Zwillingsfrühchen: Abpumpen, anlegen, Verzweiflung

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Jofrie
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Re: Zwillingsfrühchen: Abpumpen, anlegen, Verzweiflung

Beitrag von Jofrie » 06.08.2019, 19:38

Danke delta für deine lieben Worte!
Die Tips aus dem forum zum abpumpen habe ich eigentlich alle schon durch. Ich habe auch länger und kürzer gepumpt, aber an meiner Menge hat sich da nichts verändert... Leider :(
Ich trau mich irgendwie gar nicht, die Babys zwischen den Mahlzeiten anzulegen. Sie schlafen eigentlich auch tief und fest und da will ich sie nicht wecken?!

Danke liebe Viola!! Da ich eine sehr Komplikationslose Geburt hatte, wurde ich schon am dritten Tag entlassen. D.h. Wir fahren jeden Tag zur Klinik und sind dann den ganzen Tag eigentlich dort.. Zuhause klappt es tatsächlich etwas besser mit dem pumpen, aber da reden wir vielleicht von 5ml...also auch nicht die welt.
Kuscheln machen wir immer sehr lange und die Babys schlafen dann ganz tief und fest.
Meinst du eine stillberaterin im Krankenhaus? Oder für zuhause?
Unser Sohn hat keine magensonde mehr, da er seine Portionen immer fleißig an der flasche trinkt. Unser Mädchen hat noch ihre magensonde und braucht sie auch, da sie noch nicht so gut trinkt.

Jofrie
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Re: Zwillingsfrühchen: Abpumpen, anlegen, Verzweiflung

Beitrag von Jofrie » 06.08.2019, 19:40

Mein Mann meinte heute, ob es für mich nicht stressfreier wäre das anlegen in der Klinik zu lassen und einfach dann entspannt zu Hause das stillen nochmal anzugehen... Aber ich weiß auch nicht, ob das eine gute Idee ist. Oder ob hier umso früher umso besser gilt?

pqr
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Re: Zwillingsfrühchen: Abpumpen, anlegen, Verzweiflung

Beitrag von pqr » 06.08.2019, 19:46

Ich bin keine Stillberaterin, würde aber dennoch sagen als stillende Mutter, dass das Anlegen Euch, also den Babys und Dir gut tut, nicht nur als Nahrung, sondern auch Nähe, Hautkontakt, und den Grundstein zum Stillen legt.
Viele Grüße
pqr

pqr mit Mini 04/2015
und Mini2 12/2017

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Re: Zwillingsfrühchen: Abpumpen, anlegen, Verzweiflung

Beitrag von Delta » 06.08.2019, 21:21

Jofrie, merkst du beim Kuscheln so Momente, wo die Babys vielleicht ein bisschen unruhiger schlafen? Oder wenn sie im Bettchen liegen, dass sie sich mehr bewegen oder vielleicht auch ein bisschen schmatzen mit dem Mund? Dann könntest du ruhig mal versuchen, das Baby ein bisschen wacher zu machen und anzulegen, oder mit der Brustwarze die Backe oder den Mund zu berühren und schauen, was passiert. Vielleicht mit deinem Sohn mal probieren, wenn der schon kräftiger ist. Beim Brustnuckeln können die Babys dann super weiterschlafen. Oder vielleicht ist er ja nach dem Fläschchen noch ein bisschen wach? Wann machst du denn bisher die Anlegeversuche?

In Stress ausarten sollte das Anlegen natürlich möglichst nicht. Wenn du dich da unsicher fühlst (kann ich sehr gut nachfühlen, ging mir bei meiner Großen ganz genau so), wäre es vielleicht schon gut, wenn dich jemand vor Ort begleiten könnte. Hat dein Krankenhaus eine Stillberaterin?
Mit dem Dinomädchen (Juli 2014) und dem Babymädchen (Februar 2019)

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Re: Zwillingsfrühchen: Abpumpen, anlegen, Verzweiflung

Beitrag von judithaki » 07.08.2019, 02:04

Jofrie, ich lass dir einen Drücker da, wenn du magst!

Das was du beschreibst lässt bei mir noch mal hochkommen, was auch wir im Juni nach der Entbindung unserer Zwillinge (36+2) erlebt haben. Den Zwiespalt zwischen - eigentlich möchte man Stillen und Anlegen aber man weiß auch, dass die Kinder ihre Mengen trinken müssen um entlassen zu werden, dann der Druck beim Stillen bezüglich der Zeitvorgabe und den starren Zeiten und Abläufen auf der Station.

Ich habe da für mich irgendwann entschieden - Hauptsache nach Hause, auch wenn das bedeutete, das Flaschenfüttern zumindest auf Station zu akzeptieren und eben auch die Vorgaben (zb nur 15 Minuten Stillen). Ich habe das dann zu den Mahlzeiten gemacht und einfach beim Kuscheln zwischendurch mal angelegt, falls die Kinder mal wach waren.Aber meine Devise: ich akzeptiere schweigend die Vorgaben, Hauptsache wir kommen fix nach hause (wenn nötig erst mal mit Flasche), die Beratung hier ist so super, dass du es bestimmt schaffst, dann noch die Flasche wieder los zu werden!

