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Re: Zuckerfrei(er) leben!

Verfasst: 08.02.2020, 16:39
von sonnenblume1
Jia hat geschrieben:
08.02.2020, 15:37
Stimmt, das Wasser im Honig habe ich vergessen, das macht je nach Sorte bis ein Fünftel des Gewichts aus. Aber das trägt nichts zur Süsse bei, und davon abgesehen sind die wertvollen Bestandteile doch eher gering. Was ich eigentlich sagen wollte und etwas ungeschickt formuliert habe: klar, in Honig hat es mehr "nette" Inhaltsstoffe wie Pollen, Aminosären und Mineralstoffe. Aber wenn dir Zucker gesundheitliche Probleme bereitet, dann wird Ausweichen auf Honig nicht viel helfen, weil der eben auch hauptsächlich aus Zucker besteht. Eine Möglichkeit wäre höchstens, dass du nicht generell auf Zucker, sondern spezifisch auf Glucose reagierst, dann wäre (möglichst flüssiger) Honig in der Tat besser, weil dort mehr Fructose drin ist. Allerdings belastet Fructose die Leber und den Stoffwechsel, deshalb kann man durchaus auch die Meinung vertreten, dass Honig gerade wegen der vielen Fructose ungesünder ist als reiner Zucker. Es gibt zwar Studien, die diesbezüglich zu einem anderen Ergebnis kommen, aber alle, die ich angeschaut habe, beschränken sich auf Ratten und haben eine geringe Fallzahl, während Studien an Menschen bisher keine verlässlichen Ergebnisse gebracht haben. Die Aussage, dass Honig grundsätzlich gesünder sei als Zucker, ist wissenschaftlich gesehen deshalb zumindest umstritten. Dazu kommen Rückstände von Pestiziden und anderen Chemikalien, die immer wieder mal klar über den festgelegten Grenzwerten liegen, Bakterien- und Pflanzengifte sowie Mikroplastik.
Ich will dir den Honig damit nicht madig machen, wenn dir dein Tee mit Akazienhonig schmeckt, ist das gut so. Aber ich erlebe eben oft, dass Honig unreflektiert als gesundes Naturprodukt gelobt wird, gerade im Vergleich zu industriell verarbeitetem Kristallzucker, aber auch Honig hat seine Schattenseiten, über die man kaum spricht. Honig hat eben eine Lobby, die allzu oft sehr einseitig berichtet.

Dass du mit Stevia nicht viel anfangen kannst, kann ich gut nachvollziehen, ich mag den lakritzartigen Geschmack auch nicht (und ich schmecke Stevia oder Süssholz deshalb auch aus jeder Teemischung raus).
Da stimme ich dir auf jeden Fall zu. Danke für deine ausführliche Antwort.

Re: Zuckerfrei(er) leben!

Verfasst: 17.02.2020, 06:46
von LadyLü
Diese Woche hatte ich mal wieder einen kleinen Rückfall. Ist jetzt nicht zu vergleichen mit dem, wie es im Sommer oder Herbst war, aber es hat mir mal wieder den Beweis geliefert, dass ein bisschen Süßkram bei mir einfach nicht geht.
Ich hatte gehofft, dass es jetzt etwas besser ist (Stressessen habe ich im Moment gut im Griff), aber die letzten Tage war es dann doch wieder etwas zu viel.
Ich sollte meine Kleine darin bestärken nur noch Süßkram zu kaufen, den ich eh nicht esse ;).

Re: Zuckerfrei(er) leben!

Verfasst: 20.02.2020, 15:05
von novembersonne
Jia hat geschrieben:
02.02.2020, 15:55
Kalimera hat geschrieben:
01.02.2020, 09:00
Alternativen werden leider nicht akzeptiert, höchstens Sojasauce - aber die auch nur in Mengen, wo das Salz dann wieder problematisch wird.
Da hilft salzarme Sojasauce (Kikkoman grün beispielsweise).

