Einschlafstillen abschaffen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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miracle
ist nicht mehr wegzudenken
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Einschlafstillen abschaffen

Beitrag von miracle »

Hallo,
ich bin an einer persönlichen Grenze und kann und möchte einfach nicht mehr einschlafstillen. Meine Kleine ist 1 1/2 Jahre alt und stillt nur noch im Bett. Tagsüber isst sie ganz normal. Sie stillt nach wie vor sehr gerne und fordert auch das Zubettgehen ein. Nur ist es beim Einschlafstillen so, dass sie gar nicht mehr dabei einschläft. Sie hängt "stundenlang" an mir, turnt auf mir rum, nuckelt und nuckelt und nuckelt ... auch wenn sie schon Richtung Träumeland unterwegs ist, wacht sie sofort auf, wenn ich abdocken will. Mich macht das langsam regelrecht aggressiv und mir tut auch schon alles weh dabei. Ich will das einfach nicht mehr. Wenn sie in der Nacht oder frühs zum Aufwachen stillt, ist das ja OK für mich, aber dieses allabendliche ewige Nuckeln kann ich einfach nicht mehr.
Alle Versuche, sie ohne Stillen ins Bett zu bringen, sei es mit mir oder mit Papa, enden in verzweifeltem Schreien. Ein Abstillen nach Gordon klingt zwar gut, ist aber in der Praxis bei uns nicht umsetzbar, endet in Eskalation und Weinen. Die einzige Chance, sie anderweitig zum Schlafen zu bringen, ist durch Tragen. Mit ihren 10kg nicht gerade ein Kinderspiel ... Ins Bett legen, Geschichte vorlesen, einschlafen - das wäre ein Traum!
Mir geht es natürlich nicht gut dabei, sie so "leiden" zu sehen. Auf der anderen Seite denke ich eben auch, dass man seine persönlichen Grenzen und Ressourcen erkennen und achten sollte, ohne dass das gleich egoistisch ist.
Wie könnte ich denn die Einschlafstill-Abgewöhnungssituation für beide erträglicher gestalten? Und ist dann OK oder eher kontraproduktiv, sie nachts weiter zu stillen? Sollte sie dann besser weiter im Familienbett oder in ihrem eigenen Bett schlafen?
Vielen Dank für die Unterstützung!
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MiMama
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Re: Einschlafstillen abschaffen

Beitrag von MiMama »

Hallo,
Ich kann dir nicht wirklich helfen, nur erzählen wie es bei uns war. Mein Großer war auch ca. 1,5 Jahre, als ich einfach nicht mehr konnte. Mich hat aber auch das ständige stillen in der Nacht total genervt und ich konnte nicht richtig schlafen. Das hat mich echt fertig gemacht, und ich war zu der Zeit unter der Woche allein und musste meine Diplomarbeit fertig schreiben. So konnte es also nicht weiter gehen. Ich hab ihn dann in sein Bett in seinem Zimmer gebracht. Hab ihm vorgelesen und mich neben dran gesetzt und die Hand gehalten bis er schlief. Das klappte eigentlich ganz gut. Er hat schon auch geweint, aber es ging. Nachts hab ich ihn dann trotzdem rüber geholt, sobald er wach wurde.
Mittlerweile schläft er wieder bei uns , aber zum abgewöhnen war das vllt gar nicht schlecht.
Ich stelle es mir schwierig vor, ohne Weinen abzustillen. Aber bei mir ging's echt nicht mehr. Und dann konnte ich auch das weinen ertragen. Und so war es auch für alle besser.
Wünsche euch alles Gute und du wirst schon einen Weg finden, der zu euch passt.


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februarkind16
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Re: Einschlafstillen abschaffen

Beitrag von februarkind16 »

Ich glaube auch: wenn du wirlich an deinen Grenzen bist und das definitiv so nicht mehr willst und kannst, dann musst du was ändern. Mein Vorschlag ist: Erkläre es deinem Kind, auch wenn es vielleicht nicht alles versteht, aber den bestimmten Tonfall wird es bemerken. Sag doch z.B. abends "Du darfst gerne 10 min bei mir trinken, aber dann ist Schluss. Dann lege ich dich in dein Bett, lese dir eine Geschichte vor und dann schläfst du alleine ein." (ist nur ein Bsp, kannst du natürlich abwandeln). Und wenn die 10 min um sind, dann würde ich sie auch wirklich abnehmen, sagen, dass die 10 min vorbei sind und dass sie jetzt ins Bett gelegt wird, die Geschichte vorgelesen wird und dass sie dann schlafen muss. So hast du ihr den Gefallen getan, nuckeln zu können, aber du musst es nicht ewig "ertragen" und denkst auch an dich. Ich denke zwar auch, dass sie dann vielleicht erst mal kurz weinen wird, aber wenn es nicht zu lange andauert, finde ich persönlich das vertretbar.
Mein Sohn schläft alleine ein, außer wenn er gerade zahnt oder einen Wachstumsschub hat. In solchen Fällen weint er auch und will nicht alleine einschlafen. Dann nehme ich ihn noch mal aus dem Bett raus, setze mich mit ihm auf die Bettkante von unserem Ehebett (steht gegenüber von seinem Gitterbett) und kuschel noch mal 5 min mit ihm. Dann lege ich ihn wieder in sein Bett. Oft reicht das schon und er ist beruhigt. In ganz schlimmen Fällen, wenn nichts hilft und er nur am weinen ist, dann trage ich ihn auch mal in den Schlaf. Aber das ist wirklich selten.
Hat deine Tochter ein Kuscheltier/-tuch oder etwas anderes, was sie mit ins Bett nimmt? Falls nein, könntest du das ja neu einführen. Wenn sie anfängt zu weinen, gibst du ihr das und sagst, dass sie sich daran kuscheln kann und dass man damit wunderbar einschlafen und träumen kann.

