Paleo Anybody? ;)

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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Nuala
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Re: Paleo Anybody? ;)

Beitrag von Nuala »

Huch, Tippfehler en Masse!
Improved Eating!
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Lotti
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Re: Paleo Anybody? ;)

Beitrag von Lotti »

Hallo Meerila,

als deutschsprachige Seiten finde ich das Paleowiki als Nachschlagewerk ganz gut, habe da allerdings selbst noch nicht viel drin gelesen. Urgeschmack ist nicht gerade mitreißend geschrieben, aber voller fundierter Informationen. Paleo-Planet ist eine ganz nette Zusammenfassung der neuesten deutschsprachigen Blogeinträe zum Thema Paleo. Was ich nach wie vor liebe, liebe, liebe ist der Latest in Paleo Podcast.
Ansonsten lese ich auch gerne bei Marks Daily Apple. Mark Sisson propagiert Primal, also quasi Paleo mit Milchprodukten (vor allem vollfetter Joghurt und etwas Käse). Er hat zwar auch einige in meinen Augen fragwürdige Nahrungsergänzungen im Angebot, aber er betont auch immer, dass die niemand kaufen muss, um gesund zu ein - dafür reicht die Primal Ernährung aus. Daher kann ich damit leben :) Gut gefällt mir bei Sisson auch der ganzheitliche Ansatz, also Ernährung, Bewegung, Schlaf, soziales Leben usw.
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Nuala
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Re: Paleo Anybody? ;)

Beitrag von Nuala »

Danke für die super Ergänzung!!!
Das Paleowiki ist wirklich gut, ich hab da schon sehr viel gelesen...
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Lotti
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Re: Paleo Anybody? ;)

Beitrag von Lotti »

gerne :D
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Meerila
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Re: Paleo Anybody? ;)

Beitrag von Meerila »

Danke euch beiden! Die Seite Paleo360 kenne ich, bei den anderen werde ich dann mal vorbeischauen und mir ein Bild machen.
@nuala: 16h ohne essen stelle ich mir gerade sehr schwierig vor, hängt aber auch immer von der Nacht ab. Es gibt Morgende, da ist mir übel vor Hunger und an anderen könnte ich problemlos erst später essen.
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Nuala
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Re: Paleo Anybody? ;)

Beitrag von Nuala »

Dann variier das!
Ich versuch einfach einmal in 24 Std. möglichst 14-16 Std nix zu essen. Und es geht immer besser, der Körper gewöhnt sich immer mehr dran.
Mein Fenster verschiebt sich immer wieder - das ist ok.
Richtwert ist: solange der Hunger dich wach und aktiv macht, iss nichts. Sobald du müde wirst, dir schlecht wird, deine Energie abfällt - iss was.
Für mich gehören diese Essenspausen ganz stark zu Paleo. Früher gabs ja auch keine Kühlschränke und Daueressen. Die Menschen waren - übrigens noch bis vor wenigen Jahrzehnten - gewohnt lange Essenspausen einzuhalten, auch mal Hunger zu haben. Hunger ist nicht schlecht, im Gegenteil: es macht aktiv. Steinzeit-mäßig gesprochen: erst musste das Essen gesucht und gesammelt werden, dann konnte gegessen werden.
Wenn man als gesunder Mensch (Schwangere und Vollstillende ausgenommen) nicht mindestens 12-14 Stunden LOCKER mit Essen pausieren kann, dann ist das ein Hinweis auf einen nicht gut funktionierenden Metabolismus. Oder schlicht dafür, dass mans nicht gewohnt ist. Man gewohnt sich aber innerhalb weniger Wochen dran. Mittlerweile BRAUCHE ich meine Nahrungsabstinenz. Sie führt dazu, dass alles verarbeitet wird, ruhen kann, und ab ca. 14 Std. zu einer Art Fastenketose die absolut gesund ist.
Es gibt auch andere Fastenarten, zB 1 Tag essen, 1 Tag Fasten oder 5 Tage essen, 2 Tage Fasten. Da ist die Studienlage aber Frauen betreffend zwiespältig. Männer können länger Fasten. Bei Frauen ist der gute Effekt ab 16 Std. Fasten eher umstritten (Glück gehabt :lol: ).
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Re: Paleo Anybody? ;)

Beitrag von Bright Berry »

