Schwanger - Stillen schmerzt & nervt :-(

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Melody17
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Schwanger - Stillen schmerzt & nervt :-(

Beitrag von Melody17 »

Hallo zusammen!

Ich bin in der 19. SSW und stille meine 2 1/4 Jahre alte Tochter weiterhin. Sie schläft mit Stillen ein (außer beim Mittagsschlaf im Kiga, da klappt es - ich hätte es NIE gedacht - auch ohne Brust, mit Hand der Erzieherin auf ihrem Bauch und dabei sein bis sie schläft). Schon zu Beginn der Schwangerschaft tat mir die Brust bei Stillen ziemlich weh und die Brustwarzen waren sehr empfindlich. Vor allem beim Ansaugen, nach einiger Zeit stillen, ließen die Schmerzen nach. Nun ist es so, dass mich das Einschlafstillen zunehmend nervt :-(. Mir tut es so leid für meine Maus, aber die Brustwarzen schmerzen, kitzeln und ich werd ganz aggressiv. Vielleicht kennt das die ein oder andere von euch?! Ich habe sie nun den zweiten Abend hintereinander an jeder Brust nur ein bisschen trinken lassen, bis ich ganz kribbelig wurde und es nicht mehr ausgehalten habe. Hab meiner Tochter dann gesagt, dass mich das Stillen sehr weh tut und sie es schaffen muss so einzuschlafen. Sie hat es an beiden Abenden geschafft, glücklicherweise auch ohne Tränen. Es dauerte nicht mal sehr viel länger als mit Brust. Beim Mittagsschlaf funktioniert es leider nicht so gut. Sie lässt sich nicht darauf ein, dass wir es wie im Kiga probieren. Habe also gestern und heute die Zähne zusammengebissen und versucht es so lange wie möglich auszuhalten, bis sie so weit war, dass sie den restlichen Dreh zum Schlafen dann auch ohne Brust geschafft hat.

Kann es sein, dass sich das Gefühl bei mir verändert hat, weil nun so gut wie keine Milch mehr kommt? Habe vorhin mal darauf geachtet und sie hat tatsächlich nur noch gesaugt und nicht mehr geschluckt.

Tagsüber im Sitzen stört es mich komischerweise nicht, vielleicht, weil sie da von alleine immer nur kurz trinkt. Es ist nur das EInschlafstillen :-(. Bin irgendwie nicht ganz glücklich damit und weiß nicht, ob ich sie jetzt abstillen soll oder nicht. Eigentlich hatte ich mich darauf eingestellt ab Sommer zwei Kinder zu stillen ... Meine Tochter genießt das Stillen sehr und ich bis dato eigentlich auch. Ich denke auch, dass sie es noch ein Stück weit braucht und würde es ihr ungerne wegnehmen. Bin echt in ner Zwickmühle ... Das Einschlafstillen halte ich aber momentan so nicht länger aus :-(.

Vielleicht hat eine von euch ja Erfahrungen mit dieser Situation ...

Liebe Grüße,
Melody17
Schnecke *10/2012
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minikit
hat viel zu erzählen
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Re: Schwanger - Stillen schmerzt & nervt :-(

Beitrag von minikit »

Oje, du arme!
Hier nicht ganz dieselbe Situation. Meine Brüste sind nicht so empfindlich, Gott sei Dank, Maxi hat im ersten Trimester so geclustert. Aber die Empfindungen, die du beschreibst, kenne ich auch. Sie hat beim Stillen außer nachts eigentlich noch nie wirklich stillgehalten. Bis vor kurzem hatte ich eine lange Phase, wo mich ihr Gezappel und Gepiekse (ihr Finger in meiner Gurgel, grrrr) super aggressiv gemacht hat. Stark nerven tut es mich immer noch, aber ich hab nicht mehr das drängende Verlangen, sie von meinem Schoß zu schupsen.

