Hier in meinem Umfeld habe ich den Eindruck, dass viele Mütter sich schlichtweg nicht die Zeit zum Hinterfragen nehmen. Da wird halt mit Brei angefangen, weils ja beim großen Geschwister auch so gemacht wurde. Und der Kinderarzt hat ja gesagt, und auf der Packung steht das und das. Na ist doch fein: Zeitpunkt für Brei X und Zubereitung sind klar - also wird das Kind halt so gefüttert. Und die anderen machen's ja auch so. Dann muss das ja richtig sein. Tja...
Neulich unterhielt ich mich mit einer Mutter über Beikost. Da war ihre Tochter 7,5 Monate alt und seit einem Monat abgestillt (was ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte, weil sie soooo überglücklich war, dass das Stillen klappte - dann wurde mit 6 Monaten eine Flasche eingeführt, weil das Kind so einen Hunger hatte und schwuppdiwupp abgestillt. Nunja, soll sie machen, wie sie will.) und bekam Brei. Sie erzählte mir, dass sie immer ein komisches Gefühl beim Breifüttern habe. Als würde das Kind den gar nicht so gerne essen. Und beim Großen fand sie das auch schon nicht so gut. Da hab ich ihr von BLW erzählt (auch mit dem Zusatz, dass die Reinform bei Flaschenkindern möglicherweise nicht das richtige ist), und sie war ganz erstaunt, dass das Kind eben nicht ausschließlich Brei essen muss. Seitdem bekommt die Kleine auch mal Essen in die Hand gedrückt.
Ich meine, das freut mich ja, dass ich ihr etwas aus diesem engen Denken heraushelfen konnte - aber warum hat sie das nicht schon längst selbst hinterfragt? Spätestens nach ihren Erfahrungen mit dem großen Kind? Mein ihr geliehenes BLW-Buch hat sie mir übrigens neulich zurückgegeben - ungelesen, weil sie keine Zeit dafür hat.