Ich reiche dir solidarisch die Hand. Meinem Kind war Stillen auch lange Zeit immer noch sehr wichtig, als andere schon längst abgestillt hatten (gut, ich habe hier aber auch eher das Umfeld, wo nach 6 Monaten standardmäßig Anstattkost eingeführt wird, bei uns war dagegen in den ersten 10 Monaten vollstillen angesagt). Als ich nun schwanger wurde, war mein Kind 2 1/4.
Mir war das Stillen dann leider schon sehr bald sehr unangenehm, also ich hab mich manchmal richtig abgestoßen gefühlt von dem Gedanken und hatte ziemlich Schmerzen beim Andocken und noch einige Augenblicke danach. Der ganze "Vorgang" blieb aber unangenehm, auch wenn der Schmerz nachließ. Mein Kind wollte auch nur noch zum Mittagsschlaf und abends zum Einschlafen stillen, es war einfach eine liebgewonnene Gewohnheit.
Ich habe dann angefangen, meinem Kind zu erklären, dass es mir sehr weh tut und ob wir nicht später stillen können. Oft hat er sich gut vertrösten lassen und es dann später auch vergessen gehabt und mich nicht mehr dran erinnert. Oder ich habe ihm gesagt, dass wir einfach so kuscheln und ich ihn ganz festhalte und streichle, bis er schläft. Hat natürlich nicht immer geklappt, er ist ein schwieriger Einschläfer - aber ich war immer so froh um jedes Mal, an dem ich "drumrum gekommen" war. Außerdem hat ihn dann verstärkt mein Freund abends ins Bett gebracht, die beiden haben andere Rituale wie zB Vorlesen, Tag Revue passieren lassen etc. Da war ich zusätzlich entlastet.
Irgendwann im Januar habe ich dann zum letzten Mal gestillt. Es war gar nicht als solches geplant, ich wusste da nicht, dass es das dann war. Ich war nur eine Woche später verwundert, dass ich eine Weile nicht gestillt hatte. Irgendwie haben wir es beide im Alltag vergessen. Ich habe ihn auch nicht mehr daran erinnern wollen, war ja froh, dass es echt so sanft geklappt hatte. Ich war bei meinem Kind immer davon ausgegangen, dass das Thema mal Tränen geben würde... Er hat wohl auch seinen Frieden damit gemacht, er kann rückblickend davon erzählen oder sagt, dass das Baby im Bauch dann auch mal "Meh" bekommt, aber er kommt mir nicht wehmütig vor und er unternimmt auch keinen Versuch, wieder stillen zu dürfen. Er scheint eher versonnen daran zurückzudenken, betrachtet meine Brust (wenn er sie denn mal nackt sieht) mit einem seligen Lächeln und geht dann seiner Wege.
Ich hoffe ich kann dir mit unserer Story ein wenig Mut machen, auf dein Gefühl zu hören und nicht Angst haben zu müssen, dass dein Kind nun auf der Strecke bleibt, wenn du es aus eigenem starkem Bedürfnis nicht mehr stillen magst. Bei uns hat sich das Abstillen nun, ohne dass es eine bewusste Entscheidung war, einfach so ergeben und es war für uns letztlich gut so. Ich kann deine Schmerz-/Unangenehmgefühle absolut nachvollziehen, ich hatte manchmal auch Aggressionsgefühle beim Stillen. Das war für mich dann der Punkt, wo ich abgewogen habe und mir dachte, er ist alt genug, um auch ohne stillen glücklich zu sein und auch in einem Alter, in dem ich es ihm erklären konnte. Das habe ich abgewogen gegen meine eigenen negativen Empfindungen gegenüber dem Stillen und kam zu dem Schluss, dass ich nicht weiter so damit kämpfen wollte.
Zu welcher Entscheidung du auch kommst, ich wünsche dir alles Gute! Ob es mit fortschreitender Schwangerschaft auch mit dem Weiterstillen besser werden kann, kann ich dir leider nicht beantworten. Ich würde es dir wünschen, wenn es deinem Kind noch so wichtig ist, dass du mit dem Abstillen noch keinen Frieden machen könntest.