die saugverwirrung schlägt zurück :/

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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banänsche
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die saugverwirrung schlägt zurück :/

Beitrag von banänsche »

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und würde gerne eine Frage bzgl Stillen und Schnuller loswerden.

Unsere Geschichte geht folgendermaßen: Unser kleiner Mann ist inzwischen drei Wochen alt und wurde von Anfang an voll gestillt. Das hat auch gut geklappt, ich durfte ihn eine halbe Stunde nach der Geburt bereits anlegen (da wollte er allerdings noch nicht - eine Stunde später dann schon). Sein Gewicht hat sich von Anfang an bis heute dann auch gut entwickelt.
Das Problem fing (meines Erachtens) an, als er sich nach circa einer Woche nachts nicht mehr beruhigen lassen wollte und ununterbrochen nach der Brust verlangt hat. In der ersten Nacht hab ich sie ihm einfach gegeben, habe allerdings am Tag danach meine Hebamme gefragt, was sie dazu meint. Ihre Antwort war: Auf gar keinen Fall die Brust geben, nach einer halben Stunde je Seite abdocken, Schnuller geben, um Saugbedürfnis zu befriedigen und warten, bis eineinhalb Stunden rum sind - dann erst erneut stillen. Am nächsten Tag waren wir beim Kinderarzt, wo der Kleine sich selbst durch Nuckeln an der Faust beruhigt hat - sie hat das gesehen und meinte ebenfalls, wir sollen ihm nen Schnuller geben, um einen späteren Lutschbiss zu vermeiden.

Ich war eigentlich total gegen Schnuller, hab dann noch bei der Stillhotline im Krankenhaus angerufen und nach dem Stichwort "Clusterfeeding" gefragt - auch hier gleiche Antwort: Nach einer Stunde Stillen Schnuller geben. Gut. Hab mich davon leider entgegen meiner Intuition "überzeugen" lassen, wir haben ihm also den Schnuller gegeben - allerdings nur nachts, wenn er sich am schwersten beruhigen lässt. Manchmal saugte er total verbissen darauf herum, die meiste Zeit spuckte er ihn allerdings verächtlich aus :D

Das eigentliche Problem gibt es seit circa drei Tagen: Obwohl der Kurze von Anfang an super gut gesaugt hat (hat immer megaschnell und gut angedockt, Mund in der richtigen Haltung, hat anfangs wirklich fast auf die Minute genau an jeder Seite nach der im Krankenhaus empfohlenen Zeit von alleine wieder abgedockt. Zwischendrin ist er ohne Pause drangeblieben und auch seltenst eingeschlafen - wenn, das meist erst gegen Ende, und hat total ruhig und zielstrebig gesaugt.) Meinen Brustwarzen gings auch gut. Seit jetzt drei Tagen hat sich das allerdings verändert: Er saugt am Anfang gut und hat auch genug Brust im Mund, nach spätestens etwa zehn Minuten lässt er jedoch einen Großteil des Gewebes nach und nach frei und nuckelt nur noch an der Spitze - aua. Abdocken bringt leider kein anderes Ergebnis: Er dockt zwar gut wieder an, lässt allerdings innerhalb von kürzester Zeit wieder los einen Großteil der Brust los - gleiches Bild wie vorher.

Die Hebamme meine, ich solle auf jeden Fall den Schnuller weglassen - Nachlesen hier hat das gleiche ergeben, und das machen wir jetzt auch. Was ich aber gerne wissen würde: Haben wir ne Chance, dass sich das wieder bessert?? Und kann ich irgendwas tun, um ihm das neu antrainierte "falsche" Saugverhalten wieder abzugewöhnen?? Ich hab wirklich Bammel, dass das nicht mehr "reparabel" ist und ärgere mich so fürchterlich, dass wir ihm das Plasteteil überhaupt erst gegeben haben :(( Stillen war davor immer ne sichere Bank, er war danach meistens ruhig und glücklich. Jetzt sind wir beide gestresst - ich schon davor, weil ich weiß, dass es gleich wehtut - und er währenddessen, weil ihn das ständige Abgedocktwerden nervt.

