"Vereinbarungen" mit 4 Jährigem - was ist möglich?

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Noname488
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Re: "Vereinbarungen" mit 4 Jährigem - was ist möglich?

Beitrag von Noname488 »

Das ganze nicht als Frage zu formulieren ist ein guter Hinweis, klappt allerdings nur selten bei uns. Regelmäßig heißt es "ich putze mir nicht die Zähne!!!!" und meine Antwort geht eigentlich immer in die Richtung "ich verstehe, dass du da manchmal keine Lust dazu hast. Aber es muss leider sein, da gibt es keine Alternative. Zähneputzen gehört einfach dazu.". Ok, es gibt manchmal Spielraum mit dem Zeitpunkt, weswegen das Kind vielleicht verwirrt ist. Aber dasselbe beim Händewaschen, wenn man von draußen reinkommt. Absolut kein Verhandlungsspielraum, es wird erst gespielt/gegessen, wenn das erledigt ist. Trotzdem regelmäßige Rebellion inkl dramatischen Wutanfällen. Auch im Bereich des "Gewöhnlichen"?

In der Vorschau lese ich, beeilen und dann eventuell für was schönes Zeit haben. Klappt hier nie! Das hab ich immer darauf geschoben, dass das Zeitverständnis noch nicht da ist. Beispiel: Kind mag sich morgens nicht umziehen. Ich versuche den alten "wer zuerst umgezogen ist hat gewonnen" Trick. Zieht manchmal. Oft ist es dann aber einfach so, dass das Kind trotzdem keine Lust hat. Ich bei der Hälfte dann sage "Schau mal, ich bin bald fertig. Wenn du gewinnen willst, dann fang besser schonmal an dich umzuziehen". Irgendwann habe ich dann gewonnen und dann geht der Frust los: "Aber ICH wollte gewinnen!!! Heul brüll heul!" :o Analog dann für "Wenn wir uns schnell umziehen schaffen wir noch eine Runde xy Spiel" - allgemeines Getrödel und Verweigerung, teilweise trotz Hilfsangeboten unsererseits - und dann große Aufregung, wenn es das Spiel dann nicht mehr gibt, weil zu spät. Und das obwohl er die Uhrzeiger schon ganz gut zuordnen kann und weiß, wann wir zur Kita aufbrechen müssen.

FloppyDisc, jaaaa, das war / ist wohl unser großer Fehler. Man meint es gut und versucht an schweren Tagen besonders auf die Wünsche des Kindes einzugehen, aber das dann wieder abzubrechnen ist quasi unmöglich.. Würde mich nicht wundern, wenn ich morgen eine Diskussion a la "Aber ich will noch ein Buch!!!!" Bekomme :oops: kann ich dann aber irgendwie besser einordnen, wenn ich weiß, dass ich es verbockt habe.
Nona mit Mini-Pups (04/2019) und Mäusezahn (05/2022)
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FloppyDisc
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Re: "Vereinbarungen" mit 4 Jährigem - was ist möglich?

Beitrag von FloppyDisc »

Ja, das gut meinen musste ich mir auch mühsam abtrainieren. In den Kindergarten zu müssen läuft bei beiden Kindern unter Höchststrafe, aber genau deshalb habe ich noch nie dem Impuls nachgegeben, mal zu sagen "ach weißt du, heute kannst du ausnahmsweise mal zuhause bleiben". Auch wenn es echt wehtut manchmal 😢
LG Floppy
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AllerLiebst
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Re: "Vereinbarungen" mit 4 Jährigem - was ist möglich?

Beitrag von AllerLiebst »

Dorkas hat geschrieben: 11.07.2023, 17:44 Ich halte das ebenfalls für normal.

Was ich inzwischen gelernt habe, wo du das mit dem Rutschen anführst: Ich lasse das „…, ok?“ am Ende weg.
Ich bin die Mama, ich möchte/muss nach Hause, lasse dem Kind aber noch den Abschluss vom Spielen. Das ist dann keine Frage oder Abmachung, sondern mein Entschluss. Und tatsächlich funktioniert das (hier) besser, als wenn ich es als Frage formuliere. Die Kinder haben eine klare Vorgabe und wissen, dass nach drei Mal Schluss ist. Bei einer Frage hingegen kann man ja immer mal noch austesten, ob man nicht doch noch bleiben kann.
So etwas in der Art wollte ich auch schreiben. Mittlerweile (das war früher anders) glaube ich, dass klare Entscheidungen bei kleinen Kindern besser funktionieren als Fragen. Natürlich lasse ich mich auch manchmal auf Kompromisse ein, aber oft sage ich auch “ich möchte nicht diskutieren“. In dem Alter würde ich auch nur in Vorleistung gehen, wenn ich es gut aushalten kann, wenn das Kind seinen Teil der Verabredung nicht einhält. Ich glaube nicht, dass Vierjährige die Konsequenzen einer solchen Vereinbarung in Gänze überblicken können.
Liebe Grüße von A. mit Knöpfchen (05/13), Pünktchen (11/16) und Flöhchen (03/19).
Maikäferchen19
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Re: "Vereinbarungen" mit 4 Jährigem - was ist möglich?

Beitrag von Maikäferchen19 »

Oh ja, das ist bei uns genau so. Unsere Kinder sind auch fast gleich alt.
Was mich frustriert und irritiert: der Große hat schon früh gerne verhandelt, auch selbst Kompromisste vorgeschlagen und sich an Abmachungen gehalten. Seit einiger Zeit funktioniert das aber leider gar nicht mehr. Wir kommen auch immer häufiger dazu der Erkenntnis, dass wir nicht in Vorleistung gehen sollten. Aber das finde ich ja auch irgendwie schade. Auf andere Male verweisen, wo er sich nicht an Vereinbarungen gehalten hat, bringt hier eher nichts. Manchmal klappt es, wenn ich sage "okay, wir machen das jetzt so, wie du möchtest und danach machen wir xy, aber ohne Theater". Da scheint er zu verstehen, dass ich es ernst meine. Kam aber auch schon vor, dass er dann trotzdem keine Lust auf den 2. Teil der Abmachung hatte...
Aber wir sind auch gerade in der Phase "ich mache grundsätzlich nicht das, was du willst bzw. grundsätzlich das, was du nicht willst" 😕
... glücklich mit dem Knuffi (2019) und dem Purzelchen (2022)
Serafin
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Re: "Vereinbarungen" mit 4 Jährigem - was ist möglich?

Beitrag von Serafin »

Wir sind auch in der Phase. Ich lasse mich nur auf Abmachungen ein, wenn ich den zweiten Teil der Abmahnung erzwingen kann. Sprich: noch 3 Mal rutschen dann heim. Das führt trotzdem zu Geheule und noch drei Mal Rutschen Gebrüll. Ich er kläre dann Mantra-artig das war unsere Abmachung und lasse kein rutschen mehr zu sondern packe ihn ein. Ich finde es wichtig, dass er lernt, dass Abmachungen eingehalten werden müssen.
kleiner Maulwurf 12/15
kleiner Schildkröterich 05/19
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