Was mich immer wieder verletzt...
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feuerdrache
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Re: Was mich immer wieder verletzt...
Danke für Eure Antworten.
Manchmal vergisst man ganz, dass es auch anderen so gehen kann. Manchmal bezieht man unbedachte Äußerungen seiner Umgebung nur und ausschließlich auf sich selbst. Und frißt in sich hinein und leidet und irgendwann gehts nicht mehr und man muss alles rausschreien was da so weh tut.
Ja es fällt mir so unheilmich schwer zu akzeptieren dass mein Körper da nicht mitspielt. So unheimlich schwer immer argumentieren zu müssen weshalb ich zufüttere. Und wieso ich dann nicht gleich abstille und mir das ganze überhaupt antue.
Und doch bin ich auch stolz darauf durchgehalten zu haben. Mir Hilfe geholt zu haben.
Ich akzeptiere aber auch die Entscheidung anderer Mütter nicht zu stillen. Aus welchen Gründen auch immer. Manchmal stehen da absolut tragische Geschichten dahinter. Und manchmal hindert eine Umgebung die Mutter am Stillen.
(So hier erlebt. Junge Mutter kann 4 Monate voll stillen. Dann schwerer Unfall des Schwiegervaters und sie muss sofort die schwere Arbeit im Stall und bei den Tieren übernehmen. Verliert sofort die Milch. Keine Entlastung möglich, Mann arbeitet ausser Haus. Sie füttert mittlerweilen mit der Flasche. Könnte also rein körperlich vollstillen, aber die schwere Arbeit verhindert es. Ich habe einfach nur versucht sie zu trösten)
Manchmal kommt es anders als man denkt. Ich bin dankbar für jede Mahlzeit die ich meinen Kindern bieten konnte. Auch wenn ich nie vollstillen konnte habe ich den ersten doch 8 Monate, die Mittlere 10 Monate lang gestillt. Jetzt wirds wahrscheinlich über 1 Jahr werden.
Ich danke Euch für Eure Gedanken und Worte und PNs.
feuerdrache, die jetzt nicht mehr ganz so traurig ist
Manchmal vergisst man ganz, dass es auch anderen so gehen kann. Manchmal bezieht man unbedachte Äußerungen seiner Umgebung nur und ausschließlich auf sich selbst. Und frißt in sich hinein und leidet und irgendwann gehts nicht mehr und man muss alles rausschreien was da so weh tut.
Ja es fällt mir so unheilmich schwer zu akzeptieren dass mein Körper da nicht mitspielt. So unheimlich schwer immer argumentieren zu müssen weshalb ich zufüttere. Und wieso ich dann nicht gleich abstille und mir das ganze überhaupt antue.
Und doch bin ich auch stolz darauf durchgehalten zu haben. Mir Hilfe geholt zu haben.
Ich akzeptiere aber auch die Entscheidung anderer Mütter nicht zu stillen. Aus welchen Gründen auch immer. Manchmal stehen da absolut tragische Geschichten dahinter. Und manchmal hindert eine Umgebung die Mutter am Stillen.
(So hier erlebt. Junge Mutter kann 4 Monate voll stillen. Dann schwerer Unfall des Schwiegervaters und sie muss sofort die schwere Arbeit im Stall und bei den Tieren übernehmen. Verliert sofort die Milch. Keine Entlastung möglich, Mann arbeitet ausser Haus. Sie füttert mittlerweilen mit der Flasche. Könnte also rein körperlich vollstillen, aber die schwere Arbeit verhindert es. Ich habe einfach nur versucht sie zu trösten)
Manchmal kommt es anders als man denkt. Ich bin dankbar für jede Mahlzeit die ich meinen Kindern bieten konnte. Auch wenn ich nie vollstillen konnte habe ich den ersten doch 8 Monate, die Mittlere 10 Monate lang gestillt. Jetzt wirds wahrscheinlich über 1 Jahr werden.
Ich danke Euch für Eure Gedanken und Worte und PNs.
feuerdrache, die jetzt nicht mehr ganz so traurig ist
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vicci
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Was mich immer wieder verletzt...