Tut mir leid, ist jetzt doch länger geworden als geplant ;)
Ich wäre überglücklich, wenn uns jemand helfen könnte.

Seid lieb gegrüßt
vom Banänsche
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tania
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Re: die saugverwirrung schlägt zurück :/

Beitrag von tania »

dein baby ist noch so klein, es ist davon auszugehen, dass er sich schnell von der saugverwirrung erholt.

was du machen kannst: konsequent abdocken, wenn er schlecht andockt. auch, damit deine brustwarzen nicht zu sehr in mitleidenschaft gezogen werden! wenn er dann nicht mehr gut andockt, abbrechen, anders beruhigen und nach kurzem abstand wieder anlegen.

achte besonders auf eine gute position vor dem andocken.

grundsaetzlich ist es nicht falsch, dein kind lange an der brust nuckeln zu lassen. du kannst dein kind aber auch hochnehmen und anders beruhigen. es gibt also nicht nur schnuller oder ewig brust. du kannst zum beispiel versuchen ihn rumzutragen (TT oder tragehilfe sind auch zu hause eine unglaubliche hilfe!). im moment ist es allerdings sinnvoll, das kind so viel wie moeglich an der brust zu haben, vor allem wenn er nicht immer gut und effektiv saugt, braucht er ja MEHR zeit an der brust, um die neboetigte menge milch zu trinken.

hilft dir das erstmal weiter?
tania mit sohn *09 und sohn *12
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banänsche
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Re: die saugverwirrung schlägt zurück :/

Beitrag von banänsche »

hallo tania,

lieben dank für deine schnelle antwort. ja, das hilft mir in der tat, und wird jetzt so ausprobiert. haben wir in ansätzen eh schon gemacht.
tuch hab ich schon, allerdings bisher nicht benutzt - wollte mir heute von einer freundin das mit dem binden näherbringen lassen. setze darauf ehrlich gesagt große hoffnung.

nochmal vielen dank - bin gespannt, wie's weitergeht! :)
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Re: die saugverwirrung schlägt zurück :/

Beitrag von eumel »

Hallo Banänsche,

erst mal herzlichen Glückwunsch zu deinem Baby!
Ich hätte da auch noch mal eine Frage dazu, wenn ich mich anhängen darf? Du schreibst ja, dir sei empfohlen worden den Schnuller zu geben, um zu vermeiden, dass das Baby am Daumen oder Fäustchen nuckelt. Das habe ich jetzt nämlich auch schon häufiger gehört, dass dies unbedingt zu vermeiden sei, da viel schwerer abzugewöhnen und schlechter für den Kiefer. Stimmt das denn?

Wir versuchen gerade unserer Großen den Schnuller abzugewöhnen, was äußerst schwer fällt, unter anderem deswegen würde ich ihn diesmal bei der Kleinen gerne gleich weglassen.

Viele Grüße und euch alles Gute!
Viele Grüße von
eumel

mit der großen Tochter 08/2012
und der kleinen Tochter 03/2015
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Mutterhenne
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Re: die saugverwirrung schlägt zurück :/

Beitrag von Mutterhenne »

Ich glaube, dazu gibt es konträre Meinungen; die aktuellere ist aber m.W. die, dass das Nuckeln an Hand/Daumen sich in der Regel früher von selbst erledigt als das Nuckeln am Schnuller. Satz eines Kieferorthopäden dazu: 'Mit Faust im Mund kann man schlecht Legoburgen bauen. Mit Schnuller im Mund wunderbar...' Und die meisten Kinder wollen irgendwann Legoburgen bauen (oder ähnliches, jedenfalls. Ihre Hände gebrauchen). Die 'andere Seite argumentiert damit, dass man dem Kind den Schnuller ja einfach (???) wegnehmen könne, den Daumen hingegen nicht (Struwwelpeter lässt grüße, brrr...). Hier ein Thread dazu: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 2&t=170857

