Langzeitstillen/Langzeitflaschenkind?

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Spingo80
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Langzeitstillen/Langzeitflaschenkind?

Beitrag von Spingo80 »

Ich brauch mal "ernährungstechnische" Hilfe.

Unsere große MAus konnte leider nicht so lange gestillt werden.
Sie isst sehr schlecht und nimmt auch jetzt noch die Flasche abends vorm ns Bett..
Manchmal auch nachts noch...

Bis jetzt hab ich mir da nie Gedanken gemacht.
Ich gebe ihr die MiMi auf verlangen.

Nun kam "grade" von einer LZS-Mama die Aussage, dass Flascheninder nicht Langzeit-Flaschenkinder sein sollten.

1. wegen der Zähne ( ok, ja, das versteh ich)
2 wegen der kcal. Die mütterliche Brust würde sich nach spätestens einem Jahr auf "Sparflamme" umstellen und das stillen wäre rein "kuschelstillen" mehr Wasser als Milch. Flaschenmilch hätte zu viele kcal und ich sollte ihr nachts und abends ausschließlich Wasser geben. LZS wäre auch nicht zur NAhrungsaufnahme , sondern nur zur Nähe da...


Was sagt ihr dazu??
Mäste ich mein Kind, wenn sie abends und gelegentlich in der Nacht noch ein Flasche Milch bekommt???
Stimmt ihre 2. Aussage?
Einerseits bin ich verwirrt. Andererseits klingt es bissl wie " wenn d schon nicht stillst, dann muss das Kind ja nicht noch extra an die Flasche rangeführt werden....."
Wohlgemerkt. Sie ist 2,5 Jahre alt...
Brauche mal input.
Spingo 05/80 mit großem Mäuschen 03/08 ( getragen, gestillt leider nur sehr kurz) und kleinem Mäuschen *28.12.10 (*getragen, und am stillen arbeiten wir noch)
jusl
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Re: Langzeitstillen/Langzeitflaschenkind?

Beitrag von jusl »

Stimmt ihre 2. Aussage?
Klares Nein. Die Zusammensetzung der Muttermilch hinsichtlich ihrer Nährstoffe bleibt unverändert gleich gut (was sich ändert, sind v.a. die immunoligische Bestandteile - denn ein Kleinkind ist einer anderen Keimumgebung ausgesetzt als ein Neugeborenes, und DAS kann sich in der Milch wiederspiegeln; die Brust fungiert hier praktisch als ein Immunorgan). Die Aussage wird sogar noch "falscher" durch die Tatsache, dass Kleinkinder-Mumi meist etwas MEHR Fett enthält als Minibaby-Mumi (denn den Fettgehalt bestimmt das Kind durch sein Stillverhalten im wesentlichen SELBST - und viele Kleinkinder stillen so effektiv, dass sie recht schnell an die fettreiche Milch herankommen). Muttermilch trägt bei mehrmals täglich stillenden Kleinkindern somit ganz ERHEBLICH zur Nahrungsaufnahme und damit zur Nährstoffversorgung bei.

Säuglingsanfangsnahrungen und Muttermilch unterscheiden sich unterm Strich in Bezug auf ihren Nährwert (Kaloriengehalt) nicht, beide liegen meist im Bereich 67-70 kcal/100g. Der Kaloriengehalt von Säuglingsmilch lässt sich ja nun kinderleicht verringern (falls dies bei Kleinkindern gewünscht sein sollte) - einfach mit etwas weniger Pulver anrühren.

Allgemein wird empfohlen, bei Flaschegefütterten Babys nach dem ersten Geburtstag auf das Trinken aus dem Becher umzustellen. Hauptgrund dafür ist (neben einer gewissen gesellschaftlichen Erwartungshaltung bzgl des Verhaltens von Kleinkindern) das erhöhte Risiko für das "Nursing Bottle Syndrome", sprich: "Flaschenkaries". Das Risiko lässt sich aber senken: durch gute generelle Zahnpflege und das hinterher-Spülen mit Wasser (geht auch nach nächtlichen Flaschen), außerdem sollten auch Kleinkinder ihre Flasche VON IHRER MUTTER (oder einer anderen Bezugsperson) bekommen, niemals selbst halten oder gar stundenlang damit herumlaufen.

Wenn es natürlich ist, dass Kinder mit 2 Jahren noch stillen, dann ist es ebenso "natürlich", wenn nicht (mehr) gestillte Kleinkinder mit 2 Jahren noch aus der Flasche trinken - 1 bis 3 Flaschenmahlzeiten in 24 Stunden, im Arm ihrer Mutter.

LG;
Julia
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Re: Langzeitstillen/Langzeitflaschenkind?

Beitrag von jusl »

Kleiner Nachtrag noch in Sachen "schlecht essen": Berücksichtige, dass 1-3 Flaschenmahlzeiten den täglichen Nährstoffbedarf schon zu weiten Teilen abdecken. Verwechsle "schlecht essen" nicht mit "gesunderweise wenig essen, weil gar nicht mehr Bedarf da ist". ;-)
(Andersherum: bei sehr viel Flaschenmilch im Kleinkindalter kann es sein, dass Nährstoffmangel droht - weil im Bauch des Kindes sozusagen zu wenig Platz bleibt für andere Lebensmittel, die es aber bräuchte...)
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Re: Langzeitstillen/Langzeitflaschenkind?

