Stillen -antifeministisch?!

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Julena
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Julena »

`"...Ich glaube, eine gute Mutter ist eine, die es schafft, eine gewisse Distanz zu ihrem Kind zu halten, nicht zu nah, nicht zu weit weg zu sein, ihm zu geben, was es braucht, es nicht zu unterdrücken, nicht zu abwesend und nicht ständig anwesend zu sein. Irgendetwas genau dazwischen, aber das ist leider extrem rar." (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,713292-2,00.html)

und das finde ich nur noch traurig,
man (frau :wink: ) kann ihrem Kind doch gar nciht nah genug sein :(
LG

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Maja
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Maja »

Die Frau muss eine verdammt lieblose Kindheit gehabt haben...
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nwsurgeon
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von nwsurgeon »

Hi,
ich finde das Interview auch gruselig. Zumal wo jetzt sich langsam wieder mehr Frauen für das Stillen entscheiden. Jetzt fühlen sich wahrscheinlich die Mamas mit dem Credo "das sind meine Brüste", zu sehr in die Ecke gedrängt und gehen in die Offensive. Ich verurteile hier expilzit nicht die Mamas bei denen es aus welchen Gründen auch immer nicht geklappt hat. Aber die, die ein Kind "als Statussymbol" haben wollen, aber für das Stillen nicht zur "Verfügung" stehen gibt es ja leider auch.
Das sowas aus Frankreich kommt wo eine Ministerin (hab leider ihren Namen nicht parat) dafür hochgelobt wird, dass sie wenige Tage nach der Geburt ihres Kindes wieder zur Kabinettssitzung erscheint ist ja auch irgendwie bezeichnend.
Mich macht das traurig, dass unseren Kindern ihr Bedürfnis nach Nähe so abgesprochen wird. Die Zeit ist doch soooo schnell rum, meine Kleine hat in 4 Tagen 1. Geburtstag und die Zeit die sie schon bei uns ist fühlt sich irgendwie viiiel kürzer an.
LG
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Drachenblut
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Drachenblut »

Julena hat geschrieben:`"...Ich glaube, eine gute Mutter ist eine, die es schafft, eine gewisse Distanz zu ihrem Kind zu halten, nicht zu nah, nicht zu weit weg zu sein, ihm zu geben, was es braucht, es nicht zu unterdrücken, nicht zu abwesend und nicht ständig anwesend zu sein. Irgendetwas genau dazwischen, aber das ist leider extrem rar." (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,713292-2,00.html)

und das finde ich nur noch traurig,
man (frau :wink: ) kann ihrem Kind doch gar nciht nah genug sein :(
Siehts Du, so unterschiedlich sind die Meinungen. Ich sehe in dem Zitat nix trauriges. Ich habe das so gelesen, dass eine Mutter sein Kind "sein lassen muss". Es nicht einengen soll, es nicht zum einzigen Lebensmittelpunkt machen soll. Und so sehe ich das auch. Ich denke, Kinder brauchen auch Freiräume, um zu wachsen.
Ich würde diese Freiräume natürlich nicht vom Stillen oder Nicht-Stillen abhängig machen. Ich glaube, dass ich durch das Stillen meinem Sohn die Kraft gebe, sich seine Freiräume zu erobern. Aber im Grundsatz finde ich das Zitat nicht verdammenswert.
LG Drachenblut mit ihrer 3köpfigen Brut :-)

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Lösche Benutzer 1828

Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

natürlich bin ich meine Kind nah, so nah, wie sonst noch keinem Menschen - kein Mensch bisher hat mich mit seinen Äußerungen so an den Rand meiner Emotionen gebracht, kein Mensch je mit seinem puren Auftauchen solche Gefühlsstürme in mir ausgelöst, kein Mensch mich je solche Ängste spüren lassen, kein Mensch solche grenzenlose Liebe, egal, was und wie dieser Mensch ist oder was er tut - natürlcih bin ich meinem Kind nah, so nah, wie sonst noch niemandem - udn je jünger das Kind ist, desto näher bin ich ihm, meine Säuglinge waren für mich ein Teil von mir, die Abnabelung war nicht mit der Geburt vorbei, das war ein langsamer Prozess, der ganz deutlich spürbar war.....
und das heißt doch nicht, dass ich ihnen nicht trotzdem Freiheit geben kann, sie erdrücke mit meiner Liebe - das geht doch beides zusammen.....ich denke, die wirklich Ablösung geschieht in der Pubertät, daher ist das ja auch für beide Parteien, also Eltern udn Kinder, so emotional, so unheimlich aufwühlend, und dennoch so enorm wichtig.....
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Drachenblut
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Drachenblut »

Hmm, ich hab jetzt den Artikel im Spiegel gelesen.