Zum Pumpen: puh, ja, diese Pumpzimmer-Atmosphäre! Nicht schön.

Ich bin keine Expertin, aber mir hat in der Zeit Intervall und Power Pumpen geholfen, das hab ich dann nicht im Pumpzimmer gemacht (es sei denn die Kinder schliefen und ich war dort alleine), sondern vor allem zu hause abends/nachts/morgens. (oder im Zimmer bei den Kindern, darfst du dei Pumpe dort vielleicht mit hinnehmen? manchmal hilft die Anwesenheit der Kinder beim Abpumpen!) Und: die lange nächtliche Pause, die mir von der Klinik geraten wurde um mich auszuruhen hab ich nicht eingehalten, da ich mit den Kindern zu hause auch keine 6 Std Schlafpause gehabt hätte und ich nachts immer deutlich mehr abpumpen konnte.

Aber da wird dir ein Still-Mod bestimmt noch mehr zu sagen können.
Alles Gute dir, du schaffst das!
Liebe Grüße!
Judith mit Goldjunge (10/2012), Frühlingsmädchen (03/2014), Sommersohn (06/2016) an der Hand und Zwillingswundern frisch geschlüpft (06/2019) im Tuch. Zwei Sternchen (10/2017 und 05/2018) im Herzen.

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Re: Zwillingsfrühchen: Abpumpen, anlegen, Verzweiflung

Beitrag von Viola » 08.08.2019, 17:43

Toll, dass dein Sohn schon ohne Sonde auskommt. Das ist ja mal super flott, bei dem sich greringen Gewicht. Den Entlass-zeitpunkt wird also mehr deine Tochter vorgeben. Somit kannst du beim Sohn ja bisschen mutiger experimentieren... Also, wenn er seine Portion wegen stillen nicht schafft, dann sag eben, dass du ihn in 2h nochmal stillst und nicht in 4h. Es kommt auf es tagesgesamtmenge an. Also das nur als eine Idee, du musst da sehen, was du vor Ort absprechen kannst und womit du dich auch sicher fühlst.

Ich wäre übrigens lieber 2 Tage länger geblieben und hätte dafür besser gestillt. Da gibt es also keinen allgemeinen gültigen Weg.

Schlafende Frühchen zu wecken ist so ne Sache... Bei unseren wäre das nicht gegangen, die kleinen brauchen sehr viel Schlaf.

Ich meinte eine stillberaterin vor Ort, die sollte es doch eigentlich geben.

Zum pumpen : kannst du nicht bei den Kindern pumpen? Das ist so viel schöner.

Hast du schon mal probiert beide gleichzeitig anzulegen? Das wäre so ein Projekt mit der stillberaterin, aber auch jede Krankenschwester sollte dir da helfen können. Beide gleichzeitig ist gut für die milchbildung + deine Tochter profitiert davon, wenn ihr Bruder für sie mitpumpt. (auf die Weise hat mein schwächeres Baby das erste Mal 10ml geschafft)
mit der Krabbe und der Robbe (2015)

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Re: Zwillingsfrühchen: Abpumpen, anlegen, Verzweiflung

Beitrag von Jofrie » 08.08.2019, 21:31

Hallo ihr Lieben,

Danke für eure Kommentare! Ich gehe gleich darauf ein, aber es gibt eine neue, überraschende entwicklung: wahrscheinlich dürfen wir am Samstag die Babys mit Nachhause nehmen! Juhuuu!
Unseren Sohn hätten wir heute schon mitnehmen dürfen, aber wir haben uns entschieden, dass wir beide zusammen mitnehmen wollen. Da unsere Tochter sich richtig gut an ihrer trinkportion macht, hat der doc uns Samstag in Aussicht gestellt.
Nun bin ich einerseits total überwältigt und freudig und auf der anderen Seite mache ich mir natürlich Sorgen, ob wir das gut hinbekommen... Aber das ist vermutlich normal :) aber ich freue mich, daß wir endlich bald zuhause ankommen können und auch endlich das "Wochenbett" auch ausleben können. Ich habe natürlich auch die Hoffnung, dass wir dann das stillen nochmal richtig in Angriff nehmen können und ich habe meiner hebamme schon gesagt, dass mir das super wichtig ist.

Die letzten zwei Tage kam ich gar nicht zum anlegen, weil es super stressig war und ich dann nicht in der Hektik noch die brust dazwischen quetschen wollte.

Delta, bisher habe ich die anlegeversuche immer zu den essenszeiten gemacht, also bevor ich dann die Flasche gegeben haben. Das sind auch die einzigen Momente in denen die Babys teilweise richtig wach sind. Nach den Mahlzeiten schlafen sie wirklich tief und fest. Das von dir beschriebene schmatzen und bewegen zeigen sie dann erst wieder vor der nächsten Mahlzeit. Ich hoffe, dass ich zuhause mit mehr Ruhe und ohne kritische Blicke der Schwestern ein bisschen gelassener sein kann mit dem anlegen.
Ich bin auch einfach total unsicher, was ich "darf" und was nicht. Was man macht und wie und wann. Biete ich die beißt quasi einfach beim kuscheln an....? Ganz egal ob sie dann trinken oder nicht? Einfach auch um Nähe zu spenden, wie pqr geschrieben hat?

