Hallo Selda,
Ansonsten fällt mir zu gesundheitlichen Aspekten nicht viel ein. Ich bin sehr dünn (vor Schwangerschaft 48 kg und inzwischen dürfte ich die auch wieder haben, bei einer Größe von 1,60m), bin kein guter Esser bzw. schlechter Verwerter (kann essen, was ich will, nehme einfach nicht zu). Vielleicht kommt die Kleine ja nach mir

Allerdings ist das mit den regemäßigen ausreichenden Mahlzeiten gerade auch nicht so einfach, da die Kleine so wenig schläft, komme ich kaum zum lecker Kochen, muss immer alles so schnell gehen... Manchmal merke ich auch erst abends, dass ich den Tag über zu wenig getrunken habe, wobei ich schon so auf meine knapp 2l in der Regel komme. Aber vor der Geburt habe ich eher 3l pro Tag getrunken, da ich oft Malheur mit der Blase habe und zuwenig Trinken schnell merke. Aber vielleicht hängt das auch irgendwie mit der Milchmenge zusammen?
Meist ist es weniger das Untergewicht (oder jedenfalls das sehr geringe Gewicht), das sich aufs Stillen auswirkt, sondern die Ursache des Untergewichts. Manche Frauen sind kerngesund und essen bestens, sind aber von Natur aus sehr dünn. Kein Problem, das ist halt so. Probleme hinsichtlich des Stillens sind hier nicht zu erwarten. Bei anderen Frauen hingegen ist das Untergewicht Folge oder Symptom eines medizinischen Problems, z.B. Anämie, Schilddrüsen- oder Stoffwechselerkrankungen, oder auch Folge von Unter- oder Mangelernährung. Hier wären dann auch Auswirkungen aufs Stillen möglich, deshalb sollte ein sehr geringes Körpergewicht zur Sicherheit ärztlich abgeklärt werden. Auch ein Ernährungstagebuch ist eine gute Idee - erfahrungsgemäß steckt oft unbemerkt zu wenig Nahrung dahinter (Klassische Zitate: "Morgens kann ich NIE etwas essen", oder "ich mag halt nur Gemüse" oder "Stress schlägt mir auf den Magen"). Wenn Du das Gefühl hast, dass dieses Thema Dich betreffen könnte, kannst Du ja in der Richtung mal weiterforschen.
Das Stillen ist ein ziemliches Durcheinander: Sie kommt im Schnitt alle 2 Stunden, ab morgens um 4 oft auch stündlich, dann aber ab ca. 7 Uhr nicht mehr, schläft bis ca. 9-10 Uhr, wacht dann ohne Hunger auf und will erst gegen 11-12 Uhr wieder was. Gibt aber auch Tage, da trinkt sie auch Vormittags, ist einfach total unterschiedlich. Nachts trinkt sie nur eine Brust und schläft dann dabei wieder ein (ich versuche sie aber auch nicht wieder zu wecken, bin dann auch froh, wenn ich weiterschlafen kann...). Tagsüber trinkt sie seit etwa zwei Wochen zunehmend beide, vorher hat sie auch da immer nur eine getrunken. In letzter Zeit hatte ich auch manchmal das Gefühl, dass sie noch mehr gewollt hätte, aber nichts mehr kommt, oder es ihr zu anstrengend ist. Sie trinkt grundsätzlich nur ca. 5 Minuten pro Brust.
Dein Bericht hört sich ganz normal an. Durchschnittlich alle 2 Stunden, manchmal öfter und manchmal seltener - völlig unauffällig. Wenn Dein Baby nach 2 Seite noch Appetit zu haben scheint, kannst Du auf jeden Fall noch mal die erste Seite anbieten. Da kommt noch was!

