Sanft abstillen bis zwei?
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jali
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Sanft abstillen bis zwei?
Hallo, meine Frage ist folgende: Meine Tochter ist jetzt 1 1/2, und stillt noch sehr gerne. An Tagen an denen ich arbeite, morgens und wenn ich von der Arbeit komme, zum Einschlafen und in der Nacht (da leider oft noch sehr häufig und lange). Am Wochenende kommt sie auch tagsüber noch deutlich öfter auf die Idee, dass es jetzt vielleicht angebracht wäre zu stillen. Oft auch, wenn das Stillen eigentlich erst 10 Minuten her ist. Ich stille auch noch gerne, es gibt aber einige Gründe weshalb ich sie mit 2 abgestillt haben will. Die werde ich jetzt nicht weiter ausführen, da es mir ersteinmal nicht um die Frage geht, ob diese Entscheidung richtig ist.
Aber wie stelle ich das am besten an? Die härteste Variante wäre wohl bis kurz vor dem zweiten Geburtstag weiter nach Bedarf zu stillen und dann einfach nicht mehr zu stillen. Aber ich habe ja eigentlich ein halbes Jahr Zeit das nicht-mehr-Stillen einzuleiten. Aber wie mache ich das am besten? Mit der Nacht anfangen? Oder tagsüber noch reduzieren, aber wie?
Gibt es auch in diesem Alter noch Wege abzustillen, ohne große Kämpfen austragen zu müssen, oder ist der Zug mit der Beikosteinführung bei der ich nicht nach und nach die Mahlzeiten ersetzt habe abgefahren?
Vielen Dank und viele Grüße
jali
Aber wie stelle ich das am besten an? Die härteste Variante wäre wohl bis kurz vor dem zweiten Geburtstag weiter nach Bedarf zu stillen und dann einfach nicht mehr zu stillen. Aber ich habe ja eigentlich ein halbes Jahr Zeit das nicht-mehr-Stillen einzuleiten. Aber wie mache ich das am besten? Mit der Nacht anfangen? Oder tagsüber noch reduzieren, aber wie?
Gibt es auch in diesem Alter noch Wege abzustillen, ohne große Kämpfen austragen zu müssen, oder ist der Zug mit der Beikosteinführung bei der ich nicht nach und nach die Mahlzeiten ersetzt habe abgefahren?
Vielen Dank und viele Grüße
jali
Mit zwei Töchtern (2011 und 2014)
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jusl
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Re: Sanft abstillen bis zwei?
Hallo jali,
doch, keine Sorge, allmähliches Abstillen funktioniert auch bei Kindern, die die Beikosteinführung schon hinter sich haben.
Ich kopier Dir mal eine Antwort aus einem Thread mit dem gleichen Thema aus dem Ü2-Forum hier rein - ich sehe gerade, Du hast fast 100 Beiträge, dann wirst Du da eh demnächst freigeschaltet. Ich hoffe hier sind einige Ideen für Dich dabei:
Also: allmähliches müttergeleitetes Abstillen. Das erfordert AKTIVE, POSITIV EINGESTELLTE Begleitung Deinerseits.
Bewährt haben sich folgende Ansatzpunkte:
* Biete attraktiven Ersatz an: "Stillen können wir später, wie wäre es wenn wir jetzt erstmal XY machen?" (Auf den Spielplatz gehen, Eis essen, ein Bilderbuch vorlesen, zusammen die Waschmaschine ausräumen.... was Dein Kind halt gerne macht /spannend findet).
* Vermeide klassische Stillgelegenheiten. Habt Ihr spezielle Stillrituale/Stillplätze/Stillzeitpunkte? Diese erstmal vermeiden bzw. Veränderung schaffen. (Bei uns war es z.B. so, dass meine Kinder immer gerne zum Stillen angekommen sind, wenn ich mich an den Computer gesetzt habe. Sowas also erstmal stark begrenzen bzw. sein lassen.
)
* Nächtliche Betreuung überdenken. Kann der Papa einspringen? Manchmal hilft es, wenn die Mama sich ins Nebenzimmer ausquartiert und Papa und Kind zusammen die Nächte managen (oder z.B. die erste Nachthälfte oder so). Du bist ja dann nicht aus der Welt, bei Bedarf kannst Du immer noch eingreifen.
* Für einen abwechslungsreichen Alltag sorgen. Manchmal schmoren Mutter und Kind ziemlich im eigenen Saft. Die Tage sind auf gut Deutsch stinklangweilig, für beide. Mama pendelt zwischen Haushalt, Sofa und Rechner; das Kind eiert hinterher und will ständig stillen, mangels besserer Pläne. Hier einzugreifen erfordert viel Motivation, aber es lohnt sich: Ausflüge, Verabredungen mit Freundinnen und anderen Kindern, gemeinsame Unternehmungen, Unternehmungen auch mal mit anderen, ohne Mama.