Was ich so gelesen habe (ich hoffe auch, dass wir dann Tandemstillen können), sind negative Gefühle gegenüber dem älteren Kind vor allem beim Stillen ziemlich normal. Das ist wohl so ein animalischer Schutzinstinkt zugunsten des neuen Babys, wenn ichs recht verstanden habe. Bei vielen Frauen scheint das Mitte der Schwangerschaft besonders doll zu sein. Vielleicht wirds bei mir also auch noch wieder mehr? :/

Gute Tipps habe ich leider nicht. Ich versuche bei ihrem Hampeln, mich abzulenken mit Lesen oder Zocken und erinnere sie vorher, bitte vorsichtig zu sein. Es soll wohl auch helfen, kurz aufzustehen und ein paar Augenblicke rumzulaufen. Dazu kann ich aber keine eigene Erfahrung beisteuern, weil Maxi es überhaupt nicht haben kann, wenn ich das Stillen unterbreche.

Es melden sich bestimmt noch mehr, die dir besser helfen können.
minikit mit Maxi (Sept. 2013) und Mausi (Aug. 2015)
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samsara
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Re: Schwanger - Stillen schmerzt & nervt :-(

Beitrag von samsara »

Ich reiche dir solidarisch die Hand. Meinem Kind war Stillen auch lange Zeit immer noch sehr wichtig, als andere schon längst abgestillt hatten (gut, ich habe hier aber auch eher das Umfeld, wo nach 6 Monaten standardmäßig Anstattkost eingeführt wird, bei uns war dagegen in den ersten 10 Monaten vollstillen angesagt). Als ich nun schwanger wurde, war mein Kind 2 1/4.

Mir war das Stillen dann leider schon sehr bald sehr unangenehm, also ich hab mich manchmal richtig abgestoßen gefühlt von dem Gedanken und hatte ziemlich Schmerzen beim Andocken und noch einige Augenblicke danach. Der ganze "Vorgang" blieb aber unangenehm, auch wenn der Schmerz nachließ. Mein Kind wollte auch nur noch zum Mittagsschlaf und abends zum Einschlafen stillen, es war einfach eine liebgewonnene Gewohnheit.

Ich habe dann angefangen, meinem Kind zu erklären, dass es mir sehr weh tut und ob wir nicht später stillen können. Oft hat er sich gut vertrösten lassen und es dann später auch vergessen gehabt und mich nicht mehr dran erinnert. Oder ich habe ihm gesagt, dass wir einfach so kuscheln und ich ihn ganz festhalte und streichle, bis er schläft. Hat natürlich nicht immer geklappt, er ist ein schwieriger Einschläfer - aber ich war immer so froh um jedes Mal, an dem ich "drumrum gekommen" war. Außerdem hat ihn dann verstärkt mein Freund abends ins Bett gebracht, die beiden haben andere Rituale wie zB Vorlesen, Tag Revue passieren lassen etc. Da war ich zusätzlich entlastet.

Irgendwann im Januar habe ich dann zum letzten Mal gestillt. Es war gar nicht als solches geplant, ich wusste da nicht, dass es das dann war. Ich war nur eine Woche später verwundert, dass ich eine Weile nicht gestillt hatte. Irgendwie haben wir es beide im Alltag vergessen. Ich habe ihn auch nicht mehr daran erinnern wollen, war ja froh, dass es echt so sanft geklappt hatte. Ich war bei meinem Kind immer davon ausgegangen, dass das Thema mal Tränen geben würde... Er hat wohl auch seinen Frieden damit gemacht, er kann rückblickend davon erzählen oder sagt, dass das Baby im Bauch dann auch mal "Meh" bekommt, aber er kommt mir nicht wehmütig vor und er unternimmt auch keinen Versuch, wieder stillen zu dürfen. Er scheint eher versonnen daran zurückzudenken, betrachtet meine Brust (wenn er sie denn mal nackt sieht) mit einem seligen Lächeln und geht dann seiner Wege. :)

Ich hoffe ich kann dir mit unserer Story ein wenig Mut machen, auf dein Gefühl zu hören und nicht Angst haben zu müssen, dass dein Kind nun auf der Strecke bleibt, wenn du es aus eigenem starkem Bedürfnis nicht mehr stillen magst. Bei uns hat sich das Abstillen nun, ohne dass es eine bewusste Entscheidung war, einfach so ergeben und es war für uns letztlich gut so. Ich kann deine Schmerz-/Unangenehmgefühle absolut nachvollziehen, ich hatte manchmal auch Aggressionsgefühle beim Stillen. Das war für mich dann der Punkt, wo ich abgewogen habe und mir dachte, er ist alt genug, um auch ohne stillen glücklich zu sein und auch in einem Alter, in dem ich es ihm erklären konnte. Das habe ich abgewogen gegen meine eigenen negativen Empfindungen gegenüber dem Stillen und kam zu dem Schluss, dass ich nicht weiter so damit kämpfen wollte.

