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Re: Stillstreik und kein Ausweg in Sicht

Verfasst: 01.09.2019, 19:52
von victogro
Ich möchte dir mal von meiner Situation berichten. Wir hatten zwar nie eine schwierige Stillbeziehung, aber so seit ca 2 Monaten kann ich ihn auch nicht mehr außer Haus stillen.
Alles andere ist interessanter. Unser Stillen klappt nur einmal vormittags gegen 10 Uhr so ca max 5 Minuten und dann nach dem Mittagsbrei (er isst max mal 80-100 g aber sonst eher weniger bis gar nicht) zum einschlafen. Dann kurz nach dem aufwachen aber auch max 2 Minuten. Abendbrei gebe ich immer um 18 Uhr und da kommen selten mehr als 80 g in ihn rein. Manchmal verweigert er total. Ich merke langsam, dass Brei aber für ihn uncool ist und steige mehr und mehr auf „festeres“ um. Das gefällt ihm besser. Dann zum Einschlafen wieder stillen.
Ich habe generell das Gefühl, dass er Durst eher über Wasser stillt. Brust ist eigentlich mehr so Einschlafhilfe, aber er trinkt dabei immerhin was.
Ich habe aufgehört mir Gedanken zu machen, ob er genug bekommt. Er isst für meinen Geschmack definitiv zu wenig Brei und vom Gefühl her trinkt er immer weniger aus der Brust. Aber was soll ich machen? Ich kann ihn schlecht zwingen, die Gewichtsentwicklung ist ok.
Unterwegs habe ich aufgegeben ihm die Brust zu geben. Wenn er ankommt und zuppelt, bekommt er natürlich, aber das kommt einmal in 3 Wochen vor. Ich bleibe deshalb auch nicht mehr Daheim hocken. Das bin ich leid. Für unterwegs habe ich dann was zum Knabbern bei.
Trinkt dein Baby denn zum Einschlafen oder so? Das ist das was mich halt noch „beruhigt“.
Schnuller hat meiner vor einem Monat plötzlich verweigert. Vorher aber nur kurz vorm einschlafen akzeptiert. Tröstnuckeln an der Brust geht hier auch nicht. Nur auf den Arm nehmen und kuscheln.
Also alles in allem stillen wir mit 8 Monaten 3 selten mal 4 mal am Tag, manchmal sogar nur 2. Meine rechte Brust macht ab und zu Probleme, aber ich streiche dann vorsichtig aus. Ansonsten hätte ich bisher nie das Gefühl „zu wenig“ Milch zu haben.

Re: Stillstreik und kein Ausweg in Sicht

Verfasst: 01.09.2019, 19:55
von victogro
Was ich noch erwähnen wollte, um dich zu beruhigen: stillen geht wie gesagt meist nur zum Einschlafen und sonst auch nur unter höchster Ruhe, Dunkelheit, ohne Ablenkung. Ich wünschte ich hätte so ein Stillbaby, dass „überall“ kann, aber nix da - nur unter diesen „strengen“ Auflagen :-D
Aber ich muss sagen, dann ist es schön und wir genießen es beide, aber auch erst seitdem ich angefangen habe mit deswegen keinen Stress mehr zu machen.

Re: Stillstreik und kein Ausweg in Sicht

Verfasst: 01.09.2019, 21:37
von äffchen
victogro, das hast Du schön formuliert!
Da möchte ich mich nochmal anschließen. ziemlich genau so wie du es beschreibst war es bei uns auch ganz lange. und mir hat auch gedanklich am besten geholfen zu wissen, dass ich ja brei bzw Beikost anbiete und sie sich schon holen kann was sie braucht (und sie hat tlw echt fast nichts gegessen).
so mit 11 Monaten hat sie glaube ich einfach mehr mitbekommen und gemerkt, dass stillen ja doch ganz toll ist..
drücke euch beiden die Daumen, dass es noch besser wird!

