Stillen bei 1Jährigem reduzieren

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Regenbogenmarion
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Stillen bei 1Jährigem reduzieren

Beitrag von Regenbogenmarion »

Mein Sohn wurde letzte Woche ein Jahr alt. Es ist noch lange keine Mahlzeit ersetzt (stille ich jetzt laut Definition noch voll oder nicht?). Und ganz ehrlich? Ich will (kann) nicht mehr so viel stillen...

Es hat weniger mit seinem Geburtstag zu tun, den Gedanken habe ich schon länger, bisherige Abstillversuche sind gescheitert. Bzw will ich gar nicht abstillen, sondern einfach nur reduzieren.
Mein Sohn isst gerne, ist aber sehr wählerisch. Am liebsten Reiswaffeln&Co, Erdbeeren, Obst, Müsli, Brot und Würstel :roll: . Gemüse interessiert ihr weniger. Ich wollte ihm von Anfang an Fingerfood geben, zwischenzeitlich wollte er gerne mit (Obst)Brei gefüttert werden. Jetzt isst er (fast) ausschließlich selber. Eine halbe Scheibe Brot, einige Löffel Müsli, einen halben Apfel oder ein Becherchen Obstbrei. Dazu trinkt er ein paar Schlucke Wasser (ca 10, 15ml).

Und dann, dann muss der Busen her. Je mehr er isst, desto mehr will er stillen. Noch dazu stillt er untertags maximal alle 2 Stunden (eher alle 45-90 Minuten), nachts dasselbe (zu Schubzeiten alle 24 Stunden lang alle 20 Minuten, uff). Bei jedem Eisprung habe ich eine Woche lang höllische Schmerzen (die Milch dürfte aber da besonders gut schmecken, dann trinkt er noch mehr).
Wenn ich ihn nicht stillen lasse (also etwas anderes anbiete, ich lasse ihn bitte nicht hungern!) oder wir unterwegs sind, hält ers maximal 2,5 Stunden aus und danach wird getrunken, als wäre er kurz vorm Verhungern. Und seit 1,2 Wochen trinkt er wieder so "lang"- früher warens vielleicht 2 Minuten, jetzt etwa 5. Und dann der andere Busen (bisher hat ihm einer gereicht). Und dann wieder der erste. Und wenns lustig ist bzw abends geht das 6-10 Mal so (über 1-2 stunden verteilt). Allerdings schluckt er nicht mehr wie früher bei jedem mal Saugen, sondern "pumpt" ein, zwei Mal zwischen jedem Schluck.

Was vielleicht noch wichtig ist: Er hat die letzten 4 Monate 1kg zugenommen (aktuell fast 9kg) und ist etwa 74cm groß. Ich lasse ihn nicht weinen, bis es etwas zu trinken gibt, er bekommt sofort den Busen, wenn er zeigt, dass er hungrig ist. Nuckeln am Busen tut er nicht, dafür zieht er den Schnuller vor, er trinkt wirklich jedes Mal beim Stillen. Letztes Monat war ich kurz schwanger, da hat er sich in innerhalb von 10 Tagen fast abgestillt (das war emotional etwas schwierig für mich :oops: ), danach hatte ich einen ordentlichen Milchüberschuss, der sich jetzt (glaube ich) wieder eingependelt hat. Allerdings pumpt und trinkt er halt noch immer sehr oft.


So, kindgesteuertes Abstillen, schön und gut, aber das alles ist mittlerweile ehrlich gesagt ziemlich anstregend, vorallem, weil er doch schon "älter" ist :oops:
Daher meine Frage: war jemand in derselben Situation? Wie habt ihr das Stillen reduzieren können? Es wäre schön, zumindest auf 2,3 Stillmahlzeiten untertags und einem etwas längeren Abstand nachts zu kommen. Gibt es irgendwann einen Zeitpunkt, an dem das Kind Essen und Trinken als Nahrung und weniger als Köstlichkeit angesehen hat?
Beziehungsweise an die erfahrenen Stillberaterinnen, was könnten Gründe für sein Verhalten sein? Es ist ja nicht so, dass ihm Essen grundsätzlich nicht schmeckt. Ist es geschickter, das Stillen ausschleichen zu lassen (ich habe geplant, mindestens noch ein Jahr weiterzustillen) oder ist eine drastische Reduktion besser?
Vielleicht irgendwelche Tipps für mich? :lol: Danke!
EliseG
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Re: Stillen bei 1Jährigem reduzieren

Beitrag von EliseG »