Niemand hat das Recht über andere zu urteilen! Leider neigen wir Menschen (nichtstillend oder stillend) zu Kategorisierungen und Vorurteieln, auch wenn sie es nicht so meinen. Ich habe eines im Studium gelernt und begriffen, vielleicht hilft es auch Dir: Menschen brauchen Schubladen, um das Leben mit einer Struktur zu versehen (die es wahrscheinlich nicht gibt), sie versuchen das Leben zu vereinfachen, Muster zu sehen, Sicherheit zu gewinnen. Das ist Psychologie, nie geht es dabei um Dich persönlich!
Du bist gut so wie Du bist, Du bist richtig! Nimm Dich selbst in den Arm und streichel Dir über den Kopf, denn nur Deine eigene Anerkennung kann Dir aus dieser Trauer helfen.
Alles Liebe!
Du bist gut so wie Du bist, Du bist richtig! Nimm Dich selbst in den Arm und streichel Dir über den Kopf, denn nur Deine eigene Anerkennung kann Dir aus dieser Trauer helfen.
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Es ist noch immer wie ein Traum für mich, ich sehe dich an doch ich glaub es nicht, du bist mein Sonnenschein , mein Augenlicht
ich geb mein ganzes leben nur für Dich. Ich bin du und du bist ich.
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- BEcKa
- Profi-SuTler
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Re: Was mich immer wieder verletzt...
Ich kenne das, mir meinet auch jemand glaubhaft versichern zu können, dass ich doch einfach nur anlegen, anlegen, anlegen müsste, dann würde schon alles gut werden. Ich habe echt fast gelacht. Nachdem ich schon 10 mal tgl gestillt UND 6 mal täglich gepumpt hab damals war das echt abstrus. 
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Xapor
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Re: Was mich immer wieder verletzt...
Ich kann Dich da super gut nachvollziehen!
Ich habe mich total minderwertig gefühlt, weil meine Milch nicht gereicht hat und mich gefragt, wie diese Statistiken zustande kommen.
Ich habe das mit der Zwiemilch ziemlich lang durchgezogen, weil mir das stillen total wichtig war. irgendwann, als ich schon nicht mehr dran geglaubt habe, konnte ich noch ein paar Wochen vollstillen (so mit 6 Monaten) bevor mein Breiverweigerer langsam mit der Beikost angefangen hat
Ich habe mich total minderwertig gefühlt, weil meine Milch nicht gereicht hat und mich gefragt, wie diese Statistiken zustande kommen.
Ich habe das mit der Zwiemilch ziemlich lang durchgezogen, weil mir das stillen total wichtig war. irgendwann, als ich schon nicht mehr dran geglaubt habe, konnte ich noch ein paar Wochen vollstillen (so mit 6 Monaten) bevor mein Breiverweigerer langsam mit der Beikost angefangen hat
- Mocka
- ist gern hier dabei
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Re: Was mich immer wieder verletzt...
ich kann dich sehr gut verstehen!
Ich konnte meine Tochter auch nicht vollstillen obwohl ich mehrere Gespräche mit Hebamme und einer Stillberaterin hatte und wirklich viel versucht habe.
Auch mich haben Bemerkungen wie "...aber Frauen mit zuwenig Milch gibt es ganz ganz selten.." sehr verunsichert. Am meisten geholfen hat mir das Gespräch mit einer Mütterberaterin. Sie meinte dass sie dieses Problem von vielen Frauen kenne und dass ich halt einfach akzeptieren solle dass meine Tochter zusätzlich zu meiner Milch (was aber wirklich nicht viel war) noch die Flasche bekomme. Und vor allem: dass sich auch ein Flaschenkind körperlich und seelisch normal entwickelt.
Mich stört es zum Teil dass die Flaschenmilch hier so verteufelt wird. Ohne Zweifel ist Muttermilch besser. Aber überlegt euch mal wie sich eine Mutter fühlen muss, die halt keine andere Wahl hat als ihr Kind mit der Flasche zu ernähren, und dann die ganze Zeit zu hören bekommt wie minderwertig und eklig doch die Flaschenmilch sei. Da fühlt man sich als Mutter schnell schuldig...
