PPD, Stillen, Medikamente

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Kerstin123
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PPD, Stillen, Medikamente

Beitrag von Kerstin123 »

Hallo!

Ich hoffe hier auf Hilfe (hab Mondenkind auch eine PN geschrieben).

Ich bin in eine PPD gerutscht, noch zusätzlich zu meiner Angststörung.
Ich nehme 75mg Sertralin, die nicht wirklich anschlagen.
Meine Psychiaterin meinte nun, dass ich noch zusätzlich Quetiapin nehmen soll. Sie hält sich an die Homepage-Empfehlungen von Embryotox, dort steht, dass Quetiapin nur in Monotherapie verabreicht werden darf. Sie beharrt auf ein Abstillen.
Ich habe jetzt Wochen ums Stillen gekämpft. Jetzt läuft es einigermaßen gut, ich muss nicht mehr viel zufüttern und jetzt soll ich abstillen.
Ich bin am Boden zerstört. Das Abstillen zieht mich nochmal extrem runter. Ich frag mich, wie ich aus diesem Loch rauskommen soll. 😢

Gibt es hier Erfahrungen?
Ich will keinesfalls in eine Klinik. Nehme Medikamente und bin in Gesprächstherapie.
Ein Abstillen ist für mich Horror. 😢😢
Ich muss nicht vollstillen, ein Teilstillen würde mir schon reichen!!!!!! Mein Kind ist in ein paar Tagen 5 Monate alt.

Kann mir bitte jemand helfen?

Danke!!

Kerstin123
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Re: PPD, Stillen, Medikamente

Beitrag von Kerstin123 »

Nachtrag:
Es sollen für den Anfang 50mg retard sein, vlt wird auch noch erhöht. Mit Sertralin will sie auch eventuell auf 100mg gehen.
😔😔😔😔

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rueckenwind
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Re: PPD, Stillen, Medikamente

Beitrag von rueckenwind »

Hallo Kerstin,
Ich habe persönlich keine Erfahrung mit den genannten Medikamenten, da mir erfreulicherweise Sertralin sehr gut geholfen hat. Ich wollte aber zumindest eine Umarmung schicken (()) das hört sich sehr belastend an.

Hätte es Probleme mit meiner Medikation gegeben, wäre ich möglicherweise ganz froh über eine stationäre Aufnahme gewesen. Gerade mit der Behandlung junger Mütter sehr erfahrene Ärzt:innen/Therapeut:innen, die in entsprechenden Einrichtungen arbeiten, sind mit den Möglichkeiten für Stillende u.U. deutlich versierter als niedergelassene Psychiater:innen. Vielleicht magst du noch einmal abwägen, woher dein Unwohlsein mit einem Klinikaufenthalt rührt und ob es eventuell doch ein gangbarer Weg sein könnte. Ich kenne mittlerweile einige Frauen, die mit ihren Säuglingen zur stationären Behandlung einer PPD waren, der Schritt diesen Weg zu gehen war oft hart, die Hilfe aber doch häufig deutlich intensiver als bei einer ambulanten Behandlung.
T. mit Rumpeltochter (04.11), Purzelsohn (08.13) und Flitzeline (08.19)

Kerstin123
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Re: PPD, Stillen, Medikamente

Beitrag von Kerstin123 »

Danke für die Umarmung und die Antwort!

Ich habe mir die Klinik bei uns angeschaut, sie kommt für mich nicht in Frage. Kalt, finster und uralt. Selbst die OÄ meinte, dass man sich als freiheitsliebender Mensch wahrscheinlich nicht so wohl dort fühlen würde. Aufgrund von Umbauarbeiten musste die Station mit den Suchtkranken zusammengelegt werden. Nicht toll.
Für mich ist das einfach nicht möglich. Ich will und muss es ambulant schaffen.

Kerstin123
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Re: PPD, Stillen, Medikamente

Beitrag von Kerstin123 »

Ich hoffe auch, dass man mir hier Tipps geben kann, wie ich weiter vorgehen muss, sollte kein Weg am Abstillen vorbei gehen. 😢

Oder wie ich es vlt doch schaffen kann, zumindest nachts noch stillen zu können. Und tagsüber Fläschchen zu geben. Dann wird mein Kind auch nicht mehr nur von Mumi ernährt, uns bleibt aber die Zweisamkeit. 😔😔

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rueckenwind
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Re: PPD, Stillen, Medikamente

Beitrag von rueckenwind »

Uff, nee, das hört sich nicht gut an. Ich kann verstehen, dass das dann eher keine Option ist.
Etwas weiter weg gibt es nichts passendes? Vielleicht eine Tagesklinik?

Zum Abstillen kann ich keine Erfahrungen beisteuern. Ich denke nur, dass es auch emotional wichtig ist, gerade wenn man aufgrund einer psychiatrischen Erkrankung abstillen muss, davon selbst auch überzeugt zu sein. Ich glaube, dein Kind profitiert mehr von einer Mutter, der es gut geht, als von Muttermilch allein - wenn aber nun das Abstillen bei dir zu einer großen Trauer führt ist das sicherlich auch nicht hilfreich. Geht es dir so schlecht, dass du dich schnell sich musst oder gibt es noch andere Stellschrauben, an denen du drehen kannst?
T. mit Rumpeltochter (04.11), Purzelsohn (08.13) und Flitzeline (08.19)

Kerstin123
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Re: PPD, Stillen, Medikamente

Beitrag von Kerstin123 »

Tagesklinik ist one-way 2 Stunden entfernt.

Ich versteh leider deinen letzten Satz nicht ganz. 🙈

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rueckenwind
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Re: PPD, Stillen, Medikamente

Beitrag von rueckenwind »

Falls du an die selbst suizidale Tendenzen bemerkst oder aggressive Impulse gegen dein Kind verspürst, dann ist sicherlich nicht die richtige Zeit, abzuwägen und zu überlegen, ob du noch abwägen möchtest. Falls das nicht so ist, kannst du überlegen, ob du weitere Unterstützung in Anspruch nehmen kannst ergänzend zur bisherigen Medikation und Behandlung: Mütterpflegerin für Alltagsentlastung, den/die Partner:in einspannen für besseren Schlaf, Austausch mit anderen betroffenen Müttern, Meditation, begleitete Aufarbeitung von Geburtstraumata, Sport (...).
T. mit Rumpeltochter (04.11), Purzelsohn (08.13) und Flitzeline (08.19)

delfinstern
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Re: PPD, Stillen, Medikamente

Beitrag von delfinstern »

Vllt mag dein Arzt/Ärztin mal bei Embryotox anrufen? Vermutlich kann man im Gespräch besser klären, was möglich ist als auf der Homepage nur zu lesen?
Liebe Grüße
Delfin*
glücklich verheiratet, mit Delfinzwerg(1/17), Delfinknirps(12/18) und Delfinbaby (5/21)DelfinBabys-Thread *(11.14) *(2.18)

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Mondenkind
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Re: PPD, Stillen, Medikamente

Beitrag von Mondenkind »

Ich hab dir auf deine PN geantwortet.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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