Wie auch immer du es versuchen willst, ich wünsche euch starke Nerven und gutes Gelingen!
Mama mit großem Sohn (02/15) und kleinem Sohn (07/19) und kleinem Sternchen (09/18)
samoe
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Re: Einschlafstillen abschaffen

Beitrag von samoe »

Hallo,

es ist richtig, wenn auch DU deinen Grenzen achtest, denn nur so können die Kinder das lernen, dass man des anderen Grenzen respektieren muss.

Ich kann deine Situation sehr gut nachfühlen und war in dem Alter deiner Tochter bei meinem großen Sohn auch oft an der "Wutgrenze"...jedenfalls denke ich - wenn du dir zu 100% sicher bist 8wenn nicht, merkt das dein Kind) - solltest du sie wirklich abends kurz stillen und dich dann neben sie legen oder setzen. Ich muss sagen, ich habe meinen Sohn auch oft festgehalten, weil er sich mit seinem Gehampel selbst davon abhielt, einschlafen zu können mache ich momentan gerade sogar bei dem Kleinen, bevor ich dann zum Schluss nochmal zum einschlafen anlege, weil er sonst nicht zur Ruhe kommt) UND ich habe seinen Protest auch ausgehalten. Denn ohne Weinen gibt deine Tochter ganz sicher das Stillen nicht auf, aber das ist ok. Das musst du dir auch klar machen. Es ist dein Recht, nicht mehr einschlafstillen zu wollen, aber es ist ihr Recht, das blöd zu finden!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

Im Übrigen hätte ich bei uns niemals gedacht, dass das Abstillen (allerdings erst mit 2 Jahren 8 Monaten) dann soooo entspannt gehen kann. LG
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Siduri
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Re: Einschlafstillen abschaffen

Beitrag von Siduri »

Ich kann dich soooo gut verstehen, das war bei uns ähnlich, nur dass er in dem Alter noch öfter stillte. Aber abends/nachts ging bei mir einfach irgendwann nicht mehr. Bei uns hat danebenlegen und er schläft ein damals nicht geklappt. Ich musste ihn ca 5 Monate lang mehrmals pro Nacht in der TH in den Schlaf tragen - manchmal ging das in wenigen Minuten, manchmal dauerte es Stunden. Mir war das aber lieber, als Nuckeln, das hat mich einfach wahnsinnig gemacht.
Was ich damit sagen will, ist, "besser für euch" muss nicht zwangsläufig auch einfacher sein. Ihn zu tragen war definitiv anstrengender, als ihn zu stillen, hat für mich aber trotzdem viel besser gepasst.
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Yashira
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Re: Einschlafstillen abschaffen

Beitrag von Yashira »

Hallo

Wir hatten auch in dem
Alter so eine Phase.

Nach ein paar Wochen war es vorbei und er stillte wieder "normal".

Ich habe aber irgendwann auch immer begrenzt und konnte das weinen eher begleiten als das nuckeln lassen.
Ich habe dann gesagt, das die mimi weh tut oder schlafen muss oder das ich einfach nicht mehr will. Ja - es gab Geschrei. Aber es war irgendwann vorbei. Oder ich habe nach ner Stunde gesagt "ok - aber nur kurz". Auch das hat funktioniert. Er hatte da dann wirklich versucht einzuschlafen und es klappte einfach nicht. Das "zweite" stillen war dann wirklich nur noch sehr kurz.

Jetzt mit etwas über 2 Jahren reagiert er sehr gut auf "Dock mal ab", "ich mag nicht mehr" und "die mimi tut weh" (dann pustet er sogar ;-))

Liebe Grüße


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vivi
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Re: Einschlafstillen abschaffen

Beitrag von vivi »