Ich konnte meine Tochter auch nicht vollstillen obwohl ich mehrere Gespräche mit Hebamme und einer Stillberaterin hatte und wirklich viel versucht habe.
Auch mich haben Bemerkungen wie "...aber Frauen mit zuwenig Milch gibt es ganz ganz selten.." sehr verunsichert. Am meisten geholfen hat mir das Gespräch mit einer Mütterberaterin. Sie meinte dass sie dieses Problem von vielen Frauen kenne und dass ich halt einfach akzeptieren solle dass meine Tochter zusätzlich zu meiner Milch (was aber wirklich nicht viel war) noch die Flasche bekomme. Und vor allem: dass sich auch ein Flaschenkind körperlich und seelisch normal entwickelt.
Mich stört es zum Teil dass die Flaschenmilch hier so verteufelt wird. Ohne Zweifel ist Muttermilch besser. Aber überlegt euch mal wie sich eine Mutter fühlen muss, die halt keine andere Wahl hat als ihr Kind mit der Flasche zu ernähren, und dann die ganze Zeit zu hören bekommt wie minderwertig und eklig doch die Flaschenmilch sei. Da fühlt man sich als Mutter schnell schuldig...
Liebe Grüsse
Mocka mit Bohne (06/09) und Bibi (02/11)
Mocka mit Bohne (06/09) und Bibi (02/11)
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jusl
- Jusl Almighty
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- Registriert: 19.03.2007, 10:54
- Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators
Re: Was mich immer wieder verletzt...
Falls hier jemand so etwas lesen sollte, bitte Nachricht an die Moderatoren. Flaschenmilch wird hier genausowenig "verteufelt" wie Rollstühle für Leute deren Beine nicht richtig funktionieren, oder Herzschrittmacher für Leute, deren Herz nicht richtig funktioniert. Minderwertsbekundungen, EkelMich stört es zum Teil dass die Flaschenmilch hier so verteufelt wird. Ohne Zweifel ist Muttermilch besser. Aber überlegt euch mal wie sich eine Mutter fühlen muss, die halt keine andere Wahl hat als ihr Kind mit der Flasche zu ernähren, und dann die ganze Zeit zu hören bekommt wie minderwertig und eklig doch die Flaschenmilch sei. Da fühlt man sich als Mutter schnell schuldig...
(Schlimm, dass man sowas überhaupt erwähnen muss)
Dass es damit nicht "egal" ist, ob ein Kind Muttermilch oder künstliche Milch bekommt, ist davon unberührt - Prothesen funktionieren auch nicht so toll wie echte Arme oder Beine, aber trotzdem ist es ganz toll, dass es sie gibt und man damit ein praktisch normales Leben führen kann.
Und alle Frauen, die nicht stillen können und deshalb Schuldgefühle empfinden, könnten sich mal fragen, ob sie auch Schuldgefühle hätten, wenn sie statt nicht stillen nicht laufen könnten, und deshalb leider z.B. mit ihrem Kind nicht so draußen herum toben könnten wie Gehende... Bedauern, Trauer - ja. Aber Schuld??
LG,
Julia
- Sabsi
- Dipl.-SuT
- Beiträge: 5352
- Registriert: 19.09.2007, 00:29
Re: Was mich immer wieder verletzt...
Puh, ich hoffe ich bekomme das jetzt einigermaßen sensibel formuliert, so dass Ihr Euch nicht angegriffen fühlen müsst...
Liebe Grüße,
Sabsi
PS.: Jetzt hab ich hier mit viiiielen Kinderunterbrechungen eeewig geschrieben und lese nun jusl in der Vorschau. Den Teil meines Posts könnte ich nun löschen, denn sie hat es viel besser formuliert. Aber ich schicke es jetzt trotzdem schnell ab...
