Langzeitstillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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nadine0811
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Langzeitstillen

Beitrag von nadine0811 » 23.07.2017, 21:26

Hallo.
Ich bin neu hier und bräuchte ein paar gute Ratschläge.
Meine Tochter ist jetzt 15 Monate alt und wird noch gestillt. Ich stille auch sehr gerne und möchte sie auch noch nicht abstillen.
Sie ist keine besonders gute Esserin , probiert zwar alles, isst sich aber selten satt, so das sie zum einschlafen nochmal an die Brust möchte. Das ist natürlich nicht nur Hunger sondern auch ein liebgewonnenes Ritual. Nachts kommt sie auch noch 1-3 mal. Sie schläft bei uns im Bett, legt sich quasi selbst an und schläft dann direkt weiter.
Tagsüber schaffe ich es, ihr die Brust mehr und mehr abzugewöhnen und sie mit fester Nahrung zufrieden zu stellen. Brei hat sie noch nie gemocht, wir haben die Breiphase mehr oder weniger übersprungen.
Sie war nach einer sehr schwierigen Schwangerschaft ein Notkaiserschnitt aufgrund eines Geburtsstillstandes und hat von Anfang an sehr stark gefremdelt und mehr oder weniger nur Mama zugelassen. Mittlerweile akzeptiert sie natürlich auch Papa, den sie über alles liebt und auch die Oma ist ok. Aber nur so lange es ihr "gut" geht. Sobald sie müde wird oder sich weh tut oder ich einfach zu lange weg bin verlangt sie nach Mama und es ist kaum noch möglich sie zu beruhigen.

Mein Problem ist nun folgendes : Ich möchte sie wie gesagt nicht abstillen aber ich würde sehr gerne auch mal das Haus verlassen, mich mit Freundinnen treffen, Essen gehen etc.
Leider bekommt ihr Papa sie 9 von 10 mal nicht hingelegt und da sie noch oft wach wird ist es mir aktuell eigentlich kaum möglich nicht zuhause zu sein, es sei denn ich nehme in Kauf das sie schreit und schreit und schreit und das kommt für mich eigentlich nicht in Frage.
Milch nimmt sie übrigens nicht aus der Flasche. Weder abgepumpte Muttermilch, noch Reismilch, Mandelmich oder sonstiges.
Sie akzeptiert nur ihre "Mimi".
Habt ihr Ratschläge wie ich es schaffe sie daran zu gewöhnen das Mama auch mal nicht da ist, bzw. es bei Papa auch schön ist? :lol:
Vielen Dank schon mal :)

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Brianna
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Re: Langzeitstillen

Beitrag von Brianna » 23.07.2017, 21:52

Du kannst da eigentlich gar nicht so viel tun. Der Papa und die Kleine müssen ihren eigenen Weg finden. Du kannst ihnen nur vermitteln, dass du es ihnen zutraust. Mein Mann kuschelt die Kleine in den Schlaf und kuschelt, falls sie wieder wach wird. Das klappt bei mir nicht. Wenn ich da bin auch nicht. Der Papa könnte auch tragen probieren.
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Re: Langzeitstillen

Beitrag von 7buchstaben » 23.07.2017, 22:18

Bei uns ging "papa bringt ins bett" nur, wenn ich schon vor dem abendbrot das Haus verlassen habe! Das erste mal zum testen, bin ich in den Keller gegangen und hab da von 18-21uhr geräumt, bis endlich die Nachricht kam, dass sie eingeschlafen ist ;-)
Gestillt habe ich bis sie 3,5jahre war und es gehörte bei mir für sie zum einschlafprogramm dazu. Mit Papa geht es in der trage gut und meist auch nur, wenn sie kurz vor'm schlafen nochmal was isst.

