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Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Verfasst: 22.07.2011, 17:30
von jusl
Könnte es was nutzen, wenn ich in meiner Ernährung stopfende Dinge weglasse? Geht die Eigenschaft "stopfend" in die Mumi über? Weiß das jemand?
Nein, auf keinen Fall haben die Beschwerden Deiner Tochter mit Deiner Ernährung zu tun. In keinem mir bekannten Fachbuch werden Verstopfung und Einhalten als Symptome einer Unverträglichkeit auf mütterliche Nahrungsmittelspuren in der Muttermilch genannt.

Ebenso ist ausgeschlossen, dass Verstopfung "durchs Stillen" kommt. Muttermilch besteht zu rund 87% aus Wasser und wirkt leicht abführend. Sie kann damit keinesfalls zu den Verstopfungsbeschwerden beitragen.
Was immer Dein Kind hat, ob "nur" eine sehr ausgeprägte Unreife des Darms oder aber eine echte Erkankung, ohne das Stillen ginge es ihr sehr wahrscheinlich noch schlechter. Ich rate da ganz klar zu einer fachärztlichen Abklärung, die möglichst fundierter arbeitet als mit Tipps à la "Fieberthermometer hinten rein"...

LG und gute Besserung!
Julia

Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Verfasst: 23.07.2011, 00:07
von Liesa
lieben Dank für Eure Beiträge! Am vergangenen Montag habe ich sehnsüchtig den Anruf vom KiA wegen eines Termines beim Kinder-Gastro erwartet (ich war vor 2 Wochen mal nachts mit der Kleinen in der Notaufnahme und die hatten uns die Sprechstunde dort ans Herz gelegt). Ergebnis: das hält er nicht für erforderlich, denn mit dem Besuch beim Kinder-Proktologen in der Uniklinik waren wir ja schon bei "wem Höheres". :roll: Wir sollen einfach (haha) nur zusehen, daß sie mal für ein paar Wochen max. alle 2 Tage weichen und schmerzfreien Stuhl hat und dann würde sich das wohl alles von alleine geben. Jetzt probieren wir mal Laktulose statt Laktose und/oder Movicol und alle 2-3 Tage Babylax-Klistiere, falls sie den Stuhl nicht von alleine absetzt.

Tja: sie mags nicht (zu süß) und ich laufe wie gehabt den halben Tag lang mit einem Becher Joghurt oder Pudding inkl. Abführmittel um sie herum und versuche mit wechselndem Erfolg, das das in sie rein zu kriegen. :x Aber da es sich nur um einen Löffel voll Sirup handelt statt um mehrerer Beutel Pulver, haben wir damit schon mal was gewonnen.

Keine Ahnung, wie es weitergeht. Ich bin mir nun sicher, daß ich zur Zeit nicht abstillen werde (danke für Euren Input dazu!). Ich will versuchen, daß sie eine Zeit lang keine Kuhmilchprodukte zu sich nimmt (die vertrage ich eigentlich auch nicht, hatte aber in den Schwagerschaften und Stillzeiten "Glück" und mußte nicht sooo aufpassen). Das wird schwierig genug, denn dann fällt mir erstmal nichts mehr ein, wo ich die Laktulose einrühren kann... :(

Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Verfasst: 23.07.2011, 18:43
von blueberry
Das hört sich alles ganz fürchterlich an :( Wir mussten nur mal eine Woche lang ein Antibiotikum als Saft geben - und es war schiere Folter fürs Kind :cry: Wie sich Euer Alltag gestaltet, wenn Du ständig versuchen musst, oral wie anal Dinge ins Kind zu zwingen, mag ich mir nicht vorstellen. Fühl Dich mal umarmt, wenn Du magst.

Was ich mich beim Lesen des Threads gefragt habe: Du sagst, Deine Tochter hatte bisher in ihrem Leben nur ein EINZIGES Mal festen Stuhlgang. Sonst war er IMMER weich: und zwar vor den Abführmitteln, während der Gabe, während der Zeit, in der Du ERFOLGLOS versucht hast auch nur einen Bruchteil der empfohlenen Tagesdosis ins Kind zu bekommen... Und dennoch - also TROTZ des immer weichen Stuhls - hatte Deine Tochter immer Schmerzen beim Stuhlgang? Habe ich das richtig verstanden?