Natürlich hat die Mütterberaterin (btw wie wird man das? Macht man eine Ausbildung, oder kann sich jeder als solche bezeichnen und jungen Familien mit den eigenen Weisheiten zur Seite stehen? ) insofern recht, dass man irgendwann seine Situation akzeptieren muss, wenn man alles ausprobiert hat. Sicher hat die Mütterberaterin viele Frauen betreut, die zufüttern mussten, weil die Milch nicht reichte. ABER ich sehe das nicht in Wiederspruch zur Aussage, nur wenige Frauen können aus gesundheitlichen Gründen nicht (voll)stillen. Wenn Ihr von Euch sagen könnt, ihr habt mit einer kompetenten Stillberaterin alles probiert, habt gesundheitliche Probleme wie auch z.B. KISS (beim Kind - es kann nicht richtig saugen, bringt so die Milch nicht in Schwung) ausgeschlossen und seid nicht durch anfängliche Falschinfo (klassisch z.B. nur alle 4 Stunden stillen, angedaut+frische Milch machen sonst Bauchweh) in die Spirale reingerutscht, dann SEID ihr eben welche von den 2-5 %, die nicht stillen können. Die Schwelle, was man für's stillen alles tun will, selbst mit kometenter Betreuung, ist aber sehr unterschiedlich. Und auch eine Frau, die ihrem Kind nachts mal vom Papa eine Flasche geben lässt, damit sie ein paar Stunden am Stück schlafen kann oder die mit Schnuller nachhilft, weil sie alle halbe Stunde stillen will, die ihr Baby nicht schon bei ersten Anzeichen sondern erst bei Hungergebrüll anlegt - sie alle lieben ihr Kind, machen in ihren Augen ja alles, um stillen zu können, und doch reicht die Milch nicht. Die zählen dann aber nicht zwangslufig zu den 2-5 %, weil sie eben, unter anderen Bedingungen, vielleicht doch in der Lage wären, ihr Kind zu stillen. Dieser von Euch so verhasste Satz kommt ja nicht von ungefähr, aber er macht Euch doch nicht zu schleren Müttern. Er sagt nichts anderes aus, als das von 100 Frauen 95-98 vielleicht nach anfänglichen Startschwierigkeiten ihre Kinder stillen und 2-5 eben nicht. Von 200 Mamas sind es also vielleicht schon 10, die "wirklich" nicht stillen können, dazu nochmal vielleich 25, die kleinere oder größere "Fehler" aufdem Weg zum Stillen gemacht haben und noch machen, und wo darum die Milch auch nicht ausreicht. Schon hat die Mütterberaterin also "viele Mütter" mit "dem Problem"...Mocka hat geschrieben: Sie meinte dass sie dieses Problem von vielen Frauen kenne und dass ich halt einfach akzeptieren solle dass meine Tochter zusätzlich zu meiner Milch (was aber wirklich nicht viel war) noch die Flasche bekomme. Und vor allem: dass sich auch ein Flaschenkind körperlich und seelisch normal entwickelt.
Das ist vielleicht Sache der Einstellung. Vielleicht klingt der Vergleich in Deinen Augen blöd, aber ich hätte meine Tochter ganz gern in einem Waldkindergarten gesehen. Wir haben aber hier keinen in der Nähe, also kann ich das nicht bieten. Unser städtischer KiGa ist sicher nicht meine Idealvorstellung, aber er ist okay. Muttermilch ist für's Kind das beste - der Waldkindergarten in meiner KiGa-Traumwelt - 2-5 % aller Mütter können das auch mit bester Unterstützung und allem Probieren nicht leisten, und dann steht die Ernährung des Kindes im Vordergrund und es wird zweitrangig, womit es ernährt wird. Dann ist Pulvermilch okay, wie der städtische KiGa. Es gibt gute und schlechte Städtische KiGas, sie werden kein Waldkindergarten werden, aber statt sehr gut sind sie eben gut. Und ich bin keine schlechte Mutter, wenn ich mein Kind in den guten KiGa gebe, wenn der sehr gute eben nicht erreichbar ist. Wenn es nicht anders geht, dann ist gut die bestmögliche Möglichkeit! Es gibt