Ketchup gibt es bei uns nur selten, das finde ich jetzt nicht so problematisch, und einerseits sollen all diese Würzsaucen ja etwas süsslich sein, um alle Geschmacksrichtungen abzudecken, andererseits ist es dort nicht nur Geschmacksträger, sondern auch Konservierungsmittel (wie bei den Essiggurken etc. auch). Und oft würde es ja schon reichen, den Zucker zu reduzieren, ein Früchtejoghurt mit der Hälfte des Zuckers wäre für die meisten Menschen immer noch süss genug. Am stärksten ärgert mich der versteckte Zucker dort, wo er völlig überflüssig ist: was beispielsweise Milchzucker in Wurst zu suchen hat, erschliesst sich mir jetzt wirklich nicht, da will man weder den süssen Geschmack noch hat es sonst eine Funktion (ausser dass es billig ist).
Jia,
Nur kurz: um Wurst zu machen (Streichwurst, Salami, Schinken) benötigt es Zucker.
Traditionell Salz:Zucker im 1:1 Verhältnis.
Zucker ist neben dem Pökelsalz in normalen Würsten für das Umröten zuständig.

Re: Zuckerfrei(er) leben!

Verfasst: 20.02.2020, 17:18
von Jia
novembersonne hat geschrieben:
20.02.2020, 15:05
Jia hat geschrieben:
02.02.2020, 15:55
Am stärksten ärgert mich der versteckte Zucker dort, wo er völlig überflüssig ist: was beispielsweise Milchzucker in Wurst zu suchen hat, erschliesst sich mir jetzt wirklich nicht, da will man weder den süssen Geschmack noch hat es sonst eine Funktion (ausser dass es billig ist).
Jia,
Nur kurz: um Wurst zu machen (Streichwurst, Salami, Schinken) benötigt es Zucker.
Traditionell Salz:Zucker im 1:1 Verhältnis.
Zucker ist neben dem Pökelsalz in normalen Würsten für das Umröten zuständig.
Wieder was dazugelernt, danke!

Re: Zuckerfrei(er) leben!

Verfasst: 07.09.2020, 13:58
von Ginevere
Ich setze mich mal dazu da ich dringend meinen Zuckerkonsum stark reduzieren möchte.
Bin jetzt bei Tag 2 und hatte gestern natürlich gleich Kopfschmerzen „from hell“. 🙈
Heute gehts schon etwas besser.

Wie lange haben die Entzugserscheinungen bei euch gedauert?

Re: Zuckerfrei(er) leben!

Verfasst: 07.09.2020, 16:37
von Linnunrata
novembersonne hat geschrieben:
20.02.2020, 15:05
Jia,
Nur kurz: um Wurst zu machen (Streichwurst, Salami, Schinken) benötigt es Zucker.
Traditionell Salz:Zucker im 1:1 Verhältnis.
Zucker ist neben dem Pökelsalz in normalen Würsten für das Umröten zuständig.
Ach, spannend! Da habe ich dem Aufschnitt aus dem Bioladen ja unrecht getan.


Ich habe im Frühjahr/Sommer tatsächlich mal einige Wochen ganz auf zugesetzten Zucker, Sirup, Dicksäfte, generell Säfte und versteckte Zucker verzichtet. Und... es war eigentlich ganz einfach. Am schwierigsten war es eigentlich Obst einzuschränken, weil das im Garten alles reif wurde. Habe jetzt die Kühltruhe voll... Ich kam zu dem Entschluss wegen meiner Zähne. Ich bekomme den Karies einfach nicht in den Griff, obwohl ich sehr gut putze und eigentlich alles lehrbuchmäßig befolge. Zwei Beobachtungsstellen mussten bzw. müssen trotzdem behandelt werden. Ich glaube die Effekte an den Zähnen sind noch etwas langfristiger. Habe jetzt auch ein Probiotikum für den Mundraum, das sehr gut zu wirken scheint.

Ich hatte vorher schon wenig Süßigkeiten und Fertigprodukte gegessen und generell fast nur Vollkornprodukte. Deshalb hatte ich überhaupt keine Entzugserscheinungen. Der krasseste Effekt war, dass ich mich zum ersten Mal in meinem Leben so richtig auf mein Sättigungsgefühl verlassen kann. Früher musste ich immer Kalorien zählen oder abends hungrig aufhören, sonst nehme ich zu. Das finde ich wirklich mega befreiend! :D

Inzwischen habe ich wieder Schokolade mit 90 % Kakaogehalt im Haus. Bei Kokosblütenzucker habe ich das Gefühl, dass er weniger Sucht auslöst. Ich werde jetzt auch wieder ab und zu einen Kuchen backen, weil ich das einfach liebe. Mit weißem Haushaltszucker. Ich persönlich merke da keine negativen Effekte. Kuchen ist eben eine hochkalorische Süßigkeit.