Beitrag von Mondenkind »

Was meinst Du denn mit "schlecht essen"?
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jusl
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Re: Langzeitstillen/Langzeitflaschenkind?

Beitrag von jusl »

wer, ich? :D
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Spingo80
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Re: Langzeitstillen/Langzeitflaschenkind?

Beitrag von Spingo80 »

ok. also es ist so. Sie bekommt die Mimi ja auch nur nach verlangen. Das bedeutet, tagsüber gibt es keine Milch( bis auf den Becher Milch zum Frühstück (ca 100ml) )

Mittag und Abendessen nölt sie so rum, sie verweigert dies und jenes. Weder füttern noch besonders toll herichten klappt.
Auch ein "Mäuschen, wenn du jetzt nicht isst, dann hast du heute NAcht Hunger!" Oder das Androhen ihr die Flasche nachts zu verweigern ( bzw auch die Durchführung) ändert nichts am Essverhalten.

Sie isst kaum Gemüse und Beilagen ( Kartoffeln,Nudeln..) am liebsten nur Fleisch/Wurst pur.
Da es das nicht gibt, haben wir die Regel aufgestellt. Ohne Brot ( und wenns blos Knäcke ist) keine Wurst. Nach einer ausreichenden Menge Brot (1/2 Scheibe) gibt es eine kleine Scheibe Aufschnitt gerollt auf die Hand... genau so isses beim Mittag. Nur Fleisch geht nicht....


Man sagt ja, Kinder holen sich, was sie brauchen, bei meinem Kind "zweifel" ich bissl daran.
Wir essen gemeinsam. Wenns geht, bereiten wir auch gemeinsam zu.
Ich hab schon Gemüsefrikadellen probiert. Oder Pizza-Brötchen...

Probleme dieses "Fleischesserdaseins" wenn ich nicht aufpasse bzw sie machen lasse : sie bekommt Verstopfungen.
Deswegenbin ich ja eigenlich ganz froh, dass sie außer Fleisch noch ihre Mimi liebt....

Oder sehe ich das irgendwie flasch?
Ich bin da inzwischen ganz überfordert.
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Re: Langzeitstillen/Langzeitflaschenkind?

Beitrag von Leila »

Ich habe auch so ein "langzeitflaschenkind"... :roll: Zum Nursing Bottle Syndrom: Ich sehe die Gefahr nicht, solange die Flasche nicht zum Dauernuckeln überlassen wird, und keine Getränke drin sind, die Säure und Zucker (also Saft z.B.) enthalten. Ich habe meine Tochter irgendwann auf Reismilch umgestellt, da sie sehr viele Proteine gegessen hat (also Fleisch und so) und ich deshalb keine zusätzlichen Proteine in der Milch haben wollte. Im Moment isst sie wieder ziemlich schlecht. Also ein schüsselchen Müsli zum Frühstück, ein paar Salzbrezeln unterwegs, ein paar Nudeln in der Kita, Abends gerne nix oder ein stückchen Apfel. Und das Kind wird im Januar 3... Mein Gefühl sagt mir, dass das nicht reichen kann, allerdings hat sie in den letzten beiden Abenden jeweils 600ml Reismilch getrunken... :shock: Andere Sachen akzeptiert sie aus der Flasche nicht, und verdünnen klappt nicht, dann trinkt sie entsprechend mehr Volumen. Toll. Ich bin auch zoemllich ratlos, was wir da machen sollen, zum Essen zwingen will ich sie auch nicht. Kann ich auch nicht...

Lieben Gruß

Anja
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Re: Langzeitstillen/Langzeitflaschenkind?

Beitrag von Nimue1212 »

Sie isst kaum Gemüse und Beilagen ( Kartoffeln,Nudeln..) am liebsten nur Fleisch/Wurst pur.
Bei meiner Tochter ist es genauso. Mittlerweile ist sie vier und in ihrem Essverhalten hat sich nicht so viel geändert. Allerdings ist sie eher klein und zart. Ich denke sie braucht die Energie einfach, die sie aus Fleisch und Wurst bekommt. Die meisten Gemüsesorten enthalten ja eher wenig Kalorien...
Liebe Grüße
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Re: Langzeitstillen/Langzeitflaschenkind?

Beitrag von Mondenkind »

Hmm, ich hab dazu ne andere Einstellung. Ich laß mein Kind auswählen, was es möchte, also ich stell hin, was es an (sinnvollen) Lebensmitteln heute zur Auswahl gibt. Mein Kind ißt dann das, was es will in der Menge, die es will.

Ich glaube nicht an Druck oder Zwang, schon gar nicht beim Essen. Ich würde sie einfach Wurst essen lassen, ohne ihr was Anderes aufschwatzen zu wollen. Einfach essen lassen und ganz selbstverständlich selber abwechslungsreich essen.
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Re: Langzeitstillen/Langzeitflaschenkind?

Beitrag von Mondenkind »

jusl hat geschrieben:wer, ich? :D
Nicht Du, Du Scherzkeks! :lol:

Was ich vergessen habe: wenn sie Verstopfung bekommt von der Wurst, dann würde ich eher mit etwas Milchzucker oder so dagegen steuern, als daß ich sie nötigen würde, etwas zu essen, was sie nicht wirklich möchte, oder das, was sie möchte, an Bedingungen zu knüpfen.

Ist meine Meinung- Druck führt nur zu Abwehr und Kampf beim Essen...
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