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"Saugverwirrung gibt es nicht"
Verfasst: 23.03.2011, 07:48
von klimaforscherin
Man hört von diesem Satz aus Säuglings- und Entbindungsstationen und denkt sich dabei "stillfeindlich" und "nicht auf aktuellem wissenschaftlichem Stand".
Bei den
Raben habe ich einen Beitrag von Denise Both (ist wohl in der "Stillszene" recht bekannt, wie mir eine IBCLC erzählte) gefunden, in dem sie folgendes schreibt:
Das Thema Saugverwirrung ist eine unter Experten sehr umstrittene Sache (es gibt keinen evidenzbasierten Beweis für Saugverwirrung)
Ich frage mich, welche Experten Saugverwirrungen verneinen und welcher Beweis notwendig ist, um deren Existenz zu beweisen?!
Und vor Allem wie soll das geschehen? Man bittet 100 Mütter, ihren Stillkindern mal die Flasche zu geben, um zu schauen, ob sie hinterher saugverwirrt sind, eine Kontrollgruppe stillt normal weiter??

Ist doch Unfug?!?
Reichen da nicht Erfahrungswerte? ("Vor Einsatz der Flasche funktionierte das Stillen prima, danach wurde die Brust nur angebrüllt, das Kind hat gar nicht mehr getrunken..")
Es wird ja nicht behauptet, dass jedes Kind eine
Saugverwirrung erleidet, was einmal mit einer Flasche in Berührung kommt.
Mir ist auch aufgefallen, dass eine mir bekannte IBCLC im Gespräch das Wort "
Saugverwirrung" dort, wo man es hätte einsetzen können, vermied. Beim Stillbeginn hob sie v.A. die Bedeutung des "Kennenlernens" und des Anlaufens der Milchproduktions in den Vordergrund.
Was sagen die Stillberaterinnen hierzu (nicht nur die Mods)? Oder was sagt eure persönliche Erfahrung?
Kurz meine persönlichen Erfahrungen: 2. KH-Tag Schnuller für 2 Mal eine halbe Stunde, 3. Tag Brust anbrüllen, durchstrecken, BW verlieren, Saugverwirrung?
Gestern Flasche mit MuMi ausprobiert, auf dem Sauger gekaut, gelutscht, aber nicht wirklich gesaugt.
Re: "Saugverwirrung gibt es nicht"
Verfasst: 23.03.2011, 08:19
von Petra40
Das interessiert mich auch sehr! Mich hat man auch mit diesen Worten versucht zu beruhigen, als ich auf der Intensivstation nach alternativen Fütterungsmethoden gefragt habe. Auch die Stillberaterin, die mich zuhause unterstützt hat, bezweifelt die Existenz von
Saugverwirrung.
Interessant könnte in diesem Zusammenhang übrigens die Tatsache sein, dass eins meiner Zwillingsmädchen nach 6 1/2 Monaten (!!!) plötzlich fast nur noch an der Brust trinkt! Die andere hat es leider nicht mehr gelernt ...

Re: "Saugverwirrung gibt es nicht"
Verfasst: 23.03.2011, 10:10
von Imkerin
klimaforscherin hat geschrieben:
Oder was sagt eure persönliche Erfahrung?
Meine persönliche Erfahrung:
Lieber Vorsicht als Nachsicht!
Es gibt so vieles, was nicht bewiesen ist, von ich dennoch glaube oder weiß das es existiert.
Schlafstörungen bei Vollmond? Angeblich Humbug, ich sage der Mond bewegt ganze Meere, da halte ich auch einen Einfluß auf unseren Schlaf für möglich.
Zahnungsschmerzen gibt laut manchen Ärzten auch nicht, ich weiß es definitiv besser!
Früher meinte man, daß kleine Babys noch keine Schmerzen fühlen können und hat teilweise sogar ohne Narkose operiert. Heute weiß man es zum Glück besser.
Zur
Saugverwirrung kann ich nur begrenzt beitrage, meine Sohne haben lange keinerlei künstliche Sauger bekommen und immer korrekt getrunken.
Re: "Saugverwirrung gibt es nicht"
Verfasst: 23.03.2011, 10:25
von Altraia
Ich frage mich, welche Experten Saugverwirrungen verneinen und welcher Beweis notwendig ist, um deren Existenz zu beweisen?!
Und vor Allem wie soll das geschehen? Man bittet 100 Mütter, ihren Stillkindern mal die Flasche zu geben, um zu schauen, ob sie hinterher saugverwirrt sind, eine Kontrollgruppe stillt normal weiter??

