Tipps zum abstillen bei neigung zu milchstau/brustentzündung

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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dezember2010
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Tipps zum abstillen bei neigung zu milchstau/brustentzündung

Beitrag von dezember2010 »

Hallo,

Nächste woche soll's nun los gehen, ich will abstillen.
Mein kleiner trinkt in der Nacht bis zu 10-20x und ich mag nicht mehr.
Am Tag dient es nur noch zum kurzen nuckeln beim einschlafen. Wenn mein Mann da ist, dann sogar gar nicht, da er den tagachlaf übernimmt. In dem Fall Pump ich einmal mittags in einmal gegen Abend ab, ehe
Mein Sohn um 20uhr rum wieder ab die Brust geht.

Nun hatte ich schon etliche Milchstaus und 2x eine Brustentzündung mit allem was dazu gehört, incl Krankenhausaufenthalt und Antibiotikum. Hat zum Glück geholfen.
Ich neige wohl zu sowas.
Mein Fa, meine hebamme u andere raten mir dazu medikamentös abzustillen.das möchte Ich aber sehr ungern. Andererseits hab in Riesen Angst vor einem weitern Stau oder einer Entzündung.

Wie kann man in so einem "härteren" Fall wie meinen am besten vorgehen?
Salbei- und Pfefferminztee helfen leider nicht. Globulis auch nicht :(

Ich habe nun schüßler Salze bekommen und lecithin. Dann die brut kühlen und einen engeren bh tragen?
Ansonsten denke ich sollte ich langsam vorgehen? Also die pumpabstände langsam vergrößern?
Sollte ich die Brust beim Pumpen ganz leer machen?

Ich gab wirkl wahnsinnige Angst wieder so einen Mist zu bekommen :(
Die verstehen sehr wenig,
die nur das verstehen,
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jusl
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Re: Tipps zum abstillen bei neigung zu milchstau/brustentzün

Beitrag von jusl »

Hallo,

der Rat des medikamentösen Abstillens wundert mich, denn eine Wirkung ist da eigentlich nur beim primären Abstillen, also im Frühwochenbett VOR dem Milcheinschuss, belegt. Beim sekundären Abstillen, insb. nach langen Stillzeiten, muss damit gerechnet werden, dass die Milchbildung spätestens nach Absetzen des Medikaments postwendend wieder einsetzt. Also nicht im Sinne des Erfinders. Außerdem haben die Medis zum Teil hohe Risiken und Nebenwirkungen.

Mein Tipp wäre hier ganz eindeutig: Kühlen. Kühlen kühlen kühlen. Über die verringerte Durchblutung wird meist zügig ein deutlicher Milchrückgang erreicht, und gleichzeitig verhindert das Kühlen die Bildung von Schwellungen. Wenn Du beim Abstillen Übervölle vermeidest und dauerhaft und intensiv kühlst, dann schätze ich das Risiko für Milchstau/Mastitis während dieser Zeit überhaupt nicht höher ein als bisher.
Salbei brauchst Du dafür auch nicht. ;-)

Wenn Du ab sofort gar nicht mehr stillen willst, würde ich vorschlagen: Pumpe zunächst 3 mal am Tag, morgens, mittags, abends, ruhig zunächst auch "komplett leer". Einfach um mal zu schauen, wieviel da eigentlich noch kommt. Ab sofort kühlen, dauerhaft (also immer wenn Du zuhause bist) und intensiv (Coolpacks aus dem Eisschrank, in ein Tuch gewickelt, in den BH (normal groß!) gelegt). Nach ein paar Tagen nur noch morgens und abends pumpen, geh einfach nach Gefühl. Weiterhin wie gewohnt kühlen. Und dann kannst Du nach und nach die Pumpmenge verringern, z.B. einfach ca 30 ml weniger pumpen als am Vortag oder sowas.

Falls Du weiterhin noch stillen willst, aber weniger (z.B. abends stillen beibehalten, also insg. einmal täglich stillen), dann pumpst Du entsprechend nur morgens und mittags.

Wenn beim Pumpen morgens und abends nur noch geringe Mengen kommen, also weniger als ca 50 ml oder so, dann kannst Du auf einmal täglich Pumpen umstellen. Und nach einigen weiteren Tagen alle 2 Tage, dann alle 3... und wahrscheinlich reicht das schon, das war's dann. ;-)

Was hältst Du von diesem Vorgehen?

LG
Julia
kuscheltiger
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Re: Tipps zum abstillen bei neigung zu milchstau/brustentzün

Beitrag von kuscheltiger »

Wenn ich mich mal einschalten darf:
So wie jusl es beschreibt, habe ich auch abgestillt (also eher pumpamgestillt, weil ich das erste Kind nur pumpstillen konnte)
Das klappt total gut.

