Was tun bei "Verstopfung"

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Shinsai
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Was tun bei "Verstopfung"

Beitrag von Shinsai »

Erstmal ein Hallo an alle Muttis,

seit Anfang Mai bin ich stolze Mutter unserer kleinen Julia.
Nach den anfänglichen Problemen mit dem Stillen, hatte sich eigentlich alles gut eingependelt. Seit dem 15.06. trägt unsere Maus eine Tübinger Schiene(eine Art Spreizhose), da ihre linke Hüfte ganz schlechte Werte hatte und Breitwickeln leider nicht reichte. Ungefähr seit diesem Zeitpunkt hat unsere Kleine nur noch sehr selten Stuhlgang, teilweise 10-12 Tage lang nichts und quält sich dann auch. Sie trinkt dann nur noch ein Seite, versucht zu drücken, spuckt vermehrt halbverdaute Milch und jammert auch sehr viel.
Wenn es wieder soweit ist, versuche ich ihr abhilfe zu schaffen indem ich sie massiere mit Windsalbe, zeitweise nehme ich auch die Schiene ab damit sie die Beine ein wenig bewegen kann (soll sie 23 Std/Tag tragen), Carvum carvi-Zäpfchen, Beinchen an den Bauch drücken, Bauchwehtee und als letzte Möglichkeit riet man mir, den After mit einem Fieberthermometer anzuregen.(Was auch meistens klappt) Aber das kann doch nicht die einzige Möglichkeit sein, oder? Unsere Hebamme hat uns jetzt Alumina Globilis empfohlen.
Die KiÄ hat mir bei der U4 nur gesagt das es ganz normal wäre das Stillkinder solange nicht abführen und ich solle ab dem 4. Monat zufüttern und das Problem würde sich erledigen.
Was haltet ihr davon?
Bin völlig verwirrt, ich weiss das Stillkinder entweder 10 Tage garnichts bzw. 10 mal am Tag können, aber sie quält sich ja jedes Mal ca. nach einer Woche :(

Lg

Tanja
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Daria
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Re: Was tun bei "Verstopfung"

Beitrag von Daria »

Hallo Tanja,

herzlich Willkommen hier ;-)
Hmm, Deine Situation ist in der Tat etwas schwieriger...
Vorweg mag ich Dir sagen, dass der Rat, nach dem 4. Monat zuzufüttern, wohl für das Verstopfungsproblem eher kontraproduiktiv ist, weil es erstens das Verdauungssystem noch mehr reizt, herausfordert und durcheinander bringt, es zweitens dafür nach gängiger Meinung und Empfehlung zu früh ist und drittens durch Beikost der Stuhl tendenziell eher härter als weicher wird. Schade, dass Dir das jemand empfohlen hat! Also, sowohl die WHO als auch der natürliche Instinkt empfehlen mindestens 6 Monate voll zu stillen - danach kann man Beikost anbieten, wenn die Kinder reif genug sind dafür und auch INteresse daran haben. Da kannst Du Dich ja ggf. mal hier weiter durchlesen oder -fragen.

Zu Eurer Situation kommen mir ein paar Gedanken.
Versuch vielleicht mal, Dein Kind direkt nach dem Stillen oder schon dabei ohne Schiene zu lassen. Meist ist es, v.a. sieht man das bei windelfrei-Kindern, so, dass sie während des Essens ausscheiden. Guck mal ein paar Tage, ob sich ihr Rhythmus dadurch ändert.
Dann könnte ich mir vorstellen, dass warme Bäder den Stuhl anregen. Eigentlich würde ich nicht empfehlen mehr als ein bis zweimal pro Woche zu baden, aber wenn es ihr hilft, würde ich es vielleicht so alle 2 Tage machen.

Tja, das mit dem Fieberthermometer klappt schon, richtig. Die Sache ist halt, dass sich der After an diesen Reiz gewöhnt und ihn irgendwann dann auch braucht. Das gleich gilt, für Spülungen, die man auch machen könnte. Mit einer kleinen Menge isotonischer Kochsalzlösung eine Art mini-Einlauf machen. Aber auch hier tritt ein Gewöhnungseffekt ein und so ein kleiner Einlauf ist auch für relative Laien zu Hause schwer abschätzbar.
Weiterhin gibt es Zäpfchen oder vorbereitete kleine Einläufe (micro-Klist), aber das wär eben alles chemisch und würde ICH nur benutzen, wenn wirklich Not am Kind wär.
Homöophatisch müsste ich noch ein bisschen weiter lesen, da fällt mir auf die Schnelle nichts passendes ein. Denn eigentlich hat sie ja kein körperliches Problem sondern wird nur am Ausscheiden gehindert.

Meine Empfehlung wär also: Still weiter nach Bedarf (und das nach Bedarf ist wichtig!), trinke DU vielleicht abführende Getränke wie Apfelsaft etc. (kennst Du Dich da ein bisschen aus?), versuch das mal mit Stillen ohne Schiene und guck mal, ob sie sich daran gewöhnen kann. Die Massagen finde ich auch sehr gut und wichtig und würde ich beibehalten.
Ansonsten kannst Du tatsächlich erstmal locker 10 Tage warten - und wenn der Stuhl dann nicht hart ist, dann ist es auch okay. Klar, sie findet es unangenehm - dabei kannst Du ihr mit der Massage ein bisschen helfen. Lass sie auf Deinem Bauch schlafen - Bauch an Bauch - das regt ebenfalls die Bauchregion an. Und wenn Du nach so langer Zeit doch das Gefühl hast, es geht nicht mehr, dann greife zu abführenden Maßnahmen.

