Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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MamaNicky
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Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von MamaNicky »

Lol, denk immer an die giftigen Tiere!! :shock:
Und and die strenge Krankenverrsicherung! Zwei Tage nach dem Kaiserschnitt hiess es 'ab nach Hause!' Zahnarzt wird nicht uebernommen fuer Erwachsene, und viele Operationen haben eine lange Wartezeit (Grosser hatte wasserbruch, warteten ein jahr, klein hat diese Paulenroehrchen, haben 4 Monate gewartet). Da muss einfach eine private Zusatzversicherung dazu und die die is teuer.
Hatte gestern wieder eine gute Erfahrung beim Arzt, als er den kleinen anschaute (19 mon) u sagte 'ich nehme an, sie stillen ihn noch?'
Aerzte sind suuuuper.. Alle Praxen offen 7 Tage die Woche, unsere taeglich von 8-21 uhr. Danach kommt der dr fuer $40 im jahr jederzeit kostenlos nach hause.
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blauviolett
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Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von blauviolett »

Hallo Nicky,

Du schreibst, dass die Lebenserhaltungskosten hoch sind und die Frauen in Deinem Umfeld bei ihren Kindern zuhause bleiben. Eine Freundin hat das 10. Kind bekommen. Darf ich fragen wie sich dieses Leben finanzieren lässt??? :shock: Verdienen die Männer so viel Geld? Wenn ja, was machen die beruflich? :wink:
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Mirimama
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Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von Mirimama »

Abo - Das ist ja alles superinteressant hier!!! Danke schonmal!
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MamaNicky
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Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von MamaNicky »

Lol, nein ich denke viele sind bereit auf einiges zu verzichten und dafuer mehr Kinder zu haben. 2nd hand Geschaefte sind hier sehr beliebt, ich weiss gar nicht mehr, wann ich etwas neu gekauft habe. Von denen, die ich kenne war keiner solange ich hier bin im Urlaub und alle fahren alte Autos. Wir essen hier viel saisoneller, und was gerade in der Saison ist, kostet umgerechnet 1.50/kg. Meine Freundinnen u ich studieren alle Kataloge, Fleisch im Angebot etc etc. Ich denke, fuer uns macht es finanziell Sinn, dass ich Zuhause bin. Ich bekomme immer alles zum besten Preis, Angebote, sammel coupons, etc. Ich koche frisch u wie gesagt saisonell, meistens kostet uns ein Abendessen nicht mehr als ca 10 euro. Ich packe Essen fuer meinen Mann u HEY! Ich stille! Sollte auch mal gesagt sein :) umsonst u immer fertig zubereitet :)
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felifela
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Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von felifela »

Endlich habe ich Zeit hier auch was zu schreiben, denn es juckt mir schon die ganze Zeit in den Fingern. Mit Stillkind auf dem Arm komme ich hier aber oft nur zum Lesen und seltener zum Schreiben.
Ich lebe seit 5 Monaten in Australien und erlebe die Situation hier bezüglich des Stillens ganz anders als MamaNicky, nämlich genauso stillunfreundlich wie in Deutschland. Ich kann allerdings zur Schwangerschaft, Geburt, Krankenhaus und Hebammenbetreuung hier nichts sagen, da mein Kleiner in Deutschland geboren wurde und sechs Monate alt war, als wir hier her gezogen sind. Alle meine Erfahrungen beziehen sich also auf das Stillen eines mind. 6 Monate alten Kindes in Australien und natürlich kann ich nur Schlüsse daraus ziehen, was ich in meinem Umfeld erlebe. Ich versuche mal auf die Erwählungen von dir, MamaNicky, einzugehen und darzustellen, wie ich die von dir angesprochenen Punkte so erlebe.

