Der Onbuhimo

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Rachel
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Rachel »

ja sehr genial acqua :wink: .

Ich find beim Ringonbu und auch bei deinem Beispiel auch gut, dass man ihn auch unter der Brust bzw vor dem Bauch binden kann.
So wäre die Lendenwirbelsäule der Trägerin auch besser entlastet wenn man Probleme bekommen würde beim Tragen und man kann gut variieren.
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Ramona und ihre Jungs
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Montanara
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Montanara »

Aqua, Deine Bemühungen sind sicher sinnvoll und Deine Gedanken nachvollziehbar (ich habe mir das alles auch überlegt, aber nichts geschrieben, weil ich mir rein theoretisch mir Gedanken mache und nicht tägliche Praxis habe), aber ich möchte diese Onbus nicht nur von vorne, sondern auch mit den getragenen Kindern von hinten sehen.

Und ich möchte trotz all dieser Ideen in aller Deutlichkeit klarstellen, dass Onbu eben Onbu ist - die Problemstellen sind nun mal gegeben, und man kann die höchstens zu mindern versuchen - aber völlig verschwinden werden sie nicht.
Beim Onbu ist nun mal der Zug im Nacken gross!

Liebe Onbuproduzentinnen, die ihr Eure Felle (meines Erachtens zu Unrecht) davonschwimmen seht: Denkt mal an Ergo und Co.!
Bei denen wird, wie ich hinlänglich geschrieben habe (z.B. hier) der Rücken nun mal am Rundwerden gehindert, weil die Träger am Rückenpanel ansetzen. Und kleinere Kinder werden total überspreizt.
Trotz dieser bekannten Schwachstelle sind Ergo und Co. sehr populär und verkaufen sich gut.
Genau wie Ergo und Co. haben auch die Onbus trotz ihrer Schwachstellen ihre Berechtigung und werden sich weiterhin gut verkaufen!

Es geht hier lediglich darum, dass auf die generelle Schwachstelle dieser TH hingewiesen wird.
Es wurde aber genauso explizit gesagt, dass sie dennoch ihre Berechtigung hat (und das wiederum richtet sich nun an all jene, die ihre Onbu-Bestellung Rückgängig machen!). Wenn man um die Stärken und Schwächen eines Produkts weiss, kann viel bewusster und gezielter damit umgegangen werden.

Herzlich
Dorothea
hausgeburtserprobte, langzeitstillende und kinderwagenfreie Mutter von Eva Sophia (Mai 2002) und Susanna Martina (Sept. 2004)
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Minchen
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Minchen »

Ich hoffe, mein Beitrag ist hier richtig, sonst verschiebt ihn bitte... :oops:

Ich bin keine Trageberaterin, hab mir aber eine Beratung gegönnt vor dem zweiten Kind. Aufgrund verschiedener Empfehlungen habe ich mein Baby bislang ausschließlich im Känguruh vor dem Bauch getragen. Das hatte beckenbodentechnische und trageergonomische Gründe. Zudem kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, ein so kleines Würmchen auf dem Rücken zu tragen, da gehört es für mich gefühlt irgendwie nicht hin, auch wenn es mit dem zweiten Kind sicher einfacher und praktischer wäre. Aber ich möchte ihn kuscheln, ihn nah bei mir haben und hinten ist er das irgendwie nicht.

Mein Gefühl - und Achtung, es ist nur ein Gefühl - sagt mir, dass der Kopf hinten nie so gut sitzt wie vorn. Einfach, weil mein Kind sich vorn viel besser ankuscheln kann, da es dort weicher und anschmiegsamer ist als auf dem Rücken. Egal wie ich den Rücken halte: ist er gerade hat das Kind ne gerade Wand vor sich, lauf ich vornüber (was die meisten in meiner Beobachtung mit Kind auf dem Rücken tendenziell tun - also zumindest ganz leicht), muss sich das Kind mitbeugen. Ich weiß, dass man ein Neugeborenes wohl auf den Rücken binden "darf", also es in einem gut gebundenen Tuch dort gesund sitzen kann. Aber ich halte das nach wie vor nicht für eine optimale Trageweise, auch wenn mir die Trageberaterinnen hier bestimmt widersprechen werden.