Erzähl gern mal weiter und frag auch ruhig!
Viele Grüße von Daria mit Theo (02/08), Lotti (12/09) und Flora (07/12)
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Iris
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Re: Was tun bei "Verstopfung"

Beitrag von Iris »

Es gibt auch recht wirksame Massagegriffe. Vielleicht habt Ihr in Eurer Nähe Babymassagekurse? Falls es da eine lange Warteliste gibt, ist es vielleicht möglich, dass die Leiterin Dir schon vor Deinem evt. Kurs zwischendurch mal die Griffe zeigt.
Iris mit Großer -10/05- und Kleiner -02/08- , erzogen und geimpft
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Shinsai
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Re: Was tun bei "Verstopfung"

Beitrag von Shinsai »

So... ein bisschen hat sich bei uns getan. Wir haben einen gelben Streifen in der Windel gesichtet und warten nun auf die Explosion^^
Werde mal mein Programm weiter durchziehen und Papa badet die Maus heute Abend noch mal inkl. Ganzkörpermassage und dann mal abwarten^^

@Iris: Bei der Babymassage waren wir schon und die Griffe wurde dort auch gezeigt. Hier auf dem "Land" sind die Wartelisten scheinbar noch nicht so voll. :wink:
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Ginevere
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Re: Was tun bei "Verstopfung"

Beitrag von Ginevere »

Wir hatten das neulich auch ganz schlimm.
Die arme kleine Maus lag wirklich weinend auf dem Wickeltisch. Da habe ich ihr mit Kümmelöl und den bei der Babymassage gelernten Griffen sanft den Bauch massiert. Mit durchschlagendem Erfolg.

Ich war wirklich froh, ihr helfen zu können und den Kurs gemacht zu haben.
LG Gini
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Re: Was tun bei "Verstopfung"

Beitrag von Bahia »

Ein kleines Tässchen warme Milch (keine H-Milch, voller und natürlicher Fettgehalt, am besten Bio und NICHT homogenisiert, nur pasteurisiert) mit einem Eßlöffel Ghee (Butterfett) oder Butter. Wenn man süßen möchte: Zucker, keinen Honig wg. dem Ghee bzw. der Butter. Das ist ein völlig natürliches und unschädliches, sanftes Abführmittel (Ayurveda).
Mama von zwei kleinen Naschkatzen :marmelade:
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Daria
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Re: Was tun bei "Verstopfung"

Beitrag von Daria »

Bahia hat geschrieben:Ein kleines Tässchen warme Milch (keine H-Milch, voller und natürlicher Fettgehalt, am besten Bio und NICHT homogenisiert, nur pasteurisiert) mit einem Eßlöffel Ghee (Butterfett) oder Butter. Wenn man süßen möchte: Zucker, keinen Honig wg. dem Ghee bzw. der Butter. Das ist ein völlig natürliches und unschädliches, sanftes Abführmittel (Ayurveda).
... und das soll ein 3 monate altes Baby bekommen - oder die Mutter?
Viele Grüße von Daria mit Theo (02/08), Lotti (12/09) und Flora (07/12)
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Altraia
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Re: Was tun bei "Verstopfung"

Beitrag von Altraia »

Ein kleines Tässchen warme Milch (keine H-Milch, voller und natürlicher Fettgehalt, am besten Bio und NICHT homogenisiert, nur pasteurisiert) mit einem Eßlöffel Ghee (Butterfett) oder Butter. Wenn man süßen möchte: Zucker, keinen Honig wg. dem Ghee bzw. der Butter. Das ist ein völlig natürliches und unschädliches, sanftes Abführmittel (Ayurveda).
Davon würde ich aus verschiedenen Gründen entschieden abraten in dem Alter!

Ebenso würde ich nicht ab dem 4. Monat Beikost anbieten. Beikost sollte erst NACH dem 6. Monat angeboten werden. Zum Beikostbeginn leiden viele Kinder erst einmal an Verstopfung, weil sich der Darm an die neue Nahrung gewöhnen muss. Das spricht nicht dafür, einem verstopften Baby verfrüht Beikost anzubieten!
Liebe Grüße,
Christine mit Sohn (2/05), Tochter (6/07) und Tochter (2/14)
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Re: Was tun bei "Verstopfung"

Beitrag von jusl »

Schließe mich Altraia da komplett an: "keine med. angehauchten Ernährungsexperimente mit kleinen Babys!"

Ich mag noch mal folgendes aufgreifen: ich sehe da einen sehr gut möglichen Zusammenhang mit der Schiene - diese schränkt (logo!) die Bewegungsfreiheit einfach massiv ein. Deshalb, neben der super Massagetipps hier: gaaanz viel tragen, schaukeln, rumlaufen, tanzen, spazieren.... am besten im Tragetuch. So bekommt das Baby wenigstens etwas Bewegungsreize, auch bei Immobilität der Hüftgelenke/des Unterbauchs immerhin indirekt in dieser Region.

LG,
Julia
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Re: Was tun bei "Verstopfung"

Beitrag von Bahia »

Daria hat geschrieben:
Bahia hat geschrieben:Ein kleines Tässchen warme Milch (keine H-Milch, voller und natürlicher Fettgehalt, am besten Bio und NICHT homogenisiert, nur pasteurisiert) mit einem Eßlöffel Ghee (Butterfett) oder Butter. Wenn man süßen möchte: Zucker, keinen Honig wg. dem Ghee bzw. der Butter. Das ist ein völlig natürliches und unschädliches, sanftes Abführmittel (Ayurveda).
... und das soll ein 3 monate altes Baby bekommen - oder die Mutter?
Ups, habe das Alter überlesen. Sorry.
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