Kulinarische Verwirrung?

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Petra40
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Re: Kulinarische Verwirrung?

Beitrag von Petra40 »

Okay, danke- so hatte ich mr das schon gedacht!
zamioculcas
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Re: Kulinarische Verwirrung?

Beitrag von zamioculcas »

Meine Kleine ist inzwischen 15 Monate alt und mit der Beikost haben wir bis heute wechselhafte Phasen. Jetzt gerade hatte sie einen ganz leichten Schnupfen und schwups, wurde nur noch gestillt für 2 oder 3 Tage. Aber auch ohne sichtbare Erklärungen ist es immer recht unterschiedlich. Insgesamt isst sie aber langsam immer mehr. Ich rate auch zu Gelassenheit. Ich fand es dann auch viel entspannter, das Baby möglichst viel vom Familientisch mitessen zu lassen - anfangs natürlich oft noch in etwas abgewandelter Form - als immer extra für sie zu kochen. Das hätte mich einfach nur tierisch genervt, wenn es dann doch nicht gegessen wird. Und als Brei gab es nur solche, die der Mama auch gut schmecken - d. h. in unserem Fall Obst- und Milchbrei.

Alkohol: ich kenne diese Rechnungen, finde das absolut logisch und trinke deshalb auch ganz ohne schlechtes Gewissen selten Mal eine kleine Menge Alkohol. Kann das an einer Hand abzählen, wie oft es jetzt in der ganzen Stillzeit vorkam und mehr als ein Glas Wein war es auch nie. Ich habe da auch kein besonderes Bedürfnis nach. In der Schwangerschaft war kompletter Verzicht selbstverständlich.
mit kleiner Maus *4/2010 und Kuschelbaby *8/2012
Midi and Mini Me
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Re: Kulinarische Verwirrung?

Beitrag von Midi and Mini Me »

Das ist ja sehr interessant. Ich dachte immer dass es beim Stillen genauso ist, wie in der Schwangerschaft- das jeder etwas anderes sagt und bin deshalb bei der Null-Empfehlung geblieben. Ich hab mich schon total schlecht gefühlt, weil ich ständig das Bedürfnis habe, mal wieder etwas zu trinken, vor allem beim Grillen, zB.! Mir war echt nicht klar, wie viele Stillmütter es gibt, die hier und da mal ein Bier, einen Wein oder Sekt trinken. Ich habe jetzt 2 Jahre überhaupt nichts getrunken und es nervt mich mittlerweile ziemlich dass ich nicht mal in Gesellschaft ein Schlückchen trinken kann.
Ich fühle mich jetzt total befreit und kann dem Langezeitstillen irgendwie viel entspannter gegenüber stehen (das liest sich, als wär ich süchtig ;-)).
Und ich war wirklich in dem naiven Glauben, dass alle Mütter die so lange stillen, wirklich gar nichts trinken und auch nichts vermissen.

Aber um es jetzt mal hart zu sagen, bedeutet das sogar dass man rein theoretisch sogar ein Glas Wodka O oder ähnliches trinken könnte, ohne dass es dem Kind schadet?
Ich habe auch noch nicht ganz verstanden... Also, der Alkoholgehalt in der Mumi ist genau der gleiche wie der Wert im Blut? Wieso schadet das dem Stillkind dann nicht?

LG von einer etwas irritierten Stillmama ;-)
Midi and Mini Me
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Re: Kulinarische Verwirrung?

Beitrag von Midi and Mini Me »

Oh habe jetzt erst gesehen dass dieser Thread ja 3 Seiten hat und weiß jetzt auch dass die Mumi erst vom Kind verdaut werden muss. Aber können die das tatsächlich so gut verdauen, dass praktisch gar nichts bei denen davon ankommt? Ich kann mir nicht vorstellen das 1,0 Promille bei der Mama bei dem Stillkind gar nichts auslöst und der kleine Körper, kann er es überhaupt abbauen?
jusl
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Re: Kulinarische Verwirrung?

Beitrag von jusl »

Die Leber von Säuglingen arbeitet in der Tat noch nicht so gut wie bei Erwachsenen. Aus diesem Grund kommen sie mit Alkoholmengen "wie Erwachsene" EINDEUTIG NICHT zurecht, das ist ganz klar.