Das meiste habe ich aber beibehalten: Ich kaufe keine Fertigprodukte mehr, die Zucker oder Dicksäfte enthalten. Unsere Aufstriche muss ich jetzt alle selber machen. Müsli mit Joghurt gibt es jetzt ohne Ahornsirup. Schmeckt mir inzwischen auch besser. In Kaffee oder Tee kommt höchstens Xylit. Obst habe ich sehr stark reduziert. Im Bioladen lauere ich auf die Essiggurken und Sauerkraut ohne Zucker (Die Gurken gibt es irgendwie nur ab und zu). Tomatensauce koche ich nur noch selber. Salatdressing schmeckt auch ohne Honig, wenn genug Kräuter drin sind. Für Ketchup haben wir eine Sorte gefunden, die kaum mehr Zucker als Tomatenmark enthält, die mag der Kleine genau so gern. Ebenfalls für Papa und Sohn haben wir eine Haselnusscreme mit nur 12 g Zucker pro 100 g und erhöhtem Proteingehalt gefunden. Die schmeckt uns genau so gut wie die normale. Mir persönlich schmeckt reines Haselnussmus am besten, das hat auch von Natur aus 8 g Zucker.

Vom Kleinen bin ich ganz beeindruck, wie toll er das mitmacht. Von meiner Mutter habe ich die Erzählungen im Ohr, wie ich Tobsuchtsanfälle bekommen habe, weil ich nicht die ganze Packung Schokolade aufessen durfte. Der Kleine aktzeptiert es völlig, dass er nur ein Stück Schokolade oder eine Dattel oder gelegentlich auch eine Kugel Eis haben darf. Aus einem Buch habe ich die Empfehlung, eine "Daumenportion" Süßigkeiten zu geben, das finde ich einen tollen Richtwert, der auch Oma und Opa einleuchtet. :D

Re: Zuckerfrei(er) leben!

Verfasst: 07.09.2020, 16:38
von Linnunrata
Ginevere hat geschrieben:
07.09.2020, 13:58
Ich setze mich mal dazu da ich dringend meinen Zuckerkonsum stark reduzieren möchte.
Bin jetzt bei Tag 2 und hatte gestern natürlich gleich Kopfschmerzen „from hell“. 🙈
Heute gehts schon etwas besser.

Wie lange haben die Entzugserscheinungen bei euch gedauert?
Finde ich toll, dass du dich daran machst! Ich drücke die Daumen, dass die Kopfschmerzen bald nachlassen. :) Was war denn deine Ausgangslage?

Re: Zuckerfrei(er) leben!

Verfasst: 07.09.2020, 21:17
von Pirouge
Linnunrata, welcher Ketchup ist das denn?
Ginevere, ich wünsche dir schnelle Besserung!

Re: Zuckerfrei(er) leben!

Verfasst: 08.09.2020, 11:28
von Myla
Genau, der Ketchup würde mich auch interessieren. Die Kleine ist so ein Ketchupfanatiker, der Durchsatz da ist bei uns derzeit erschreckend.

Und die Haselnusscreme interessiert mich auch, ist das die von Foodspring? Die finde ich völllig okay, die Große aber nicht. Andererseits fand die Große auch die Milka-Creme nicht okay als Nutellaersatz, die hatten wir getestet, weil ohne Palmöl mir ja auch erstmal reichen würde, da ich sie nicht esse und es sie eh nur am Wochenende gibt.

Re: Zuckerfrei(er) leben!

Verfasst: 08.09.2020, 12:33
von Pirouge
Als Nutellaersatz kann ich selbstgemachte Datella empfehlen! Auf google gibt es ganz viele Ergebnisse.
Ich mache sie immer mit Datteln, in Stücke geschnitten, in ein Glas getan und Wasser drauf bis sie nicht ganz bedeckt sind. Eine Weile einweichen, dann pürieren.
Dazu Haselnussmus und Kakao. Das Wasser und das Nussmus emulgieren wunderbar in eine herrliche Cremigkeit. Durch das Wasser ist das dann nicht so lange haltbar, wie ohne. Aber lange hält es ja eh nicht - ist bei uns noch nicht schlecht geworden.