Re: Stillstreik und kein Ausweg in Sicht

Verfasst: 04.09.2019, 09:11
von Mayama
Danke euch beiden.
Wenn ich es nur schaffen würde, mir keinen Stress zu machen. Denn sobald Töchterchen nicht ausreichend stillt, nimmt sie ab - trotz vermehrtem Achten auf die Kalorien in der Beikost. Das setzt mich ganz schön unter Druck.
Gefühlt wird es mit zunehmendem Alter bei uns einfach nur schlimmer statt besser mit dem Stillen. Früher trank sie wenigstens nachts im (Halb)Schlaf, wenn ich sie da angelegt habe. Mittlerweile akzeptiert sie weder beim Einschlafen noch sonst die Brust im Mund, ausser sie ist maximal abgelenkt oder nur zum (sehr seltenen, kurzen) Trinken. Sonst wird gebrüllt, sich überstreckt und sofort den Daumen in den Mund gesteckt. Das ist so anstrengend und macht mich irgendwie traurig.

Ich verstehe sie halt auch gar nicht. Wir hatten jetzt 1,5 Tage, wo sie nahezu problemlos, auch unterwegs, gestillt hat und seit gestern klappt wieder gar nichts. Ich kann aber einfach keinen Auslöser festmachen. Das macht mich echt fertig.

Re: Stillstreik und kein Ausweg in Sicht

Verfasst: 04.09.2019, 14:49
von victogro
Ohje, fühl dich ganz doll gedrückt :(
Ist deine Maus denn generell eher schmal/dünn? Kann mich gerade nicht erinnern, ob du das erwähnt hattest. Bzw ist es so, dass du definitiv wiegen sollst?
Bin keine Expertin, aber ich habe das mit dem Wiegen gar nicht erst angefangen. Das würde mich glaub ich sehr stressen, denn meiner hat mit Sicherheit immer mal wieder Wochen gehabt in denen er abgenommen bzw nicht zugenommen hat, so wie der isst oder eben nicht. Aber ich habe generell ein properes Kerlchen - schon immer gehabt: Geburt 4140 g und jetzt ca 8,5 kg. Wenn er sehr schmächtig wäre, wüsste ich nicht, ob ich da dann so „gelassen“ wäre.
Meinst du sie würde von sich aus gar nicht mehr an die Brust gehen, wenn du sie ihr nicht anbietest? Hier ist es manchmal so, dass ich innerlich „aufgebe“ und der Kleine dann von sich aus irgendwann angezuppelt kommt - auch wenn es manchmal nur paar Sekunden sind.

Re: Stillstreik und kein Ausweg in Sicht

Verfasst: 04.09.2019, 16:38
von Mayama
Gestartet sind wir mit 3250 g, also ziemlich nahe an der 50.Perzentile, jetzt sind wir bei 7900 g mit 9 Mon. Ich musste von Beginn an wiegen, weil sie in der KLinik 10 % abgenommenhatte, dann irgendwann ein verkürztes Zungenbändchen diagnostiziert wurde und wir sicher gehen mussten, dass sie dadurch genug zunimmt. Dann kamen die Stillstreiks, sie nahm nicht gut zu und wir sollten weiter wiegen. So hat sich das dann ergeben. Mittlweweile habe ich das Wiegen aber ziemlich reduziert, nämlich auf 1x/Mon., u.a. weil in ihrem Erinnerungsalbum so eine Seite ist, wo das Gewicht jeden Monat einzutragen ist und ich das gerne für sie ausfüllen würde.

Zu deiner Frage: ich bin mir fast sicher, dass Töchterchen gar nicht an die Brust gehen würde, wenn ich sie ihr nicht mehr aktiv anbieten würde. Ich bin ja schon froh, wenn sie die Brust an guten Tagen maximal kurzfristig akzeptiert, wenn ich sie ihr immer wieder anbiete. Sie hat ja für alles ihren Daumen und den Hunger stillt sie lieber mit fester Nahrung und Brei. Generell zeigt sie von Geburt an aber auch nie von sich aus, dass sie Hunger hat. SIe ist dann einfach eingeschlafen, wenn ich ihr nicht rechtzeitig die brust gegeben habe. Das kenne ich vom Großen gar nicht.

