Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
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Serafin
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Bayerisch sprechen sie nicht so, trotz mir als Mutter...
kleiner Maulwurf 12/15
kleiner Schildkröterich 05/19
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Lösche Benutzer 24994
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Wir hatten ja letztens die arabischsprachige Verwandtschaft zu Besuch und die zwei 3 jährigen haben sich dann folgendermaßen gestritten: 'Nej' 'Doch' 'Nej' 'Doch'. Also jeder in seiner Umgebungssprache.
Hier reden die Kinder meist deutsch zusammen, nur ganz selten mal arabisch. Aber manchmal mit Deutsch-arabischen Freunden schon arabisch. Ich hoffe das wird noch mehr
Hier reden die Kinder meist deutsch zusammen, nur ganz selten mal arabisch. Aber manchmal mit Deutsch-arabischen Freunden schon arabisch. Ich hoffe das wird noch mehr
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Buttermilch7
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Spannend!
Wenn meine mit mir reden, switchen sie sofort in meinen Dialekt.
Eva mit E (07/06) und M (03/09)
"Da Gud skapte Adam og Eva, var de små nysgjerrigebarn som klatret i træerne og spradet omkring i den store hage han nettopp hadde skapt. Det hadde jo ingen hensikt å eie en stor hage hvis det ikke også fantes noen barn som kunne leke i den." Jostein Gaarder, I et speil i en gåte
"Da Gud skapte Adam og Eva, var de små nysgjerrigebarn som klatret i træerne og spradet omkring i den store hage han nettopp hadde skapt. Det hadde jo ingen hensikt å eie en stor hage hvis det ikke også fantes noen barn som kunne leke i den." Jostein Gaarder, I et speil i en gåte
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Serafin
- Miss SuTiversum
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Mit deutschen Kindern passen sie sich an. Mit den Nachbarsmädchen haben sie nur norwegisch gesprochen, der Vater spricht nur deutsch, aber die Kinder antworten nur norwegisch. Familiensprache norwegisch. Mit der Klassenkameradin vom großen sprechen sie deutsch, dir ist aber auch erst 1,5 Jahre nach uns gekommen.
kleiner Maulwurf 12/15
kleiner Schildkröterich 05/19
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neara
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Ich denke schon, dass Bücher Lesen helfen kann. Zumindest war es bei mir und Englisch der Durchbruch, ab dann lief alles deutlich besser.
Hier läuft es beim Großen bis jetzt mit den Elternsprachen recht gut. Wird sich aber vermutlich ändern, je dominanter Deutsch wird (sicher spätestens ab der Schule). Sprachen sind alle sehr unterschiedlich. Ich spreche ihn nur in der Muttersprache an, auch wenn ich mich mit anderen Anwesenden auf Deutsch unterhalte. (Bedeutet je nach Konstellation kontinuierliches Übersetzen, was wir aber eh ständig tun, weil wir noch keine Familiensprache etabliert haben.) Im Moment passt es so gut.
MaiDri, ich würde nicht meine Muttersprache gegen eine andere tauschen. Aus den Gründen, die Larala beschrieben hat (in Erstsprache sicher werden) und auch grundsätzlich - es ist ein Kommunikationsmittel. Ich beherrsche meine Fremdsprachen ziemlich sicher. Die ganz feinen, auch emotionalen Nuancen, Humor, Albernheiten etc kann ich aber immer noch in meiner Muttersprache am besten. Eine Mutter-Kind-Beziehung in ihrer Intimität und Intensität in einer Fremdsprache zu navigieren würde mir vermutlich schwerfallen.
Spannend, eure Berichte zu lesen. Gerade heute waren wir bei einer Freundin vom Großen. Sie kam mit 3 Jahren mit ihren Eltern aus Indien nach D und sprach zu dem Zeitpunkt drei Sprachen: die Muttersprache der Eltern, Englisch und Hindi. Die beiden Eltern haben mit ihr also (jeweils) in zwei Sprachen gesprochen (plus Input aus der Umgebung & Familie), Hindi kam von der Babysitterin. Jetzt spricht sie nach ca drei Jahren hier immer noch die Muttersprache, Englisch und Deutsch. Hindi fällt ihr schwer, weil kaum Input. Zu Hause sprechen sie nach wie vor die Muttersprache und Englisch, one parent two languages. Fand ich auch spannend (auch die Vorstellung, wie selbstverständlich dort Kinder mehrsprachig aufwachsen).