Ich finde, sie sieht es völlig falsch, dass man nicht Stillen und gleichzeitig seinem Beruf nachgehen kann, denn das mache ich seit 2 1/2 Jahren, anfangs wurde er noch vollständig mit Muttermilch ernährt. Das sehe ich keine Diskrepanz.

Was ich aber schon richtig finde, ist, wenn sie z.B. sagt, dass man keine schlechtere Mutter ist, nur weil man es nicht genießt, Tag und Nacht mit Baby/Kind zusammen zu sein. Ich fühl mich nicht als schlechte Mutter, aber wenn ich den ganzen Tag nur mit Kind zuhause wäre, dann würde ich wahnsinnig werden. Ich finde es langweilig und eintönig und kann dem nix abgewinnen.
Außerdem finde ich es richtig, zu sehen, dass das aktive Mutter-Dasein nicht lebensfüllend ist. Daraus den Schluss zu ziehen, dass alle Frauen nun arbeiten müssten, finde ich auch nicht richtig. Für _mich_ ist das richtig, ich brauch auch meine finanzielle Unabhängigkeit, aber ich denke, das sehen andere Frauen anders und das finde ich auch okay so.

Und die Gefahr, dass Kinder zu Statussymbolen werden, perfekt sein sollen, die sehe ich auch. V.a. tatsächlich bei "Nur-Hausfrauen" (Achtung!!! Objektive Meinung aus meinem privaten Umfeld!!!). V.a. bei "Nur-Hausfrauen", die nicht in erster Linie die Bedürfnisse des Kindes erfüllen wollen. Da sind die Kinder häufig Projekte und keine Kinder mehr.

Keine Ahnung, ob ich aus dem Interview jetzt alles falsch heraus lese, aber bis auf den Unsinn mit dem Stillen fand ich das nicht so schlimm...
LG Drachenblut mit ihrer 3köpfigen Brut :-)

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Julena
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Julena »

Maren hat geschrieben:
Julena hat geschrieben:`"...Ich glaube, eine gute Mutter ist eine, die es schafft, eine gewisse Distanz zu ihrem Kind zu halten, nicht zu nah, nicht zu weit weg zu sein, ihm zu geben, was es braucht, es nicht zu unterdrücken, nicht zu abwesend und nicht ständig anwesend zu sein. Irgendetwas genau dazwischen, aber das ist leider extrem rar." (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,713292-2,00.html)

und das finde ich nur noch traurig,
man (frau :wink: ) kann ihrem Kind doch gar nciht nah genug sein :(
Siehts Du, so unterschiedlich sind die Meinungen. Ich sehe in dem Zitat nix trauriges. Ich habe das so gelesen, dass eine Mutter sein Kind "sein lassen muss". Es nicht einengen soll, es nicht zum einzigen Lebensmittelpunkt machen soll. Und so sehe ich das auch. Ich denke, Kinder brauchen auch Freiräume, um zu wachsen.
Ich würde diese Freiräume natürlich nicht vom Stillen oder Nicht-Stillen abhängig machen. Ich glaube, dass ich durch das Stillen meinem Sohn die Kraft gebe, sich seine Freiräume zu erobern. Aber im Grundsatz finde ich das Zitat nicht verdammenswert.
das ist der unterschied "distanz - freiraum", "einengen - nähe"
klar, kinder brauchen ihren freiraum um sich entfalten zu können,
müssen nicht ständig bespaßt werden, man soll sie einfach mal machen lassen,
aber dieses Zitat geht für mich (sicher durch den Kontext des Interviews beeinflusst) in die Richtung
"nur dem Kind nicht zu viel Nähe geben (tragen, stillen FB) sonst gewöhnt es sich noch dran",
Das ist die hier leider weit verbreitete Einstellung, dass nur durch diese Distanz das (klein-)kind zur vermeintlichen Unabhängigkeit gebracht wird und da wird dann eben geferbert, das weinende Baby nicht hochgenommen (sonst lernt es ja noch, dass es mit weinen alles erreichen kann :cry: ) usw...
LG