Zu welcher Entscheidung du auch kommst, ich wünsche dir alles Gute! Ob es mit fortschreitender Schwangerschaft auch mit dem Weiterstillen besser werden kann, kann ich dir leider nicht beantworten. Ich würde es dir wünschen, wenn es deinem Kind noch so wichtig ist, dass du mit dem Abstillen noch keinen Frieden machen könntest.
Kleiner Wolf *07/2012 und Miniwolf *07/2015
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Mamalinchen
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Re: Schwanger - Stillen schmerzt & nervt :-(

Beitrag von Mamalinchen »

Hallo Melody,

Bei mir war es ähnlich in der zweiten Schwangerschaft. Ich hatte nur noch wenig Milch und das Stillen war im 2. Trimester so unangenehm, dass ich abgestillt habe. Der Sonnenschein war damals 26 Monate alt und hat abends zum Einschlafen und manchmal mittags gestillt. Und vorher auch noch früh morgens. Mein Mann wollte schon früher, dass wir aufhören, aber erst mit den Schmerzen konnte ich das auch überzeugt vertreten. Er hat dann abends eine Geschichte eingeführt und ich habe lange Händchen gehalten.
Vor der Geburt hat er dann schon die Brüste "verteilt": die große für ihn - die kleine für die kleine Schwester :-)
Als dann wieder Milch da war, hatte er es irgendwie verlernt. Aber nach 2 Monaten ging's plötzlich und ich habe dann das morgendliche Tandemstillen eingeführt. Er durfte dann den beginnenden Milchstau abtrinken, weil die Flocke plötzlich längere Schlafphasen in der Nacht hatte und morgens mit der vielen Milch und praller Brust überfordert war. So fand ich das sehr praktisch. Mehr Stillzeit wollte ich ihm nicht geben. Clusterndes Baby am Nachmittag und Abend fand ich anstrengend genug. Und morgens wird auch erst nach dem Frühstück getrunken, ich möchte nicht von beiden Kindern dafür geweckt werden. Das passt für uns alle ganz gut (nur der Papa findet es nicht so toll). Wenn wir es morgens eilig haben oder am Wochenende fällt es auch mal aus. Und er sagt, er trinkt noch, bis er 4 ist, mal sehen ;-)
Sorry für die lange Geschichte. Ich wollte dir nur Mut machen, dass sich Abstillen in der Schwangerschaft und Tandemstillen nicht ausschließen muss. Ihr werdet sicher auch euren Weg finden.

Viele Grüße
Lina
Mamalinchen mit Sonnenschein (06/2011) und Schneeflocke (01/2014)

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Melody17
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Re: Schwanger - Stillen schmerzt & nervt :-(

Beitrag von Melody17 »

Vielen Dank ihr drei für eure Erfahrungen!

So ganz Frieden mit dem Abstillen kann ich noch nicht schließen und ich werde es wohl erst einmal so weiterlaufen lassen wie es jetzt ist. Ich wünschte, ich könnte das Stillen bei meiner Tochter durch kuscheln ersetzen, dann würde ich mich besser fühlen. Sie lässt sich zum Einschlafen leider nicht anfassen :-(. Sie mag es gar nicht, nicht mals Hand auf den Rücken oder so. Im Kindergarten akzeptiert sie es mittlerweile ganz gut und der Körperkontakt hilft ihr beim Einschlafen. Ich würde sie so gerne kuscheln bis sie einschläft :-(. Sie hat ein Kuschelschaf, das sie in der Hand hält und ein Seitenschläferkissen, auf das sie sich zum EInschlafen legt. Ich liege neben ihr und wir warten gemeinsam auf den Schlaf. Kurz bevor sie es geschafft hat, jammert sie meistens noch ein paar Mal nach der Brust.