Kühlung hilft rasant gut!
Viele Grüße vom kuscheltiger
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dezember2010
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Re: Tipps zum abstillen bei neigung zu milchstau/brustentzün

Beitrag von dezember2010 »

jusl hat geschrieben:Hallo,

der Rat des medikamentösen Abstillens wundert mich, denn eine Wirkung ist da eigentlich nur beim primären Abstillen, also im Frühwochenbett VOR dem Milcheinschuss, belegt. Beim sekundären Abstillen, insb. nach langen Stillzeiten, muss damit gerechnet werden, dass die Milchbildung spätestens nach Absetzen des Medikaments postwendend wieder einsetzt. Also nicht im Sinne des Erfinders. Außerdem haben die Medis zum Teil hohe Risiken und Nebenwirkungen.

Mein Tipp wäre hier ganz eindeutig: Kühlen. Kühlen kühlen kühlen. Über die verringerte Durchblutung wird meist zügig ein deutlicher Milchrückgang erreicht, und gleichzeitig verhindert das Kühlen die Bildung von Schwellungen. Wenn Du beim Abstillen Übervölle vermeidest und dauerhaft und intensiv kühlst, dann schätze ich das Risiko für Milchstau/Mastitis während dieser Zeit überhaupt nicht höher ein als bisher.
Salbei brauchst Du dafür auch nicht. ;-)

Wenn Du ab sofort gar nicht mehr stillen willst, würde ich vorschlagen: Pumpe zunächst 3 mal am Tag, morgens, mittags, abends, ruhig zunächst auch "komplett leer". Einfach um mal zu schauen, wieviel da eigentlich noch kommt. Ab sofort kühlen, dauerhaft (also immer wenn Du zuhause bist) und intensiv (Coolpacks aus dem Eisschrank, in ein Tuch gewickelt, in den BH (normal groß!) gelegt). Nach ein paar Tagen nur noch morgens und abends pumpen, geh einfach nach Gefühl. Weiterhin wie gewohnt kühlen. Und dann kannst Du nach und nach die Pumpmenge verringern, z.B. einfach ca 30 ml weniger pumpen als am Vortag oder sowas.

Falls Du weiterhin noch stillen willst, aber weniger (z.B. abends stillen beibehalten, also insg. einmal täglich stillen), dann pumpst Du entsprechend nur morgens und mittags.

Wenn beim Pumpen morgens und abends nur noch geringe Mengen kommen, also weniger als ca 50 ml oder so, dann kannst Du auf einmal täglich Pumpen umstellen. Und nach einigen weiteren Tagen alle 2 Tage, dann alle 3... und wahrscheinlich reicht das schon, das war's dann. ;-)

Was hältst Du von diesem Vorgehen?

LG
Julia
das hört sich gut an, danke!!
ich hab auch total angst vor den nebenwirkungen von diesem medikament, deshalb möchte ich das nicht. außerdem hab ich gehört man darf dann gar nicht mehr pumpen/stillen wenn man das nimmt? dann bekomm ich ja sofort wieder einen stau.
die stillberaterin hat mir gesagt ich soll gar nicht mehr pumpen oder stillen, denn das regt immer wieder an. ich soll nur ausstreichen. dabei hat sie aber glaub ich nicht ganz verstanden, dass ich sofort einen milchstau bekomme.
meine letzte brustentzündung ist gerad mal 2 wochen her, weil ich an einem tag 9 std pause weischen stillen und pumpen hatte und anschließend nochmal ca 7 std. das hat gereicht um mir sowas einzufangen :-/

meinst du denn ich muss nachts gar nicht pumpen?
dann wären die zeiten ja so ca morgens um 7uhr, dann mittgas um 13/14uhr und wieder abends um 19/20uhr.
dann mach ich ja aber nachts so um und bei 12 std nichts... das ist ganz schön lange? gerade, weil meine brust das nächtliche stillen so sehr gewöhnt ist.
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Re: Tipps zum abstillen bei neigung zu milchstau/brustentzün

Beitrag von jusl »