Hallo , ich möchte kurz von uns berichten- meine Kleine hat lange Zeit Mittags nur an der Brust geschlafen, jedes Mal ist sie wach geworden,wenn ich mich rausschleichen wollte. . Als sie ca. 1 Jahr alt war hab ich beschlossen, dass sich das ändern muss , da ich diese 1- 1,5 h dringend zum Auftanken brauchte. Außerdem hat sie bei Papa Mittags immer viel besser und tiefer geschlafen ( der ist aber nun nicht jeden Tag mittags zu Hause) Ich hab beschlossen, dass wir kuscheln zum Einschlafen und hab das ganz überzeugt durchgezogen . Sie hat etwa 1-2 Wochen lang sehr geweint und gewütet vor dem Einschlafen, vielleicht so 10-20 min lang, dann aber gut und tief geschlafen. Stillen gab es dann zum Aufwachen. Ich hab das nur durchgehalten, weil ich diese Zeit dringend brauchte und immer mein Ziel vor Augen behalten. Im Nachhinein war es eine kurze , anstrengende Phase, die im Nachhinein aber sehr viel Positives gebracht hat. Die Kleine hat seit dem immer besser verstanden, auch bei mir ohne Stillen einzuschlafen und teilweise weiter zu schlafen . Inzwischen erzähle ich mittags eine Geschichte, halte ihre Hände in meinen und sie schläft zumeist nach 10 min ein. Das ist einfach schön und innig. Abends wird im Übrigen weiter zum Einschlafen gestillt, da stört es mich auch nicht und funktioniert gut.
Ich bin überzeugt, dass man etwas ändern kann, wenn man es dringend braucht und man dahinter steht und so auch den Frust des Kindes aushalten kann. Der Frust ist nunmal da und natürlich.
vivi mit der großen Zuckermaus Jan '07 und der kleinen Strahlemaus März ' 14
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Jia
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Re: Einschlafstillen abschaffen

Beitrag von Jia »

Wir haben das Einschlafstillen auch abrupt abgeschafft, als Mini längere Zeit total erkältet war und Dauernuckeln mit verstopfter Nase für uns beide schwierig war und für mich irgendwann einfach nicht mehr ging. Es gab auch bei uns zwei Tage lang Drama und Protest, den ersten Tag heftig, den zweiten Tag noch ein bisschen, danach war alles ok, sie hat getrunken, sich weggedreht und ist eingeschlafen. Ich denke, wenn der Leidensdruck gross genug ist, ist anfängliches Drama auch in Ordnung. Es ist ja nicht Weinen aus Verzweiflung oder Verlassenheitsängsten wie bei einem kleinen Baby, denn mit anderthalb Jahren ist deine Kleine alt genug, um zu verstehen, was geschieht. Es sind Frust und Protest, die sich äussern, und das ist ja auch völlig verständlich, schliesslich bricht ein geliebtes Ritual plötzlich weg. Das auszuhalten ist nicht einfach, aber ohne geht es wohl nicht, zumindest nicht zu einem von dir gewünschten Zeitpunkt.
Mit Maikäfer (2014) und Junikäferchen (2016)
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miracle
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Re: Einschlafstillen abschaffen

Beitrag von miracle »

Vielen Dank für eure Erfahrungsberichte und euer Mutmachen zum Durchhalten! Wir haben es auch tatsächlich geschafft! Der Papa trägt die Kleine jetzt abends in den Schlaf, das geht relativ fix. Dann wird sie ins Bett gelegt und sie verlangt mittlerweile noch nicht mal mehr nach dem Stillen, auch wenn sie kurz wach wird. Ich habe das Gefühl, jetzt stillt sie sich in dem Zuge auch noch langsam nachts ab (wird weniger). Nur morgens wird noch mit Leidenschaft gestillt - und das darf sie ja dann auch. :D
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Seifenblasenfrau
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Re: Einschlafstillen abschaffen

Beitrag von Seifenblasenfrau »

Ich hole diesen Thread mal hoch, weil ich langsam aber sicher nicht mehr kann. Die Ausgangssituation ist die Gleiche wie bei der TE. Mausi, 1,5 Jahre, zappelt, hampelt, stillt, 1-2 Stunden lang, schläft aber nicht. Ich BRAUCHE abends aber noch Zeit für mich, deshalb ist der Leidensdruck nun so hoch, dass ich was dagegen unternehmen will.

Ich trage ja mit Begeisterung, deshalb habe ich natürlich schon ausprobiert, sie statt dessen in den Schlaf zu tragen. Aber das klappt überhaupt nicht, eher kriege ich Rückenschmerzen, als dass sie schläft. Vorlesen klappt auch überhaupt nicht.

Was klappt? Wenn mein Mann sie ins Bett legt, sich daneben setzt und am Handy daddelt. Dann schläft sie in 5-15 Minuten ein. Ich weiß also, dass sie a müde ist und b schnell einschlafen kann. Deshalb kann ich es einfach nicht weiter ertragen, jeden Abend 1-2 h im Bett zu liegen, oft erfolglos. Doof, dass mein Mann im Schichtsystem arbeitet...

Wie stelle ich das denn nun an? Ich habe nicht den Anspruch, das ganze tränenlos vonstatten gehen zu lassen. Ich bin frei nach Gordon der Meinung, dass sie nun schon hunderte von Abenden vom Stillen zehren konnte, mittlerweile aber meine Anwesenheit, beruhigende Stimme und körperliche Nähe reichen sollte, um ihr Geborgenheit zu vermitteln. Hat noch jemand eine Idee, wie ich den Abend entstressen könnte?
Die Große 08/15
Der Mittlere 04/18
Der Kleine 09/22
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