Also: ER muss sich das zu trauen und nicht nur meinen, dass es ohne milch/ mama nicht geht (war hier großes Problem)... und DU musst deinen beiden lieben vertrauen, dass sie sich nicht gegenseitig in den Wahnsinn treiben werden ;-)

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Re: Langzeitstillen

Beitrag von Schnecke106 » 24.07.2017, 06:37

Bei uns ist es zwar andersrum (also Kind möchte lieber bei und mit Papa ein- und weiterschlafen), aber bei uns klappt das zu Bett bringen durch mich auch deutlich besser, wenn er sich aktiv verabschiedet hat bevor sie bettfertig gemacht wird. Dann akzeptiert sie auch mich zum weiter schlafen. Wenn er sie ins Bett bringt und ist "verschwunden", wenn sie mal wach ist, gibt es hier mittelschwere Dramen.
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Re: Langzeitstillen

Beitrag von Tweety2606 » 24.07.2017, 07:32

Hier war es beim Großen genauso. Die ersten Male war abends ohne mich auch etwas stressig für meinen Mann, aber mit draußen tragen oder Buggy fahren war es okay. Eingeschlafen ist Krümel dabei meist nicht, er hat auf mich gewartet. Erst mit der Zeit klappte es mit dem Einschlafen und irgendwann auch mit Ablegen. Weiterschlafen dagegen hat nie geklappt. Ich war aber auch meist nur 3 Stunden etwa weg.
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Re: Langzeitstillen

Beitrag von Sunflower1503 » 24.07.2017, 09:21

Hallo,
Ich habe leider keinen Rat. Bei uns ist es genauso. Hänge mich also mal mit ran.
Papa kann den kleinen GAR NICHT hinlegen.
Mittlerweile gehe ich abends ab und zu weg (es waren ein paar Hochzeiten wo ich nicht fehlen wollte)... das klappt für eine gewisse Zeit. Der Papa nimmt den kleinen dann ins Tuch und er schläft da auch 2-3 h. Ablegen geht leider gar nicht.
Dann ist er meistens wach und sie spielen etwas. Nochmal ins Tuch klappt nur ganz selten. Meistens muss ich mich dann schon wieder auf den Weg machen.
Für den Papa ist das natürlich sehr anstrengend immer mit Kind im Tuch herumzulaufen (der kleine ist übrigens auch 15 Monate).
Hinlegen geht aber wirklich gar nicht. Er schreit sich so in Rage und lässt sich gar nicht beruhigen.
Bald sind wir beide auf einer Hochzeit und das Kind soll bei Oma bleiben. Ich hoffe das klappt halbwegs.
Aber ich kann der Oma auch nicht zumuten den ganzen Abend das schwere Kind zu tragen. Sie meint sie versucht es mal mit Flasche. Ich bin schon ganz nervös.

Wenn noch irgendjemand Tipps hat, bitte!!! Bald kommt er auch in die Kita und ich bin jetzt schon gespannt ob er da mittags ohne Brust einschläft.

Ist ja nicht so als würde ich jede Woche weg gehen wollen. Aber ab und zu mal ein freier Abend wäre schön.

Ganz liebe Grüße!

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Re: Langzeitstillen

Beitrag von RamblerRose » 24.07.2017, 10:30

Ich kenne diese Situation inzwischen zum 2. Mal. Der große (20 Monate gestillt) war so und unser derzeit 11 Monate altes Baby ist genauso.
Verabschieden vorm gehen war wichtig, das ist schön genannt worden. Als die Jungs jeweils ganz klein waren und ich abends beim Rückbildungskurs hat der Föhn geholfen.
Ansonsten, tragen (schon genannt), eine Tour mit dem Kinderwagen vielleicht und zur Not auch mit dem Auto, wenn das Kind da schläft. Es ist ja nicht der Normalfall und da kann man das machen finde ich.
Und wenn das Kind mal aufbleibt und ja am nächsten Tag ist der Rhythmus durcheinander, so what... Das gehört doch auch zum Leben dazu, das darf auch mal sein.
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Re: Langzeitstillen

Beitrag von Sunflower1503 » 24.07.2017, 10:51

Das stimmt. Mit dem Papa klappt es ja auch ganz gut (halt anstrengend für ihn, aber ok)... so kann ich immerhin bis 23/24 Uhr mal weg.

