Hilfe mit Schlafsituation

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

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Lovelycats2
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Hilfe mit Schlafsituation

Beitrag von Lovelycats2 »

Hallo zusammen,

nach einigen Jammer-Posts in verschiedenen Threads habe ich mich jetzt doch endlich mal dazu überwinden bzw. die Kraft oder genug Verzweiflung
finden können, einen eigenen Thread zu erstellen.

Ich weiß gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll.

Räumliche Rahmenbedingung: wir haben ein Familienbett von 2,70m im Schlafzimmer und ein "Ausweichbett" 90 cm mit Beistellbett (unbenutzt 🤪) im Arbeitszimmer.

Unsere große Tochter (2 Jahre und 3 Monate) war nie, außer in der Neugeborenenphase, eine besonders gute Schläferin. Sie ist von Beginn an gewöhnt, sich in den Schlaf zu stillen und stillend die Schlafphasen zu verbinden oder gleich gar nicht abzudocken und dauernuckeln/dauerstillen.
Schlaf war immer ein schwieriges Thema, das in der Schwangerschaft mit dem zweiten Kind kontinuierlich schwieriger geworden ist. Ende letzten Jahres habe ich fast einen Monat lang versucht nachts abzustillen (mehr oder weniger nach Gordon), weil ich so empfindliche Brustwarzen hatte und meine Tochter wirklich stundenlang nachts genuckelt hatte und ich körperlich echt am Ende war. Das war leider eine ganz ganz furchtbare Zeit mit vielen Tränen und viel Schreien und Wut. Geendet hat das um Weihnachten rum, sie wurde krank und wir waren bei meinen Schwiegereltern zu Besuch im vollbesetzten Haus, ich habe sie also nachts doch wieder stillen lassen.

Unser Baby ist jetzt fast 2 Monate alt (wo ist die Zeit nur hin? 😲) und das möchte natürlich auch abends und nachts stillen - wenn die Große dann aber gerade wach wird und merkt, dass ich nicht im Bett bin (das Baby will erst abgehalten werden und ist dabei ziemlich laut, ich muss also ins Wohnzimmer zum Abhalten und Stillen, liegend stillen klappt leider bei ihm nicht gut), bricht hier ein kleines oder manchmal auch sehr großes Drama aus. Und sie merkt es mit großer Sicherheit. Ohne Brust geht es nicht bzw. wirklich nur ganz ganz selten und eher zufällig mal, dass mein Mann sie mit schschsch und streicheln wieder in den Schlaf bringen kann. Hat am Anfang ab und an geklappt, jetzt eigentlich gar nicht mehr. Und ich sitze mit Adrenalin im Blut im Wohnzimmer und erwarte jeden Moment sie zu hören: Sie wird dann wütend, schreit nach Mama, wird extrem laut und fast panisch, drückt sich weg und will nicht gehalten werden. Eine Weile hat mein Mann sie dann einfach auch ins Wohnzimmer gebracht und da saßen wir dann (tandemstillend) bis wir alle zurück ins Bett gehen konnten. Das ging irgendwie. War auch nicht schön aber besser als das Schreien.

Wit hatten Ende April eine Schlafberatung (nach 1001 Kindernacht) gemacht und mit ihr kam die Idee, dass mein Mann die große ja abends tragen könnte, um das Einschlafen zu erleichtern, er trägt sie also im Wohnzimmer während ich den Kleinen einschlafstille und liest ihr vor. Manchmal will sie gar nicht aufhören, manchmal hat sie es ganz eilig, bei mir zu trinken. Inzwischen hat sie aber raus, dass draußen tragen viel schöner ist, also fordert sie jetzt ihren abendlichen Spaziergang ein. Mein Mann hat das jetzt auch gemacht, klappt auch meistens gut, sie muss dann nur noch kurz stillen - doch nun wird auch beim nachts wachwerden draußen tragen gefordert. Lautstark. Heute Nacht war sie mindestens 3 Stunden wach, war aufgelöst, hat geschrien, geheult, gestampft, wollte ihren Kuschelhasen und dann doch nicht, wollte zu mir zum trinken und ist nach zwei Schlücken wieder heulend zu Papa gerannt "In die Schlaftrage!!!", rastet hier einfach komplett aus. Fing aber sofort an glücklich zu lachen, als mein Mann seine Schuhe angezogen hat. Wir wohnen in einem alten 3-Familien-Haus und unsere (ätzenden) Nachbarn bekommen das alles mit. Es ist so kräftezehrend. Mein Mann trägt sie abends relativ gerne, aber nachts raus ist das irgendwie echt nicht auf Dauer zu machen. Und abends...wenn es heiß wird, bei 30 Grad geht das auch nicht mehr und wenn es regnet oder wieder kalt wird...