auch gute und schlechte Varianten der "Fertignahrungsfütterung". Ich kann einem Baby Pre nach Bedarf geben, es mit Körperkontakt und Liebe füttern. Oder ich gebe schnell 1er und 2er Milch, damit das Kind gut schläft, drücke ihm sein Fläschchen im KiWa liegend in den Schnabel, oder von mir abgewandt auf meinem Schoß sitzend. Fertignahrung ist keine Muttermilch, aber NATÜRLICH ist es ein Segen, dass es sie gibt, wenn man sie braucht. Genau wie Antibiotika und wie Operationen. Aber vorschnelles Schießen mit AB halte ich für falsch, ebenso hofft erstmal jeder, dass man bei Krankheit ohne OP rumkommt. Zur Pulvermilch greifen aber viele ohne wirkliche Indikation. Und das kann ich nicht verstehen, warum ich ohne Grund nur das Zweitbeste gebe, nur "gut" und nicht "sehr gut", wenn "Sehr gut" doch da wäre. Würde es Fertigmilch in der Apotheke geben, wie Antibiotika, dann würde sie sicher bewusster eingesetzt und wäre nicht, durch jeden Supermarkt-Einkauf und Werbung im TV darauf programmiert, für jede Mutter ganz normaler Bestandteil der Babygrundausstattung. DAS ist es, was ich - und sicher auch die allermeisten "Pulvermilch-Kritiker" hier im Forum! - an dieser bzw. der Lobby dahinter wirklich schlimm finde.Mocka hat geschrieben:Mich stört es zum Teil dass die Flaschenmilch hier so verteufelt wird. Ohne Zweifel ist Muttermilch besser. Aber überlegt euch mal wie sich eine Mutter fühlen muss, die halt keine andere Wahl hat als ihr Kind mit der Flasche zu ernähren, und dann die ganze Zeit zu hören bekommt wie minderwertig und eklig doch die Flaschenmilch sei. Da fühlt man sich als Mutter schnell schuldig...
Liebe Grüße,
Sabsi
PS.: Jetzt hab ich hier mit viiiielen Kinderunterbrechungen eeewig geschrieben und lese nun jusl in der Vorschau. Den Teil meines Posts könnte ich nun löschen, denn sie hat es viel besser formuliert. Aber ich schicke es jetzt trotzdem schnell ab...
... das Leben geht weiter weil es muss ... es hält nicht an ... nur weil Du stehen bleibst ...
Tochter 3/07 und Sohn 4/10
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feuerdrache
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Re: Was mich immer wieder verletzt...
[. ABER ich sehe das nicht in Wiederspruch zur Aussage, nur wenige Frauen können aus gesundheitlichen Gründen nicht (voll)stillen. Wenn Ihr von Euch sagen könnt, ihr habt mit einer kompetenten Stillberaterin alles probiert, habt gesundheitliche Probleme wie auch z.B. KISS (beim Kind - es kann nicht richtig saugen, bringt so die Milch nicht in Schwung) ausgeschlossen und seid nicht durch anfängliche Falschinfo (klassisch z.B. nur alle 4 Stunden stillen, angedaut+frische Milch machen sonst Bauchweh) in die Spirale reingerutscht, dann SEID ihr eben welche von den 2-5 %, die nicht stillen können. Die Schwelle, was man für's stillen alles tun will, selbst mit kometenter Betreuung, ist aber sehr unterschiedlich. Und auch eine Frau, die ihrem Kind nachts mal vom Papa eine Flasche geben lässt, damit sie ein paar Stunden am Stück schlafen kann oder die mit Schnuller nachhilft, weil sie alle halbe Stunde stillen will, die ihr Baby nicht schon bei ersten Anzeichen sondern erst bei Hungergebrüll anlegt - sie alle lieben ihr Kind, machen in ihren Augen ja alles, um stillen zu können, und doch reicht die Milch nicht. Die zählen dann aber nicht zwangslufig zu den 2-5 %, weil sie eben, unter anderen Bedingungen, vielleicht doch in der Lage wären, ihr Kind zu stillen.
Und schon wieder habe ich das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen. Einen stillen Vorwurf zu hören.