Warum um alles in der Welt sollte die Therapie dann darin bestehen, den Stuhl mittels Abführmitteln etc. WEICH zu halten? Wenn er es doch von selbst ist - und dennoch PRobleme bestehen? Das verstehe ich überhaupt nicht. Kann es sein, dass die Ärzte meinen, es sei eine Verstopfung (wegen der Seltenheit des Stuhlganges) und damit automatisch ANNEHMEN (ohne es richtig erfragt zu haben), dass der Stuhl dann hart und klumpig und schmerzhaft für Deine Tochter ist? WISSEN die Ärzte, dass Deine Tochter weichen Stuhl auch ohne Medikamente hat?

Solche Sachen wie Manipulation mit dem Fieberthermometer gehören verboten :evil: :evil: - so einen Arzt könnte ich nicht mehr ernstnehmen ...

Könntest Du Dir auf eigene Faust einen Kinder-Gastroenterologen suchen, der sich nochmal richtig und ausführlich Eure Geschichte anhört - ohne Euch gleich in die "Verstopfungs-Schublade" zu stecken? :?

Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Verfasst: 23.07.2011, 18:50
von blueberry
Achso, bei unserem AB lag auch nur ein blöder Löffel bei (und die Apothekerin gab den Tipp, das Zeug ins Fläschchen zu tun :roll: ) - bei unserem (fast noch vollstillenden) Kind hat dann einigermaßen funktioniert, den Saft mit ner 10ml-Einwegspritze (ohne Nadel natürlich) in die Backentasche zu geben (Plastik-Spritzenspitze in den Mundwinkel legen). Evtl. wäre das ne Option. Unserer hat es so zwar auch nur zweimal gern genommen - und dann verweigern wollen (was bei AB ja nicht geht :( ) , aber manche Kinder nehmen Sachen so lieber als vom Löffel...

Jetzt wo Ihr das Pulver weglasst - trinkt sie da dnen Wasser? Dann würde ich Ihr das Wassertrinken nicht weiter mit irgendwelchen Beimischungen verleiden...

Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Verfasst: 27.07.2011, 11:25
von seelenkind
Liesa hat geschrieben:Tja: sie mags nicht (zu süß) und ich laufe wie gehabt den halben Tag lang mit einem Becher Joghurt oder Pudding inkl. Abführmittel um sie herum und versuche mit wechselndem Erfolg, das das in sie rein zu kriegen. :x Aber da es sich nur um einen Löffel voll Sirup handelt statt um mehrerer Beutel Pulver, haben wir damit schon mal was gewonnen.
Mein Kind mag es gar nicht, wenn ich ihr den Sirup irgendwo hineinrühre. Die Lactulose gibt's einfach direkt vom Löffel, danach wird was getrunken und gut ist. Ich würd aufhören, mit irgendetwas hinter ihr herzulaufen- das klingt total stressig und noch mehr Stress könnt ihr grad nicht gebrauchen.

Wie geht's euch inzwischen?

Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Verfasst: 27.07.2011, 13:39
von Liesa
:oops: entschuldigung, daß ich mich jetzt erst wieder melde, bei uns war ein paar Tage Chaos angesagt.

Ja, der Stuhl war tatsächlich immer weich und natürlich wußten die Ärzte das. Nachdem die Phinkterstenose ausgeschlossen war, haben sie aber nichts anderes als eine Verstopfungsproblematik in Erwägung gezogen, "weil ja was kam". Ich habe die ganze Zeit gebetet, daß der Stuhl niemals hart wird, wenn sie doch schon solche Probleme bei weichem Stuhl hat. :( Als ich den ersten Beitrag hier geschrieben habe, war es so weit. Zur Zeit experimentieren wir noch mit der Laktulose, wenn das mittelfristig nichts wird, dann werde ich versuchen, ohne Überweisung vom KiA zum Gastro zu kommen.

Zur Zeit läufts einigermaßen. Sie braucht ca. 1 TL Laktulose pro Tag, damit der Stuhl Kartoffelbrei-Konsistenz hat und ich habe das Gefühl, daß sie irgendwie akzeptiert hat, daß sie sich mit dem Thema Verdauung regelmäßig beschäftigen muß. :wink: Derzeit ist es alle 3 Tage soweit. Lt. KiA soll ich spätestens alle 2 Tage ein Babylax-Klistier nehmen, aber damit kommt nach zwei Tagen so gut wie nichts. Nach drei Tagen ist sie selbst so weit und bislang hat sie jedes zweite Mal aus eigenem Antrieb was gemacht und die anderen Male habe ich Babylax verwendet, nachdem sie lange rumgezappelt hatte und sichtlich dabei war, den Stuhl zurück zu halten. Der Vorgang des Ausscheidens war ihr derzeit scheinbar unangenehm, aber ich glaube, daß sie keine großen Schmerzen dabei hatte.