Mein Mann und ich bekommen zusehends auch Probleme mit unserer Impulskontrolle nachts (ich war deswegen vor den Kindern schon auch in Therapie und eigentlich gut "eingestellt") und wir sprechen auch über unsere Aggressionen. Heute Nacht hat mein Mann leider auch sehr unschöne Dinge zu unserer Tochter gesagt und war offensichtlich hart an der Grenze, ihr weh zu tun. Ich hoffe, dass sie das nicht ins Gehirn eingebrannt bekommen hat :(
Ich habe meine alte Therapeutin wieder um einen Termin gebeten.
Mich triggert zum Beispiel zusätzlich noch extrem, dass meine Tochter beim Stillen und auch danach immer mit der Hand oder den Fingern die Brustwarzen befunmelt. Es wird gestreichelt, gerieben, gezwurbelt und ich kann das kaum aushalten, aber sie akzeptiert auch ein nein, Hände wegnehmen oder festhalten oder die Brust mit meiner Hand abdecken überhaupt nicht und ist dann sofort wieder wach und dann beginnt das Spiel von neuem - oder sie rastet gleich aus.

In zwei Wochen haben wir einen Termin bei der Erziehungsberatung. Abgesehen vom Schlaf haben wir durchaus noch andere Baustellen. Zum Beispiel der Kratzbaum, sie klettert jetzt seit einigen Wochen auf den Kratzbaum. Wir nehmen sie dort weg, erklären, dass der nur für die Katzen ist. Hundert mal gemacht, aber sie tut es immer wieder, irgendwann wird das Ding auch umkippen oder kaputtgehen. Eine Federwiege haben wir ausgeliehen bekommen, können wir nicht
aufstellen - sie hängt sich dran und hört niemals auf ein nein.
Zusätzlich isst sie kaum noch was, ist von einer sehr guten Allesesserin zu quasi Vollstillen zurück. Dreht in der Wohnung total auf und an stillhalten ist nicht zu denken. Also sowas wie lesen (geht fast nur wenn sie fürs große Geschäft auf dem Klo sitzt, dann gerne und viel), Duplo spielen oder puzzeln nur in seltenen Fällen... wir sind daher eigentlich außer bei Starkregen immer draußen mit ihr. Sie bekommt viel Bewegung und frische Luft und kann sich austoben.
Grundsätzlich ist unsere Tochter extrem willensstark und gefühlsstark. Ich würde auch denken irgendwie neurodivers, wenn man das in dem Alter schon behaupten kann. Sie ist ein kluges Kind, spricht drei Sprachen, liebt das Alphabet, hat Humor und ist einfach so liebenswert und zum Knutschen, aber sie bringt uns auch einfach zum Verzweifeln.

Aktuell ist sie nicht in Fremdbetreuung, wir hoffen jetzt ganz stark auf einen Platz bei einer TaMu ab Juli (3 Vormittage) um zumindest etwas zusätzliche Entlastung zu bekommen. Meine Mutter ist auch schon regelmäßig (meistens vo. 8 bis 19 Uhr) hier, geht mit der Großen raus und schlafschuckelt den Kleinen zum Mittagsschlaf, damit ich mit der Großen in Ruhe schlafen kann (Mittagsschlaf funktioniert nämlich 9 von 10 mal super gut!). Bringt gekochtes Essen mit. Ohne sie würde hier nichts laufen, aber mittlerweile ist auch sie schon fast genervt von der Großen, weil sie kaum noch händelbar ist.