Ja es gibt Mütter die körperlich unter optimalstbedimgungen zum Vollstillen in der Lage wären. Aber sie haben diese Optimalsbedingungen nicht- keine Haushaltshilfe die die Arbeit macht, keine Omi die nach den anderen 3 Kindern sieht, niemanden der die Stallarbeit übernimmt.
Sie alle können mit solchen Aussagen, wenn sie dafür sensibel sind, in eine Double-bind Situation getrieben werden. Zu Deutsch- wie man es macht ist es verkehrt. Bestehe ich auf absolute Ruhe beim Stillen und vernachlässige daei meine anderen Kinder um die sich im Moment niemand anderes kümmern kann weil niemand da ist? Oder lass ich das Vieh im Stall hungern und brüllen? Und risikiere kranke Tiere und Einkommensausfälle? Viele Frauen suchen immer die Schuld zuerst bei sich selbst und da tun schon Unterstellungen- oder Andeutungen man hätte nicht alles gemacht- oder nicht alles richtig gemacht weh und führen in einen Teufelskreis.
Wenn ich eh schon alle 1,5 Stunden stille, beide Seiten anbiete, nur vorsichtig mit der Flasche nachfüttere, dann wieder die rust anbiete, und nach spätestens 1,5 Stunden geht es wieder los- dann ist da keine Zeit mehr zum zusätzlichen Pumpen. Und wenn die größeren Kinder hunger haen, aber noch zu klein sind sich selbst zu helfen- das fördert nicht erade den Milchfluß und wenn dann eh schon von Natur aus wenig Milch da ist ist sie gleich weg.
All diese Frauen würden gerne vollstillen, haben oft nicht das Vermögen oder die Umgebung dafür. All diese Frauen geben was sie können und schaffen. All diese Frauen sind dann von Unterstellungen sie würden zuwenig machen betroffen- in der einen oder anderen Weise.
Und was unterscheidet eine Frau die körperlich nicht in der Lage ist voll zu stillen, von einer Frau bei der nicht die optimalen Bedingungen herschen und die dadurch nicht voll stillen kann- aber es möchte? Beide sind in der selbsen Situation und viele leiden.
Und ich kann nur sagen, dass der Schmerz enorm sein kann.
Ach ja, Mutterberatung wird bei uns von Ärzten und Säuglingsschwestern durchgeführt...
Und schon wieder habe ich das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen. Einen stillen Vorwurf zu hören.
Ja es gibt Mütter die körperlich unter optimalstbedimgungen zum Vollstillen in der Lage wären. Aber sie haben diese Optimalsbedingungen nicht- keine Haushaltshilfe die die Arbeit macht, keine Omi die nach den anderen 3 Kindern sieht, niemanden der die Stallarbeit übernimmt.
Sie alle können mit solchen Aussagen, wenn sie dafür sensibel sind, in eine Double-bind Situation getrieben werden. Zu Deutsch- wie man es macht ist es verkehrt. Bestehe ich auf absolute Ruhe beim Stillen und vernachlässige daei meine anderen Kinder um die sich im Moment niemand anderes kümmern kann weil niemand da ist? Oder lass ich das Vieh im Stall hungern und brüllen? Und risikiere kranke Tiere und Einkommensausfälle? Viele Frauen suchen immer die Schuld zuerst bei sich selbst und da tun schon Unterstellungen- oder Andeutungen man hätte nicht alles gemacht- oder nicht alles richtig gemacht weh und führen in einen Teufelskreis.
Wenn ich eh schon alle 1,5 Stunden stille, beide Seiten anbiete, nur vorsichtig mit der Flasche nachfüttere, dann wieder die rust anbiete, und nach spätestens 1,5 Stunden geht es wieder los- dann ist da keine Zeit mehr zum zusätzlichen Pumpen. Und wenn die größeren Kinder hunger haen, aber noch zu klein sind sich selbst zu helfen- das fördert nicht erade den Milchfluß und wenn dann eh schon von Natur aus wenig Milch da ist ist sie gleich weg.