Nichts für ungut, wie gesagt, ich wollte eigentlich gar keine große Diskussion hier anfangen, das Thema vegan wurde von mir hier nicht eingebracht, doch als ich darüber las, wollte ich das gern kommentieren. (Ich hatte aber auch nichts gegen die Diskussion damals im Vegan-Thread.)
Für mich gibt es da auch nicht wirklich viel zu differenzieren, ich denke, das hab ich erläutert. Jeder mag sich sein gutes Gewissen einreden, nur das Ganze als völlig natürlich und artgerecht zu bezeichnen, ist schon ein wenig daneben. Qualvoll überzüchtete Rassen, erzwungene künstliche Vermehrung, 365 Tage eierlegende Hühner etc. etc. haben nichts mit Natur und schon gar nichts mit einem respektvollen und tiergerechten Leben zu tun. Vielleicht passiert das alles nicht auf DIESEM EINEN Biohof, obwohl ich nicht weiß, welche Rassen dort benutzt werden, ob die Tiere nicht zwangsvermehrt werden und sie zumindest ein einigermaßen erfülltes Leben bekommen und nicht bereits im Kindes- oder Jugendalter getötet werden. Auf den allermeisten Biohöfen geht es so nicht zu, von den anderen Haltungsformen ganz zu schweigen, doch Tierausbeutung fängt eben nicht erst bei der fensterlosen Halle mit 20000 Tieren darin an.
Und soviel Meinungsfreiheit gesteh ich mir zu, dass ich dies in jedem Thread zu jedem Thema äußere, um vielleicht doch noch mal den ein oder anderen Denkanstoß dazu lassen. Wenn das überheblich rüberkommt, tut's mir leid, ist nicht so gemeint. Es stammt eher aus einer traurigen Verzweiflung angesichts des unfassbaren Tierleids, mit dem man konfrontiert wird.
Nach dem Motto zu leben, Hauptsache mir geht's gut, wird wohl nie meins werden. Ich habe auch einige gesundheitliche Probleme, von denen ich mir sicher bin, dass ich sie auch nicht durch eine Paleo-Ernährungsweise heilen könnte. Aber selbst wenn es mir blendend dadurch gehen würde, dass ich regelmäßig Schweine, Hunde, Fische, Vögel oder wen auch immer essen sollte, ich würd's nicht fertigbringen. Vielleicht gerade WEIL ich weiß, wie es ist sich schlecht zu fühlen, möchte ich dies anderen nicht antun.
Unser Überraschungspaket ist nach 5 Jahren endlich da!
Unser Junge - geboren August 2017 - unendlich geliebt!
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Re: Paleo Anybody? ;)

Beitrag von Nuala »

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Re: Paleo Anybody? ;)

Beitrag von Lotti »

Hier kam ja die Frage auf, was überhaupt "die" Steinzeiternährung sein soll. Wie uns allen klar ist, können wir das nicht wissen - wir wissen aber, dass sie von Region zu Region, von Klima zu Klima sehr unterschiedlich gewesen sein muss. Ich hatte ja ein paar Posts vorher erwähnt, dass es Untersuchungen zur Ernährung von Steinzeitkulturen gibt. Hier habe ich einen Blogeintrag gefunden, der recht knapp, aber übersichtlich die Ernährung heutiger Jäger- und Sammlerkulturen zusammenfasst. Man sieht schön die Unterschiede (v.a. unterschiedliche Anteile von Pflanzlicher und tierischer Nahrung - wobei der Anteil tierischer Nahrung so gut wie nie unter 50 Prozent liegt).

Am Ende werden sehr schön die Gemeinsamkeiten der untersuchten Kulturen zusammengefasst:

JAGD
Die Jagd ist ein wichtiges Element jeder Jäger-Sammler Gesellschaft, unabhängig von Breitengrad und Klima in dem sie leben. Je näher man dem Äquator kommt um so größer wird der Anteil pflanzlicher Nahrung.

VON KOPF BIS SCHWANZ
In allen traditionell lebenden Jäger-Sammler Kulturen wird das ganze Tier gegessen. Je fetter das Teil um so größere Beliebtheit erfreut es sich. Innereien wie Hirn, Herz, Leber, Niere, Schilddrüse und Knochenmark werden zuerst gegessen. Der Großteil der konsumierten Fette ist gesättigtes und einfach-ungesättigtes Fett.