Wir haben es übrigens mit 7 Monaten noch geschafft, den Schuller loszuwerden und die Stilltechnik (wieder) zu verbessern. Das klappt bei Euch ganz sicher!
Alles Liebe
Mutterhenne
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Grüße von der Henne
mit Superheldin (09/2013), Piepselchen (11/2018) und den Schutzengel-* (März 2012, November 2017, April 2021)
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Re: die saugverwirrung schlägt zurück :/

Beitrag von sandywa »

Huhu!

Es gibt ja nicht nur die 2 Möglichkeiten Schnuller oder Daumen. D.h. nur weil ich den Schnuller weg lasse, heißt das nicht, dass das Kind dann Daumen lutscht. Meine Maus hatte nie einen Schnuller und hat auch noch nie am Daumen gelutscht. Ich habe sie schlicht und einfach immer stillen lassen, wenn sie das wollte. Und das hat gut funktioniert obwohl sie mir im Krankenhaus schon sagten, dass sie so ein großes Saugbedürfnis habe und ihr gleich den Schnuller geben wollten. :? Zum Glück habe ich da nicht auf die Schwester gehört.

LG Sandra
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und Sternentochter Leia immer im Herzen, gegangen in der 25. SSW
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Bärchenbeuteltier
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Re: die saugverwirrung schlägt zurück :/

Beitrag von Bärchenbeuteltier »

Bei uns war's zu Beginn Grad andersrum, der Kleine hat auch ein Unsinns Saugbedürfniss, meine Mutter war da, hat einen der zwei Millionen Schnuller ausgekocht, er hat ihn begeistert angenommen und war einfach zufrieden und ich hab nen Anpfiff von meiner Hebi bekommen. Also Schnuller wieder weg, statt dessen der kleine Finger, das haben wir vier Wochen durchgehalten, unsere Finger waren waschfrauenmässig runzelig geschlotzt, dann haben wir wieder nem Schnuller genommen. Den hatte er Ca vier Monate und seit dem ersten Zahn von heute auf morgen verweigert... Tja, jetzt wird fast ausschließlich an der Brust genuckelt, ab und an mal am Großzeh oder Daumen[emoji16] den Unterschied zwischen nuckeln und saugen merkte man hier von Anfang an deutlich.
Zwecks Daumen lutschen...meine eigene leidvolle Erfahrung ist, das Lego spielen da nix bringt...hab es erst in der weiterführenden Schule geschafft und es war ein harter Kampf mit mir selbst, mein Umfeld wusste das nicht, hab's nur heimlich gemacht...*schäm*[emoji17]
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Marissa04
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Re: die saugverwirrung schlägt zurück :/

Beitrag von Marissa04 »

Mein baby ist auxh 3 Wochen alt und hat auch ein enormes saug Bedürfnis. Und das stillt er ausschließlich an der Brust.
Auch nachts, bzw. gerade da.

Ich Bin nachts zu faul um ihn ständig abzudocken, da bleibt er einfach dran bis er von selbst los lässt oder ich wach werde und dann abdocken kann. ;)
Allerdings stillt er zusätzlich zum nur nuckeln auch wahnsinnig viel. Meine Tochter hat definitiv nicht soviel verlangt, und sie war auch schon viel an der Brust.