* Verbleibende Stillmahlzeiten bewusst genießen. Ruhig auch mal ANBIETEN, z.B. abends vorm Einschlafen. Die schönen Gefühle beim Stillen sollten auf jeden Fall bis zum Schluss noch da sein, auch für die Mama.
Mit einer Mischung aus diesen Ansätzen funktioniert das Abstillen definitiv - WIE GENAU, also ob mit viel Theater oder reibungsfrei, hängt sicherlich von der Persönlichkeitsstruktur der Beteiligten ab. Ob Du Dich "auf Tränen einstellen" musst, kann ich Dir nicht vorhersagen - je nach dem, wie flexibel Du bist, unter welchem Druck Du Dich fühlst (möglichst schnell abstillen zu wollen oder so), wieviel Mitgestaltungsrecht Du Deinem Kind einräumst usw... "Tränen an sich" kann man ja unterschiedlich bewerten: Wenn ein Kind kurz weint, direkt getröstet wird, und man dann zusammen glücklich ein Bilderbuch anschaut, ist das doch etwas anderes als wenn ein Kind sich vor lauter Frust in Rage brüllt und niemand tröstet.
Ich drück Euch die Daumen, dass Du diese letzte Phase Eurer Stillzeit positiv gestalten kannst.
LG
Julia
doch, keine Sorge, allmähliches Abstillen funktioniert auch bei Kindern, die die Beikosteinführung schon hinter sich haben.
Also: allmähliches müttergeleitetes Abstillen. Das erfordert AKTIVE, POSITIV EINGESTELLTE Begleitung Deinerseits.
* Biete attraktiven Ersatz an: "Stillen können wir später, wie wäre es wenn wir jetzt erstmal XY machen?" (Auf den Spielplatz gehen, Eis essen, ein Bilderbuch vorlesen, zusammen die Waschmaschine ausräumen.... was Dein Kind halt gerne macht /spannend findet).
* Vermeide klassische Stillgelegenheiten. Habt Ihr spezielle Stillrituale/Stillplätze/Stillzeitpunkte? Diese erstmal vermeiden bzw. Veränderung schaffen. (Bei uns war es z.B. so, dass meine Kinder immer gerne zum Stillen angekommen sind, wenn ich mich an den Computer gesetzt habe. Sowas also erstmal stark begrenzen bzw. sein lassen.
* Nächtliche Betreuung überdenken. Kann der Papa einspringen? Manchmal hilft es, wenn die Mama sich ins Nebenzimmer ausquartiert und Papa und Kind zusammen die Nächte managen (oder z.B. die erste Nachthälfte oder so). Du bist ja dann nicht aus der Welt, bei Bedarf kannst Du immer noch eingreifen.
* Für einen abwechslungsreichen Alltag sorgen. Manchmal schmoren Mutter und Kind ziemlich im eigenen Saft. Die Tage sind auf gut Deutsch stinklangweilig, für beide. Mama pendelt zwischen Haushalt, Sofa und Rechner; das Kind eiert hinterher und will ständig stillen, mangels besserer Pläne. Hier einzugreifen erfordert viel Motivation, aber es lohnt sich: Ausflüge, Verabredungen mit Freundinnen und anderen Kindern, gemeinsame Unternehmungen, Unternehmungen auch mal mit anderen, ohne Mama.
* Verbleibende Stillmahlzeiten bewusst genießen. Ruhig auch mal ANBIETEN, z.B. abends vorm Einschlafen. Die schönen Gefühle beim Stillen sollten auf jeden Fall bis zum Schluss noch da sein, auch für die Mama.
Mit einer Mischung aus diesen Ansätzen funktioniert das Abstillen definitiv - WIE GENAU, also ob mit viel Theater oder reibungsfrei, hängt sicherlich von der Persönlichkeitsstruktur der Beteiligten ab. Ob Du Dich "auf Tränen einstellen" musst, kann ich Dir nicht vorhersagen - je nach dem, wie flexibel Du bist, unter welchem Druck Du Dich fühlst (möglichst schnell abstillen zu wollen oder so), wieviel Mitgestaltungsrecht Du Deinem Kind einräumst usw... "Tränen an sich" kann man ja unterschiedlich bewerten: Wenn ein Kind kurz weint, direkt getröstet wird, und man dann zusammen glücklich ein Bilderbuch anschaut, ist das doch etwas anderes als wenn ein Kind sich vor lauter Frust in Rage brüllt und niemand tröstet.
Ich drück Euch die Daumen, dass Du diese letzte Phase Eurer Stillzeit positiv gestalten kannst.