KEINE VEGETARIER ODER VEGANER
Tiere liefern pro Gramm gesehen die meiste Energie und weise auch oft eine sehr hohe Dichte an bioverfügbare Nährstoffe auf. Pflanzenfresser müssen ständig essen um die notwendige Energiemenge aufnehmen zu können. sie brauchen spezialisierte Verdauungsorgane und auch die entsprechenden Mikroorganismen um an die Nährstoffe und die Energie, die in den Pflanzen steckt heran zu kommen.
Pflanzliche Nahrung alleine ist für den Menschen einfach nicht ausreichend und das war auch die Realität für mehrere Millionen Jahre menschlicher Evolution.
.
KEINE INDUSTRIELL VERARBEITETEN PFLANZENFETTE
Auch wenn Nüsse und Samen bei Kulturen wie den !Kung eine wichtige Rolle spielt, so sind Pflanzenfette aus Mais, Raps, Soja und Co auf keinen Fall Teil der Ernährung.

KEIN INDUSTRIELL VERARBEITETER ZUCKER
Ungefilterter, wilder Honig ist nicht mit dem Honig, den wir in den Geschäften zu kaufen bekommen vergleichbar. Wilder Honig wie ihn die Ache essen ist voller Larven, Flügel, Bienenbeinen, Dronen, Pollen und anderen nahrhaften Teilen.

KEIN GETREIDE
Getreide spielt kaum bis eigentlich gar keine Rolle in der Ernährung traditioneller Jäger-Sammler Gesellschaften. Wird Getreide konsumiert, dann hat dieses nichts mit den Hochleistungssorten der westlichen Welt zu tun. Außerdem muss Getreide sehr aufwendig vorbehandelt werden, um es genießbar zu machen. Dies geschieht durch sprossen, einweichen und oder fermentieren.

INSEKTEN
Überall dort wo Insekten vorkommen sind sie ein äußerst wichtiger Teil der Ernährung von Jäger und Sammler Kulturen.



Ich finde das ist eine gute Basis, von der aus man selbst schauen kann, was einem gut bekommt und was nicht. Ich bin zum Beispiel auch nicht so krass drauf, dass ich das Mark aus einem Knochen schlürfe oder so. Auch Insekten habe ich bisher noch nicht probiert. Und ich esse durchaus Milchprodukte. Aber es zeigt doch sehr gut, dass es eben doch eine recht breite Wissensbasis über "die" Steinzeiternährung gibt, und das das Argument "Aber es gibt doch gar nicht die eine Paleo-Ernährung" im Grunde nur vorgeschoben ist, um das ganze Konzept zu diffarmieren.
S. mit Töchtern (März 2012 und Dezember 2015)
AnnaKatharina
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Re: Paleo Anybody? ;)

Beitrag von AnnaKatharina »

LottiBerlin hat geschrieben:Hier kam ja die Frage auf, was überhaupt "die" Steinzeiternährung sein soll. Wie uns allen klar ist, können wir das nicht wissen - wir wissen aber, dass sie von Region zu Region, von Klima zu Klima sehr unterschiedlich gewesen sein muss. Ich hatte ja ein paar Posts vorher erwähnt, dass es Untersuchungen zur Ernährung von Steinzeitkulturen gibt. Hier habe ich einen Blogeintrag gefunden, der recht knapp, aber übersichtlich die Ernährung heutiger Jäger- und Sammlerkulturen zusammenfasst. Man sieht schön die Unterschiede (v.a. unterschiedliche Anteile von Pflanzlicher und tierischer Nahrung - wobei der Anteil tierischer Nahrung so gut wie nie unter 50 Prozent liegt).

Ich finde das ist eine gute Basis, von der aus man selbst schauen kann, was einem gut bekommt und was nicht. Aber es zeigt doch sehr gut, dass es eben doch eine recht breite Wissensbasis über "die" Steinzeiternährung gibt, und das das Argument "Aber es gibt doch gar nicht die eine Paleo-Ernährung" im Grunde nur vorgeschoben ist, um das ganze Konzept zu diffarmieren.
Boah, hat den Blog mal jemand Kontrolle gelesen?
Das wimmelt ja nur so von Schreibfehlern... egal, was ich eigentlich sagen wollte:
Das sind aber alles keine "Steinzeit-Kulturen" sondern eben recht 'ursprünglich' oder 'primitiv' lebende heutige Kulturen.
Deren Ernährung hat mit der Ernährung in der Steinzeit nicht zwingend was zu tun. Die Ernährung ist eben an Ressourcen vor Ort angepasst.
Und ich frag mich bei dem Steinzeit-Ernährung Begriff halt auch immer: Welche Steinzeit und wo?
Hieße das ganze "Jäger-und-Sammler-Ernährung", käme das der Wahrheit wohl eher näher
Mit K1 (2010) und K2 (2015)
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