All diese Frauen würden gerne vollstillen, haben oft nicht das Vermögen oder die Umgebung dafür. All diese Frauen geben was sie können und schaffen. All diese Frauen sind dann von Unterstellungen sie würden zuwenig machen betroffen- in der einen oder anderen Weise.
Und was unterscheidet eine Frau die körperlich nicht in der Lage ist voll zu stillen, von einer Frau bei der nicht die optimalen Bedingungen herschen und die dadurch nicht voll stillen kann- aber es möchte? Beide sind in der selbsen Situation und viele leiden.
Und ich kann nur sagen, dass der Schmerz enorm sein kann.
Ach ja, Mutterberatung wird bei uns von Ärzten und Säuglingsschwestern durchgeführt...
- Sabsi
- Dipl.-SuT
- Beiträge: 5352
- Registriert: 19.09.2007, 00:29
Re: Was mich immer wieder verletzt...
Ärzte und Säuglingsschwestern sind ja dafür bekannt, dass sie oft null Plan vom Stillen haben.
Wieso versteht man das als Vorwurf, wenn man doch für sich weiß, dass man alles für die eigene Situation mögliche getan hat? Auch wenn es körperlich ginge, es geht eben aus welchen Gründen auch immer nicht, und damit greift man dann also zur Pulvermilch. Das ist doch okay! Nur ändert es eben nichts an der Tatsache, dass körperlich nur 2-5% aller Frauen dazu in der Lage sind zu stillen! Um es mit Jusls Beispiel zu sagen: Es gibt nur x % Menschen, die nicht wandern gehen können, weil sie im Rollstuhl sitzen. Die y %, die nicht wandern gehen, obwohl sie körperlich dazu in der Lage wären, haben doch kein schlechtes Gewissen, wenn sie nicht wandern gehen, weil es in die Berge zu weit wäre, weil die Kinder keinen Bock drauf haben oder weil sie den Stall voller Tiere nicht allein lassen können! Sie ändern aber nichts an der Tatsache, dass TROTZDEM nur x % nicht wandern gehen können, weil sie im Rollstuhl sitzen...
Ich habe eine gute Freundin hat, die bei Nummer zwei auch mit Hilfe einer sehr guten Stillberaterin *wink* und zuhilfenahme des BES nicht geschafft hat, voll zu stillen, nachdem es bei Nummer eins schon alleine wegen der Startbedingungen und der nicht vorhandenen kompetenten Betreuung nicht geklappt hat. Vielleicht hätte sie es körperlich schaffen können, aber ihr Mann hat sie nicht unterstützt, ihr die Große nicht mal abends abgenommen, sie nur belächelt oder sogar blöd angeredet wegen der BES-Fütterei. Haushalt sowieso ihr Ding, Baby eh klar. Sie KONNTE nicht stillen, weil sie mit all dem Streß verständlicherweise alleine nicht fertig wurde. Ohne Rückhalt im Umfeld und vor allem ohne verständnisvolle Schulter zum Anlehnen und Ausheulen ist das sicher so gut wie unmöglich zu schaffen. Also Ergebnis: Sie KONNTE nicht stillen. Ob es letztendlich nun rein körperlich wirklich auch beim nächsten Kind ausgeschlossen wäre oder mit mehr Unterstützung im "Alltagsgeschäft", mit nicht zwei unter 2,5, mit Mann, der ernst nimmt, wenn ihr wichtig ist, es erntshaft zu probieren und sie nicht wegen der Ausgabe für das blöde BES noch blöd anmacht, das weiß man trotzdem nicht! Aber in der Situation war es ganz klar, dass sie wirklich nicht stillen konnte, obwohl sie gern gewollt hätte. Ohne Frage. Und ohne schlechtes Gewissen oder Rechtfertigen-müssen.