Aber die Alkoholmengen in der Muttermilch ist ERHEBLICH GERINGER als in einem alkoholischen Getränk: Bier oder Wein selbst hat einen Alkoholgehalt im Bereich 5-10 Prozent. Der Blutalkoholgehalt (= Muttermilchalkoholgehalt) liegt nach dem Konsum von einem Glas Bier oder Wein üblicherweise im Bereich 0,1-0,5 Promille, also um ca den Faktor 500 geringer. Die Vorstellung, dass das Stillbaby "das gleiche" trinkt wie die Mutter, ist also definitiv falsch.

100 ml Muttermilch mit 0,3 Promille Alkohol stellen insbesondere für Babys, die schon Beikost bekommen, keinerlei Problem dar, denn der Alkoholgehalt reifen Obstes z.B. enthält natürlicherweise DEUTLICH MEHR Alkohol als die erwähnten 0,3 Promille. Viele Fruchtsäfte z.B enthalten ca 0,3 Prozent, also 10 MAL MEHR Alkohol.

Wer seinem Kind ein Glas Apfelsaft zumutet, der darf hinsichtlich des Alkoholgehalts der Muttermilch definitiv unbesorgt geringe Mengen Alkohol in der Stillzeit trinken.

Weitere ausführliche Erklärungen zum Thema Alkohol in der Stillzeit finden sich HIER.

LG
Julia
jusl
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Re: Kulinarische Verwirrung?

Beitrag von jusl »

Der Übersicht halber hier eingefügt:
Alkohol in Lebensmitteln - ein Thema, das immer mehr Eltern interessiert. Viele Mütter fragen sich: Ist der sogar in gesunden Lebensmitteln vorkommende natürliche Alkohol für Kinder gefährlich? Für uns Grund genug, dieser Frage einmal nachzugehen. Wir sprachen mit Prof. Dr. Joseph Keul, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Prävention, Rehabilitation und Sportmedizin am Klinikum der Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg



Brot, Bananen, Apfelsaft oder zum Beispiel Kuchen, Lebensmittel, die bei vielen Menschen, insbesondere auch bei Kindern, hoch im Kurs stehen und oft täglich auf dem Speiseplan. Sind diese Lebensmittel gefährlich?

Prof. Dr. Joseph Keul: Viele gesunde Lebensmittel enthalten entweder aus natürlichen Gründen, zum Beispiel durch Alkoholentstehung während der Reifung oder Zubereitung, oder aufgrund der Zugabe von alkoholhaltigen Substanzen, gewisse Mengen an Alkohol. Die mit gesunden Lebensmitteln wie Brot, Bananen oder Traubensaft aufgenommene Alkoholmenge ist so niedrig, daß sie sowohl für Kinder als auch für Erwachsene absolut ungefährlich ist.

Wie entsteht denn der Alkohol in natürlichen, gesunden Lebensmitteln wie Brot, Bananen oder Apfelsaft?

Prof. Dr. Joseph Keul: Alkohol entsteht einmal durch die alkoholische Gärung. Diese findet bereits im frischen Obst oder nach Abfüllung durch Einwirkung von Hefen auf den Fruchtzucker statt. Entsprechend finden sich im Obst, zum Beispiel bei vollreifen Bananen, 6 Gramm Alkohol pro kg, oder in Fruchtsäften und anderen Obstprodukten Alkohol. Natürliche Obstsäfte enthalten bis zu 3 Gramm Alkohol pro Liter, Traubensaft sogar bis zu 10 Gramm Alkohol pro Liter. Auch bei der Brotherstellung kann Alkohol entstehen. Zum Beispiel bei der Teiglockerung durch Hefen. Normales Mischbrot enthält zwischen zwei bis vier Gramm Alkohol pro kg. Und natürlich entstehen gewisse Mengen an Alkohol bei der Milchsäuregärung. Deshalb enthalten auch Sauerteigbrot, Sauerkraut oder Kefir Alkohol. Spuren von Alkohol werden auch als Trägersubstanz bei der Herstellung von Aromen verwendet.