Zum Thema stillfreundlich:
Ich habe nicht den Eindruck, dass die Kinder hier in meinem Umfeld im Durchschnitt länger gestillt werden als Kinder in Deutschland. Ich kenne Mamas, die stillen, aber auch einige, die nach kurzer Zeit abgestillt haben, weil sie keine Milch mehr hatten oder bei denen das Stillen gar nicht erst geklappt hat. Auch was das Thema Brei und Fingerfood bei Beikosteinführung betrifft sehe ich hier keine Unterschiede zu Deutschland.
Mir hat keine Mutter hier davon erzählt, dass sie mit einer Stillberaterin gesprochen hätte. Ich wusste deshalb bisher gar nicht, dass es hier so ein Netzwerk von Stillberaterinnen gibt. Angeregt durch diesen Thread habe ich mich erkundigt, ob es hier in der Nähe eine Stillgruppe gibt, denn ich würde sehr gerne eine solche besuchen. Leider ist die nächste Gruppe für mich 40 Minuten mit der Bahn entfernt. Und ich wohne in einer Großstadt. Schade, dass das Stillgruppennetzwerk hier nicht so gut ist wie bei MamaNicky.
Ich empfinde es nicht so, dass das Stillen in der Öffentlichkeit hier mehr verbreitet ist als in Deutschland. Ich sehe hier öfter in der Öffentlichkeit, dass Kinder die Flasche bekommen als dass sie gestillt werden.
Die Elterzimmer in Kaufhäusern, von denen MamaNicky geschrieben hat, kenne ich auch. Allerdings gefallen sie mir nicht. Zum Wickeln sind sie natürlich in Ordnung, aber in Ruhe stillen kann ich da nicht. Es war bisher immer wenn ich in so einem Zimmer war laut, da die Stillecken nur durch Vorhänge vom Wickelbereich abgetrennt sind, wo es natürlich meistens etwas lauter zu geht. Außerdem lief dort immer nervige Radiomusik/Werbung. Mein Kleiner konnte da nicht in Ruhe stillen. Der einzige Unterschied zum Stillen mitten im Kaufhaus besteht für mich darin, dass mich der Vorhang vor Blicken anderer schützt.
Vor kurzem als mein Kleiner geimpft wurde war ich ganz positiv überrascht, als die Nurse mich fragte, ob ich ihn noch stille und dann meinte, wenn er Fieber bekommen sollte, soll ich ihn einfach so viel er möchte stillen.
MamaNicky hat geschrieben:Ach, dazu faellt mir ein, wie ist die Entwicklung der Ziegenmilch in Deutschland???? Denn das ist hier die nun fast Standard Saeuglingsnahrung...
Das fand ich auch total interessant, denn ich dachte bisher immer die Säuglignsnahrung wäre hier auch auf Kuhmilchbasis. Deswegen habe ich heute im Supermarkt gleich mal auf zwei drauf geschaut. Da stand aber nichts von Ziegenmilch drauf. Nur "whole milk", aber das bezieht sich doch auf Kuhmiclh oder nicht?

Zum Thema kinderfreundlich:
Ich empfinde es hier nicht kinderfreundlicher als in Deutschland sondern eher im Gegenteil. Ich traue mich hier nicht mit meinem Kleinen in der Trage auf dem Rücken Bus zu fahren, das ist mir bei dem Fahrstil der Busfahrer zu gefährlich (und ich bin da durchaus nicht zimperlich, Busfahren in Berlin mit Baby im Tuch war für mich kein Problem).
Neulich habe ich nach einem krabbelkindfreundlichen Eltern-Kind-Cafe hier in der Stadt gesucht, bin aber leider nicht fündig geworden. Aus Deutschland kenne ich das aber schon.
MamaNicky hat geschrieben:Aerzte sind suuuuper.. Alle Praxen offen 7 Tage die Woche, unsere taeglich von 8-21 uhr. Danach kommt der dr fuer $40 im jahr jederzeit kostenlos nach hause.
Die Ärzte haben hier zwar sehr patientenfreundliche Öffnungszeiten, aber super finde ich sie keinesfalls. Man geht hier nämlich auch mit Kindern zum Allgemeinarzt (zum Kinderarzt darf man nur in besonderen Fällen nach Überweisung) und mit dem habe ich bisher keine so guten Erfahrungen gemacht. Ich merke einfach ganz deutlich, dass er eben nicht auf KInder spezialisiert ist. Da habe ich mich beim KInderazt in Deutschland deutlich besser aufgehoben gefühlt.

Was du, MamaNicky, zum Thema Erwerbstätigkeit schreibst finde ich auch total interessant. (Ich habe mich mit dem Thema hier nicht so auseinandergesetzt, da wir nur für ein Jahr hier leben und ich erst danach wieder in den Beruf einsteigen möchte.) Wenn man gerne zu Hause bleiben möchte ist es natürlich schön, wenn man zu Hause bleiben kann/muss bis die KInder in die Schule gehen, aber finanziell ist das doch gar nicht so einfach oder? Denn es gibt doch hier kein Elterngeld und bei den doch sehr hohen Lebenshaltungskosten hier stelle ich es mir nicht einfach vor über so viele Jahre mit einem Gehalt auszukommen. (Ich sehe gerade in der Vorschau, dass du dazu schon was geschrieben hast, aber ich lasse es jetzt einfach so stehen. Und zu Thema Second Hand: Ich habe bisher erst mit einer Mutter gesprochen, die Second Hand kauft und habe selber noch keine gute Möglichkeit gefunden an gute Second Hand Kleidung für meinen Sohn zu kommen.) Außerdem ist den Frauen durch die fehlenden/teuren Betreuungsmöglichkeiten ja die Möglichkeit genommen, wieder zu arbeiten wenn sie dies möchten, bzw. es wird ihnen sehr gemacht. Sehen das alle so positiv oder gibt es da auch negative Stimmen? Da muss ich mich mal in meinem Umfeld umhören, das interessiert mich wirklich.