Der große Test mit der Oma steht nächstes Wochenende an, ich berichte ;-)

Leider sagt mein Mann, dass es bestimmt erst mit dem ins Bett bringen klappt, wenn ich nicht mehr stille :-( Das macht mich schon etwas traurig diese Meinung :-(

Lg

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Re: Langzeitstillen

Beitrag von Tweety2606 » 24.07.2017, 11:02

Dann sag deinem Mann, dass das nicht stimmt. Mein 3,5 jähriger stillt nur noch einmal am Tag und vergisst es auch immer wieder, aber ins Bett bringen muss ich ihn. Wenn ich nicht da bin, wartet er lieber.
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Re: Langzeitstillen

Beitrag von RedsMama » 24.07.2017, 11:23

Bei uns ist es auch so, auch dieselbe Bindungspersonen, Verhalten, etc. Wenn ich weg möchte, wird davor gestillt, Tschüss gesagt, und dann spielt Papa mit ihm bis er müde wird, steckt ihn dann ins Tuch und da schläft er - wird nicht abgelegt, der Papa setzt sich meistens am Computer und arbeitet. Er darf allerdings kein Hunger, Durst oder eine volle Blase oder Darm haben, aber das kriegt man schon gut hin. Mein Mann sagt, dass das Einschlafen am besten funktioniert, wenn er aktiven spazieren geht (Kind in der Trage) und dabei telefoniert :lol: Dann schläft der Weltenbummler relativ schnell ein. Mit dem Weiterschlafen klappt es nur sehr selten, aber dann spielen sie bis ich da bin.

Als Oma bei uns übernachtet hat und ich krank war, ist er tatsächlich bei ihr mit singen und kuscheln eingeschlafen, und bis 2 Uhr nachts durchgehalten.

Also traut euch! Die Kleinen sind sehr klug, die wissen schon, was sie machen können und was nicht geht. Aber es ist absolut notwendig, dass wir Eltern auch vertrauen, dass es gehen wird, und dass wir das alle schaffen. Die Kleinen haben unglaublich feine Antennen für Nervosität und Unsicherheit. Das müssen sie, denn das ist der einzige Weg für die Babys, um zu wissen, ob die Bezugsperson - und dementsprechend auch sie - in Gefahr sind. Diese "Antennen" sind lebenswichtig. Vertrauen zu haben und ruhig zu bleiben ist echt den halben Schlacht gewonnen. Mir half immer, den worst case scenario vor Augen durchzuführen. Meistens war es einen anstrengenden nächsten Tag, und das ist eben nicht so schlimm, die gibt's leider immer wieder aus völlig anderen Gründen :wink: Oder früher nach Hause zurückzukehren, das ist auch meistens keine Katastrophe.

Bezüglich Hochzeit: wir sind bei mehreren gewesen, und zwar immer mit dem Kleinen im Tuch dabei. Ich habe ihn meistens getragen, im Tuch gestillt und natürlich immer wieder rausgeholt zum spielen und essen und so. Es waren immer Leute da, um ihn Beschäftigung anzubieten :) Und wir haben auch ein Zimmer in der Veranstaltungsort für die Nacht genommen, so war es ziemlich entspannt. Im schlimmsten Fall musste ich ihn ins Bett bringen, der Papa könnte zu Not die Überwachung übernehmen und ich könnte schnell rüber, um ihn in den Schlaf wieder zu stillen (wir haben kein Babyphone). Aber es war nie nötig, denn als er müde war, hat ihn Papa ins Tuch gepackt und wir haben sogar nach Herzenslust getanzt, er hat einfach weitergeschlafen. Die anderen Eltern - es waren zumindest andere 5 Familien da bei einer Hochzeit - haben die Kinder in den KiWa zum schlafen gebracht und dann in einem verdunkelten Raum sicher geparkt, und haben dann mit dem Babyphone getanzt :lol:

Ich sehe euch im Vorschau. Sunflower, das stimmt überhaupt nicht. Manchmal musste ich oder der Papa den Weltenbummler - ein begeistertes Stillkind, immer noch heute - in den Schlaf getragen, weil er nicht mit Stillen einschlafen wollte. Die Meinung vertreten viele Männer - es ist halt einfacher, wenn die Mama das macht, und es sieht so einfach von außen aus. Aber auch die Väter müssen ihren eigenen Weg finden. Und wir Mütter sollen ihnen die Gelegenheit dafür nicht wegnehmen bzw. anbieten.
Liebe Grüße
R.

I knew exactly how to raise my kid when I became pregnant. Then he was born...
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Jeder wird perfekt und vollständig geboren. Unsere Job als Eltern ist nicht unsere Kinder zu erziehen, sondern sie davor zu schützen, gebrochen zu werden.

R., K., der Weltenbummler 10/15 und Mini im Bauch 2018.

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