Ins Wasser mische ich ihr auf keinen Fall was, denn ich freue mich sehr, daß sie nur Wasser pur trinken will. Aber selbst der mickrige TL Laktulose ist in der Verabreichung ein wirkliches Problem. Pur nimmt sie es gar nicht und mit Erklärungen komme ich noch nicht weit. :wink: Sie mag partout nichts süßes. Normalerweise ein Grund zur Freude, aber in eine Schafskäsecreme oder in Leberwurst mag ich ihr das süße Zeug irgendwie nicht reinmischen. Hm... mal sehen, wie groß die Verzweiflung noch wird. :mrgreen: Heute hat sie die Dosis schon intus - eine sehr gute Bilanz für 13 Uhr. :) Versucht habe ich heute Fruchtzwerg. Obstbrei pur, Obst-Getreide-Brei und Pudding. Vom Pudding hat sie dann drei Löffelchen genommen. ich denke über die Anschaffung einer Eismaschine nach. :mrgreen: Das geht nämlich ziemlich oft, trotz der Süße.

Ich danke Euch noch mal für Eure Beiträge! Irgendwie komme ich mir nicht mehr ganz so exotisch vor wenn ich lese, daß andere die gleichen Probleme haben. In meinem Umfeld gibts kein Kind, daß Kacken erst lernen muß und die blöden Andeutungen zum potentiellen Zusammenhang zum Stillen mag ich auch nicht mehr wirklich hören. :evil:

Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Verfasst: 27.07.2011, 14:49
von blueberry
Sorry, nicht viel Zeit (auch hier herrscht gerade das absolute Chaos :| ), darum nur ganz kurz:

Du hörst Dich schon viel besser an! Und auch sonst liest sich das jetzt doch schon viel besser. WEnn die Lactulose klappt, ist das doch ein enormer Fortschritt gegenüber 3 Beuteln Pulver pro Tag!

(Und ganz ehrlich: ich frage mich, ob das "normale" Flaschenkind :roll: so eine Beimischung von Mengen Pulver in seinem Fläschchen so klaglos akzeptieren würde - denn Flaschenkinder wissen ja SEHR genau, wie Ihr Fläschchen zu schmecken hat - im Gegensatz zum Stillen schmeckt da die Milch ja immer exakt gleich...)

Ich wünsche Euch alles Gute! Und halt uns gern auf dem Laufenden, wie es Euch so geht.

Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Verfasst: 06.08.2011, 21:24
von greenie bird
blueberry hat geschrieben:
(Und ganz ehrlich: ich frage mich, ob das "normale" Flaschenkind :roll: so eine Beimischung von Mengen Pulver in seinem Fläschchen so klaglos akzeptieren würde - denn Flaschenkinder wissen ja SEHR genau, wie Ihr Fläschchen zu schmecken hat - im Gegensatz zum Stillen schmeckt da die Milch ja immer exakt gleich...)
Meine Nichte hat das in der Tat überhaupt nicht gestört- nach einer Weile ist es ja auch ein 'normaler' Geschmack. Und bis dahin - wenn es keine Alternative gibt (also zusätzlich Brust) - gilt wohl das Motto 'der Hunger treibt's rein' :wink:

alles gute!

Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Verfasst: 07.08.2011, 00:11
von honigtopf2010
Hallo Liesa, das klingt alles gar nicht nett und eine Menge davon kommt mir bekannt vor. Bei uns begann die Problematik früher. Du kannst ja mal unter meinem Nick die entsprechenden Threads suchen. Uns wurden wegen des Stillens die gleichen Dinge gesagt und wir haben hier auch alles mögliche vermieden. Nun zum Ergebnis: Mittlerweile ist wirklich alles ok. Ja, ich glaube, dass sich manche Kinder tatsächlich erst daran gewöhnen müssen, zumal ihr jetzt zeitlich in einem Phasenwechsel seid. Es ist die Zeit, in der sich dein Kind sowieso ein wenig erschreckt, was da raus kommt und dies nicht mehr (so wie zuvor) als Körperteil wahrnimmt. Soweit ich das verstehe, hast du alle krankhaften Veränderungen ausschließen lassen. Was ihr jetzt braucht, ist RUHE. Mal was zu den Medikamenten:

Laktulose hat bei uns geholfen, auch wenn ich mit der Eingabe einfach nicht glücklich war. Aber - es half. Gab es morgens und abends vom Löffel. Zwei Teelöffel. Ich hab schon verstanden, dass das bei Euch schwierig ist, aber ein Teelöffel täglich ist leider wirklich zu gering.