Liebe Grüße,
Sabsi
Wieso versteht man das als Vorwurf, wenn man doch für sich weiß, dass man alles für die eigene Situation mögliche getan hat? Auch wenn es körperlich ginge, es geht eben aus welchen Gründen auch immer nicht, und damit greift man dann also zur Pulvermilch. Das ist doch okay! Nur ändert es eben nichts an der Tatsache, dass körperlich nur 2-5% aller Frauen dazu in der Lage sind zu stillen! Um es mit Jusls Beispiel zu sagen: Es gibt nur x % Menschen, die nicht wandern gehen können, weil sie im Rollstuhl sitzen. Die y %, die nicht wandern gehen, obwohl sie körperlich dazu in der Lage wären, haben doch kein schlechtes Gewissen, wenn sie nicht wandern gehen, weil es in die Berge zu weit wäre, weil die Kinder keinen Bock drauf haben oder weil sie den Stall voller Tiere nicht allein lassen können! Sie ändern aber nichts an der Tatsache, dass TROTZDEM nur x % nicht wandern gehen können, weil sie im Rollstuhl sitzen...
Ich habe eine gute Freundin hat, die bei Nummer zwei auch mit Hilfe einer sehr guten Stillberaterin *wink* und zuhilfenahme des BES nicht geschafft hat, voll zu stillen, nachdem es bei Nummer eins schon alleine wegen der Startbedingungen und der nicht vorhandenen kompetenten Betreuung nicht geklappt hat. Vielleicht hätte sie es körperlich schaffen können, aber ihr Mann hat sie nicht unterstützt, ihr die Große nicht mal abends abgenommen, sie nur belächelt oder sogar blöd angeredet wegen der BES-Fütterei. Haushalt sowieso ihr Ding, Baby eh klar. Sie KONNTE nicht stillen, weil sie mit all dem Streß verständlicherweise alleine nicht fertig wurde. Ohne Rückhalt im Umfeld und vor allem ohne verständnisvolle Schulter zum Anlehnen und Ausheulen ist das sicher so gut wie unmöglich zu schaffen. Also Ergebnis: Sie KONNTE nicht stillen. Ob es letztendlich nun rein körperlich wirklich auch beim nächsten Kind ausgeschlossen wäre oder mit mehr Unterstützung im "Alltagsgeschäft", mit nicht zwei unter 2,5, mit Mann, der ernst nimmt, wenn ihr wichtig ist, es erntshaft zu probieren und sie nicht wegen der Ausgabe für das blöde BES noch blöd anmacht, das weiß man trotzdem nicht! Aber in der Situation war es ganz klar, dass sie wirklich nicht stillen konnte, obwohl sie gern gewollt hätte. Ohne Frage. Und ohne schlechtes Gewissen oder Rechtfertigen-müssen.
Liebe Grüße,
Sabsi
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Tochter 3/07 und Sohn 4/10
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- Nawang82
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Re: Was mich immer wieder verletzt...
Liebe(r) feuerdrache. ich hab grad nur überflogen, möcht dir aber doch kurz was schreiben. im privatgeburtforum is ne hebamme die gerade ein buch schreibt zum thema nichtstillen. es gibt diverseste gründe warum stillen nicht möglich ist (zb. denke man auch an adoptivmütter...) und warum haben diese frauen weniger anspruch auf beratung, unterstützung, zuspruch? haben sie weniger anspruch? nein, wohl kaum. entgegen häufiger meinungen ist durch das geben des fläschchens nicht unbedingt die trink- / ernährungsproblematik geringer. im gegenteil, häufig noch höher.
ich selber habe gestillt, kann also nur bedingt "mitreden". aber hab mitgefühl mit dir selbts. denn niemand hat das recht über dich zu urteilen.
ich selber habe gestillt, kann also nur bedingt "mitreden". aber hab mitgefühl mit dir selbts. denn niemand hat das recht über dich zu urteilen.
deinen füssen tanz,
deinen händen zärtlichkeit, deinen ohren ein lied, deinen augen ein lächeln, deiner nase wohlgeruch,
deinem mund jubel, deinem herzen liebe und licht, deiner seele frieden und freude, damit mögest du gesegnet sein.
deinen händen zärtlichkeit, deinen ohren ein lied, deinen augen ein lächeln, deiner nase wohlgeruch,
deinem mund jubel, deinem herzen liebe und licht, deiner seele frieden und freude, damit mögest du gesegnet sein.


- Dich trag ich bei mir, bis der Vorhang fällt...