Ist doch Unfug?!?
Ja, genau das ist das Problem.
Aus meinen Erfahrungen als Stillberaterin kann ich nur berichten, dass es
Saugverwirrung sehr wohl zu geben scheint. Auch meine eigenen Erfahrungen mit meinen Kindern bestätigen dies.
Re: "Saugverwirrung gibt es nicht"
Verfasst: 23.03.2011, 12:59
von Lösche Benutzer 2178
Meine Erfahrung:
Unsere zwei Kinder wurden wegen meiner Berufstätigkeit gestillt (wenn ich da war) und per Flasche mit abgepumpter Milch gefüttert (wenn ich nicht da war).
Beide haben den Wechsel jeweils 1 Jahr lang absolut problemlos hinbekommen (bei Amelie gab es mal den Verdacht einer Saugverwirrung, weil wir riesige Stillprobleme hatten - letztlich hat aber eine KISS-Behandlung und Krankengymnastik das Problem gelöst).
Natürlich kein "Beweis" - weder für noch gegen die Existenz von Saugverwirrung.
Re: "Saugverwirrung gibt es nicht"
Verfasst: 23.03.2011, 15:07
von Uta
Ich habe nur die persönliche Erfahrung beim ersten Kind, das einen Weile den Schnuller bekommen hat und ab und zu mal Tee im Fläschchen. Da war es kein Problem. So wie es auch kein Problem war, zwei Tage nicht zu stillen, als das Kind anderthalb war. Die hat immer weitergestillt.

Aber das heißt ja nun nicht, dass es immer so problemlos klappt.
Re: "Saugverwirrung gibt es nicht"
Verfasst: 23.03.2011, 19:46
von mama2008
meine persönliche erfahrung,
mein kind wurde gestillt und mit abgepunpter muttermilch per flasche gefüttert, wenn ich mal nicht da war und er hatte einen schnuller. stillprobleme hatten wir keine.
Re: "Saugverwirrung gibt es nicht"
Verfasst: 23.03.2011, 20:23
von daifuku
Bei uns war es die ersten Monate kein Problem, obwohl beide den Schnuller sehr früh bekamen (einige Tage nach Geburt). Schwierig wurde es bei beiden erst viel später, nach ca. 9 Monaten. Die Einführung eines Fläschchens oder Trinkbechers mit weichem Saugaufsatz für Wasser hat bei beiden zu einer sehr verschlechterten Trinktechnik, Beißen und wunden Brustwarzen bei mir geführt. Ich glaube also an die Saugverwirrung und würde Schnuller und Fläschchen nur einführen, während ich das Trinkverhalten an der Brust sehr aufmerksam beobachte.
Re: "Saugverwirrung gibt es nicht"
Verfasst: 23.03.2011, 20:28
von Lyra
Meine persönliche Erfahrung:
Das Stillen hat nach der Geburt nicht geklappt. Ich hab abgepumt und immer wieder versucht sie anzulegen... lletztendlich gan´s die Flasche UND einen Schnuller aut Empfehlung des KH... ich hatte ja sowas von keine Ahnung *schäm* Nach 6 Tagen kam ich aus der Dusche, war sehr entspannt, die Milch tropfte aus der Brust... die Püppi war auch entspannt., weil sie (noch) kein Hunger hatte.... also hab ich sie angelegt und es hat geklappt...
Letztendlich hab ich sie 21 Monate gestillt.
In den ersten 6 Monaten der Vollstillzeit hat sie immer wenn ich nicht da war die Flasche mit abgepumpter Mumi bekommen. Ich fand das super, denn 1. hatte mein Mann dann auch die Chance sie zu füttern und damit diese wunderschöne Kuschelzeit zu genießen und 2. konnte ich auch mal ausser Haus sein und z.B. meinem Hobby nachgehen...
Bei meiner Freundin hingegen war es ganz anders. Ihr Sohn hat die Flasche absolut verweigert und nur die Brust akzeptiert. Das könnte natürlich auch daran liegen, dass aufgewärmte Mumi anders schmeckt, denn einen Schnuller hatte er auch...
Re: "Saugverwirrung gibt es nicht"
Verfasst: 23.03.2011, 20:45
von kilianmami
Ich habe in der 34.SSW entbunden. Zu Beginn war es kein Problem zwischen Flasche und Brust zu wechseln. Nach 3 Wochen würde er voll gestillt. Allerdings nur für 3 tage. Er musste wieder auf die Intensvistation und ich war so blöd mich pro Flasche bequatsche zu lassen. Was soll ich sagen: Danach habe ich ihn nie wieder an die brust bekommen. Er hat an der Brust nur noch geschriene, sich weg gedrückt und steif gemacht.