Ne Pause bekommt er auch nur verordnet, wenn es mir tatsächlich mal zu viel wird nach Dauer stillen. Dann wandert er zum Papa und muss da getragen werden. Dann entscheide ich einfach, dass er jetzt mal für ne halbe Stunde satt sein soll. ;)
Aber nachts klappt das vielleicht zweimal von 10 Versuchen. ;)

Wenn mich das genuckel nicht stört ( das tut es bei Mini nicht, bei der großen fast 2, sehr wohl ;) ) lasse ich. Solange es beiden damit gut geht.
Irgendwann gibt sich das eh.
Liebe grüße
Mit Juli Mädchen *13 und Mai Jungen *15
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banänsche
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Re: die saugverwirrung schlägt zurück :/

Beitrag von banänsche »

huhu zusammen,

vielen dank für eure antworten - das ist schon aufschlussreich und auch etwas tröstlich :)
wenn meine bw nicht langsam den geist aufgeben würden, würde ich ihn auch einfach dauerstillen lassen. werde heute mal in die apotheke traben und mir die multimam-dinger besorgen - mal schauen, ob das was bringt. heute nacht hatte ich das erste mal alpträume vom stillen, das ist ja auch nicht sinn und zweck der sache :(
leider bin ich auch noch gar nicht gut darin, den zwergenmann anders als mit der brust zu beruhigen...sobald er bei mir am körper ist, will er die dinger auch im mund haben :S
@ eumel: zu deiner frage, schnuller oder daumen, kann ich leider noch nicht so viel sagen - außer, dass wir inzwischen von verschiedenen seiten auch alle meinungen schon gehört haben, die mutterhenne zusammengefasst hat ;)
@Bärchenbeuteltier: wie lustig, dass dein kind am großen zeh lutscht. das konnte ich bei unserem noch nicht beobachten, vielleicht ist er nicht gelenkig genug XD
@ Marissa: Ja, bei uns muss auch der Papa beruhigen, wenns gar nicht anders geht. Tut er auch hingebungsvoll - ich weiß im Moment wirklich nicht, was ich ohne ihn tun würde. Naja, halt irgendwie allein klarkommen wahrscheinlich ;)
Tja. Im Moment läuft das bei uns gefühlt auf eine Gratwanderung raus zwischen "wieviel grantig sein kann ich dem kleinen zumuten" und "wieviel saugen kann ich meinen brüsten zumuten".
ein weiteres problem: wenn ich ihn mehr saugen lasse als alle zwei stunden, hat er auch ständig die buxe voll, muss gewickelt werden und bekommt sich dann nicht mehr ein - sprich: ist länger wach, noch überreizter, will noch dringender die brust...und alles geht von vorne los.
tragetuch hab ich mit meiner hebamme gestern leider nicht hinbekommen, sie hatte nur zehn min zeit - und als meine freundin da war, hat er so friedlich geschlafen, dass wir es dabei belassen wollten ;)
also am montag mehr glück. wünsch euch allen schon mal ein schönes wochenende :)
seit Mai 2015 Mama vom Pfläumchen
08u11
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Re: die saugverwirrung schlägt zurück :/

Beitrag von 08u11 »

Nur kurz zum nächtlichen Wickeln, vielleicht beruhigt Dich das: wir haben hier auch so ein Auslaufmodell. Anfangs dachte ich auch: das kann ja heiter werden, aber es hat sich dann sehr schnell von selbst erledigt. Keine Ahnung mehr, wann das war 1 oder 2 Monate, länger sich nicht.
Unsere großen beiden hatten übrigens Schnuller - die kann man nicht einfach wegnehmen, jedenfalls nicht ohne Riesengeschrei und schlimmer noch, entsprechender Enttäuschung. Unser Mittelkind hat übrigens nach dem Abschnullern (mit 3 Jahren) dann noch angefangen, am Daumen zu lutschen :( . Außerdem haben die Jungs tatsächlich den Schnuller im Mund quasi vergessen - der war dort die ganze ganze Nacht mindestens, oft auch noch den halben Tag. Die Minimaus nimmt manchmal den Daumen zum Einschlafen - aber nur dazu, die ganze Nacht über schläft sie ohne, tagsüber sowieso. Wie das mit dem Abgewöhnen wird, weiß ich natürlich noch nicht, aber schlimmer als mit Schnuller kann's - meiner Erfahrung nach - kaum werden.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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