Ich wolle dich jetzt nicht so weg klicken, ich denke jeder der länger gestillt hat kennt solche Situationen. Patentrezepte wirds aber wohl nicht geben, leider. Er wird wohl einfach ein großes Saug- und Nähebedürfnis haben, darum braucht er dich einfach so. Aber ich kenne das auch vom Großen, dass man dann selbst schon soo ungern ans Stillen geht, dass es für beide schon fast mehr zur Qual werden kann. Irgendwann hatte ich dann für mich gelernt, dass ich auch manchmal nein sagen möchte und das dann auch darf. Inzwischen sind sie ja eben größer und lassen sich durchaus auch ablenken. Das Stillen ist oft mehr Nähebedürfnis als Hunger, zumindest ists hier bei meinen Kids so. Oftmals hilft Ablenkung ganz gut und das Essen kommt dann irgendwann von ganz alleine. Zeitweise hab ich dann in solchen Phasen einfach viel unternommen, bin raus mit dem Kind (gerade beim Großen gabs immer wieder so Zeiten, wo es einfach schwierig für mich war, es einfach genervt hat....), hab uns beide damit abgelenkt. Manchmal hat er dadurch weniger gestillt, manchmal hat er gleichviel gestillt, mich hats aber weniger gestört, weil eben ICH abgelenkt war.

Ich hoffe, ihr beide findet einen Mittelweg, der für euch das Beste ist und wünsche euch viele entspannte Stillmomente !!!
Primus 09/06
Secundus 05/10
Prima 06/12
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klimaforscherin
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Re: Stillen bei 1Jährigem reduzieren

Beitrag von klimaforscherin »

Zu großen Teilen bin ich in der selben Situation. Ich kann dich gut verstehen. Tipps habe ich keine, ich hoffe selbst auf welche.
Ich möchte weniger Stillen, zumindest am Wochenende. In der Woche arbeite ich Vollzeit, das ist kein Problem.

"Mahlzeiten ersetzen" gab es hier nicht, es hat nicht funktioniert. Ich bin einfach nach 11 Monaten arbeiten gegangen und Sohnemann isst, wenn ich nicht da bin.
Wenn ich da bin, wird gestillt und am Wochenende sind wir wieder bei ca. alle zwei Stunden.
Das wäre an sich ja noch nicht dramatisch, aber irgendwie denke ich, dass er den Hauptbedarf ja schon mal durch Essen stillen könnte. Ich weiss auch nicht warum, aber ich fühle mich unter Druck, auch wenn keiner direkt auf mich ausgeübt wird. Nach dem Papa können wir ruhig 2 Jahre und mehr Stillen. Abstillen will ich ja auch nicht, aber eben weniger.
Nach einem stillreichen Wochenende platze ich Montags fast und muss ausstreichen.
Was mich natürlich arg schlaucht, sind die Nächte (alle 1-2 Stunden), aber er zahnt und ich glaube, das geht einfach nicht besser.
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

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Regenbogenmarion
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Re: Stillen bei 1Jährigem reduzieren

Beitrag von Regenbogenmarion »

Danke Euch! (())
Ich hoffe wirklich, wir finden unseren Weg (gut, wir werden ihn finden ;) ). Unterwegs sein hilft bedingt- er stillt zwar unterwegs viel weniger, danach aber umso mehr.

klimaforscherin, wie has du das gemacht mit dem Arbeiten gehen? Hat Dein Sohn das einfach so akzeptiert? Oder ists bei Euch so, dass er stillen will, wenn er das Angebot hat und wenns aus den Augen ist, ists aus dem Sinn?
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klimaforscherin
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Re: Stillen bei 1Jährigem reduzieren

Beitrag von klimaforscherin »

Das Arbeiten gehen war nie ein Problem, er ist ein Papakind und der Papa hat jetzt 3 Monate Elternzeit.
Stillen will er i.d.R. nur, wenn ich da bin. In seltenen Fällen auch mal, wenn ich nicht da bin, zur Verlängerung des Nachmittagsschlafes.
Aber er weiss es wohl genau, ob ich da bin. Einfach im anderen Raum sein geht da nicht. Und wenn er schonmal zu mir kommt und nicht zum Papa, dann will er Stillen. Ich bin also "nur" noch die Milchbar. Wenn ich nach Hause komme, läuft er mir in die Arme und zack - Stillen (ich will es dann aber auch, alleine schon um den Druck loszuwerden.)
Tja und am Wochenende ist es wie in meiner Elternzeit: Stillen, ungefähr alle 2 Stunden. Glücklicherweise bin ich bislang von Milchstaus verschont geblieben.
Grüße
klimaforscherin
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Re: Stillen bei 1Jährigem reduzieren

Beitrag von klimaforscherin »

Also manchmal nervts schon, dass er am Wochenende seinen Grossteil der Ernaehrung durch MuMi bestreitet. Besonders, wenn man doch gerne mal als Familie am Tisch sitzen und essen moechte.
Nun habe ich die Brust das erste Mal kurz vor dem Essen verweigert - und wir konnten mal wieder gemeinsam essen! :D Ein toller Lichtblick! Sonst habe ich dafuer nie die Geduld.
Wie gehts dir, Regenbogenmarion?
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

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