Naja, da müssen wir/muss ich jetzt irgendwie durch. Mal sehen was die nächste Zeit bringt...
Vielen Dank für's Mut machen :-)
Schnecke *10/2012
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tania
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Re: Schwanger - Stillen schmerzt & nervt :-(

Beitrag von tania »

mein sohn war schon drei als ich schwanger wurde und stillte ploetzlich wieder sehr viel mehr. das legte sich dann im vierten schwaschamonat. es wurde dann aber immer unangenehmer. lustigerweise tat es an einer brust richtig weh und dan der anderen machte es mich aggressiv - das war praktisch, so konnte ich mir immer aussuchen, ob ich gerade generve besser abkann oder schmerz :D. es war nie so, dass ich gar nicht mehr stillen wollte. es waren halt auch oft schoene momente zu dritt, also ich mit kind und bauchbaby. der kleine drinnen hat naemlich irgendwann angefangen, sich beim stillen wie irre zu bewegen, das fand der grosse bruder auch toll :D (hach - viele schoene erinnerungen..)

ich hatte uebrigens durchgehend milch, also daran lag das unangenehme und der schmerz nicht. fehlende milch verstaerkt es in aller regel noch, aber es ist grundsaetzlicher vor allem die hormonelle umstellung.

ich habe dann problemlos tandem gestillt ein paar jahre (wann genau der grosse sich abgestillt hat, weiss ich nicht. er derart langsames ausschleichen.. *lach*).

ich habe tandem stillen immer als etwas nicht natuerliches gesehen. habe meine schmerzen und die aggressionen, das genervt sein als zeichen meines koerpers gesehen, der mich darauf vorbereitet, dass ich mich bald um ein hilfloses neues wesen voll kuemmern muss. und habe fuer mich entschieden, dass der grosse dabei seinen platz an meiner brust haben kann. es war fuer mich also keine entscheidung pro tandemstillen, weil ich vorm abstillen angst hatte oder fand, "dass frau das so macht" (also so eine anti-abstill-ideologie), sondern weil es sich als das fuer uns richtige angefuehlt hat. und das war es dann auch.
tania mit sohn *09 und sohn *12
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Kinkaninchen
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Re: Schwanger - Stillen schmerzt & nervt :-(

Beitrag von Kinkaninchen »

Hallo,

Eure Beschreibungen klingen in meinen Ohren seltsam vertraut. Bauchbaby *08/15 und 3-Jährige, die mittags und abends zum Einschlafen stillt und mit der freien Hand an der anderen Seite knibbelt... Das ist mit empfindlichen Brustwarzen wahrlich kein Vergnügen. Vor zwei Wochen habe ich es nicht ausgehalten und das Stillen unterbrochen mit dem Erfolg, dass wir beide heulend im Bett saßen. Das gar-nicht-Stillen war also weder für sie noch für mich was. Das Lesen der Erfahrungsberichte zum Thema Tandemstillen hat mich darin bestärkt, dass es für uns nicht der richtige Weg ist, die "günstige Gelegenheit" zum Abstillen zu nutzen, wie ich aus meinem Umfeld gehört habe.
Nun machen wir es so: Sie stillt und ich versuche, sie, wenn sie schon eine gewisse Bettschwere erreicht hat, erstmal am Knibbeln zu hindern, indem ich ihre Hand streichle. Dann docke ich sie ab und sie dreht sich um und schafft es dann oft auch - nach einem tiefen Seufzer - so einzuschlafen. Wenn nicht dockt sie noch mal kurz an und ich versuche es einfach ein paar Minuten später noch mal. Damit kann ich bis jetzt gut leben. Mal sehen was die Zukunft so bringt...

LG Kinka
Kinka *1977 mit Kinkaninchen *03/2012 und Pünktchen *08/2015
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tania
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Re: Schwanger - Stillen schmerzt & nervt :-(

Beitrag von tania »

mein dreijaehriger hat mit viel erklaeren und viel erinnern (habe mich furchtbar bemueht dabei nicht genervt zu klingen) verstanden, dass das knibbeln es mir unmoeglich macht ihn zu stillen. es war klar: stillen ja, aber kein gefummel (das hatte mich die jahre vorher nicht gestoert :shock: beim zweiten konnte ich es noch nie ab :lol: ). es war fuer ihn klar, dass sich viel veraendert hat, dass das knibbeln wegfiel war ok, aber halt was, was er je naeher er am einschlafen war, desto mehr vergass.
tania mit sohn *09 und sohn *12
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