Hier läuft es beim Großen bis jetzt mit den Elternsprachen recht gut. Wird sich aber vermutlich ändern, je dominanter Deutsch wird (sicher spätestens ab der Schule). Sprachen sind alle sehr unterschiedlich. Ich spreche ihn nur in der Muttersprache an, auch wenn ich mich mit anderen Anwesenden auf Deutsch unterhalte. (Bedeutet je nach Konstellation kontinuierliches Übersetzen, was wir aber eh ständig tun, weil wir noch keine Familiensprache etabliert haben.) Im Moment passt es so gut.
Haha, das ist gut!
MaiDri, ich würde nicht meine Muttersprache gegen eine andere tauschen. Aus den Gründen, die Larala beschrieben hat (in Erstsprache sicher werden) und auch grundsätzlich - es ist ein Kommunikationsmittel. Ich beherrsche meine Fremdsprachen ziemlich sicher. Die ganz feinen, auch emotionalen Nuancen, Humor, Albernheiten etc kann ich aber immer noch in meiner Muttersprache am besten. Eine Mutter-Kind-Beziehung in ihrer Intimität und Intensität in einer Fremdsprache zu navigieren würde mir vermutlich schwerfallen.
Spannend, eure Berichte zu lesen. Gerade heute waren wir bei einer Freundin vom Großen. Sie kam mit 3 Jahren mit ihren Eltern aus Indien nach D und sprach zu dem Zeitpunkt drei Sprachen: die Muttersprache der Eltern, Englisch und Hindi. Die beiden Eltern haben mit ihr also (jeweils) in zwei Sprachen gesprochen (plus Input aus der Umgebung & Familie), Hindi kam von der Babysitterin. Jetzt spricht sie nach ca drei Jahren hier immer noch die Muttersprache, Englisch und Deutsch. Hindi fällt ihr schwer, weil kaum Input. Zu Hause sprechen sie nach wie vor die Muttersprache und Englisch, one parent two languages. Fand ich auch spannend (auch die Vorstellung, wie selbstverständlich dort Kinder mehrsprachig aufwachsen).
Herbstkind 11/19, Winterkind 12/22 und Herbststern '17 im Herzen
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Lösche Benutzer 24994
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Mein Mann ist da ja oft so "gemein" und versteht dann kein deutsch. Er hilft den Kindern dann aber auch beim formulieren oder lässt sie nachsprechen. Danach reagiert er inhaltlich darauf (natürlich nur, wenn es die Situation erlaubt). Aber das bringt hier schon viel.Serafin hat geschrieben: 21.07.2024, 20:30 Mit deutschen Kindern passen sie sich an. Mit den Nachbarsmädchen haben sie nur norwegisch gesprochen, der Vater spricht nur deutsch, aber die Kinder antworten nur norwegisch. Familiensprache norwegisch. Mit der Klassenkameradin vom großen sprechen sie deutsch, dir ist aber auch erst 1,5 Jahre nach uns gekommen.
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Mau
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Ich habe hier eigentlich nichts zu suchen, aber da hier einige Expertinnen unterwegs sind, würde ich gerne eine Frage loswerden…
Wie ist das, wenn die Eltern ihre Muttersprache selbst nur auf niedrigem Niveau sprechen und auch keine Bücher oder sonstigen Medien verfügbar sind? Ich habe manchmal mit Kindern zu tun, die ihre Muttersprache nur rudimentär sprechen, sofern man das als Außenstehender beurteilen kann. Also nur so Basiskommunikation im Alltag, wie es scheint und nicht schreiben. Englisch, was im Heimatland der Eltern auch gesprochen wird, passiv durch Filme etc, aber flüssig sprechen nicht. Deutsch durch Kindergarten/Schule, aber mit kleinem Wortschatz und Grammatikfehlern.
