillmütter (vor der Geburt unserer Kinder), sondern eher solche Mütter wie oben beschrieben. Ihm wäre es vermutlich egal gewesen, bzw. für ihn wäre es auch normal gewesen , hätte ich von anfang an beschlossen, die Flasche zu geben. :?

Re: Wie stehen eure Partner zum Stillen?

Verfasst: 19.07.2011, 22:14
von greenie bird
Wir haben nie darüber geredet- ich habe mich ehrlich auch überhaupt nicht informiert in der Ss- ich wusste nur, dass ich stillen will. Wobei mir dabei die klassischen Empfehlungen vorschwebten- 6 Monate voll etc. ich hab mich über jeden Monat gefreut...naja so ging's weiter.
Mein Mann findet es gut, dass ich stille und auch, dass ich lange stille, denn ihm ist wichtig, dass unsere Kinder eine gute Bindung zu mir haben. Er ist beruflich sehr eingspannt...
Dennoch ist er der größte, tollste, stärkste Papa der Welt und sie genießen auch ihre Zeit miteinander (falls jetzt jemand denken sollte, dass ich mir Mamikinder züchte).
Ich hatte aber wirklich keine richtige Ahnung...daher auch einige Probleme. Glücklicherweise sind mir meine Schwägerinnen zu der Zeit nicht so nah gewesen, denn die sind überzeugte Flaschenmütter. Die eine kann sich nicht vorstellen, dass ein Kind so lang von der Brust satt wird, die eine genießt es, dass ihr Mann die Kinder betreut (obwohl sie nicht arbeitet).

Re: Wie stehen eure Partner zum Stillen?

Verfasst: 19.07.2011, 22:53
von clermontine
Wir haben auch nie darueber gesprochen. Es stand von vornherein fest, dass ich fuer die Ernaehrung des Babys zustaendig sien werde und daher war es auch meine Entscheidung und fuer mich war es von Anfang an klar, dass ich stillen wuerde. Er hatte mich nur mal ganz verwundert gefragt, warum ich keine Flaschen kaufe (vor der Geburt), worauf mir keine Antwort einfiel, weil ich gar nicht verstanden hatte, wozu ich die brauchen sollte.

Im Laufe der Zeit haben ihn dann die ganzen Vorteile bzw eigentlich die Natuerlichkeit des Stillens vollkommen ueberzeugt und als dann irgendwann die ersten Stimmen von aussen kamen, ob ich nicht bald mal abstillen will und die ganzen Ammenmaerchen, die irgendwann auftauchen, da hat er dann ganz klar Stellung bezogen und mit seinem erworbenen Wissen ueber das Stillen schnell alle Kritiker verstummen lassen.

Er ist da also ganz neutral und offen herangegangen. Auch die Entscheidung wie lange wir stillen werden, ueberlaesst er voll und ganz mir und meinem Sohn.

In deinem beschriebenen Fall wundert es mich, wieso da nie drueber gesprochen wurden ist, wenn es dem Vater doch scheinbar so wichtig ist.

Re: Wie stehen eure Partner zum Stillen?

Verfasst: 19.07.2011, 22:59
von blauviolett
Zu dem Fall: da schließe ich mich prinzesschenmama an.

Und zu uns: Ich habe mir da auch nicht so groß den Kopf drum gemacht in der SwS. Ich wollte stillen und dachte, na klar, das klappt schon - ist doch natürlich! Und so sah/sieht mein Mann es auch. Als wir dann die großen Schwierigkeiten hatten, hat er alles dran gesetzt mich und die Kleine zu unterstützen. Er hat mich immer und immer wieder aufgebaut, hat unzählige Heulstunden und Wutanfälle ausgehalten, weil er wusste wie viel mir das Stillen wirklich bedeutet (vor allem nach dem KS). Er hat alles dran gesetzt, dass es dann doch noch geklappt hat.
Ansonsten ist er auch der Meinung, dass die Entscheidung abzustillen bei unserer Tochter liegt (oder im Notfall bei mir falls was sein sollte). Er kennt sich mittlerweile ja auch ganz gut aus und regt sich immer auf, wenn eine Schwangere schon vor der Geburt Milchpulver kauft.