Lebensmittel Alkohol Alkohol g/Liter bzw. g/kg (mg) pro Portion Traubensaft ~ 4,0 g/l 800 mg Apfelsaft ~ 2,0 g/l 400 mg Grapefruit ~ 1,0 g/kg 200 mg Weißbrot ~ 2,0 g/kg 100 mg Roggenbrot ~ 3,0 g/kg 150 mg Kefir ~ 5,0 g/kg 1000 mg Sauerkraut ~ 5,0 g/kg 1000 mg

Warum ist Alkohol in diesen Mengen selbst für Kinder ungefährlich?

Prof. Dr. Joseph Keul: Der Ernährungsbericht 1996 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V., Frankfurt, stellt fest, daß Kinder im Alter zwischen vier und dreizehn Jahren durchschnittlich 0,2 Prozent der Gesamtkalorien über Alkohol zuführen; diese Alkoholmenge wird hauptsächlich durch den natürlichen Alkoholgehalt in den zweifelsfrei gesunden Lebensmitteln wie Bananen, Brot oder Apfelsaft aufgenommen. In der gesamten Literatur der Kinderheilkunde ist kein Fall bekannt, bei der über diese Lebensmittel aufgenomme Alkoholmenge eine gesundheitliche Schädigung aufgetreten ist. Deshalb ist es weiterhin richtig, daß ein vermehrter Konsum dieser kohlenhydratreichen Lebensmittel empfohlen wird, sowohl Kindern als auch Erwachsenen. Übrigens produziert der menschliche Körper durch den Stoffwechsel selbst gewisse Mengen an Alkohol.

Findet durch den vermehrten Verzehr dieser alkoholhaltigen Lebensmittel eine Gewöhnung an Alkohol statt?

Prof. Dr. Joseph Keul: Die Annahme, daß durch den Verzehr von Lebensmitteln mit alkoholischem Geruch oder Geschmack im Kindesalter eine Gewöhnung an höherprozentige Alkoholika im späteren Leben erleichtert wird, ist nicht belegbar. Diesen Zusammenhang gibt es zwar für alkoholische Getränke wie Bier, Wein oder Schnaps, nicht aber für Lebensmittel, die nur einen sehr geringen Alkoholgehalt aufweisen. Die Schwelle für die Alkoholwahrnehmung im Gebäck wird je nach Zubereitung zwischen drei und sieben Gramm pro Liter bzw. kg angesetzt. Bei allen Lebensmitteln, die weniger Alkohol enthalten, ist der Alkohol nicht wahrnehmbar. Eine Gewöhnung und jede Art einer gesundheitlichen Gefährdung ist hierdurch somit ausgeschlossen.
Quelle: http://www.gesundheit-aktuell.de/
wollknäul
ist gern hier dabei
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Re: Kulinarische Verwirrung?

Beitrag von wollknäul »

Vielen Dank für diese Infos!!! Das wusste ich nicht und hätte es auch nie in diesen Relationen vermutet...
mit Großem Sohn (10/09) und Brüderchen (7/13) und Pünktchen (ET Sept.)
Lösche Benutzer 22277

Re: Kulinarische Verwirrung?

Beitrag von Lösche Benutzer 22277 »

Herzlichen Dank für diese Information, ich würde nämlich nach der Schwangerschaft gerne mal an einem Bier nippen. Auch vor der Schwangerschaft habe ich nur kleine Mengen getrunken, momentan verzichte ich natürlich vollständig auf alkoholische Getränke; würde mich aber sehr freuen, während der Stillzeit nicht vollständig abstinent bleiben zu müssen. Werde mir den verlinkten Artikel gleich mal abspeichern :D
Lulamae
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Kulinarische Verwirrung?

Beitrag von Lulamae »

Ich muss hier nochmal nachhaken: eine Freundin sagte mir kürzlich, sie hätte die Info, dass der Alkohol gar nicht das Problem sei für das Stillkind, sondern dass die Abbauprodukte schädlich sind. Ist da etwas dran? Oder ist das ein "Ammenmärchen"- Info stammt nämlich von einer Hebamme... :wink:
Engel können fliegen, weil sie sich selbst nicht so schwer nehmen

mit Sonnenschein (03/11) und Sommerzwerg (06/14)
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