Ich frage mich, wie es weitergehen soll. Heute hat mein Mann seinen ersten Arbeitstag nach der Elternzeit. Er braucht Schlaf, ich hab zum Glück noch die Stillhormone.
Die Große abstillen sehe ich weder als Option (solange der Kleine stillt) noch als Lösung des Problems. Aber wo können wir noch ansetzen? Ich weigere mich zu glauben, dass das jetzt so bleibt....

Ich hab bestimmt vieles vergessen, aber ich schicke jetzt trotzdem mal ab. Danke, wer es bis hierhin geschafft hat.
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Lovelycats2
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Re: Hilfe mit Schlafsituation

Beitrag von Lovelycats2 »

Achja, und sie hat jetzt auch das Beißen für sich entdeckt. Der Kleine wird gebissen und gehauen :( und das obwohl (oder weil?) sie ihn eigentlich sehr liebt.
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MCM18
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Re: Hilfe mit Schlafsituation

Beitrag von MCM18 »

Puh es klingt wirklich anstrengend, da macht ihr gerade einiges mit.

Ich mag einfach Mal kurz meine Gedanken dazu äußern, was mir aufgefallen ist.

Bzgl. dem Verhalten deiner Tochter kann ich mir vorstellen, dass da gerade Geschwisterkrise auf Entdeckung des eigenen Willens trifft. So ganz theoretisch kann man da mal beim gewünschtesten Wunschkind und Geschwister als Team nachlesen. Da gibt es aber sicher auch gute Impulse hier von anderen.

Bzgl des Stillens und Schlafens habe ich das Gefühl, dass es "zu viele" Möglichkeiten für deine Tochter gibt. Stillen , draußen tragen, drinnen tragen und lesen, zu Mama ins Wohnzimmer gehen. Das ist für sie vermutlich alles schön und deswegen möchte sie das eventuell auch alles am liebsten immer machen und wird dann nicht ruhig.
Ich würde mich da auf eine maximal zwei Varianten festlegen und ihr auch erklären, dass es nur eine gibt.

Wenn du nicht abstillen möchtest, würde ich ein paar Regeln bzgl des Stillens festlegen. Also z.b. bei Brustwarze maltretieren ist Schluss und das dann aber auch durchsetzen. Das wird wie das Schlafthema zu viel Geschrei geben, aber ich denke man muss da durch (das kann man ja auch begleiten)
Lg MCM mit Sonntagssohn(10/17) und Feiertagssohn (08/20)

Willst du glücklich sein im Leben, so trage bei zu anderer Leute Glück, denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück (Marie Calm)
Badewannennilpferd
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Re: Hilfe mit Schlafsituation

Beitrag von Badewannennilpferd »

Hey Lovleycats, meiner ist ähnlich alt wie deine Große.
Ich habe ähnliche "Probleme" und komme auch an meine Grenzen und ich hab noch nicht mal ein zweites Kind.

Hier will er auch Nachts nur dauernuckeln und die andere Brust oder ein Muttermal befummeln das ich habe.

Ich kann aber beim Dauernuckeln auch nicht mehr einschlafen und nach 2 Jahren ohne durchschlafen kann ich nicht mehr auf 4h Schlaf zur Arbeit gehen.

Ich dicke ihn jetzt nachts ab wenn er eingeschlafen ist. Er wird in 98% der Fälle wach und weint, schreit nach der Milch und hat das ganze Haus zusammen gebrüllt. Er will auch nicht von mir getröstet werden, ich darf ihn nicht mal berühren so wütend ist er. Einmal durfte ich ihn kuscheln aber auch nur nachdem er sich fast in die Erschöpfung gebrüllt und geschluchzt hat.