außerdem hab ich gehört man darf dann gar nicht mehr pumpen/stillen wenn man das nimmt? dann bekomm ich ja sofort wieder einen stau.
Nein, das stimmt nicht. Auch unter der Einnahme von Prolaktinhemmern darf weitergestillt/gepumpte Milch verfüttert werden.
die stillberaterin hat mir gesagt ich soll gar nicht mehr pumpen oder stillen, denn das regt immer wieder an.
Wenn ich z.B. "ab heute nur noch 7 mal pumpe anstatt der bislang gewohnten 10 mal", dann regt das Pumpen selbstverständlicht nicht an, sondern ich fahre die Milchproduktion auf diese Weise herunter. Letztlich ist die Frage, was man unter dem Begriff "anregen" versteht: Ich persönlich nutze das Wort im Sinne von "Maßnahmen einleiten, um die Milchproduktion zu STEIGERN". In diesem Sinne regt "selteneres Pumpen als bislang" selbstverständlich NICHT an, denn durch die seltenere Nachfrage wird die Produktion ja HERUNTERgefahren. Deine Stillberaterin nutzt das Wort "anregen" offenbar ganz allgemein im Sinne von "Nachfrage schaffen". In diesem Sinne hat sie natürlich Recht: Pumpen (oder stillen) schafft Nachfrage. MUSS es aber auch, denn man kann nun mal nicht von 100 auf null abstillen ;-)
Sprich: ganz klar bewährt hat sich, die Nachfrage LANGSAM herunter zu fahren. Und das bedeutet bei bislang HÄUFIGEM Pumpen/Stillen eben, ab jetzt nach und nach WENIGER HÄUFIG zu pumpen/zu stillen.
Ich hoffe, ich konnte das so jetzt klären ;-)

meinst du denn ich muss nachts gar nicht pumpen?
dann wären die zeiten ja so ca morgens um 7uhr, dann mittgas um 13/14uhr und wieder abends um 19/20uhr.
dann mach ich ja aber nachts so um und bei 12 std nichts... das ist ganz schön lange? gerade, weil meine brust das nächtliche stillen so sehr gewöhnt ist.
In diesem Falle könntest Du die Abpumpzeiten z.B. auf einmal morgens, einmal nachmittags und einmal DIREKT eh Du zu Bett gehst legen. Einmal nachts extra deswegen aufstehen würd ich jedenfalls nur, wenn's gar nicht anders geht. ;-) Also nur im Notfall.

meine letzte brustentzündung ist gerad mal 2 wochen her, weil ich an einem tag 9 std pause weischen stillen und pumpen hatte und anschließend nochmal ca 7 std. das hat gereicht um mir sowas einzufangen :-/
Wenn das so ist, dann würde ich zunächst einen häufigeren Rhythmus vorschlagen: Einmal morgens, einmal am späteren Mittag, einmal am frühen Abend, einmal ganz spät, eh Du ins Bett gehst. Und nach ein paar Tagen stellst Du auf 3 mal anstatt 4 mal täglich um. Vergiss nicht, dass die jetztige Situation ANDERS ist als die bei der Deiner letzten Brustentzündung, denn jetzt KÜHLST Du ja dauerhaft und intensiv rund um die Uhr. Diese Maßnahme dürfte wie gesagt die Milchbildung zügig und erheblich herunterfahren.

LG
Julia
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Re: Tipps zum abstillen bei neigung zu milchstau/brustentzün

Beitrag von dezember2010 »

danke dir, so werde ich's machen! :)
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Re: Tipps zum abstillen bei neigung zu milchstau/brustentzün

Beitrag von jusl »

Wenn Du magst, dann berichte doch bitte weiterhin hier, wie es läuft, ja? :wink:
Gutes Gelingen! ;-)
dezember2010
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Re: Tipps zum abstillen bei neigung zu milchstau/brustentzün

Beitrag von dezember2010 »

Das mach ich gern, danke :)
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Re: Tipps zum abstillen bei neigung zu milchstau/brustentzün

Beitrag von dezember2010 »

hallo,

ich hab nochmal ne frage.

gestern am tag hab ich um 12.00uhr abgepumpt, danach gekühlt das das zeug hält ;)
habs so dann auch gut bis 20.00uhr ausgehalten. beide mal hatte ich 90ml raus.
dann dachte ich, dass ich nachts zwischen 2 und 4 uhr pumpe.
nur waren sie um 0.00uhr schon wieder so voll, dass ich es nur noch bis 1 ausgehalten habe.

nun meine frage, kann es sein dass meine brust nachts mehr produziert, weil sie es ja kennt, dass sie nachts mehr "gefordert" wird. hat sich das so eingestellt? oder kommt es dadurch, weil ich nachts nicht gekühlt habe?
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Re: Tipps zum abstillen bei neigung zu milchstau/brustentzün

Beitrag von jusl »

Ist beides möglich. Viele Mütter berichten, dass sich die Milchproduktion auch "uhrzeitlich" an der Bedarf anpasst: Wird für gewöhnlich das meiste nachts getrunken, wird nachts auch am meisten produziert. Gibt es hingegen nachts eine lange Pause, stellt sich die Brust mit der Zeit eben auf diese Pause ein. Also etwas Geduld ;-)

Davon abgesehen, sollte ohnehin auch nachts gekühlt werden. Die "Kühlpause" ist sonst möglicherweise einfach zu lang.

LG
Julia
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