Mein Sohn wird ist nun vier Monate alt und ich bekomme nächste Woche meinen Onbu. Ich hatte von diesem Fred bislang nichts mitbekommen, hab jetzt aber doch mal reingesehen, weil ich mich nochmal informieren wollte. Und es ist passiert, was einige hier schon kritisiert haben: man wird durch diesen Fred nicht ausschließlich informiert, sondern ein ganzes Stück weit verunsichert. Das soll keine "böse Kritik" gegenüber denen sein, die sich hier viel Arbeit machen und Tragehilfen testen, das finde ich toll und wichtig und das ist der Grund, warum ich so gern hier bin.
Meinen Onbu habe ich bei Acqua bestellt, weil ich a) einen gesehen habe, den ich sehr überzeugend fand (das Kind, das ich darin gesehen habe, saß sehr gut drin und schien damit sehr zufrieden zu sein) und weil ich b) den Eindruck habe, dass sie sich sehr viele Gedanken zur Umsetzung einer guten Trageweise macht.
Lese ich nun hier, sehe ich auf der ersten Seite "extreme" Bilder (die schon sehr von dem abweichen, was ich gesehen habe) und habe den Eindruck, das Tragen meines Kindes (das ich erst darin tragen werde, wenn es "stabiler" ist, also etwa ab nem halben Jahr) darin ganz schlecht sein wird.

Die Kritik an dem Onbu an sich finde ich ja in Ordnung und werde mir meinen mit Kind drin auch daraufhin genau ansehen, danke daher dafür! Es gibt mir die Möglichkeit, genau hinzusehen und das Problem nicht zu ignorieren. ABER: auch wenn man natürlich das Problem an markanten Bildern besser zeigen kann, so finde ich das tatsächlich etwas einseitig. Halt, ich bin noch nicht fertig, denn das soll wirklich nur sachliche Kritik an diesem informativen Fred sein! Was ich kritisiere ist, dass viele sich diesen langen Fred zur Info nicht durchlesen werden, sondern eben an der ersten hängen bleiben und diese Tragehilfe per se als schlecht abstempeln werden, denn das bleibt trotz allem irgendwie hängen... Und ich meine, wenn ein Onbu gut gemacht ist, mögen die Probleme zwar bestehen, aber sie sind eben nicht mehr so extrem, dass die Tragehilfe als schlecht bezeichnet werden kann.

Ich hoffe, es versteht mich niemand falsch, ich möchte niemanden damit angehen, ich stehe auf niemandens Seite, auch nicht, weil ich einen Onbu bestellt habe. Einzig ich möchte darauf hinweisen, dass dieser Fred für Außenstehende, die eben nur die erste Seite lesen, um sich zu informieren, nicht objektiv genug ist. Trage-Grundinformationen sollten sachlich und objektiv sein und das können sie meines Erachtens nach nur, wenn verschiedene Modelle zum Test kommen, wenn es verschiedene gibt. Auch wenn man nur in diesem Thema liest, wird man das Gefühl nicht los, dass hier einige aufeinander losgehen (und ich hab den ausgesonderten Fred nicht gelesen und werde es auch nicht tun) und die sachliche Information irgendwie trotz aller Bemühungen auf der Strecke bleibt.

So, und nun erschlagt mich... :wink:

Übrigens: mein Sohn macht im Känguruh im wachen Zustand IMMER einen ziemlich geraden Rücken, egal wie gut es gebunden ist. Und er hat sich von ersten Tag an gegen die Nackenstütze gewehrt, auch nach Behandlung beim Osteopathen. Ich habe den Kopf daher fast immer per Hand gestützt.. :roll: Ich werde mal Bilder machen, wenn wir den Onbu testen!
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
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Montanara
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Montanara »

Deine Kritik vestehe ich durchaus richtig.

Ich stelle mich aber nach wie vor hinter Maria, weil ich finde, sie hat recht. Der Onbu IST aus den in dem Thread hinreichend genannten Gründen in meinen Augen nicht eine ideale Tragehilfe - egal wer ihn herstellt, egal wie "gut" ein Onbu gemacht wird. Das liegt in der Natur dieser Art Trage. Daher bringt es nicht viel, verschiedene Onbus nebeneinander zu stellen.
Schau mal hier: Hier beschreibe ich die substantiellen ängel der Fertigtragehilfen. Ich verwende zwar verschiedene Modelle, aber für die Kritik an dieser Art Trage bringt das nicht wirklich viel... JEDE dieser Tragen weist diesselben Mängel auf, manches Modell mehr, manches weniger.
Genauso ist es mit Marias Onbu-Kritik, die Dir vielleicht sauer aufstösst, weil sie sich einfach auf das Wesentliche beschränkt - nämlich das simple Aufzeigen der Mängel beim Onbu mit nur einem Modell mit sehr aussagekräftigen Bildern.
Wie ausser mit "extremen" Bildern soll man Aussenstehenden erklären, worum es geht? Ausserdem werden im Verlaufe des Threads auch andere Bilder gezeigt, von "besseren" Modellen, aber die substantiellen Mängel wischen auch diese Bilder nicht weg!

