Stillen und Untergewicht

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

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Anima
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Re: Stillen und Untergewicht

Beitrag von Anima »

Es kann natuerlich an den vielen Infekten liegen - ich wuerd aber auch mal die Schilddruesenwerte checken lassen.
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jusl
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Re: Stillen und Untergewicht

Beitrag von jusl »

Hallo Sarii,
ich esse wie eine Weltmeisterin und liege trotzdem unter meinem Normalgewicht. [...]Kann es wirklich vom "Stress" mit dem Baby und von Stillen kommen?
Vom Stress (falls Du auf Stress mit Nicht-Essen reagierst) JA. Vom Stillen NEIN.

Wenn ein VOLLgestilltes Baby etwa 1 l Muttermilch am Tag trinkt (die meisten Babys trinken weniger), stellt der mütterliche Körper damit ca 670 kcal bereit. DIese 670 kcal müssen aber NICHT extra gegessen werden, denn bestimmte Stoffwechselprozesse werden in der Stillzeit enerigieeffizienter gestaltet (z.B. nimmt die Aktivität bestimmter Muskelzellen ab), so dass gemessen am vorherigen Grundumsatz weniger Energie verbraucht wird, d.h. der Stillzeit-Grundumsatz sinkt. Die so eingesparte Energie kann von den 670 kcal abgezogen werden. Wenn keine weitere Gewichtsreduktion gewünscht ist, ist also ein Wert von ca 500 zusätzlichen kcal, die der Körper täglich fürs VOLL-Stillen braucht, realistisch. 500 kcal entsprechen etwa einer großen Schüssel Müsli. Oder 1 Croissant mit Marmelade. Oder 1 knappe Tafel Schokolade. Oder zwei Salamibrötchen. Oder 80g Walnüsse. Oder 1 Literflasche Apfelsaft.
Wie Du siehst, ist das eine Nahrungmittelmenge, die man eigentlich problemlos in seinen Tagesablauf integrieren kann.
Wenn Du nur noch etwa drei Mal am Tag stillst, dann nimm von allen Angaben ein Drittel! Ein Drittel Croissant mit Marmelade - DAS sollte wirklich KEIN Problem sein!..

Bei unerwünschtem oder übermäßigem Gewichtsverlust "obwohl man viel isst", ist es sinnvoll, zunächst für etwa 1 Woche mal konsequent ein Ernährungsprotokoll zu führen (d.h. alles aufschreiben was man isst und trinkt). Nicht selten kommt dabei heraus, dass manche Mütter tatsächlich einfach zu wenig essen, d.h. es öfter vorkommt, dass Mahlzeiten z.B. ausgelassen werden oder "keine Zeit" zum Essen war, oder die Mütter das Essen "vergessen" hatten.

Bei anhaltendem Gewichtsverlust trotz angemessenen Essensmengen ist eine ärztliche Untersuchung ratsam. Neben der Schilddrüsenuntersuchung, wie hier schon mehrfach erwähnt wurde, sollten auch ein großes Blutbild gemacht und der Nährstoffstatus bestimmt werden, außerdem ein Ausschluss der gängigsten Lebensmittelunverträglichkeiten bzw. Malabsoprtionserkrankungen. Meist findet sich spätestens dann die Ursache.

LG,
Julia
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