Und die Brust wird zu weiterer Milchproduktion angeregt.
Der Rat des Kinderarztes war nun, die Stillabstände auf 3 h zu vergrößern, damit sie dann richtig saugt und nicht nur herumnuckelt, davon solle die Milchbildung angeregt werden - stimmt das?? Ich dachte, man solle eher häufig anlegen für die Milchbildung?
Die Hebamme meinte gleich: dann gib ihr doch abends ein Fläschchen...
Ich bin mit beiden Versionen nicht richtig glücklich, was meint ihr dazu?
Wie mondenkind schon schrieb: Da gibt's sinnvollere Wege - und ganz bestimmt auch einen, mit dem Du glücklich bist.
Gestern war sie total heiß auf eine Banane, die ich gegessen habe - wäre es auch eine Möglichkeit, einfach mit Beikost anzufangen?
Ja, die Möglichkeit besteht, aber mit 4 Monaten ist sie noch recht jung dafür und wahrscheinlich noch nicht im engeren Sinne
beikostreif. Sinnvoll wäre es dementsprechend, nur bei einer Zufütterindikation jetzt schon zuzufüttern. Wenn keine Zufütterindikation besteht, dann ist grundsätzlich besser, bis zur Beikostreife des Babys mit der Beikost zu warten.
Also an Gewichtswerten habe ich natürlich die Messungen des Kinderarztes und zusätzlich noch Messungen von einer digitalen Babywaage hier bei mir zu Hause, allerdings traue ich dieser Waage nicht, weil sie mal richtigen Blödsinn anzeigte, und habe deshalb irgendwann aufgehört, damit zu messen. Ich habe nun aber mal mein Nähkästchen an verschiedenen Tagen gewogen und da war der Unterschied bis zu 50g, also vielleicht können die Werte doch zumindest als Anhaltspunkt genommen werden?!
Leider nein. Oder anders gesagt: Die unvermeidbare Messunsicherheit ist bei SUPER HIGHTEC-Waagen schon so hoch, dass eine Analyse alles andere als trivial ist. Bei Waagen, die im begründeten Verdacht stehen nicht richtig zu funktionieren, ist die Messunsicherheit größer als die Gewichtsunterschiede, die man feststellen möchte. Entsprechend dürfen diese Werte nicht berücksichtigt werden. Allenfalls unter Vorsicht nutzbar sind die drei Werte Ende Sep/Anfang Okt, da diese einander recht plausibel absichern.
Berücksichtigt werden nur die KiA-Werte (und es wird ein normaler, physiologischer Gewichtsverlust in den Tagen nach der Geburt angenommen - dieser ist auch bei viel Milch bei Nicht-Hausgeburten deutlich wahrscheinlicher als gar kein Gewichtsverlust). Dann bleibt übrig:
KH 28.7. (Geburtsgewicht): 3070g
KA 22.8. (U3): 3800g
HW 27.9.: 4400g
KA 13.11. (U4): 5050g
KA 11.12.: 5400g
Mit diesen Daten ergibt sich folgendes:
Angenommen jeder dieser Werte STIMMT (was sie sehr wahrscheinlich nicht tun), dann lag die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme in den ersten beiden Lebensmonaten wahrscheinlich bei ungefähr 180 g. Dies ist ein normaler, unauffälliger Wert.
Danach lag die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme bis Mitte Nov wahrscheinlich bei knapp 100 g. Dies ein leicht unterdurchschnittlicher Wert, genauso wie zwischen Mitte Nov und Mitte Dez.
Mehr lässt sich aus diesen Daten nicht ableiten. Bei leicht unterdurchschnittlichen Werten sollte immer herausgefunden werden, ob dies einfach nur bedeutungsloser Zufall ist (selbstverständlich gibt es auch gesunde, gut ernährte Kinder, die etwas mehr oder etwas weniger als der Durchschnitt zunehmen!), oder ob tatsächlich irgendwelche medizinischen oder ernährungstechnischen Besonderheiten vorliegen.
Ausführliche Info dazu findest Du in unserer
Grundinfo Gedeihen und Gewichtsentwicklung. (Bitte lesen!)
Also regelmäßig nasse Windeln hat sie und sie sieht auch überhaupt nicht unterernährt aus (Geburtslänge war 51cm,bei der U4 hatte sie 59cm).
Prima
Ich hätte übrigens eine zu Hause (von meiner Schwester geerbt), der KA meinte, ich könne auch zwischendrin pumpen, um die Milchbildung anzuregen - bringt es das? ABer dann denke ich, bekommt die Kleine ja noch weniger ab, falls tatsächlich zu wenig da ist...
Pumpen schafft zusätzliche Nachfrage und kurbelt entsprechend die Milchbildung an, das ist richtig. Allerdings: auch andere Maßnahmen kurbeln die Milchbildung an

- und bei denen muss man nicht mit der Pumpe hantieren, was für gewöhnlich immer etwas Zeit und Nerven frisst.
Meine Empfehlung ist also:
* Erstmal schauen, ob überhaupt wirklich ein Problem vorliegt. Dafür sollte in den nächsten Wochen mal wöchentlich das Gewicht auf einer guten(!) Waage mit guter(!) Methodik gemessen werden. Hast Du die Möglichkeit, eine moderne elektronische Babywaage aus einer Apotheke zu leihen?
* Keine grundsätzliche Sorge mit Deiner Milchbildung! Dass Deine Mutter nach 4 Monaten zufüttern "musste", hat keinerlei Bedeutung für DICH. Ich kenne zaaaahlreiche seeeehr schlanke Mütter, die völlig problemlos jahrelang gestillt haben.
* Bleib beim Stillen nach Bedarf, also so häufig wie Dein Baby mag. Achte dabei darauf, dass Du keine Pausen länger als 3-4 Stunden hast.
* Biete bei jedem Stillen BEIDE Seiten an. Wenn Dein Baby nicht mag, kein Problem, dann nicht. Aber vielleicht mag es ja.

* Biete nach zwei Seiten ruhig noch mal die ERSTE Seite an. Das ist die einfachere, effektivere Maßnahme im Vergleich zum Pumpen.
* Lass Dir dabei helfen, eine geeignete Tragehilfe bzw. Bindeweise zu finden! Dafür gibt's die Trageberaterinnen hier im Trageforum, und vielleicht auch jemanden dabei vor Ort. Lohnt sich sicher!
Ich hoffe diese ersten Hinweise sind hilfreich für Dich.
Rückfragen immer gerne und LG
Julia