Es ist ganz schön schwer und einerseits bricht mir das Herz und anderer seits brauch ich dringend den Schlaf und möchte meine Grenze wahren. Und ich habe auch so Gedanken das ich mir denke " ich mach doch so viel, du darfst so viel und oft stillen nur dieses dauernuckeln nicht was regt dich das so auf" total bekloppt und gleichzeitig verständlich. Er ist zwei voll in der Autonomiephase....

Seit 2 Nächten wird es etwas besser und er weint nur kurz einmal auf und schläft dann ein. Ich hoffe er akzeptiert es bald.

Hier sind aber auch die letzten Backenzähne unterwegs und er will im Moment alles selber machen, gleichzeitig brauch er mich ganz doll, will nicht in die Kita und weint seit einer Woche schrecklich bei der Übergabe.

Ich habe keine Tips wollte dir aber mal da lassen das du nicht allein bist.
Hier funktioniert Nein auch nur bedingt, er weiß das er was nicht soll kann sich aber nicht bremsen. Impulskontrolle ist auch schwer.

Fühl dich gedrückt!
J 03/2022
Badewannennilpferd
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Re: Hilfe mit Schlafsituation

Beitrag von Badewannennilpferd »

Ach ja und Beißen ist her auch immer mal wieder ein Thema. Als alleinerziehende kann er es nur bei mir versuchen aber ich merke das er es dann macht wenn er entweder vor Zuneigung übersprudelt oder wütend mit mir ist und seinen Willen nicht bekommt. Er will dann auch in Gegenstände beißen die er haben möchte.
J 03/2022
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Re: Hilfe mit Schlafsituation

Beitrag von Umgedacht »

Das klingt alles sehr hart. Ich musste auch daran denken, dass deine große Tochter noch echt viel über Mama verfügt. Wäre es eine Option das Stillen zu begrenzen? Dieses überall verfügbar sein hat mich mit einem älteren Kind sehr genervt und ich habe ganz klar begrenzt. Erst nur morgens und abends, dann nur morgens. Dann hat sie auch einfach selbst das Interesse verloren. Der Protest war natürlich da. Mit dem Fummeln und Kneifen haben wir aber weiterhin ein Problem. Vielleicht hilft ein Kuscheltier, das man befummeln kann?
Valentina mit Mäusepups (11.2021)
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Re: Hilfe mit Schlafsituation

Beitrag von Valencia »

Puh, das klingt echt sehr mühsam..

Bei meiner großen Tochter war das Abstillen auch ein langer Prozess, v. a. nachts.

Zu euch fällt mir ein: kannst du evtl nach dem Abhalten das Baby im Bett neben ihr sitzend statt im Wohnzimmer stillen? So dass sie dich vielleicht spürt und nicht wach wird? Würde sie etwas zu essen oder zu trinken als Alternative annehmen (das evtl neben dem Bett steht? Also zB Wasser und eine Banane)?

Wäre evtl ein eigenes cooles Kinderbett im Arbeitszimmer eine Möglichkeit, sie zu motivieren, im eigenen Bett einzuschlafen und erst zu kommen, wenn sie in der Nacht mal wach wird? Hört sie schon gerne Tonies? Unsere Tochter hatte damals auch Kopfhörer bekommen und durfte dann, wenn ich abends mit beiden Kindern alleine war, Tonies mit dem Kopfhörer im Familienbett hören, während ich den Bruder einschlafgestillt habe. Manchmal ist sie darüber schon eingeschlafen.

Und meine Tochter war ähnlich alt bei der Geburt des Bruders wie deine. Sie hat ihn auch geliebt. Aber es gab vor allem in den ersten Wochen und Monaten auch Momente, wo sie vor Wut, dass ich nicht sofort Zeit für sie hatte, Gegenstände nach ihm geworfen habe. Das habe ich ganz schwer ausgehalten, hat sich aber gelegt, als der Bruder ein wenig mobiler wurde und man ein wenig mit ihm interagieren konnte.
Valencia mit Tochter (11/18), Sohn (03/21) und Tochter (03/24)
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