Klistier - hatten wir auch zu Anfang. FURCHTBAR. Und übrigens eine ständige Manipulation (Klistier oder Thermometer) kann zur Gewöhnung führen und Ihr geratet in einen Teufelskreis. Wesentlich besser und auch völlig unbedenklich sind Babylay oder Nenelax-Zäpfchen aus Glycerin. Die wirken rein mechanisch, sind leichter zu verabreichen (wenn auch bei Euch nicht mehr so einfach) und wirken wirklich, wirklich super. Wir haben da immer diese goldig durchsichtigen genommen. Die sind ganz weich. Zur Dosierung. Ich habe dazu auch mal einen guten Tipp gelesen. Wenn es zu Verstopfungen kam, kann es auch zu kurzfristigen Darmaussackungen an der Ampulle (Darmausgang) kommen. Der Effekt ist dann der, dass ohne Grund wiederum eine Verstopfung auftritt. Also ruhig mal drei Tage hintereinander geben. Wenn nix da ist - kommt auch nix. Und UNBEDENKLICH. Kannst in 0,5 oder 1,0 Größe nehmen... . Nimmst halt die kleineren.

Joghurt - Ich weiß, ich glaub es war Seelenkind... , gleich krieg ich wieder Haue :lol: ... aber dieser Joghurt, für den ein ehemaliger Wettermoderator mal Werbung gemacht hat... bei uns hat der Wunder gewirkt. Und den gibt es auch in NATUR. Aber wahrscheinlich geht auch jeder andere mit lactobacillus irgendwas.

Einstellung - ich glaub' die Kleinen merken, dass wir uns sorgen. Sie wissen es natürlich genau, wenn es ständig zum Arzt geht. Und es gibt psychische Verstopfungen. Gibt es gerade Veränderungen bei Euch? Tagesmutti, Krippe .. etc?

Ernährung - Ich habe die Erfahrung gemacht, was bei dem einen stopft, tut dies nicht auch beim anderen. Also gekochte Möhrchen sind hier so eine Art Beschleuniger :lol: und Kuhmilch ist bei uns kein Teufelswerk sondern wird und wurde gern getrunken und gut vertragen.

Trinkmengen - Nicht wirklich hoch. Zumindest was externe Getränke angeht :7: :7: :7: >>> Und das lässt sich ja schlecht messen :lol: :lol: :lol: Und das ist das eigentliche Problem bei den Ärzten glaub ich... Da passiert was, worauf sie nicht Einfluss nehmen können, was sie nicht einmal zu hundert Prozent verstehen - also MUSS Stillen ja gefährlich sein :wink: :roll: :wink:

DEINE MILCH - ist und war nicht schuld! Weitermachen. Wo soll sonst die Flüssigkeit herkommen. Einfach mal den kleinen Pöker ne Weile lang in Ruhe lassen, soweit es geht. Und glaub mir, ich versteh dich wirklich gut. "Digitales Ausräumen" ist bei uns ein praktisch geübter Begriff! Wir haben das Glück, hier zu Hause entsprechendes Personal zu haben :lol:

Gut Schi**

Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Verfasst: 07.08.2011, 08:22
von Fröschlein
Oh ich kenn die Problematik auch.

Joris hat das auch schon so ziehmlich von anfang an.

Sein Stuhl ist nie richtig hart, aber er quält sich auch sehr. Wurde auch schon alles mögliche untersucht. Wir haben erst Lactulosesirup gegeben, was bei uns aber sehr zu Blähungen geführt hat.
Geben jetzt seit ca. 8 Wochen Movicol, und es wird besser. Er trinkt es auch völlig ohne Probleme. Ich glaube er trinkt es sogar besser, als sein Wasser pur. Mittlerweile sind wir soweit, das es völlig ok ist, wenn wir mal einen Tag nix geben. Ich denke evtl. können wir demnächst auf einen Beutel alle 2 Tage reduzieren.

Es ist wirklich schlimm, wenn die Kinder sich so quälen, und mir zerreist es jedesmal das Herz, wenn Joris im Supermarkt die Bananen liegen sieht, und weint, weil er sie so gern mag, aber ich sie ihm nicht geben darf.
Das ist nämlich neben Möhren, das einizige, was er so überhaupt nicht verträgt, und sofort festeren tuhl bekommt. Gibt es also nur, wenn er etwas Durchfall hat.