vor ein paar Tagen waren wir beim Kinderarzt, weil eine Impfung anstand (die dann gar nicht stattfand wg. fehlendem Impfstoff). Unsere Kleine (5 1/2 Monate alt) war gar nicht gut drauf, sie bekam ihren allerersten Zahn, hatte erhöhte Temperatur, weinte/schrie viel, hatte 4-5 Mal Stuhlgang am Tag (früher: 1-2 Mal am Tag) und spuckte öfter. Sie hatte schon die ganze Woche über weniger Hunger gehabt, trank also eher kurz (um die 5 Minuten, sonst sind's so um die 10 Minuten an einer Seite) und ließ sich noch leichter von egal was ablenken als sowieso schon. Zudem hatte sie in den vergangenen zwei Wochen nicht mehr zugenommen (aber auch nicht abgenommen - sie wiegt momentan 7,4 kg bei etwa 70 cm Größe, ist speckig und sicherlich kein Hungerhaken; wird von Anfang an vollgestillt). Der Arzt meinte zu uns, dass es in dem Alter normal sei, dass Muttermilch nicht mehr ausreichend nahrhaft sei. Muttermilch würde einfach nur noch so "durchrauschen". Es sei kein Wunder, dass sie so oft Stuhlgang hätte. Ja, am Zahnen könnt's auch liegen, aber wieso ich überhaupt noch voll stille, sie kann doch nun wirklich Beikost bekommen. Auf meine Frage, dass z.B. die WHO mind. 6 Monate ausschließlich Stillen empfiehlt und unsere Maus erst seit etwa 1-2 Wochen Interesse an unserem Essen zeigt (und den Mund verzieht, wenn man ihr kleine Stückchen, z.B. Gemüse, anbietet), entgegnete er, dass wir hier in einem westlichen Industrieland seien. Da könne man ruhig früher mit Beikost beginnen. Die Empfehlung richtet sich primär an Länder, die keine gute Nahrungsalternative aufzeigen. Aber bei uns, da wäre das doch alles kein Problem...
Ich war total alarmiert und hörte nur noch "Deine Muttermilch ist nicht gut genug für Dein Kind"
Jetzt, 3 Tage später, sind ihre Zahnungsbeschwerden zurückgegangen. Wir haben keinen weiteren Brei gegeben und ich habe sie versucht, häufig anzulegen (früher: etwa alle 3 Stunden, jetzt biete ich ihr spätestens nach 2 Stunden etwas an). Sie hat immer noch oft Stuhlgang, heute schon 3 Mal (nun wieder eher gelblich, aber das Grün ist nicht ganz weg). Seit Mittwoch hat sie 50 Gramm zugenommen und sie trinkt nun auch wieder mehr und besser. Sie schläft allerdings unfassbar schlecht; wacht ständig nachts auf und weint (was sich nach Schmerzweinen anhört). Ich bin oft stundenlang wach und lasse sie seitlich angedockt bei mir schlafen, was aber auch nur wenig hilft (sonst ein Garant für friedliche Nächte).
Nun habe ich hier immer noch das Thema Beikost auf dem Schirm und habe nach wie vor die große Sorge, dass meine Muttermilch in ihrem Alter nicht mehr ausreicht. Was haltet ihr davon? "Rauscht" die Milch wirklich einfach nur noch "durch"?! Wieso drängt der Kinderarzt so auf Beikost? Und wie soll das erst werden, wenn weitere Zähne kommen? Ich habe sie noch nie so apathisch und vor Schmerz leidend gesehen wie in dieser Woche.
Danke für eure Hilfe.