LG
Julia
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jali
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Re: Sanft abstillen bis zwei?
Vielen Dank für die Antwort! Sie hilft mir sehr weiter. Noch eine Nachfrage, was den Zeitplan angeht: Ist es richtig, jetzt langsam mit Veränderungen anzufangen (bsplw. die Nächte anzugehen) oder würdest du sagen, wenn man bsplw. in zwei Monaten damit anfängt, reicht das auch noch aus um allmählich abzustillen.
Vielen Dank und viele Grüße
jali
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jali
Mit zwei Töchtern (2011 und 2014)
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jusl
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Re: Sanft abstillen bis zwei?
Da würde ich komplett nach Gefühl gehen. "Reichen" tut's sicher auch, eine WOCHE vorher damit anzufangen - je nach Kind bzw. dessen Gewohnheiten und Persönlichkeitsstruktur kann's ja ruhig flott gehen. "Sanft" ist nicht automatisch gleichzusetzen mit "langsam", sondern eher mit "OK so für alle Beteiligten". 
LG
Julia
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Julia
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Lilia87
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Re: Sanft abstillen bis zwei?
Das ist ja wirklich eine interessante Antwort, jusl. Schön zu wissen, dass man durchaus auch noch ein bisschen "mitbestimmen" kann ohne das Kind gleich zu übergehen oder seine Bedürfnisse nicht ernstzunehmen.
Aber habe ich deine Antwort richtig interpretiert: In der Ü2-Gruppe darf man erst mitlesen, wenn man 100 Beiträge hat? Ach Mensch, ich hätte sooooo viel Fragen für dort, und bin doch sooo weit von den 100 Beiträgen weg. Ist das bei dem Schwangerenforum (gibt es auch, oder?) auch so? Sorry für die doofen Fragen, ich dachte irgendwie, man müsse nur die Mitgliedschaft beantragen (was ich bereits getan habe)...
Aber habe ich deine Antwort richtig interpretiert: In der Ü2-Gruppe darf man erst mitlesen, wenn man 100 Beiträge hat? Ach Mensch, ich hätte sooooo viel Fragen für dort, und bin doch sooo weit von den 100 Beiträgen weg. Ist das bei dem Schwangerenforum (gibt es auch, oder?) auch so? Sorry für die doofen Fragen, ich dachte irgendwie, man müsse nur die Mitgliedschaft beantragen (was ich bereits getan habe)...
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jusl
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Re: Sanft abstillen bis zwei?
Richtig.In der Ü2-Gruppe darf man erst mitlesen, wenn man 100 Beiträge hat?
Beides ist kein Problem.Ach Mensch, ich hätte sooooo viel Fragen für dort, und bin doch sooo weit von den 100 Beiträgen weg.
Das weiß ich momentan nicht auswendig, aber es könnte sein, dass Du da bloß deshalb nicht reinkommst, weil Du noch als "neutral" im Avatar erscheinst. Musst Du mal auf "weiblich" umstellen, ich glaube das reicht schon.Ist das bei dem Schwangerenforum (gibt es auch, oder?) auch so?
LG
Julia
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Lilia87
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Re: Sanft abstillen bis zwei?
Danke jusl, gut zu wissen! Dann werde ich all meine gefühlt 1000 Fragen zum Tandemstillen vs. vielleicht doch-besser-vorher-"sanft"-abstillen hier stellen, wenn es so weit ist, und hoffen, dass ganz viele Tandemstillerfahrene bzw. LZS-Erfahrene mitlesen und mir weiterhelfen 
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Sibi
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Re: Sanft abstillen bis zwei?
Ich habe zwar noch nicht endgültig abgestillt, kann das hier aber schon absolut unterschreiben. Wir hatten nie einen Abstill-Plan, wir hatten vor 2 Monaten noch einige Tage Vollstillen bei Krankheit und plötzlich ist das Stillen auf einmal zum Einschlafen und einmal zum Aufwachen reduziert (zumindest momentan, weil sie durchschläft - während sie bis vor kurzem teils krankheitsbedingt im Stundentakt gestillt hat) und ich überlege sehr, jetzt auf den Zug aufzuspringen und endgültig abzustillen. Dass die massive Reduzierung jetzt so plötzlich und so im Einklang mit meinem Kind erfolgt ist, überrascht mich enorm.jusl hat geschrieben:Da würde ich komplett nach Gefühl gehen. "Reichen" tut's sicher auch, eine WOCHE vorher damit anzufangen - je nach Kind bzw. dessen Gewohnheiten und Persönlichkeitsstruktur kann's ja ruhig flott gehen. "Sanft" ist nicht automatisch gleichzusetzen mit "langsam", sondern eher mit "OK so für alle Beteiligten".![]()