Dennoch gibt es Gründe, einen Onbu zu verwenden.
Auch von Ergo und Co. sind die Mängel hinreichend bekannt, ud nichtsdestotrotz werden diese Fertigtragen rege verwendet - weil es Gründe dazu gibt, genau wie beim Onbu auch!

Es IST ein Spagat, Leute auf gute und weniger gute Tragehilfen hinzuweisen. Man tritt dabei IMMER jemandem auf die Füsse.
Wie stellt Du Dir denn vor, dass man über sowas schreiben soll, ohne zu verunsichern? Schau schon nur die Känguru-WKT-Diskussion an. Schon dadurch lassen sich viele Eltern verunsichern, völlig zu Unrecht. Es wird gerade auch hier im Forum immer wieder betont, wie wichtig es ist, auf sich selber zu hören, und dass Tragen Spass machen soll und es für Tragende und Getragene stimmen muss. Diese Meinung dringt auch im Verlauf des Threads durch.
Es liegt nicht in unserer Verantwortung, wieviel die Leute von einem Thread lesen. Ich kann dazu nur sagen - und achtung, das klingt verdammt unbequem, weil geradeheraus: Wer bei solchen Tests nicht den gesamten Thread liest, ist selber schuld - wer ihn zur Gänze liest, wird sich viel weniger verunsichern lassen.
Nimm zum Vergleich nochmals meinen Thread über Fertigtragen. Auch wenn darin in aller Deutlichkeit hervorkommt, dass ich die aus fachlicher Sicht nicht besonders mag, und auch wenn das viele Leute gelesen haben - ich glaube nicht, dass sich viele Leute haben verunsichern lassen. Wie sonst erklärt sich der Hype um jedes neue Modell auf dem Markt?

Ich habe in diesem Thread immer wieder den Eindruck bekommen, dass gewisse Herstellerinen ihre Felle davonschwimmen sehen, in meinen Augen zu Unrecht - s. oben. Das erklärt Dein Gefühl, dass die Leute aufeinander losgegangen sind.
Maria beschreibt im Ausgangsposting eine unbequeme Tatsache. Klar, geht da das grosse Geschrei los, um es wieder im Klartext auzusprechen....

Übrigens: mein Sohn macht im Känguruh im wachen Zustand IMMER einen ziemlich geraden Rücken, egal wie gut es gebunden ist. Und er hat sich von ersten Tag an gegen die Nackenstütze gewehrt, auch nach Behandlung beim Osteopathen. Ich habe den Kopf daher fast immer per Hand gestützt.. Ich werde mal Bilder machen, wenn wir den Onbu testen!
Dass Dein Sohn im wachen Zustand im Känguru einen geraden Rücken macht, ist die allernatürlichste Sache der Welt. Das tun alle wachen, aufgeweckten Babys!
Auch dass er sich gegen eine Nackenstütze wehrt, selbst nach Behandlung, kommt immer wieder mal vor. Es gibt Kinder, deren Kopf nur mit einem zusätzlichen Haltuch getützt werden kann.Wenn eine Behandlung ansonsten Deinem Sohn gut geholfen hat, mach Dir deswegen keine Gedanken - denn auch das kommt vor!

Liebe Grüsse
Dorothea
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Talgaro
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Talgaro »

@ Minchen: warum argumentierst du eigentlich so verhement gegen die Rückentrageweise (im Übrigen kann man so hoch, binden, dass die Babys über die Schulter schauen können :wink: und man läuft eher gerader, als mit vor dem Bauchtrageweise- ich jedenfalls), um dann zu einer Kritik gegenüber diesem Thread anzusetzen? Ich verstehe den Zusammenhang nicht ganz. Wie willst du denn den Onbu dann nutzen, nur vorn?
Liebe Grüße von Talgaro & ihren drei Räuberkindern (Juni 2002 - Juli 2006 - März 2010)
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Minchen
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Minchen »

Nein, ich will ihn natürlich hinten tragen, dafür brauche ich ihn ja auch. Ich hatte eben bislang für mich den Eindruck, dass hinten tragen von ganz kleinen Babys nie so gut ist wie vorn - egal welche Trage. Ich würde ein Neugeborenes weder im Tuch noch im Onbu hinten tragen, weil ich bei beidem den Kopf nicht gut aufgehoben finde, ich kanns ja auch ohne Spiegel nicht kontrollieren. Der Zusammenhang ergibt sich daraus, dass am Onbu speziell die Lage des Kopfes kritisiert wurde, die ich mir für kleine Babys bei keiner Rückentrage gut vorstellen kann.