Re: Stillstreik und kein Ausweg in Sicht

Verfasst: 04.09.2019, 19:19
von victogro
Oha, das ist ja wirklich außergewöhnlich. Das ist echt schade und tut mir so leid für dich :-( Ich wünschte ich könnte dir helfen oder noch ultimative Tricks auf Lager haben.
Zumal ist ja dann die Gefahr, dass die Milch ausbleibt groß, wenn sie mehrere Tage einfach streikt :-( Das stresst dich ja noch zusätzlich. Ach menno :-( Denke ganz fest an dich und hoffe, dass jetzt gute Tage kommen.

Re: Stillstreik und kein Ausweg in Sicht

Verfasst: 15.09.2019, 19:45
von hope1
Wie läuft es bei Euch?
Ich habe das Gefühl, dass Zungenbandkinder eher nicht den Hunger richtig anzeigen.
Meine hat das auch nie gemacht und macht es auch immer noch nicht.
Kann das jemand bestätigen oder ist das Zufall?

Re: Stillstreik und kein Ausweg in Sicht

Verfasst: 15.09.2019, 20:35
von Valencia
Mayama, das klingt leider alles sehr anstrengend.. :(

Hast du denn im RL mal eine Stillberaterin kontaktiert, die sich mal in Ruhe und sozusagen live eure Stillsituation ansehen kann? Das würde ich auf jeden Fall machen bzw hab ich es auch getan bei unserer Maus..

J ist nun etwas über 10 Monate alt und bei uns hat sich seit der Zungenbändchen OP (mit 16 Wochen) alles stetig verbessert.. J ist zwar auch eine Schmale, aber die Zunahme war immer perzentilgemäß. Ich weiß aber nicht, ob sie schon 8kg hat.. Sie zeigt mittlerweile gut, wann sie stillen mag (dreht sich zur Brust, zupft am Shirt).

Ich weiß nicht, ob ich das schon geschrieben habe, aber könnt ihr in der Trage stillen?)

Re: Stillstreik und kein Ausweg in Sicht

Verfasst: 25.09.2019, 17:12
von Mayama
Ich will euch unbedingt noch antworten, nachdem ich mich jetzt schon länger nicht mehr gemeldet habe.

hope: Das kann ich für uns nur bestätigen. Es wäre sicher viel einfacher, wenn Töchterchen sich bei Hunger bemerkbar machen würde. Hat sie aber noch nie, nicht einmal als kleines STillkind.

Valencia: Ich habe eigentlich schon seit Beginn Kontakt zu verschiedenen Stillberaterinnen (bin da auch echt weite Wege dafür gefahren und habe auch schon viel Geld dafür investiert). Mit einer hatte ich sogar sehr engen Kontakt. Diese konnte mir bzgl einigen Dingen tatsächlich auch helfen (Zungenbandproblematik erkannt), bei unserem aktuellen Problem mit dem Stillstreik war leider auch sie überfordert. In der Trage stillenklappt mal mehr und mal weniger und manchmal auch gar nicht. Optimalerweise muss sie hierfür aber auch müde und/oder abgelenkt und in einem ruhigen Umfeld sein.
Das hört sich echt schön bei euch an, wie eure Tochter dir zeigt, dass sie stillen will. Das wäre ja mein Traum...

Ansonsten läuft es hier gerade ganz ok. Im Urlaub hat sie wie immer problemlos gestillt und das ist danach nur leicht schlechter geworden. Wenn es so bleibt, wäre ich voll zufrieden. Dass sie nir das Stillkind wird, wie es für ander normal ist, habe ich mittlerweile akzeptiert. Vor einem erneuten Stillstreik habe ich dennoch immer Angst.