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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Pupu »

talismama hat geschrieben:In diesem Zusammenhang nennt setzt sie sich auch kritisch mit der "Zurück-zur-Natur-Mentalität vieler junger Frauen auseinander, die diese Frauen wieder unterdrücke, weil sie sie in ihrer Freiheit und Unabhängigkeit beschneide: Hebammenbetreuung, Verzicht auf die Pille, Verzicht auf eine PDA unter der Geburt.
Ich finde das überhaupt nicht antifeministisch, im Gegenteil! Frauen werden sich ihrer eigenen Weiblichkeit bewusst und nutzen ihre eigene weibliche Kraft, machen sich somit unabhängig von der Schulmedizin - deren "Lehrer" zum grossen Teil noch immer Männer sind, möchte ich behaupten. Vielleicht nicht unbedingt diejenigen, die in der Geburtenabteilung des Krankenhauses arbeiten, aber diejenigen, von denen diese ihr Wissen haben. Diejenigen, die bestimmen, was schulmedizinisch "richtig" ist.
Wenn Frauen sich ihrer ureigenen Weiblichkeit bewusst werden, macht sie das doch nicht abhängiger. Im Gegenteil, sie werden unabhängiger und freier! Denn je natürlicher man lebt, desto körperbewusster wird man, weil man sich damit auseinandersetzt. Und je körperbewusster man ist, desto mehr ist man sich seiner selbst und seiner eigenen Weiblichkeit bewusst. Aus welchem Grund soll das denn antifeministisch sein?
Lg aus Finnland von Pupu mit Wildgurke 🥒 (02/09), Quatschbanane 🍌 (08/11) und zwei Minimöhrchen 🥕🥕 (07/17)

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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von EhUKr »

Maren hat geschrieben:
Julena hat geschrieben:`"...Ich glaube, eine gute Mutter ist eine, die es schafft, eine gewisse Distanz zu ihrem Kind zu halten, nicht zu nah, nicht zu weit weg zu sein, ihm zu geben, was es braucht, es nicht zu unterdrücken, nicht zu abwesend und nicht ständig anwesend zu sein. Irgendetwas genau dazwischen, aber das ist leider extrem rar." (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,713292-2,00.html)

und das finde ich nur noch traurig,
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Siehts Du, so unterschiedlich sind die Meinungen. Ich sehe in dem Zitat nix trauriges. Ich habe das so gelesen, dass eine Mutter sein Kind "sein lassen muss". Es nicht einengen soll, es nicht zum einzigen Lebensmittelpunkt machen soll. Und so sehe ich das auch. Ich denke, Kinder brauchen auch Freiräume, um zu wachsen.
Ich würde diese Freiräume natürlich nicht vom Stillen oder Nicht-Stillen abhängig machen. Ich glaube, dass ich durch das Stillen meinem Sohn die Kraft gebe, sich seine Freiräume zu erobern. Aber im Grundsatz finde ich das Zitat nicht verdammenswert.
Maren, so habe ich das auch gelesen. Ich fand das Interview interessant.
Lösche Benutzer 1828

Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Pupu hat geschrieben: Ich finde das überhaupt nicht antifeministisch, im Gegenteil! Frauen werden sich ihrer eigenen Weiblichkeit bewusst und nutzen ihre eigene weibliche Kraft, machen sich somit unabhängig von der Schulmedizin - deren "Lehrer" zum grossen Teil noch immer Männer sind, möchte ich behaupten. Vielleicht nicht unbedingt diejenigen, die in der Geburtenabteilung des Krankenhauses arbeiten, aber diejenigen, von denen diese ihr Wissen haben. Diejenigen, die bestimmen, was schulmedizinisch "richtig" ist.
Wenn Frauen sich ihrer ureigenen Weiblichkeit bewusst werden, macht sie das doch nicht abhängiger. Im Gegenteil, sie werden unabhängiger und freier! Denn je natürlicher man lebt, desto körperbewusster wird man, weil man sich damit auseinandersetzt. Und je körperbewusster man ist, desto mehr ist man sich seiner selbst und seiner eigenen Weiblichkeit bewusst. Aus welchem Grund soll das denn antifeministisch sein?
sehe ich auch so - zu seinem Körper zu stehen, ihn bewußt anzunehmen, kann Frau nur stärker machen.....sich ganz selbsbewußt für die einem liebste und angenehmste Geburtsmöglichkeit entscheiden ist sehr emanzipiert....
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