Judithaki, ich habe denen thread gelesen und du bist mir schon ein gutes Stück voraus! Danke für deine Worte! Und einen Drucker von mir an dich zurück :)
Nachts Pumpe ich auch ab, wenn ich sowieso zur Toilette gehe (meist alle 3-4std), da halte ich mich also nicht an die Vorgabe mit der Pause. Mehr Milch Pumpe ich deswegen aber trotzdem nicht ab...
Bei den Kindern pumpen geht leider nicht, es gibt nur dieses eigene pumpzimmer in Kindernähe. Aber falls sie Samstag wirklich gehen dürfen, kann ich das ja zuhause endlich so machen, wie ich möchte!
Intervall und Powerpumpen kenne ich noch nicht, ich lese mir das durch und schaue, ob ich das zeitlich schaffe.

Viola, das mit den Variablen Zeiten und trinkmenge habe ich gestern beim doc angesprochen und er sagte, dass es im Grunde kein Problem ist das so zu handhaben. Die Schwestern allerdings sehen das nicht so gerne, weil es den Rhythmus durcheinander bringt....
Ich glaube ich sehe das wie Judithaki, ich versuche mich jetzt die letzten tage mit der Situation zu arrangieren und zuhause dann zurück zu dem Bedürfnisorientierten füttern/stillen zu kommen.
Gleichzeitig angelegt habe ich noch gar nicht! Ich hoffe da auf meine hebamme. Bzw würde mir auch eine stillberaterin suchen, wenn meine hebamme nicht die richtige Hilfe ist.

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Re: Zwillingsfrühchen: Abpumpen, anlegen, Verzweiflung

Beitrag von Kleine » 08.08.2019, 21:42

Naja, die haben ja auch mehr wie nur ein Kind zu versorgen ;-) Da ist es organisatorisch einfacher, einen festen Rhythmus zu haben, dann kommt jedes Kind sicher und mit ausreichend Zeit dran. Ich glaube, wenn die auf einer Frühchenstation nach Bedarf gehen würden, dann würde Chaos ausbrechen.
Bei meinem Mini war es sehr wichtig, dass er genug Pause zwischen den Mahlzeiten hatte, um Kraft für die nächste Mahlzeit zu haben. Es gab die Vorgabe, dass innerhalb von 45 bis max 60 Minuten alles fertig sein muss inkl. Wickeln und wieder schlafen. Und er brauchte das wirklich sehr. Wir hatten einen 3h-Rhythmus und wenn er sich vorher gemeldet hätte, dann auch kürzer. Allerdings hatte "meine" Frühchenstation nur 4 Betten, das war sehr komfortabel mit den Regelungen...

Ich drücke die Daumen, dass das mit Samstag klappt. Und Ihr werdet ganz bestimmt erst einmal heillos überfordert sein und mit den Nerven am Ende ;-) Aber das gehört dazu und man findet in seinen Alltag, ganz bestimmt!!!!
LG
Anika

mit Grinsebacke (04/11) an der Hand, Mini-Kämpfer (11/14) im Arm und Kampfkuschelkater, Apportierkatze sowie rotem Einohrtiger auf dem Schoß

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Re: Zwillingsfrühchen: Abpumpen, anlegen, Verzweiflung

Beitrag von Viola » 08.08.2019, 22:09

Das klingt doch super. Dann ist es ja auch echt bisschen egal, was in den zwei Tagen bis dahin noch passiert. An Samstag macht ihr euer Ding.

Bei uns war es an Anfang sehr schwer und von dem 4h takt zu lösen. Mach dir das schonmal bewusst, dass die 4h künstlich sind, von den Babys sehr hohe (fürs stillen unrealistische) trinkmengen fordern und vor allem : du schaffst es auch, ohne die langen Pausen für dich selbst. Zwar hast du dann öfter zu tun, aber dafür wird es, wenn du die Pumpe mal los bist so viel entspannter.

Alles gute!!
mit der Krabbe und der Robbe (2015)

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Re: Zwillingsfrühchen: Abpumpen, anlegen, Verzweiflung

Beitrag von Jofrie » 08.08.2019, 22:32

Gut, dass du es sagst Viola!
Wie hast du das mit dem umstellen weg vom 4 Std Rhythmus gemacht?
Warte ich, bis die Babys sind melden? Dann lege ich sie an? Woher weiß ich dann, ob sie genug trinken?
Oder gebe ich ihnen dann die Flasche, so viel wie sie schaffen...Und dann wieder, wenn sie sich erneut melden?
Und du sagst, die trinkmengen wären für das stillen unrealistisch.... Wie viel ist denn realistisch?!

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