Ich finde es total spannend, dass das Thema Still- und KInderfreundlichkeit so unterscheidlich wahrgenommen wird und werde hier gespannt weiter mitlesen und -schreiben.
LG felifela mit Sohnemann (07/11)
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MamaNicky
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Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von MamaNicky »

Hallo, wie schoen, von jemandem zu lesen, die auch hier ist :)
Wie vorab gesagt, schreibe ich alles aus meiner Sicht und meinem Umfeld, ich kann wirklich nicht ein ganzes Land represaentieren :) vielleicht habe ich auch einfach nur GLueck :D
Wir haben ich glaube ca 5 2nd hand Laeden in unserem Ort, mit 10000 Einwohnern, und es hat gerade heute wieder eine neue Stillgruppe im Nachbarort aufgemacht :)
Mit dem Allgemeinarzt stimmt auch, war aber nie fuer uns ein Problem, Kinder waren aber auch nie so krank, dass der Allgemeinarzt nicht helfen konnte (klopf mal ganz fest auf Holz!), ausser einer Ueberweisung zum hno wegen der Paukenroehrchen.
Und in unserem Kaufhaus ist bestimmt auch laut, aber bei 3 kids im Haus hab ich das vielleicht nicht so wahr genommen :)
Bestimmt umgebe ich mich auch hauptsaechlich mit Gleichgesinnten, schon allein durch die Stillgruppen und beratungen, daher kenne ich ganz ehrlich nur eine berufstaetige Mutti! Aber wir leben auch nicht direkt in der Grossstadt, wo zb vielleicht mehr Muttis arbeiten?
Wie immer alle Angaben ohne Gewaehr :)
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geryvoy
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AW: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von geryvoy »

Das wird ja immer interessanter!

Ich glaub es läuft doch darauf hinaus dass wir "SuT-City" gründen müssen :grin:

Ich kann mir schon vorstellen dass die Situation je nach Ort und persönlicher Wahrnehmung unterschiedlich empfunden wird.
Wahrscheinlich gibts auch hier in D Ärzte für die das "lange" Stillen nur gut ist und die das Tragen absolut befürworten. Und ganz viele Gleichgesinnte gibts ja eigentlich sowieso, nur leider nicht gebündelt an einem Ort ;-)
Es ist halt einfach nicht mainstream; und in den Beiträgen von MamaNicky kam das so rüber als wenn das in Australien deutlich eher der Fall ist.

Hier wird das auch besser werden; MUSS das besser werden! ...

°°°°mit dem handy online°°°
LG
Yvonne

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Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von MamaNicky »

Nee, da musst du ja nur nach Schweden, die sind ja bekanntermassen welweit die Stillhelden!
Ich werde mal versuchen an ein paar Statistiken zu kommen, das waere ja ganz interessant.
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Re: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von MamaNicky »

In der 'modernen Welt' sollte ich dazu sagen :)
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Re: AW: Über den Tellerrand geblickt - Stillen in Australien

Beitrag von blauviolett »

geryvoy hat geschrieben: Wahrscheinlich gibts auch hier in D Ärzte für die das "lange" Stillen nur gut ist und die das Tragen absolut befürworten. Und ganz viele Gleichgesinnte gibts ja eigentlich sowieso, nur leider nicht gebündelt an einem Ort ;-)
Unser Kinderarzt ist da richtig toll, er findet es gut, dass noch gestillt wird und befürwortet auch das Tragen, gerade anfangs als ihre Hüfte noch unreif war und sie breitgewickelt werden sollte. Man merkt aber, dass er das nicht oft erlebt, dass ein Kind mit 1 Jahr noch gestillt wird. Der Arzt ist glücklicherweise auch einer, der sich nicht in Dinge einmischt, die ihn nichts angehen. Wir haben da echt Glück! Das einzige, was MICH stört ist sein klares Pro zum Thema Impfen ohne Aufklärung, etc. Aber das ist ja - wie fast alles - Ansichtssache!

Gleichgesinnte gibt's immer mal wieder, auch hier im eher Ländlichen. Es ist nur schwierig sie zu finden außerhalb des WWW. Dank SuT durfte ich eine Mama im Nachbarort kennenlernen und wir treffen uns mindestens 1x die Woche. Auf dem Spielplatz traf ich eine weitere, die zufälligerweise die andere auch kennt.

Ich fände es schade, sich nur mit "SuT-Konformen" treffen zu wollen oder eine SuT-City gründen zu wollen, denn so wird sich sicher nichts in unserer Gesellschaft ändern. Wir machen hier bisher einfach unser Ding, weil es für uns das natürlichste der Welt ist und lassen die anderen ihr Leben so wie sie es meinen ohne groß wertend zu sein. Oft gibt man ja schon durch das Vorleben einen Anreiz zum Nachdenken und die Meinungen können sich auch ändern, genau wie unsere es manchmal tun. :D Wie oft konnte ich andere schon vom Tragen überzeugen, was sie daraus machen ist ja immer noch ihr Ding.
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