Kommt zu wirr rüber oder? Es ist zu früh, mein Baby ist hellwach - ich nicht... :shock:
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Talgaro »

Hhhm so ganz versteh ich es nicht. Klar um bei ganz jungen Babys hinten zu tragen muss man das schon gut können (ich selbst hab da ja auch keine Erfahrung), aber warum probierst du es nicht jetzt? Der Onbu wird davon ja nicht unbedingt betroffen. Ich selbst habe den Manduca gekauft, als mein Kleiner 18 Monate alt war, bis dato immer Rucksack gebunden. Auch nachdem ich den Manduca hatte und ja er ist praktisch und im Urlaub war ich sogar richtig dankbar ihn zu haben, erst recht bei dem schon laufen können und wollen Kind, aber trotzdem habe ich bis zum Ende der Tragezeit auch noch hin und wieder das Tuch gebunden. Von der Haltung war er darin immer besser: Beine weniger gespreizt und am allerwichtigsten höher, was auch für mich recht bequem war.

Was ich mit meinem Geschwaffel sagen will, warum redest du die Haltung auf dem Rücken schlecht, um dann eine Fertigtrage für den Rücken hier nicht kritisiert haben zu wollen? Das hat auch erstmal rein gar nichts mit dem Onbu und den hier thematisierten Sachverhalten zu tun. Übrigens finde ich mittlerweile - wie gesagt ohne eigene Erfahrung bei Neugeborenen - ein hinten getragenes Baby irgendwie natürlicher vom Anblick, ohne das ich irgendwelche Expertenkenntnisse habe. Aber das tut hier ebenfalls nichts zur Sache, nur mal so als Anmerkung, dass man auch zu einer anderen Meinung gelangen kann.
Liebe Grüße von Talgaro & ihren drei Räuberkindern (Juni 2002 - Juli 2006 - März 2010)
Lila
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Lila »

Minchen hat geschrieben:Aber ich halte das nach wie vor nicht für eine optimale Trageweise, auch wenn mir die Trageberaterinnen hier bestimmt widersprechen werden.
hi minchen,

auch mir ist aufgefallen, dass du sehr gegen das rückentragen bist - da es nicht optimal ist und gleichzeitig - verständlich - postulierst, dass eine reflexion diverser tragehilfen konsumenten verunsichern kann.

zunächst einmal ist es in meinen augen faktisch, dass es nicht die "optimale" trageweise gibt.
es kommt immer sehr darauf an unter welchen kritikpunkten man eine tragehilfe betrachtet.
was will man testen: anhockung, abspreizung, zugrichtungen der tragehilfe, nackenstütze, kopfstütze, handhabung, design, verstellbarkeit?
und selbst, wenn man sich klar ist, welche rubrik man "bewertet", so gibt es auch hinsichtlich bewertungen einen spielraum. es ist nämlich tatsächlich in einem gewissen rahmen subjektiv wie viel bedeutung man der zugrichtung der schultergurte z.b. bei komforttrage gibt oder den bändern beim marsupi+. objektiv klar ist, dass z.b. eine angemessene rundung der anatomie des kindes entgegen kommt, aber es ist nicht objektiv geklärt inwieweit gewissen abstriche tatsächlich dem kind schaden. vergleicht man das getragene kind in einer nicht 1+ bewerteten trage mit einem kompletten liegling, so kommt man evtl. zu dem ergebnis, dass das tragen in dieser tragehilfe dem baby doch mehr entspricht, als das liegen.

zudem kommt bei der beurteilung einer trage - vor allem vom endkonsumenten aus - noch viel subjektivere gesichtspunkte zum tragen. du fühlst dich beim tragen wohl und geborgen, wenn dein baby sich vorne bei dir ankuscheln kann, du mit einer hand ggf. das köpfchen stützen kannst, etc. pp.