Wie wirkt sich das aufs weitere Leben aus, wenn man mit 6 oder 10 keine Sprache wirklich gut und umfassend kann?
Gibt es für solche Kinder und Familien Lösungen?
Also generell, ich persönlich kann da eher nichts machen… Es beschäftigt mir nur immer wieder, wenn ich die Kinder treffe. Oder ist das nicht so tragisch und gibt sich noch?
Wie ist das, wenn die Eltern ihre Muttersprache selbst nur auf niedrigem Niveau sprechen und auch keine Bücher oder sonstigen Medien verfügbar sind? Ich habe manchmal mit Kindern zu tun, die ihre Muttersprache nur rudimentär sprechen, sofern man das als Außenstehender beurteilen kann. Also nur so Basiskommunikation im Alltag, wie es scheint und nicht schreiben. Englisch, was im Heimatland der Eltern auch gesprochen wird, passiv durch Filme etc, aber flüssig sprechen nicht. Deutsch durch Kindergarten/Schule, aber mit kleinem Wortschatz und Grammatikfehlern.
Wie wirkt sich das aufs weitere Leben aus, wenn man mit 6 oder 10 keine Sprache wirklich gut und umfassend kann?
Gibt es für solche Kinder und Familien Lösungen?
Also generell, ich persönlich kann da eher nichts machen… Es beschäftigt mir nur immer wieder, wenn ich die Kinder treffe. Oder ist das nicht so tragisch und gibt sich noch?
Mini 4/21 <3
- Reike
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Mir hat mal die Schulleiterin einer Brennpunktgrundschule hier in der Nähe erzählt, dass sie ganz viele solcher Schüler:innen hat. Sie sprechen weder deutsch noch ihre Muttersprache auf muttersprachlichem Niveau und das sei ein riesiges Problem. Die Förderlehrkräfte geben bei denen ihr bestes noch möglichst viel aufzuholen. Aber wenn Kinder bis 7 (da bin ich mir nicht mehr hundertprozentig sicher, aber um den Schuleintritt rum) keine Sprache richtig beherrschen, dann werden sie dieses Niveau auch in keiner Sprache mehr erreichen.
Deswegen ist es so wichtig, dass eine Sprache mit den Kindern auf muttersprachlichem Niveau gesprochen wird, so dass sie den Aufbau von Sprache, die Grundprinzipien und die Feinheiten erlernen und später auf andere Sprachen übertragen können.
Deswegen ist es so wichtig, dass eine Sprache mit den Kindern auf muttersprachlichem Niveau gesprochen wird, so dass sie den Aufbau von Sprache, die Grundprinzipien und die Feinheiten erlernen und später auf andere Sprachen übertragen können.
Liebe Grüße von Reike
mit dem kleinen Bären 9/15, dem Igelchen 10/17 und der kleinen Raupe 8/20
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MaiNacht
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Das wäre cool, aber ich befürchte das werde ich hier nicht finden... aber ich halte mal die Augen (und Ohren!) auf! DankeMCM18 hat geschrieben: 21.07.2024, 10:10
Es gibt auch Spielgruppen, in denen sich Eltern mit Kindern treffen, um dort gemeinsam in der "Muttersprache" zu sprechen, spielen, singen etc.
Vielleicht gibt es das in deiner Nähe auch
...mit der Erbse (10/23) und dem tollen Typen

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Serafin
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Ich habe jetzt auch noch Mal geschaut, für Deutsch gibt's hier nix. Nur eine deutsche Schule in Oslo, was wir nicht wollen würden selbst wenn wir dort wohnen würden. Wahrscheinlich sind sich die Sprachen auch einfach zu ähnlich. Auch fast alle deutschsprachigen Erwachsen sprechen es ziemlich bald recht gut, wenn ein Wille da ist.
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