für mich als mutter hat dies z.b. überhaupt keine rolle gespielt und ich persönlich fand es extrem ätzend mein baby (2. kind) vorne zu tragen, es hat mich gestört und zwar massiv. hätte es mir jemand gezeigt hätte ich mit fünf wochen auf dem rücken getragen, da mein leidensdruck und meine genervtheit groß waren. so musste ich warten bis zu ihrer 8. lebenswoche. von da an wurde mein zweites kind ausschließlich hinten getragen und von mir nie mehr vorne.
eine optimale kopfstützung war mir als - damals noch etwas rebellische - tragemutter (nicht in meiner rolle als trageberaterin, hier kommen unterschiedliche aspekte zum tragen!) nicht so wichtig. ich hatte bilder von schlafenden kindern in peru, guatemal und afrika gesehen und fand den hype, um die kopfstützung westlicher babys überzogen. :wink: d.h. der kopf war schon gestützt, aber vermutlich nicht so, dass es z.b. einer anderen tragemutter mit ihren bedürfnissen gereicht hätte.
für mich und mein kind war dieses vorgehen das optimale vorgehen beim tragen. es hat uns zusammengebracht, glücklich gemacht und entlastet. so subjektiv und dennoch optimal waren meine erfahrungen als tragemutter.

wenn man jedoch aus einer anderen position - z.b. der, der trageberaterin - eine tragehilfe betrachtet. sieht man die tragevariante zunächst deutlich emotionsloser unter den jeweiligen aspekten und gibt den einzelnen teilbereichen eine wertung, die durch subjektive gewichtungen unterstrichen werden.

dies kann natürlich den endkonsumenten verwirren, da leider, der konsument es leichter findet der werbung zu folgen oder einer klaren empfehlung. dies kann ich verstehen, da die welt sehr komplex und ausdifferenziert ist, die "wahrheit" liegt aber darin, dass es nicht die allgemeingültige empfehlung gibt, dass es nicht das optimale tragen gibt, da es durch eine vielzahl von variablen bestimmt wird. stimmen objektive und subjektive kriterien überein findet man seine optimale lösung, sei dies beim stillen, beim tragen, schlafen, ernähren, impfen, wohnen, reisen, etc.
aber wie gesagt kann ich verstehen - bin ja selber auch endverbraucherin in vielen bereichen - dass kritische reflexionen verwirren und mehr kapazität abverlangen und man hierbei durchaus auch vorsichtig sein muss, man kann - als individuum - nicht jedes thema bis ins letzte glied sezieren.

ich persönlich halte z.b. in meiner rolle als trageberaterin und mit meiner subjektiven wertigkeit die manducatrage nicht für die erste (oder zweite) wahl für ein neugeborenes. dennoch hatte ich gestern in einem infokurs ein paar, die eigentlich überhaupt nicht tragen wollten und dies ablehnen. weder tuch, noch sling, noch bondolino, noch marsupi+ gefiehlen ihnen, der bb war ganz o.k. ... es sollten schnallen sein, die man klicken kann und irgendwie trekkingmäßig aussehen.
wenn überhaupt kommt für sie der manduca in frage. mir persönlich rollen sich da eher die nägel hoch und es fällt mir tatsächlich nicht leicht eine ng-beratung im manduca zu machen und zu wissen, dass das kind die nächsten sechs monate irgendwie drin ist ... aber wenn das die optimale - da einzig in frage kommende - trage ist, dann ist das so. ich würde ihnen auch den bb anpassen. wertungen sind immer subjektiv ... haben allerdings die möglichkeit neue dimensionen und ansichten zu erschließen.

so, das war jetzt recht theoretisch.

lg und viel spass beim tragen
Lila mit zwei Kindern (*2003 und *2006)
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Montanara »

Danke, Lila...!

Liebe Grüsse
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Luema »

Minchen hat geschrieben:Nein, ich will ihn natürlich hinten tragen, dafür brauche ich ihn ja auch. Ich hatte eben bislang für mich den Eindruck, dass hinten tragen von ganz kleinen Babys nie so gut ist wie vorn - egal welche Trage. Ich würde ein Neugeborenes weder im Tuch noch im Onbu hinten tragen, weil ich bei beidem den Kopf nicht gut aufgehoben finde, ich kanns ja auch ohne Spiegel nicht kontrollieren.
Ich möchte kurz auf diesen Thread hier verweisen, bei dem es ums Rucksacktragen bei kleinen BAbys geht. Da finde ich die Köpfchen alle prima aufgehoben :) http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... =3&t=97579
Ich selber habe mein KInd ab 6 Wochen sehr oft auf dem Rücken getragen, die Kopfkontrolle war da noch sehr, sehr schwach, und sehr oft schlief der Kleine auch auf meinem Rücken. Dennoch fühlte ich, dass das Köpfchen dabei gut aufgehoben war (und ich sah es auch im Spiegel), was ich selbst von einem guten MeiTai nicht behaupten konnte. Das Tragetuch war das einzige, was auf dem Rücken wirklich gut ging. Und ich fand die Haltung darin vergleichbar mit der im Känguruh vor dem BAuch.
Liebe Grüsse von Maria
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